Glaser | Arbeit auf Augenhöhe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Glaser Arbeit auf Augenhöhe

Die New Work Revolution: kreativ denken, neue Wege wagen und die Arbeit der Zukunft solidarisch gestalten
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-218-01332-1
Verlag: Kremayr & Scheriau
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die New Work Revolution: kreativ denken, neue Wege wagen und die Arbeit der Zukunft solidarisch gestalten

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-218-01332-1
Verlag: Kremayr & Scheriau
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es rumort auf dem Arbeitsmarkt. Junge Menschen fordern selbstbewusst ein wertschätzendes Betriebsklima, Teilzeitstellen und Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Auch wenn dies Vorgesetzten dreist erscheinen mag - 'Sollen sie doch erst einmal etwas leisten!' -, sind die oft gescholtenen Millennials damit einer wichtigen Sache auf der Spur: dem Konzept der New Work. Aber was heißt das? Lena Marie Glaser setzt sich seit einigen Jahren mit diesem notwendigen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel auseinander: Wie wollen wir heute und in Zukunft arbeiten? Wie formen wir unsere Jobs, und nicht umgekehrt? Wann lässt uns Arbeit aufblühen - und wann verdorren unsere Fähigkeiten? Mit Herz, Verstand und Know-how tritt Glaser ein für ein Arbeitsumfeld, das Kernkompetenzen wie Empathie, Vertrauen und Offenheit fördert. Sie zeigt uns außerdem, warum eine vermeintlich perfekte Work-Life-Balance kein Allheilmittel ist, warum wir es wagen sollten, unser kreatives Potenzial voll auszuschöpfen - und warum der beste Job nichts nutzt, wenn er freudlos abgesessen wird und erschöpft. 'Ich lade dazu ein, die Arbeitswelt gemeinsam so zu gestalten, wie wir sie haben wollen, mit Lebensfreude, Sinn und Leichtigkeit.'

Die Juristin Lena Marie Glaser, geboren 1984, ist Expertin für New Work und Gründerin von basicallyinnovative.com in Wien. Früher war sie Referentin im ö?entlichen Dienst, dann hängte sie den sicheren Job an den Nagel und setzt sich seither für eine Arbeitswelt auf Augenhöhe ein. Mit ihrem Zukunftslabor erforscht sie europaweit auf Lernreisen ein neues Arbeiten - und nimmt ihr Publikum mit. Sie macht junge, kritische, weibliche Stimmen mit ihrer Plattform hörbar, berät Arbeitgeber*innen dabei, starre Strukturen aufzubrechen und lädt alle ein, Arbeit neu zu denken.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


3.


BURN-OUT UND DIE SINNKRISE


„INCREASINGLY – AND INCREASINGLY AMONG MILLENNIALS – BURN-OUT ISN’T JUST A TEMPORARY AFFLICTION. IT’S OUR CONTEMPORARY CONDITION.“

ANNE HELEN PETERSEN5

Lassen wir uns also jetzt auf eine Reise in die Welt der Arbeit ein. Das Thema Arbeit ist momentan allgegenwärtig – und wird es bleiben. In unserem täglichen Alltag, in unseren Träumen und Ängsten, in Gesprächen und Plänen, aber auch in Literatur, Filmen und in den Medien. Oft hören wir, die Arbeit sei im Wandel und in Zukunft werde sich alles ändern. Aber was heißt das eigentlich? Darüber nachzudenken ist wichtiger denn je, denn Expert:innen sind sich einig: Arbeit, wie wir sie kennen, wird sich in den nächsten Jahrzehnten radikal verändern. Leider haben wir kaum Zeit, uns damit zu beschäftigen.

Zu sehr sind wir im Stress und unter Druck in unseren Jobs. Viele fühlen sich überfordert. Sie spüren keine Lebensfreude mehr, fühlen sich fremdbestimmt und ohne Kontrolle über ihr eigenes Leben. Wer kennt nicht jemanden, der ein Burn-out hat oder hatte? Vielleicht sind wir selbst betroffen oder haben Angst, direkt ins Ausgebranntsein zu schlittern. Obwohl auf den Websites vieler Unternehmen mittlerweile steht, dass ein attraktives Arbeitsumfeld geboten werde, bleibt dieses Bemühen oft bloß an der Oberfläche. Der Unmut und der Wunsch nach Veränderung wachsen – gerade auch bei jungen Frauen.

Studien zeigen, dass Angehörige der jungen Generation selbstbewusst ein anderes Arbeiten einfordern. Sie hinterfragen Autoritäten, wollen kooperativer arbeiten, wünschen sich Sinn in der Arbeit, mehr Lebensqualität und ein super Arbeitsklima. Sie fordern eine ausgewogene Work-Life-Balance bereits im Bewerbungsgespräch. Es ist ein klarer Hilferuf, denn sie wollen nicht mehr täglich voller Frust die bittere Pille schlucken, die sie lähmt. Sie wissen genau, was schiefläuft und wie es besser gehen könnte. Doch sie werden nicht gehört.

Ihre Exit-Strategie: Sie ziehen sich zurück. In den USA und England hat sich für dieses Phänomen der Begriff „The Great Resignation“ etabliert. Manche vollziehen die „innere Kündigung“ und ziehen sich zurück, andere kündigen sofort und suchen bessere Arbeitgeber:innen. Eine steigende Zahl gründet ihr eigenes kleines Unternehmen und baut sich so eine Arbeitswelt, wie sie ihnen gefällt. Die Pandemie hat das beschleunigt und viele junge Menschen zum Nachdenken gebracht: Bin ich glücklich in meinem Job? Immer mehr kündigen, weil sie unzufrieden sind. So rumort es am Arbeitsmarkt.

DIE SINNKRISE


„Ein Viertel der Beschäftigten will den Job wechseln“, titelt die Arbeitsklima-Index-Studie6 der österreichischen Arbeiterkammer aus 2022. In der Pandemie haben besonders junge Arbeitskräfte ihre Arbeitssituation hinterfragt. Ein Paradigmenwechsel zeichnet sich ab: lieber ohne Job, als sich abzurackern. Der eindeutige Trend in den Zahlen: Im Jahr 2015 wollten noch 15 %, heute bereits 26 % der befragten Arbeitnehmer:innen ihren Job wechseln, da sie mit ihren Arbeit unzufrieden sind. Seit 1997 erhebt die Arbeiterkammer Daten zu Zufriedenheit und Arbeitsklima am Arbeitsplatz und misst mit dem Arbeitsklima Index, wie es den österreichischen Arbeitnehmer:innen in ihrer Arbeit geht. Der Index ist somit ein Maßstab für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel und setzt unmittelbar beim Erleben der Erwerbstätigen an.

Die Pandemie hat das Bewusstsein von vielen noch einmal geschärft, dass unsere Arbeitskultur von überkommenen Mustern geprägt ist und es ihr an Fürsorge, Partizipation und Kreativität mangelt. Viele wollen schlechte Arbeitsbedingungen nicht mehr ertragen und daher ihren Job wechseln. Das gilt für Beschäftigte in sicheren Bürojobs und noch mehr für all jene, die in systemerhaltenden Berufen unser Leben erst ermöglichen, da sie für uns sorgen: Reinigungskräfte, Beschäftigte im Verkauf, in der Pflege, in der Bildung oder in der Kinderbetreuung. In diesen Berufen arbeiten vor allem Frauen, die ihren Job oft gerne machen und Sinn darin sehen, aber sich unter fehlender Wertschätzung, schlechter Bezahlung und fehlenden Mitgestaltungsmöglichkeiten erschöpfen. Die genannte Studie zeigt daher ganz eindeutig: Bei Beschäftigten im Unterrichtswesen (25 %), im Gesundheitsund Sozialbereich (25 %) und besonders im Tourismus (41 %) ist der Wunsch nach einem Jobwechsel stark gestiegen.

Viele meiner Gesprächspartner:innen stellen sich die Frage: Macht meine Arbeit überhaupt Sinn? Gibt mir mein Job das, was ich brauche? Überall kann ich dieses zunehmende Unbehagen spüren. Die meisten beklagen ihren Job, die Rahmenbedingungen, unter denen sie arbeiten. Die Mehrheit ist grundsätzlich motiviert, doch lässt sie die traditionelle Arbeitskultur kraftlos zurück. Auf meiner Suche nach Literatur, die meine persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen untermauert, bin ich auf den US-amerikanischen Anthropologen David Graeber aufmerksam geworden, der oft zitiert wird. Er prägte den Begriff „Bullshit Jobs“7. Seine These besagt, dass viele Jobs völlig nutzlos sind und die Menschen in ihrer Arbeit keinen Sinn sehen. „It’s as if someone were out there making up pointless jobs just for the sake of keeping us all working“, so Graeber.

Aus meiner New Work Bibliothek:

Bullshit Jobs, David Graeber 2018

BURN-OUT


Das sind keine Einzelfälle und keine Luxusforderungen, wie manche meinen. Vielmehr fördert die Arbeitskultur, wie wir sie heute kennen, psychische Belastungen, Erschöpfung und Überforderung. Burn-out wurde so zu einem Phänomen, das besonders bei Millennials immer drängender wird. „Increasingly – and increasingly among millennials – burn-out isn’t just a temporary affliction. It’s our contemporary condition“8, schreibt die Autorin Anne Helen Petersen.

Nicht nur ein paar „verwöhnte junge Menschen“ leiden unter dieser Arbeitskultur, sondern immer mehr erkranken an Burnout, unabhängig von Geschlecht, Beruf oder Alter. Menschen sind aus verschiedenen Gründen „burned-out“, diese reichen von einem besonders großen Arbeitsumfang und dem Gefühl, nie fertig zu werden, bis zu fehlendem Raum für Kreativität und mangelndem Gemeinschaftsgefühl. Auch eine Atmosphäre, in der Menschen nicht ihre Meinung sagen können, fördert ein Umfeld, in dem Burn-out gedeiht.

ERFAHRUNGSBERICHTE AUS MEINEM FUTURE LAB


Ich untersuche für meine Forschung, wie besonders meine Generation (Millennials, auch Generation Y, ab Mitte der 1980er geboren) und die nachkommende Generation (Generation Z, ab Mitte der 1990er geboren) ihre Arbeitswelt erleben, was sie sich wünschen und welche Ideen und Vorschläge sie haben, um die Arbeitskultur auf Augenhöhe in der Praxis umzusetzen. Dabei nehme ich eine Genderperspektive ein und achte besonders darauf, wie junge Frauen arbeiten wollen. Diese Gespräche sind eine wichtige Grundlage für meine Beratung von Arbeitgeber:innen, da ich so die notwendigen Brücken baue, um Verständnis füreinander zu fördern. Die folgenden Geschichten demonstrieren sehr gut, woran (junge) Mitarbeiter:innen oft verzweifeln (Namen und Details wurden geändert):

Julia hat Wirtschaft studiert und ist vielseitig interessiert. Mit ihrem Partner und drei Kindern lebt sie in Wien und ist seit kurzem aus ihrer Elternkarenz zurück im Job. Eigentlich arbeitet sie gern. Sie freute sich schon auf das Büro, um endlich einmal Zeit für sich zu haben, konzentriert ihren Job zu erledigen und so eine Auszeit von der alleinigen Betreuung ihrer Kinder zu haben. Vor ihrer Abwesenheit schätzte sie die Arbeit im Team, auf das sie immer bauen konnte. Gemeinsam fanden sie Lösungen auch für die komplexesten Aufgaben. Früher hatte sie auch eine Chefin, die hinter ihr stand, sie unterstützte, wie eine Mentorin für sie war. Doch heute ist alles anders. Das Team ist weg, die Chefin auch, und keiner fühlt sich für sie verantwortlich. Ihr bleibt die Unsicherheit und das Unbehagen, eigentlich nicht gebraucht zu werden. Der soziale Aspekt der Arbeit, der Rückhalt fehlt ihr. Sie fragt sich, ob sie in Zukunft so arbeiten will.

Sabine, Juristin im öffentlichen Dienst, hat nach ihrem Studienabschluss ihren Job mit viel Vorfreude und Engagement begonnen. Sprühte sie anfangs vor neuen Ideen, wollte alles lernen und immer besser werden, hat sich nun eine bleierne Schwere eingeschlichen. In den langen Meetings würde sie am liebsten aufschreien: Was tut ihr hier eigentlich??! Sie ist frustriert, dass ihr Engagement nicht gefördert, sondern eher als lästig empfunden wird. Es fühlt sich für sie an, als würde sie gegen Betonwände rennen. „Das haben wir schon immer so gemacht“, hört sie fast tagtäglich. Auf ihre eigene Initiative hin wurde ihr die...


Die Juristin Lena Marie Glaser, geboren 1984, ist Expertin für New Work und Gründerin von basicallyinnovative.com in Wien. Früher war sie Referentin im ö?entlichen Dienst, dann hängte sie den sicheren Job an den Nagel und setzt sich seither für eine Arbeitswelt auf Augenhöhe ein. Mit ihrem Zukunftslabor erforscht sie europaweit auf Lernreisen ein neues Arbeiten – und nimmt ihr Publikum mit. Sie macht junge, kritische, weibliche Stimmen mit ihrer Plattform hörbar, berät Arbeitgeber*innen dabei, starre Strukturen aufzubrechen und lädt alle ein, Arbeit neu zu denken.



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