E-Book, Deutsch, 200 Seiten
Giesemann / Bruckschen Der Resilienzfaktor
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-86774-815-5
Verlag: Murmann Publishers
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Was dich langfristig erfolgreich macht
E-Book, Deutsch, 200 Seiten
ISBN: 978-3-86774-815-5
Verlag: Murmann Publishers
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Carolin Giesemann ist Business-Trainerin, Coach und Resilienzbegleiterin. Sie beschäftigt sich schon lange mit der Frage, wie wir optimistisch und selbstwirksam durch Krisen kommen und damit unser Leben und unsere Arbeit gelingend gestalten können - auf individueller Ebene sowie als Teams und Organisationen. Dabei glaubt sie nicht an verkopfte Patentrezepte, sondern inspiriert ihre Kunden mit Bildern und Geschichten, den eigenen Weg mit Leichtigkeit zu erkunden.
Autoren/Hrsg.
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CHECK-IN
Was brauchen wir heute für ein gelingendes Leben?
Bevor wir damit starten, uns Bausteine für ein gelingendes Leben anzusehen, frag dich doch mal kurz selbst:
Wie sieht für mich konkret ein gelingendes Leben aus?
Zur Inspiration ein paar Gedanken von uns:
Carolin:
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Ines:
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Unser Leben ist ein großes Versprechen
Noch nie schien uns die Welt so viele Chancen zu bieten. Wir können alles werden, arbeiten, wo wir wollen, mitgestalten und uns entwickeln. Gleichzeitig folgt eine Krise auf die andere: Pandemie, Kriege, Inflation, Fachkräftemangel und Stress im Job haben uns dünnhäutig gemacht. Mittlerweile ist klar: Es wird anstrengend und unberechenbar bleiben. Wir brauchen also mehr denn je die Fähigkeit, uns gut durch Krisen zu bringen und zu erkennen, wo in der Unsicherheit unsere Gestaltungsfreiheit liegt.
Bislang fällt vielen von uns vor allem eine Strategie ein, wenn es turbulenter wird: Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch, einfach noch mehr anstrengen. Dafür opfern wir auch Wochenenden oder Urlaubstage, muss ja alles gemacht werden. Und wenn uns dann irgendwann die Puste ausgeht, suchen wir die Ursache dafür wieder bei uns. Wieso schaffe ich das nicht? Andere kriegen das doch auch hin …
Wirklich? Die Zahl der psychischen Erkrankungen wie Burn-out, Depression, Angststörungen oder Süchte steigt seit Jahren stetig. Die Coaching-Marktanalyse der RAUEN Group1 untersucht regelmäßig den Coaching-Markt und die Themen, die Kunden mitbringen. Für 2024 konstatierte er, dass das Thema Resilienzstärkung seine Häufigkeit und Bedeutung gegenüber 2023 fast verdoppelt und gegenüber 2022 vervierfacht hat. Dabei sind das ja nur diejenigen, die sich eingestehen: Mir wird das zu viel.
Fakt ist: Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Diese Tendenz zeigt sich schon seit den 2000er-Jahren. Im Jahr 2023 hat sich die Lage weiter verschärft und einen neuen Höchststand an psychischen Erkrankungen erreicht. Das belegen zum Beispiel die Zahlen im DAK Gesundheitsreport 2023. Die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht.
Zu wissen, dass wir mit unseren Überforderungsgedanken nicht allein sind, kann tröstlich sein. Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen sind betroffen, überlastete Eltern wie vereinsamende Singles, Geschäftsführerinnen wie Krankenpfleger, Erzieherinnen wie Akademiker. Ständig war Krise in den letzten Jahren. Wir sollen eine Transformation nach der anderen begleiten, altes Wissen verblasst gefühlt schneller, als wir uns neues wieder aneignen, und die alten äußeren Ordnungssysteme wie Hierarchien verlieren an Verbindlichkeit.
Um mit diesen veränderten Gegebenheiten besser klarzukommen, brauchen wir andere Kompetenzen als früher. Herauszufinden, welche das sind, beschäftigt schon seit Jahren etliche Hochschulen und Forschungseinrichtungen, und wir hatten beim Lesen der Studien das Gefühl, es wird von Jahr zu Jahr mehr, was wir können sollen.
Obwohl wir ordentlich ausgemistet haben, bleibt auch bei uns das Gefühl: Alle Future Skills zu besitzen hat etwas von der eierlegenden Wollmilchsau.
Wie geht es dir, wenn du liest, was du alles sein sollst? Stresst es dich? Das muss es nicht, denn:
Zum einen sind hier garantiert Kompetenzen dabei, die du schon ziemlich gut draufhast. Welche das sind, kannst du über verschiedene Tools in den Kapiteln »Optimismus«, »Eigenverantwortung« und »Selbstwirksamkeit« herausfinden.
Ein paar andere Kompetenzen kannst und solltest du sogar loslassen oder transformieren. Denn manches, das du fest verinnerlicht hast, kann dir heute im Weg stehen. Dieses Loslassen schafft Raum für Neues! Damit beschäftigen wir uns gleich auf den nächsten Seiten.
Außerdem geben wir dir mit diesem Buch jede Menge weitere Strategien an die Hand, die in kleinen Schritten dafür sorgen, deine Resilienz zu stärken. Denn über eine gesteigerte Selbstfürsorge bleibst du auf gesunde Art und Weise belastbar.
Beginnen wir mit der Reflexion, wie es mit den Zukunftskompetenzen bei dir aussieht.
Einladung zur Selbstreflexion:
Welche Zukunftskompetenzen bringst du schon ganz gut mit (nutze zur Inspiration das Bild auf Seite 11 – Zukunftskompetenzen)?
Bei welchen Zukunftskompetenzen hast du noch Nachholbedarf?
Welche Kompetenz könntest du noch weiterentwickeln, um deinen persönlichen Zielen näher zu kommen?
Loslassen tut gut!
Es ist wie beim Wohnung-Verschönern. Willst du den tollen und unglaublich gemütlichen Lesesessel in dein Wohnzimmer stellen, um darin wunderbare Stunden mit großartigen Büchern zum Entspannen und Krafttanken zu verbringen? Dann musst du erst mal Platz für ihn schaffen.
Es gibt zwei vermeintliche Stärken, die sich bei vielen von uns in den »inneren Wohnzimmern« breitgemacht haben. Früher haben sie für viel Anerkennung gesorgt, heute sind sie doch recht verschlissen und für die heutigen Anforderungen nicht mehr so geeignet.
Gewissenhaftigkeit: Für viele eine Ur-Tugend, deren Verlust in der heutigen Welt eine wahre Tragödie darstellt. Und ehrlich: Wen nervt es nicht, wenn die Präsentationen des Kollegen immer wieder vor Fehlern strotzen oder die Freundin den geliehenen Rasenmäher ziemlich verdreckt zurückbringt. Wenn wir mal wieder die Schludrigkeiten von anderen ausbügeln müssen und so unsere eigene Belastung erhöhen.
Aufgaben gewissenhaft zu erledigen ist grundsätzlich etwas Gutes. Die Übergänge zum Perfektionismus sind jedoch fließend, und beide Verhaltensweisen kosten einfach viel Zeit. Wann ist etwas schon wirklich perfekt? An den meisten Ergebnissen könnten wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag feilen und sie verbessern und würden doch niemals fertig. Nun arbeiten die wenigsten von uns in Berufen, in denen Fehler Leben kosten. Heute gilt die Devise: Lieber früher ins Handeln kommen, dabei eher merken, wenn etwas nichts bringt, und dann beim Weitermachen anpassen und wieder Neues ausprobieren.
Ines:




