E-Book, Deutsch, 582 Seiten
Griese Thor Delgado
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-86305-368-0
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der komplette Science-Fiction-Zyklus in einem Band
E-Book, Deutsch, 582 Seiten
ISBN: 978-3-86305-368-0
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
In den dunklen Tiefen des Weltraums: Thor Delgado, ein unerschrockener Agent mit nervenstärker Intuition, wird vom geheimnisvollen ?SEDOR? in eine galaktische Intrige gezogen. Im fesselnden Im Bann der Psi-Intelligenz deckt er die rätselhaften Psikräfte auf, die eine außerirdische Bedrohung ankündigen. In Die Intelligenzfresser eskaliert alles: fremdartige Wesen saugen Gedanken aus - und Delgado steht am Scheideweg zwischen Verstand und Vernichtung. Schon bald führen ihn seine Spur in ein tödliches Puzzle: Invasion der Symbionten. Wesen, die sich in fremde Körper einnisten - Delgado ringt um die Kontrolle über eigen Fleisch und Blut. Auf Am Tag der sechs Monde trifft er auf uralte Mächte, deren Siegel nur durch Kometenlicht gebrochen werden. Das Energie-Labyrinth zwingt ihn in ein Meer aus tückischer Technik und Energieströmen, die Leben kosten können. Immer tiefer, in Mann aus der Tiefe, stößt er auf vergessene Unterwelten und vergängliche Verbündete. Schließlich, in Als die Sonne erlosch, ringt er um das Überleben ganzer Welten - und findet den finalen Schlussstein einer epischen, dreieckigen Bedrohung. Die sieben Romane um Thor Delgado erschienen von 1977 bis 1981 in der Heftroman-Reihe TERRA ASTRA. Im Glanz klassischer Heftromane geboren, erschafft dieser Zyklus ein eigenständiges, in sich geschlossenes Abenteuer - voller Rätsel, waghalsiger Wendungen und jener nostalgischen Sehnsucht nach dem Unbekannten, die nur echte Retro-SF heraufbeschwören kann.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2.
Bericht Carola Delgado
Die unverständlichen und sonderbaren Ereignisse, die die Ursache für meine Verzweiflung und meinen jetzigen Zustand sind, begannen an einem ganz gewöhnlichen Morgen. Mein Mann Dan war mit der Mehrzweckraupe und den Sensoren und Werkzeugen an Bord in Richtung der Red Mountains aufgebrochen. Die Red Mountains hatten ihren Namen von den ersten Kolonisten unseres Planeten Baidom erhalten. Ob der Name von dem rötlichen Gestein herrührte, das dort zu finden war, oder von dem intensiven Leuchten des Höhenrückens im Abendrot, das vermochte keiner mehr zu sagen. Für mich steht der Name symbolisch für die Röte des Blutes in Erinnerung an die Ereignisse, die sich dort abspielten.
Baidoms Bedeutung lag darin, dass hier Intprocrys gefunden wurden. Wie jeder weiß, handelt es sich dabei um jene organischen Kristalle, die Grundbestandteil eines jeden Superdigitalrechners sind. Ohne diese Rechner, die SIGITs, könnten die Planets of Sol nicht in ihrer jetzigen Form und Ausdehnung bestehen.
Wir verdienten unseren Lebensunterhalt auch durch die Intprocrys. Dan war als Prospektor unterwegs, um neue Rohstoffe zu finden, die dann in der Look Forward-Station bei Dr. Golo-Golo zu in SIGITs verwendbaren Speicherkristallen weiterverarbeitet wurden. Die Stadt Center-City mit der Forschungsstation bildete die gesamte Kolonie auf Baidom, abgesehen von ein paar einsiedlerisch gelegenen Wohnstätten wie unser Haus.
Mein Sohn Thor, er war damals gerade acht Jahre alt, schimpfte laut vor sich hin, weil sein Spielzeugrobot wieder einmal kaputt war. Dadurch hörte ich den vor unserem Bungalow landenden Diskus erst sehr spät.
Ich trat aus dem Haus und sah zwei wenig vertrauenerweckende Gestalten, die dem Diskusschiff entstiegen waren. Die beiden Männer, etwa vierzig Jahre alt, waren schlank und ungepflegt. Das Haar hing ihnen strähnig ins Gesicht. Ihre Kleidung war die von einfachen Arbeitern. Sie bewegten sich jedoch zielstrebig und selbstsicher. Jeder von ihnen trug eine Waffe in der Hand, ich ahnte nichts Gutes.
Der vordere der beiden Männer entblößte sein Gebiss zu einem Grinsen und stemmte beide Arme provozierend in die Hüften. Seine Stimme klang rau.
»Hallo Madam! Wer ist außer Ihnen noch hier?«
»Hallo«, antwortete ich zaghafter, als ich eigentlich wollte. Dann brachte ich kein Wort mehr heraus. Ich habe mich noch nie in schwierigen oder kritischen Situationen geschickt verhalten können.
Thor war in dieser Beziehung ganz anders. Unbekümmert plapperte er los: »Ich bin noch hier. Das sehen Sie doch. Ich passe auf Ma auf.«
Das Grinsen des Mannes verstärkte sich.
»Los, Duncan, wir wollen den Laden hier inspizieren.«
Ohne mich weiter zu beachten, gingen die beiden auf das Haus zu und betraten es. Meinen Heh-Ruf ignorierten sie ebenso wie Thors lautstarken Einspruch: »Das ist mein Haus, raus da!«
Thors Spielzeugrobot lag noch im Hauseingang. Er bekam von dem Mann, der Duncan genannt worden war, einen Tritt und flog scheppernd zur Seite. Der Junge lief hinter den Männern her und versuchte, den einen am Bein festzuhalten. Dieser schüttelte ihn heftig ab. Thor stürzte zu Boden. Ohne klaren Gedanken stürmte ich hinter den beiden Männern her. Dabei riss ich Thor vom Boden hoch und drückte ihn an mich.
»Was wollen Sie denn bloß?«, würgte ich hervor.
Dieser Duncan spielte mit seiner Waffe vor meinem Gesicht herum. Seine Augen funkelten kalt und rücksichtslos. Mir raubte er damit den letzten Rest an Sicherheit.
»Passen Sie gut auf, Madam«, fuhr er mich an. »Halten Sie die Klappe, und setzen Sie sich irgendwo hin, wo Sie uns nicht stören!«
Er wandte sich an seinen Kumpan.
»Sieh dich um, Grocy.«
Ich versuchte verzweifelt, Ordnung in meine verwirrten Gedanken zu bringen. Ganz sicher handelte es sich bei den beiden um Gewaltverbrecher. Weiter kam ich in meinen Überlegungen nicht, ich war der Situation einfach nicht gewachsen. Hinzu kam die Sorge um Thor. Ich fürchtete, diese Kerle könnten dem Jungen etwas antun.
Dieser Grocy kam inzwischen aus dem Haus zurück und bemerkte enttäuscht: »Hier ist nur ein Normalfunkgerät, aber kein Dimkom.«
»Haben Sie hier ein Fernfunkgerät, ein Dimkom?«, wandte sich Duncan an mich.
Ich schüttelte nur den Kopf und wünschte ihn an das Ende aller Universen. Da machte sich Thor wieder bemerkbar.
»Sie haben hier weder etwas zu fragen noch etwas zu suchen. Scheren Sie sich zum Teufel, Sie altes Ekel.«
Es tat mir weh, von dem Jungen solche Worte zu hören, auch wenn er irgendwie recht hatte.
»Ich werde dir helfen, Freundchen«, fauchte Duncan Thor an. »Von mir aus fahr zur Hölle.«
Er richtete seine Waffe auf Thor, mir stockte der Atem. Dann grinste der Fremde mich frech an.
»Mit der Spielerei ist Schluss. Wenn Sie nicht sofort sagen, wo sich das nächste Dimkom befindet, ist die Rotznase gewesen.«
Meine Gedanken überschlugen sich. Worte brachte ich keine hervor. In Center-City gab es mehrere Dimkom-Stationen, insbesondere in Look Forward und auf dem kleinen Raumflughafen. Auch in Dans Gleiter befand sich ein Dimkom. Offenbar hatten die Gangster es auf ein solches Gerät abgesehen. Unklar war mir jedoch, aus welchem Grund sie gerade ein Dimkom haben wollten.
Wieder war Thor mit einer Antwort schneller als ich.
»Das nächste Dimkom dürfte doch in Ihrem Diskusschiff sein. Nehmen Sie das, und verschwinden Sie endlich.«
Duncan versuchte es nun mit einer netten Methode bei Thor. Er lächelte ihm zu und sagte: »Du bist ja ein richtiger Schlauberger. Aber der Sender in unserem Schiff ist defekt. Nun sage mir mal, wo hier in der Nähe einer ist.«
Thor tippte sich an die Stirn und wandte sich ab.
»Pah, nichts werde ich sagen«, rief er zornig. »Erstens, weil Sie sich hier so aufführen, zweitens haben Sie meinen Robby getreten, drittens haben Sie Ma …«
Weiter kam er nicht. Duncan war blitzschnell herbeigesprungen und versetzte Thor einen Schlag gegen den Kopf, sodass der Junge schreiend zu Boden stürzte. Ich wollte mich schützend über ihn werfen, als ich von dem Mann einen Tritt in die Seite bekam und ebenfalls auf dem Boden landete. Aus dem Liegen konnte ich beobachten, wie Duncan seine Waffe erneut auf Thor richtete. Die Angst, die ich in den letzten Minuten gespürt hatte, steigerte sich so sehr, dass mir die Sinne zu schwinden drohten.
»Hören Sie gut zu, Madam«, schrie mich Duncan an. »Wir haben nichts zu verlieren. Sie und die Rotznase interessieren uns nicht. Ich will jetzt wissen, wo das nächste Dimkom ist. Wenn Sie nicht sofort den Mund aufmachen, geht das Ding los.«
Mir schauderte vor der brutalen Drohung.
»In Center-City gibt es mehrere Dimkom-Stationen«, presste ich in meiner panischen Erregung hervor. »Es sind etwa dreißig Kilometer von hier. Das ist die nächste Möglichkeit für Sie.« Dabei deutete ich mit der Hand in die Richtung, in der die Stadt lag.
»Diese Frau lügt.«
Die scheußliche, knarrende Stimme kam aus dem offenen Schott des Raumschiffs. Dort war eine Figur erschienen, die einem Albtraum zu entstammen schien. Eine aufrechtstehende Echse, grünschuppig und mit einem kurzen Stummelschwanz. In dem massigen Schädel saßen zwei kreisrunde Augen, die mich zu durchbohren schienen. Die Echse trug einige Fetzen am Körper, die entfernt an Kleidungsstücke erinnerten. Daraus und aus dem Gesagten schloss ich, dass es sich um ein intelligentes Lebewesen handeln musste. Aus Nachrichtensendungen wusste ich, dass die Terraner schon mehrmals intelligenten Bewohnern auf anderen Planeten begegnet waren. Ein Wesen wie diese Echse hatte ich aber noch in keinem Magazin gesehen.
»Klamacka, mein Freund«, sagte Grocy. »Gut, dass wir dich haben.«
Der Mann blickte mich an.
»Unser Freund Klamacka besitzt eine hübsche Fähigkeit. Er ist so etwas wie ein organischer Lügendetektor und gehört zu einer Rasse, die einige Dinge beherrscht, die bei uns nur in Träumen vorkommen. Sein Psi-Sinn sagt ihm ganz genau, wann jemand die Wahrheit spricht und wann nicht. Lügen hat also keinen Sinn. Nun, wo ist das nächste Dimkom?«
Ich schwieg und beobachtete mit Schaudern, wie die Echse langsam heranstapfte. Thor ließ ein lang gezogenes »Iiih« hören. Er sprang auf, nahm seinen Spielzeugrobot und schleuderte ihn nach der Echse. Das schuppige Wesen wurde am Kopf getroffen. Dann schnappte es sich Thor mit einer Hand und hielt den zappelnden Jungen hoch. Ich versuchte, dem Ungeheuer den Jungen zu entreißen, aber die Echse schlug mir mit der freien Hand ins Gesicht. Erneut stürzte ich zu Boden.
Ich wischte mir die Tränen von den Wangen. Meine Lippen bluteten.
Duncan hielt mir die Waffe vor das Gesicht. Seine Augen funkelten tückisch. Ich fühlte, dass ihm ein Menschenleben nichts bedeutete. Gleichzeitig spürte ich meine eigene Resignation. Ich gab den letzten Widerstand auf.
»Im Fahrzeug meines Mannes ist ein Dimkom. Es sind nur wenige Kilometer von hier bis zu den Red Mountains, wo sich mein Mann jetzt aufhält«, murmelte ich verzweifelt.
»Ist er allein dort?«, fragte mich Duncan.
Ich nickte.
Die Echse bemerkte dazu: »Sie sagt die Wahrheit.«
Grocy und Duncan berieten sich leise, sodass ich kaum etwas verstehen konnte. Ich lief zu Thor, der immer noch in der Hand der Echse zappelte. Als ich ihn erreichte, ließ die Echse ihn los. Bevor ich den Jungen richtig in meine Arme schließen konnte, wurden wir von den Männern gepackt und in das Diskusschiff gezerrt. Man forderte mich auf, den Weg zu Dan zu beschreiben. Grocy startete das Schiff, Duncan stand...




