Gauss | Portuguese Lines | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 236 Seiten

Gauss Portuguese Lines

Surf-Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-8037-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Surf-Roman

E-Book, Deutsch, 236 Seiten

ISBN: 978-3-7543-8037-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Pepe will surfen! Das Problem: Wir befinden uns im Portugal der 1970er Jahre - und es gibt keine Surfbretter. Oder nur ein paar, die englische Surftouristen auf ihren Reisen nach Nordafrika in Portugal lassen. Aber Pepe bleibt dran - und wird ein portugiesischer Surf-Pionier. Zwischensurfenden Hippies, seinem unglücklichem Bruder Rui und Drogen, die immer öfter auftauchen. Zwischen Unabhängigkeitskampf, krummen Geschäften und Kommissaren, die plötzlich verschwinden. Dreißig Jahre später: Auch Jan ist fasziniert von den portugiesischen Lines, den Wellen des Atlantiks. Jan verlässt Sylt, um in Ericeira seinen Traum von der eigenen Surfschule zu verwirklichen. Aber auch in Portugal gibt es Behörden und Locals, sonderbare deutsche Surfschüler und dann auch noch zwielichtige Angebote. Aber der Tag wird kommen, an dem Jan und Pepe sich begegnen ... Ein Roman über die Linien des Lebens. Über große Lebensträume, ungewöhnliche Freundschaften - und über Surfen!

1972 in Westerland auf Sylt geboren ist er von klein auf vom Meer fasziniert. Bereits im Kindesalter bodysurft er die Nordsee-Wellen, oder reitet sie mit einer Luftmatratze. 1985 wird ein klobiger, alter Windsurfer sein erstes eigenes Board. Reicht der Wind nicht aus, wird auch der immer wieder zum Wellenreiten zweckentfremdet. Studium? Ja, auf Sylt und auf Reisen rund um den Globus hat Frithjof Gauss das Meer intensiv studiert! 1996 wird er deutscher Longboardmeister und kommt auf den World Surfing Games, als erster deutscher überhaupt mal eine Runde weiter. Das jamaikanische Bob-Team lässt grüßen. 1997 gibt er in Frankreich seinen ersten Surfkurs und eröffnet im Frühjahr 2001 seine eigene Surfschule in Ericeira, Portugal. Auch wenn das meiste dieser Geschichte Fiktion ist. Die Surfschule in Portugal existiert tatsächlich. Surf doch mal rein: www.tresondas.de

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LISSABON 1968
1968 überwog in der amerikanischen Bevölkerung die Stimmung, mit dem Vietnamkrieg in ein Desaster geführt worden zu sein. Die daraus entstandene Protestbewegung loderte bereits in der gesamten westlichen Welt. Überall organisierten sich Studenten und propagierten den zivilen Ungehorsam gegen die als autoritär angesehenen Gesellschaftsformen. Die Hippie-Bewegung war auf ihrem Höhepunkt. Trotz der Chance auf einen politischen Wechsel fiel der Protest in Portugal eher gering aus. Warum sollte man sich auch aufregen? Hatte doch ein einfacher Liegestuhl das Ende des Salazar Regimes eingeleitet. Als sich das alternde Staatsoberhaupt für ein Sonnenbad in Estoril auf einen Liegestuhl setzte, zerbrach dieser und der Diktator stürzte so schwer auf seinen Kopf, dass er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Über viele Jahre hatte er sich an der Spitze des Landes behauptet. Nun wurde er unsanft von einem morschen Liegestuhl entmachtet. Gelassenheit war seit jeher eine der großen portugiesischen Tugenden. Selbst den abgesetzten Salazar ließen sie in Ruhe. Mit fiktiven Kabinettssitzungen gaukelte man dem fortan komplett isoliert lebenden Mann sogar vor, er sei immer noch im Amt. Das Leben war auch ohne die Politik hart und man tat gut daran, sich an den schöneren Dingen zu erfreuen. Der Winter 1968/69 war beispielsweise eine außerordentlich gute Jahreszeit für die Linha de Cascais, den südlich ausgerichteten Küstenabschnitt zwischen Cascais und Lissabon. Trafen große Dünungen auf Portugal, wurden die Wellen an der offenen Westküste immer wieder zu groß und unsurfbar. Die im Sommer wellenlose »Linha« wurde aber von genau solchen Swells zum Leben erweckt. Die Dünung waberte um den Knick in der Küste, verlor dabei an Größe und küsste die Linha und deren Surfer wach. Zudem formte leicht säuselnder Nordwestwind die einrollenden Lines zur Perfektion. In hohem Bogen hob der Spray von der Wellenlippe ab, während sich eine Welle nach der anderen an den Peaks der Linha abrollte. Eigentlich war die Linha de Cascais ja für ihren quirligen Jetset bekannt. Sie war quasi die Cote d’Azur Portugals. Besonders im eleganten Badeort Estoril besaßen Aristokraten und Reiche aus ganz Europa ihre Villen. Eine gemütliche Ausfahrt über die palmenumsäumte Avenida Marginal, die Küstenstraße, war stets ein malerisches Erlebnis. Edle Prachtbauten zu einer Seite und gemächlicher Schiffsverkehr des Lissabonner Hafens auf der anderen. Je weiter man in Richtung Lissabon fuhr, desto bürgerlicher wurden die Wohngebiete. Hier lebten auch die wenigen Wellenreiter, die es zu dieser Zeit an der Linha gab. In Oeiras hockte der junge Pepe auf dem Geländer und beobachtete verzückt die Wellen. Die Strandpromenade war nicht so prachtvoll wie die der Nachbargemeinde Estoril. Das störte Pepe aber nicht im Geringsten. Der hatte eh nur Augen für die Wellen. Er war für einen Surfer noch schmächtig gebaut., schoss aber langsam in die Höhe. Durch leichte Kopfschwünge brachte er immer wieder seinen langen Pony in Position. Sein großer Bruder Rui trug- zum Groll seiner Eltern- überschulterlanges von Sonne und Salzwasser gebleichtes Haar. Das konnte Pepe sich mit seinen 13 Jahren nicht leisten. Noch nicht. Sein Kurzhaarschnitt mit Seitenscheitel bewahrte ihn vor unnötigem Ärger im Elternhaus. Wobei sein langer Pony auch schon am Essenstisch thematisiert wurde. »Nicht, dass du auch noch so endest wie dein großer Bruder!«, mahnte sein Vater streng. »Ich möchte, dass wenigstens einer von euch eine anständige Ausbildung erfährt und nicht bloß Faulenzen und Wellen im Kopf hat. Schau ihn dir doch an, wie er da draußen in der Provinz verkümmert. Keine Arbeit, nichts zum Essen, wo soll das nur hinführen?« Pepe stocherte in seinem Essen, nickte stumm. Insgeheim träumte er davon, auch bald das Surferleben seines Bruders zu führen. Er war ganz bestimmt kein Faulpelz. Das Meer und seine Wellen zogen ihn jedoch magisch an. Schon immer. Und dieser neuartige Surfsport schien wie für ihn gemacht zu sein. Leider war Surfmaterial seinerzeit in Portugal mehr als rar. Somit war es ihm quasi unmöglich, ohne seinen Bruder und dessen Surfboard aufs Wasser zu kommen. Wieder rollte ein perfektes Set über das Riff. Die Wellen waren groß und Pepe konnte nicht genug von ihnen bekommen. Sehnsüchtig stellte er sich vor, wie er diese Wellen absurfte: Take Off, Bottom Turn, Geschwindigkeit machen, wieder ein Bottom Turn und dann BAM! unter die Wellenlippe geturnt. Das gleiche Spiel auf der nächsten Welle und wieder und wieder und wieder. Den sich nähernden Fahrradfahrer mit Surfboard unterm Arm hatte Pepe früh entdeckt. Er war einer der wenigen Söhne reicher Eltern aus Estoril, der sich dem Surfen zugewandt hatten. Normalerweise gingen die eher zum Tennis- oder zum Golfunterricht. Wellenreiten hatte nichts Elitäres an sich. Wenn der bis hier rausgeradelt kam, mussten die Wellen in São Pedro und Carcavelos schon zu groß sein, mutmaßte Pepe. Aber das war jetzt eh egal, denn er hatte nur Augen für das auf Hochglanz polierte Surfboard. Es war viel spitzer und kürzer als die Bretter, die er bisher gesehen hatte. Einen kurzen Moment schaute er noch dem Radfahrer hinterher. Dann sprang er auf und rannte davon. Völlig außer Atem fand er endlich seine Freunde und berichtete aufgeregt. »João, der Typ aus Estoril, hat ein neues Surfboard! Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!« Da es damals weder Surfshops noch Shaper in Portugal gab, war jedes einzelne Board ein kostbares Gut und wurde behütet wie ein Schatz. Die beste Möglichkeit, an Bretter zu kommen, bestand darin, sie von durchreisenden Ausländern zu kaufen, die im Frühjahr auf dem Rückweg von Marokko nach England in Portugal Station machten. Die hielten sich mit Vorliebe in Ericeira oder Peniche auf. Auch Pepe träumte davon, sein eigenes Board zu besitzen. Es reichte ihm nicht, darauf zu warten, bis ihn die Älteren hin und wieder mal auf ihren Brettern surfen ließen. Seit sein großer Bruder an der Westküste wohnte, kam er viel zu selten aufs Wasser. Um den Ausländern mit ihren Surfboards näher zu kommen, nervte er seine Eltern so lange, bis sie sich bereit erklärten, mit ihm am Wochenende nach Ericeira zu fahren. Wegen der jodhaltigen Luft war Ericeira ein beliebtes Ausflugsziel für die Lissabonner Stadtmenschen. Gesunde Luft und gutes Essen, das in Form von Meeresfrüchten aller Art serviert wurde. Amêijoas à Bulhão Pato, Mexilhão, Percebes, Lapas, in Olivenöl geschmorter Oktopus oder gegrillte Seeigel mit Zitronensaft beträufelt. Das Ganze mit frisch gehacktem, wohlriechendem Koreander garniert. Hmmm, die Auswahl war lecker und groß. Der Name Ericeira leitete sich vom Seeigel, dem Ouriço, her. Ouriçeira, Land der Seeigel. Ericeiras Einwohner, die Jagozes, waren einfache Leute, die vom Meer und dem Fischfang lebten. Durch die regelmäßigen Besuche der Lissabonner entwickelte sich in Ericeira schon früh ein wenig Tourismus. In einfachen Unterkünften, Cafés und Restaurants bewirtete man seine Gäste. Die damals mühselige Anfahrt über kleine, schlecht instand gehaltene Landstraßen zwangen die Besucher, mindestens für ein, zwei Nächte in Ericeira zu bleiben. Mit der Zeit zogen einige Stadtmenschen dauerhaft nach Ericeira und wollten hier natürlich auch Geschäfte machen. Bereits 1956 wurde das erste Hotel, das Hotel Turismo, am Praia do Sul eröffnet. Gut, dass sich die Surfer an den Stränden etwas weiter nördlich von Ericeira, aufhielten. Denn die Jagozes beobachteten die ersten Surfer mit Skepsis. Waren das doch überwiegend Männer mit ungepflegten langen Haaren, die am Strand schliefen und keiner geregelten Arbeit nachgingen. Zuletzt machten ihnen diese seltsamen Hippies auch noch das Angeln streitig. An einem beliebten Landangelpunkt, beim Schlachthof, flogen zuletzt mehrere Steine von der Klippe. Was die Eindringlinge schließlich in die Flucht trieb. Gut so. Sollten sich doch die Saloios mit denen rumärgern. Saloios waren die überwiegend von der Landwirtschaft lebende Bevölkerung des Umlandes. Pepe und seine Eltern freuten sich auf ein Wiedersehen mit Rui. Einerseits. Anderseits waren seine Eltern in der Zwickmühle. Deren konservatives Leben kollidierte brutal mit dem neuen Lebensstil ihres Sohnes. Somit endeten diese seltenen Besuche eigentlich immer im Streit. Etwas nördlich von Ericeira, bei Ribamar, hatte sich die alternative Surfer-Kommune in einem alten Weiler eingenistet. Gemeinsam machten sie die alten Ruinen wieder bewohnbar. Aus Strandgut zimmerten sie einfache Dachstühle und deckten diese mit den überall umherliegenden alten Dachziegeln. Da einige der Ziegel zerbrochen waren, reichten sie nicht aus, um alle Dächer erneut zu decken. Also stopften sie mit Palmenwedeln und Blechen übrig gebliebene Löcher im Dach. Um die alte Feuerstelle im Wohnhaus wurde die Küche eingerichtet. Sie war der soziale Mittelpunkt der Kommune. Hier kochten sie gemeinsam, backten Brot und verbrachten fröhliche und gesellige...



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