E-Book, Deutsch, 404 Seiten
Gassmann Kampfe den guten Kampf des Glaubens
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-944834-50-4
Verlag: Jeremia-Verlag GbR
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die zwei Timotheusbriefe
E-Book, Deutsch, 404 Seiten
ISBN: 978-3-944834-50-4
Verlag: Jeremia-Verlag GbR
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Autor, Dr. theol. Lothar Gassmann, ist Prediger, Evangelist und Autor vieler Bücher über den christlichen Glauben und aktuelle Zeitfragen. Er ist Mitarbeiter beim Christlichen Gemeinde-Dienst (CGD), Vorsitzender der Lukas-Schriftenmission und Schriftleiter der Zeitschrift 'Der schmale Weg. Orientierung im Zeitgeschehen'.
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Erbarmen ist's und weiter nichts
1. Timotheusbrief 1, 12-20
Zur Einführung erfolgt eine kurze Begebenheit, die zum Nachdenken anregen möchte über das, was wir danach im Wort GOTTES hören werden.
Eine Pfarrstelle hatte keinen Pfarrer mehr. Daraufhin haben sich mehrere Theologen in der Landeskirche beworben. Alle Bewerber waren dieser Kirchengemeinde aber nicht gut genug. An allen hatten sie etwas auszusetzen. Ein Mitglied des Kirchenvorstandes zog daraufhin einen Brief aus seiner Tasche und sagte: „Hier ist noch ein Brief von einem weiteren Kandidaten für diese Stelle. Dieser kann bestimmt alle Stimmen auf sich vereinigen“. Dann las er bei der Versammlung dem Wahlkomitee folgenden Brief von diesem Bewerber vor.
„Ich habe gehört, dass Ihre Gemeinde einen Pfarrer sucht, und würde mich gerne als Bewerber vorstellen. Mir scheint, dass ich einige Eigenschaften habe, die Sie schätzen werden. Ich habe die Gabe erhalten, mit Überzeugungskraft zu predigen. Auch habe ich einige Erfolge erzielt mit dem, was ich geschrieben habe. Manche sagen, ich könne gut organisieren. Tatsächlich habe ich an den meisten Orten, wo ich bisher gewesen bin, immer die Fäden fest in der Hand gehabt. Andere haben an mir etwas auszusetzen. Ich habe schon die 50 überschritten. Noch nie bin ich länger als 3 Jahre ununterbrochen in einer Gemeinde gewesen. Einige dieser Gemeinden habe ich verlassen müssen, weil es Uneinigkeit gegeben hat. Auch darf ich nicht verschweigen, dass ich 3 oder 4 mal im Gefängnis gesessen habe, wenn auch nicht wegen eines wirklichen Verbrechens. Meine Gesundheit lässt zu wünschen übrig. Aber trotzdem arbeite ich noch viel. Von Zeit zu Zeit arbeite ich noch in meinem Handwerk, um mein Brot zu verdienen. An den meisten Orten habe ich mich nicht gerade gut mit den Vorstehern der anderen religiösen Gemeinschaften verstanden. Ja, einige haben mich sogar vor Gericht gebracht und mich auf das Heftigste bekämpft. Verwaltungsarbeit ist nicht meine Stärke. Ich bin als einer bekannt, der mitunter vergisst, wen er getauft hat. Trotzdem würde ich mein Bestes tun, um Ihrer Gemeinde zu dienen, selbst wenn ich mir abermals etwas dazu verdienen müsste.“
Soweit dieses Bewerbungsschreiben. Da gab es ein „Hallo“ in dem Wahlgremium und man fragte sich in der Gemeindeversammlung, wie ein solcher vorbestrafter, kränklicher, streitsüchtiger und gedächtnisschwacher Mann auf die Idee käme, sich überhaupt zu melden. Das war so außergewöhnlich, dass man unbedingt den Namen dieses „üblen Kandidaten“ wissen wollte. Der Kirchenvorstand antwortete: „Meine Herren, das ist der Apostel Paulus“.
Diese Meldung stand vor einigen Jahrzehnten in einem Kirchenbrief einer Gemeinde in Straßburg. Es ist interessant, wenn wir so etwas hören - und wir dürfen erkennen; Erbarmen ist’s und weiter nichts. Wenn wir nachfolgend lesen, was der Apostel Paulus selbst über sich schreibt, dann werden wir das bestätigt finden.
Wir lesen 1. Timotheus 1, 12-20:
Ich danke unserem HERRN Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat - mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war. Aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres HERRN samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich wahr und ein Wort des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als erstem alle Geduld erweise zum Vorbild denen, die an Ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber GOTT, dem ewigen König, dem unvergänglichen und unsichtbaren, der allein GOTT ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit. Amen.
Diese Botschaft vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus. Nach den Weissagungen, die früher über dich ergangen sind, damit du in ihrer Kraft einen guten Kampf kämpfst und den Glauben und ein gutes Gewissen hast. Das haben einige von sich gestoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten. Unter ihnen sind Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie in Zucht genommen werden und nicht mehr lästern.
Paulus gilt (mit Ausnahme von Petrus) als einer der größten Apostel Jesu. Er ist der Heidenmissionar, der bis zu den fernsten Orten des damaligen römischen Reiches gesandt wurde. Er kam bis nach Rom in Gefangenschaft und wurde (nach der Überlieferung) noch einmal in die Freiheit entlassen. Paulus bereiste dann Spanien. Die Timotheus- und Titusbriefe weisen auch darauf hin, dass er dann noch einmal freigelassen wurde und in dieser Zeit weiter wirkte. Der Apostel hatte das erklärte Ziel, Spanien zu besuchen, so wie er es zuvor niederschrieb (Römer 15,24 ff.).
Paulus hat sehr viele Länder besucht und wurde vielen Menschen zum Segen. Aber gerade dieser Apostel nannte sich nach seiner Bekehrung dann Paulus, was übersetzt: der Geringe heißt. Zuvor war Saulus sein Name, benannt nach dem ersten großen König Israels, der aber in vielerlei Hinsicht versagt hatte. Genauso hatte Paulus versagt, als er noch Saulus war. Er hatte schwer gesündigt und war sogar mitschuldig am vergossenen Blut zahlreicher Christen, weil er einer der heftigsten und fanatischsten Verfolger der jungen Gemeinde war. Wir lesen diese Begebenheiten ausführlich in der Apostelgeschichte.
Betrachten wir, anknüpfend daran, einige Schriftstellen. Etwa Apostelgeschichte 7, ab Vers 54, wo die Rede vom ersten Blutzeugen Stephanus ist. Stephanus war der erste Märtyrer der Kirchengeschichte. Wir erfahren aus Vers 57, dass sie diesen steinigten, weil er ein klares Zeugnis von Jesus von Nazareth als dem Messias gegeben hat. In Apostelgeschichte 7, 54 ff. heißt es: Sie aber schrien mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los - und als sie ihn zur Stadt hinausgestoßen hatten, steinigten sie ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines jungen Mannes nieder, der hieß Saulus. Und sie steinigten den Stephanus, der betete und sprach: HERR Jesus, nimm meinen Geist auf.
Dieses Gebet zum HERRN Jesus ist ein wichtiger Bibeltext. Wir erkennen durch diesen Vers, dass wir sehr wohl auch zu Jesus beten dürfen, was einige Menschen in Frage stellen. Der HERR Jesus war zuvor bereits erhöht. Und er kniete nieder und rief mit lauter Stimme: HERR, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und nachdem er das gesagt hatte, entschlief er.
Und wie verhielt sich nun Saulus? Kapitel 8, 1 ff.: Saulus aber hatte seiner Ermordung zugestimmt. Er war demnach mitbeteiligt durch sein Stimmrecht und hatte es nicht verhindert. Und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel. Und gottesfürchtige Männer begruben den Stephanus und veranstalteten eine große Trauer um ihn. Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang überall in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und brachte sie ins Gefängnis. Und wie geschah es mit denjenigen, die zerstreut worden waren? Diejenigen nun, die zerstreut waren, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums.
Gerade die Verfolgung musste dazu beitragen, dass das Evangelium die entlegenen Stellen erreichte, wo es sonst vielleicht nicht hingelangt wäre. So gebraucht GOTT der HERR in Seiner Souveränität auch die Verfolgung.
Aktuell in unserer Zeit entsteht eine große Erweckung gerade in den islamisch dominierten Ländern, also in solchen Staaten, wo es streng verboten ist, zu konvertieren. Viele Moslems kommen in innere Not wegen der Blutrünstigkeit dieser Religion und wenden sich dem Friedensheiland Jesus Christus zu, der sagte: „Liebet eure Feinde“. Ist das nicht wunderbar?
Und auch damals zur Zeit der Apostel war es so, obwohl das Judentum gewiss nicht mit dem Islam vergleichbar ist. Es ist der erste Bund, den GOTT zur Zeit des Alten Testaments mit Abraham geschlossen hat. Das mosaische Gesetz dient als Riegel, Spiegel und Regel - aber wir können dadurch nicht selig werden, weil kein Mensch die 613 Gebote alle halten kann.
Aus Gnade werden wir selig. Allein Jesus ist der Weg zum Vater - Er ist die Wahrheit und das Leben. In einem Liedtext heißt es: Jesus nimmt die Sünder an, sage doch dies Trostwort allen. Und Paulus (anfangs noch als Saulus) wütete und tobte gegen die Gemeinde Jesu. Er hätte sich gewiss in diese Richtung weiterentwickelt, wenn nicht etwas geschehen wäre. Der HERR selber ist ihm in den Weg getreten und ihm erschienen. Der Apostel bezeugt es mehrfach, dass er den erhöhten Christus Jesus selbst gesehen hat und durch Ihn direkt berufen wurde.
So auch in 1. Tim.1, 12: Und darum danke ich dem, der mir Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unserem HERRN, dass Er mich treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat.
Genau so geschah es, wie zweifellos die meisten Bibelleser wissen. In Apostelgeschichte 9, als er vor Damaskus war, wird Paulus’ Bekehrungserlebnis beschrieben. Er reiste sogar bis nach Syrien und wollte auch dort noch alle Gläubigen möglichst verhaften und umbringen. Aber dann steht folgendes in Vers 3:
Als er aber hinzog, begab es sich, dass er sich Damaskus näherte - und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, warum verfolgst du Mich? „Mich“ meint Jesus Christus in Verkörperung Seiner Gemeinde, denn der HERR und die Gemeinde lassen sich nicht trennen. Er aber sagte: Wer bist du, HERR? Der HERR aber...




