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E-Book

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

Groß Made in Germany II

Deutschlands Wirtschaftsgeschichte seit der Wiedervereinigung 1990
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-9948-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Deutschlands Wirtschaftsgeschichte seit der Wiedervereinigung 1990

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

ISBN: 978-3-7597-9948-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Buch befasst sich mit einer kurzen Wirtschaftsgeschichte Deutschlands seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990, exemplarisch dargestellt anhand ausgewählter Wertpapiere. Inhaltlich ergänzt es das vor knapp zwei Jahren veröffentlichte Hauptwerk: Made in Germany. Deutschlands Wirtschaftsgeschichte seit 1800. Dieses Hauptwerk beinhaltet die Zeit seit 1990 nur auf 10 Seiten. Dies hat vor allem mit der Tatsache zu tun, dass das Werk eine geschichtliche Darstellung sein soll; die Zeit nach der Wiedervereinigung hingegen reicht unmittelbar bis in die Gegenwart. Da sich aber gerade in dieser Zeit das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland rapide weiter entwickelt und verändert hat, sollte das Hauptwerk eine Ergänzung und Erweiterung durch einen zweiten Teil erfahren, der gerade den Zeitraum nach der Wiedervereinigung genauer darstellt. Im Anschluss an die Beschreibung der deutschen Wirtschaftsgeschichte folgt ein kurz gefasster Blick auf die gesamte Weltwirtschaftsgeschichte seit dem Ende des 18. Jahrhunderts geworfen, und zwar unter besonderer Berücksichtigung der führenden Wirtschaftsmacht USA. Schließlich wird im Anhang noch der Versuch einer Prognose gewagt.

Der Autor, Dipl-oec. Lothar Groß, geboren 1954 in Mülheim an der Ruhr, absolvierte in den 70er Jahren in seiner Heimatstadt eine Banklehre und studierte anschließend Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg. Von 2000 bis 2021 leitete er das Wirtschaftsgymnasium im Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid. Er ist verheiratet mit der Herausgeberin des Buches und hat zwei erwachsene Kinder.

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Weitere Infos & Material


a) Bergbau und Schwerindustrie
Bergbau Die letzten Erzgruben Deutschlands schlossen – nach oftmals langer Historie - zum dem Ende des Wiederaufbaus, spätestens nach der Wiedervereinigung. Die Grube Georg im Westerwald, die eine Zeitlang dem Krupp-Konzern angehörte, war bis zu ihrer Schließung 1965 die letzte Erzgrube im „Sauerländer Revier“. Das Rammelsbergwerk im Harz, aus dem seit dem Jahre 968 (erste urkundliche Erwähnung) unterschiedliche Erze gewonnen wurden, schloss im Jahre 1988. Die Schieferbergbauaktivitäten um Mansfeld endeten 1990, der Uranbergbau in Thüringen und Sachsen wurde 1991 eingestellt. Die Bundesrepublik, die Länder NRW und Saarland sowie die RAG einigten sich 2007 auf das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus. Dieser lief im Saarland lief 2012 aus, im Ruhrgebiet wurde 2018 die letzte deutsche Steinkohlezeche geschlossen: Prosper-Haniel in Bottrop. Die RAG gliederte schon zuvor den „weißen Bereich“ des Unternehmens mit seinen Bestandteilen Energie (Steag), Chemie (DEGUSSA,) und Immobilien aus. Dieses neue Unternehmen trug seit 2007 den Namen Evonik Industries AG. Die „Ewigkeitskosten“ des nach dem Ende des Steinkohlebergbaus (Wasserhaltung, Vermeidung und Bearbeitung von Bergschäden) übernahm die RAG-Stiftung, eine Stiftung des privaten Rechts, die ab 2007 Eigentümer der RAG und auch der Evonik Industries AG wurde. Die bisherigen Eigentümer der RAG (ThyssenKrupp, E.ON, RWE und Arcelor) waren damit einverstanden, ihre Kapitalbeteiligung kostenlos abzugeben; dadurch befreiten sie sich aber auch von den angesprochenen „Ewigkeitskosten“. Zu diesen „Ewigkeitskosten“ zählen zum einen die Kosten für die Bergbauschäden, die dadurch entstehen, dass der Boden oberhalb der Strebe an vielen Stellen „nachsackt“ und damit an der Oberfläche zu Verwerfungen führt. Zum anderen muss in den Steinkohlegebieten „für alle Ewigkeit“ die Wasserhaltung kontrolliert werden: Ohne ein sinnvolles Kanal- und Pumpensystem würden die früheren Bergbauschächte geflutet und das von unten aufsteigende Wasser würde das Grundwasser versalzen. Außerdem würde eine unkontrollierte Wasserbewegung zur Überflutung weiter Teile der Bergbaugebiete führen. Im Ruhrgebiet sorgen z. B. deshalb weitreichende unterirdische Rohrsysteme dafür, dass das von unten in die ehemaligen Bergbauschächte nachsickernde Wasser dort „eingefangen“ und über Kilometer lange Wege in den Rhein geleitet werden. Evonik ging 2013 an die Börse, die RAG-Stiftung blieb aber Mehrheitsaktionär. In den folgenden Jahren trennte sich Evonik von der Steag (durch den Verkauf an ein Konsortium nordrhein-westfälischer Stadtwerke) sowie von den Immobilien und wandelte sich daher in ein reines Spezialchemieunternehmen. Die RAG-Stiftung legte ihr „frisches“ Geld aus dem stufenweisen Verkauf der Evonik-Aktien in mittelständischen Unternehmen fernab der Brachen Chemie und Bergbau an, um von Brancheneinflüssen unabhängiger zu werden. Zu diesen Zukäufen zählten z. B. Anteile an dem Tierfutter-Händler Zooplus, 4,5 % der Aktien der Deutschen Pfandbriefbank und eine Beteiligung an der von Thyssen-Krupp 2020 verkauften Aufzugsparte. Viele ehemalige Steinkohlezechen wurden umgestaltet. Auf einer Halde der Zeche Prosper-Haniel wurde eine Skihalle gebaut, andere Halden wurden an ihren Spitzen mit Kunstwerken versehen. 1995 wurde der Förderturm der ehemaligen Steinkohlenzeche „Minister Achenbach“ in Lünen umgebaut und erhielt das berühme „Colani-Ei“ an seiner Spitze. (Luigi Colani, eigentlich Lutz Colani, war Ende des 20./ Anfang des 21. Jahrhunderts einer der bekanntesten deutsche Designer mit einer besonderen Vorliebe für runde Formen.) Dieser Förderturm kann sich seitdem mit dem Bekanntheitsgrad des expressionistischen Ensembles der Zeche Zollverein in Essen (gestaltet von den Architekten Schupp und Kremmer in den 1920er Jahren, inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe) messen. Die aufgrund der langen Erfahrung hoch entwickelte deutsche Bergbautechnik bleibt aber auch nach dem Ende des Steinkohlebergbaus von internationaler Bedeutung. Weitere Bodenschätze, die in nennenswertem Umfang in Deutschland gefördert wurden, blieben die Braunkohle, Kalk, Sand, Kies, Kaolin (zur Porzellanherstellung), Kali und Salz. Während die Rohstoffverarbeitung mit Hilfe von Recycling immer bedeutsamer wurde, beschränkte sich die Gewinnung anderer Rohstoffe in Deutschland zunehmend auf eher bescheidene Ausmaße. Der Braunkohlebergbau Deutschland konzentrierte sich auf das rheinische Braunkohlerevier und die mitteldeutschen Lagerstätten um Leipzig-Halle sowie in der Lausitz. Zu den bedeutendsten Braunkohlenförderern und Braunkohlekraftwerksbetreibern entwickelten sich die RWE Power AG (dieser Braunkohlenbereich des RWE-Konzerns hieß früher „Rheinbraun“) in Westdeutschland sowie Vattenfall bzw. EPH im Osten. Die Braunkohleförderung und –verarbeitung litt wegen ihrer Umweltproblematik zunehmend unter der mangelhaften Akzeptanz durch weite Teile der Bevölkerung und der Politik. Das schwedische Unternehmen Vattenfall, verkaufte 2016 seine Produktionsstätten im Osten Deutschlands an das tschechische Versorgungsunternehmen EPH, das dem Tschechen Daniel Kretinsky und dem Slowaken Patrik Tkac gehört. Mit dem Eigentümerwechsel änderte sich auch der Firmenname in LEAG („Lausitzer Energie“, Cottbus. Die EP-Gruppe investierte kurze Zeit später auch durch den Ankauf von Metro-Aktien in den deutschen Handel.) Im Westen, am Niederrhein, musste der RWE-Konzern auf politischen Druck seine Abbaupläne drastisch vermindern. Die Politik setzte dem Braunkohlebergbau und seiner Verstromung ein Ende im Jahre 2038, „idealerweise 2030“ (im Koalitionsvertrag SPD/Grüne/FDP 2020). Die Arbeiten rund um den Bergbau enden aber auch bei der Braunkohle nicht mit der letzten Schicht. Die Tagebaustätten müssen renaturiert werden. Häufig geschieht das durch die Anlage von künstlichen Seen. Wie vorsichtig dabei vorgegangen werden muss, zeigte sich im Jahre 2009 spektakulär durch einen Erdrutsch im sächsisch-anhaltischen Nachterstedt. Dort hatte eine Flutung in einem alten Braunkohletagebergbauloch eine benachbarte, lose aufgeschüttete Abraumhalde unterspült und teilweise zum Absturz gebracht. Weil aber diese Halde schon besiedelt war, verloren einige Menschen ihr Leben, viele andere ihre aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugänglichen Wohnungen. Kalk war ein notwendiger Rohstoff zur Herstellung von Roheisen. August Thyssen hatte 1903 die Rheinischen Kalkwerke (Wülfrath) gegründet, um die Förderung Rohstoffs zu sichern. Schon 16 Jahre zuvor war die Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke AG in Wuppertal-Dornap entstanden. Die belgische Lhoist-Gruppe, der weltweit größte Anbieter von Kalksteinerzeugnissen, übernahm beide Unternehmen gegen Ende des 20. Jahrhunderts und führte sie 1999 zur Rheinkalk GmbH, Wülfrath, zusammen. Kalkstein ist aber nicht nur ein unverzichtbarer Rohstoff für die Roheisengewinnung, sondern auch für die Herstellung von Zement und Beton. Dafür werden aber noch weitere Rohstoffe benötigt, zum Beispiel Sand und Kies. An der Gewinnung und Verarbeitung von dieser beiden letztgenannten Bodenschätze sind in Deutschland neben dem börsennotierten Baustoffkonzern HeidelbergCement AG (gegründet 1874) vor allem mittelständische Unternehmen tätig. Die deutsche Kali- und Salz-Förderung konzentrierte sich auf ein Unternehmen: die K+S (früher Kali und Salz AG) mit Sitz in Kassel. Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm die Kali und Salz AG die mitteldeutschen Betriebe der gleichen Branche. 1999 wurde das Unternehmen umbenannt in K+S AG. Die K+S AG wurde neben der Förderung von Kali und Salzen auch in der Düngemittelherstellung (COMPO) tätig und dabei zu einem der größten Düngemittelproduzenten in Europa. Die inländische Erdölförderung (in Norddeutschland und in der Nordsee) deckte im 21. Jahrhundert nur noch etwa 5 % des deutschen Bedarfs ab, hat aber eine lange Tradition. Lange vor der Diskussion um das „Fracking“ wurde in den deutschen Mittelgebirgen Ölschiefer gefördert. Eins der bekanntesten ehemaligen Abbaugebiete Deutschlands ist die Grube Messel bei Darmstadt, die seit 1995 aufgrund einer Vielzahl von Fossilienfunden ein UNESCO-Weltnaturerbe ist. Die Förderungsgeschichte der Grube begann mit der Gewinnung von Eisenerz durch die bergrechtliche Gewerkschaft Messel im Jahre 1859, schon wenig später wurde auf Ölschieferförderung umgestellt. Dieser Tagebau wurde bis 1971 fortgesetzt. Das führende deutsche Unternehmen in der Erdöl- und Erdgasexploration (auch und vor allem im Ausland) blieb auch im 21. Jahrhundert die BASF-Tochter Wintershall (nach der Fusion mit DEA 2019 nunmehr die Wintershall Dea AG in Celle). Seit den 2020er Jahren bemüht sich die BASF um den Verkauf von Wintershall-Dea, um sich auf ihr Kerngeschäft, die Chemie, zu...



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