E-Book, Deutsch, Band 2595, 144 Seiten
Reihe: Julia
Grayson Gestohlenes Glück mit dem Prinzen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1850-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2595, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-1850-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die unbesonnene, aber unglaublich sinnliche Liebesnacht mit seiner Assistentin Clara hat süße Folgen? Prinz Alaric muss einen Skandal verhindern, der das Königreich erschüttern würde! Kurzentschlossen drängt er auf Heirat. Und während der Flitterwochen in seinem Chalet am Genfer See findet er mit Clara mehr Leidenschaft und Liebe, als er für möglich gehalten hat. Alaric ahnt nicht, dass bereits der nächste Eklat droht: Clara hat ihm verschwiegen, dass sie schon mal verheiratet war. Mit einem Mann, der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam ...
Emmys Begeisterung für Romances begann, als sie die legendären Nancy Drew Krimiromane las, in denen die gleichnamige Heldin allerhand mysteriösen Fällen auf die Spur ging. Dabei blätterte Emmy beim Lesen immer wieder zu den romantischen Kapiteln mit Ned Nickerson zurück. Mehr als 20 Jahre später machte Harlequin Presents ihren Traum wahr und bot ihr einen Autorenvertrag für ihr erstes Buch an. Wenn sie nicht gerade an einem Buch schreibt, verbringt sie gern Zeit mit ihrem Sohn, füttert ihre Fellnasen oder entspannt mit ihrem Mann, der als Feuerwehrmann tätig ist, gemütlich auf der Veranda.
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1. KAPITEL
Die glühende Wut überraschte Prinz Alaric Van Ambrose. So wütend wie jetzt kannte er sich nur, wenn es um seinen nutzlosen Erzeuger ging.
Aber es war nicht sein Vater, der ihn vom Monitor anstarrte. Nein, auf dem Bildschirm erblickte er Celestine Osborne. Noch dazu hing seine Ex-Verlobte auf der Tanzfläche eines New Yorker Clubs in den Armen von gleich zwei Männern.
Ein Mann umschlang ihre Taille und presste seine Hüften an ihren kaum bedeckten Hintern. Der andere Mann griff direkt unter ihre volle Brüsten, die aus dem tiefen Neckholder-Top herauszuspringen schienen.
Die meisten Frauen hätten in dieser Position wahrscheinlich versucht, sich vor dem grellen Blitz der Kamera zu ducken. Celestine jedoch sah den Fotografen mit ihren goldenen Augen unverwandt an. Ihr perfekt geformtes Kinn hielt sie trotzig erhoben und lächelte dabei selbstzufrieden.
Manche mochten ihr offensichtliches Selbstbewusstsein vielleicht sexy finden. Aber ihn erinnerten ihre perlweißen Zähne an einen Piranha.
Langsam löste Alaric seinen Griff um den Tablet-Computer und legte das Gerät auf seinen Schreibtisch. Während er Celestines Nummer wählte, betrachtete er das Foto auf dem Monitor als Ermahnung an sich selbst. Er konnte ihr skandalöses Verhalten nicht länger tolerieren. Die Verlobung hatten zwar ihre Väter arrangiert, aber er hatte geglaubt, sie beide hätten darin eingewilligt.
Doch bei ihrem letzten erbitterten Streit vor wenigen Tagen hatte Celestine ihn angeschrien, dass eine Ehe mit ihm das Letzte sei, was sie je wollte. Dann hatte sie ihre Verlobung nach neun Jahren beendet.
Alarics Wut über die vielen Jahre, die er damit verschwendet hatte, Celestines Eskapaden zu erdulden, war größer als seine Trauer über den Verlust seiner Verlobten. Nicht zuletzt, weil ihr Verhalten seinem Land schadete. Ihre Skandale wurden alle mit Linnaea in Verbindung gebracht. Währenddessen tat er alles, um das Land wieder aufzubauen, das sein Vater heruntergewirtschaftet hatte.
„Es tut mir leid, Eure Hoheit.“ Claras ruhige Stimme linderte seine Anspannung etwas.
Clara arbeitete seit sieben Jahren als seine Sekretärin. Sie war zuverlässig und professionell und hatte sich mit ihrem erstaunlichen Sprachtalent unentbehrlich gemacht.
Allerdings hatte sich im Laufe des letzten Jahres zwischen ihnen etwas verändert. Er wusste nicht, ob es an der wachsenden Spannung zwischen ihm und seinem Vater lag oder an Celestines zunehmend dreistem Verhalten. Vielleicht lag es auch an seiner Affäre mit einer spanischen Erbin, die er vor Kurzem beendet hatte.
In letzter Zeit fragte Prinz Alaric Clara immer häufiger nach ihrer Meinung in Regierungsangelegenheiten, und er genoss ihre Gesellschaft.
Das sollte ihm eigentlich eine Warnung sein. Clara war seine Angestellte und er zudem offiziell immer noch verlobt.
Genau das rief er sich in Erinnerung, als Clara sich jetzt seinem Schreibtisch näherte. Außerdem war Clara eine ausgesprochen schöne Frau. Normalerweise trug sie Hosenanzüge oder Rock und Jackett, was ihre Figur betonte und dennoch professionell aussah und zugleich so weit geschnitten war, dass ihm nicht allzu viele unangemessene Gedanken kamen.
Doch heute Abend … heute Abend trug sie ein Kleid, tiefblau wie die Nordsee kurz vor Sonnenaufgang. Der Stoff fiel leicht um ihren schlanken Körper, schmiegte sich an ihre sanften Rundungen und ergoss sich schließlich in einem Wirbel aus Seide um ihre Füße. Ein Blitz verbotenen Verlangens fuhr Alaric durch den Körper.
Ihr blassblondes Haar trug Clara normalerweise in einem strengen Knoten. Heute war es zu einem eleganten Dutt aufgesteckt. Weiche Locken hatten sich gelöst und umrahmten ihr elfengleiches Gesicht.
Clara streckte die Hand aus und berührte das Tablet. Celestines arrogantes Gesicht verschwand.
„Mir tut es nicht leid.“ Alaric lehnte sich in seinem Stuhl zurück und rieb sich mit einer Hand übers Gesicht. „Obwohl … ehrlich gesagt tut es mir leid. Ich bedauere, dass wir uns nicht früher getrennt haben. Linnaea verdient eine bessere künftige Königin.“
Clara öffnete den Mund, als wolle sie etwas sagen, doch dann presste sie die Lippen zusammen.
Alaric hob eine Augenbraue. „Was ist?“
„Mir steht es nicht zu, die Angelegenheit zu kommentieren.“
Er lachte leise. In Gesellschaft anderer Menschen entspannte er sich nur selten, aber mit Clara fühlte er sich wohl. Die Frau nahm kein Blatt vor den Mund. Er wusste immer, wo er bei ihr stand. Er wusste auch, dass ihr sein Wohl genau wie das Linnaeas am Herzen lag.
„Hat Sie das jemals davon abgehalten, zu sagen, was Sie denken?“, fragte er.
Um ihre Mundwinkel zuckte ein Lächeln, und ihre Augen funkelten.
Funkelten? Wirklich?
„Auch Sie verdienen etwas Besseres, Eure Hoheit. Nicht nur Linnaea.“
Ihre Worte weckten die Erinnerung an jene Nacht vor elf Monaten, als sie ihm fast dasselbe gesagt hatte. Genau genommen hatte ihre Beziehung damals angefangen sich zu verändern, jedenfalls seine Beziehung zu ihr.
Er stand auf und trat an das deckenhohe Fenster hinter seinem Schreibtisch. Der See glitzerte silbern im kalten Licht des Mondes. Seit Ende Oktober lag die atemberaubende Landschaft von Linnaea in Schnee gehüllt.
Zwei Dinge hatte Alaric in seinem Leben geliebt: seine verstorbene Mutter Marianne und sein Land. Nur aus Liebe zu Linnaea hatte er der Verlobung mit Celestine überhaupt zugestimmt.
Über dem See schwebte träge ein Vogel. Die weiß gefleckten Flügel hoben sich hell vor dem Nachthimmel ab. Ein Uhu, der Spannweite nach zu urteilen. Alaric beneidete die Eule um ihren gemächlichen Flug. Meetings und Deadlines kannte das Tier nicht, keine Arbeit fesselte es an den Schreibtisch.
Auch hatte es keine Verlobte, die bedrohte, was er sich seit seinem sechzehnten Lebensjahr so hart arbeitet hatte. Schon damals war er alt genug, um zu erkennen, dass sein Vater Linnaea ganz bestimmt nicht helfen würde. Falls überhaupt irgendjemand ihr Land retten konnte, so war es verdammt noch mal nicht Daxon Van Ambrose.
Daxon liebte den Königstitel. Aber nicht die damit verbundene Arbeit. Lieber gab er das Geld mit vollen Händen aus, als die sich stetig leerende Staatskasse zu füllen. Aus diesem Grund hatte Alaric der Verlobung mit einer Frau zugestimmt, die er noch nie gesehen hatte.
Neun Jahre. Vor neun Jahren hatte er Celestine Osborne und ihren Vater zum ersten Mal getroffen. Vor neun Jahren hatte er den Vertrag unterschrieben und sich bereiterklärt, dem Makler Max Osborne das zu geben, was seine Milliarden nicht kaufen konnten: einen königlichen Titel für seine Tochter Celestine.
Im Vertrag waren zehn Jahre Ehe vereinbart. Max verpflichtete sich im Gegenzug, über verschiedene Projekte Geld in Linnaeas Wirtschaft zu pumpen. Nach der Heirat wollte er eine Mitgift von mehreren Milliarden Dollar zahlen.
Die Rolle der Königin war an den Meistbietenden verkauft worden.
Alaric ärgerte sich jetzt mehr über sich selbst als über Celestine. Ihre Väter hatten den lächerlichen Vertrag ausgearbeitet. Aber er hatte ihn unterschrieben. Damals war er sechsundzwanzig gewesen und mit Daxons Erlaubnis bereits teilweise an den Staatsgeschäften beteiligt. Celestine dagegen war gerade mal neunzehn und kaum aus der Schule. Blauäugig träumte sie von einem Leben als Prinzessin.
Für das Treffen damals hatte Daxon den pompösen und selten genutzten Thronsaal des Palastes ausgewählt. Er wollte seine Gäste beeindrucken. Alaric hatte auf den ersten Blick gewusst, dass Celestine zu jung war, um zu verstehen, worauf sie sich einließ.
Aber er hatte unterschrieben. Er hatte den Vertrag unterschrieben und nicht nur seine Seele, sondern auch die einer jungen Frau an zwei Teufel verkauft, deren Eigeninteressen ihnen wichtiger waren als das Wohlergehen des Landes.
Vor seinen Augen blitzte wieder das Bild aus dem New Yorker Club auf. Vielleicht hatte er vor neun Jahren einen Fehler gemacht, aber Celestine hatte ihre eigenen Entscheidungen getroffen. Im Laufe der Jahre war ihr Verhalten immer unberechenbarer geworden, die Berichte in den Zeitungen immer peinlicher, besonders seit sie das College verlassen hatte.
Alaric hielt seinen Blick auf die Berggipfel jenseits des Sees gerichtet. Ein vertrauter, verlässlicher Anblick. Er konzentrierte sich besser darauf als mit gesteigertem Interesse auf seine Sekretärin.
Seine persönliche Assistentin, korrigierte er sich selber und lächelte leicht. Clara konnte die Bezeichnung „Sekretärin“ überhaupt nicht leiden.
Ohne sich umzuwenden, erwiderte er: „Ich bin ein Prinz, Clara. Kein Held aus einem Märchen. Bei der Verlobung ging es nicht um Liebe oder die Frage, ob wir zusammenpassen. Es ging einzig ums Geld.“
Das letzte Wort spuckte er geradezu heraus. Sein Leben lang hatte er sich bemüht, sich von seinem Vater und dessen Vermächtnis zu distanzieren. Unter keinen Umständen wollte er Frauen wie Hemden wechseln, maßlos trinken und das wenige Geld, das Linnaea noch besaß, mit vollen Händen ausgeben.
Doch hier war er, besessen von Geld. Seine erste Reaktion nach der Trennung war Genugtuung, dass Celestine die Verlobung gelöst hatte. Denn in dem Fall erhielt Linnaea immerhin eine stattliche Summe von Osborne Construction. Das sagte einiges über seine Prioritäten. Was war er bloß für ein Mann geworden! Um ihres Vermögens willen hätte er fast eine sehr widerwillige Braut vor den Altar gezerrt.
Ekel vor sich selbst erfüllte ihn.
„Ich habe...




