Grulich / Gilge / Pfeiffer | Waldwirtschaft heute | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Reihe: Fachbuch

Grulich / Gilge / Pfeiffer Waldwirtschaft heute


2020
ISBN: 978-3-8404-6477-5
Verlag: Cadmos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Reihe: Fachbuch

ISBN: 978-3-8404-6477-5
Verlag: Cadmos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Früher hatte der Bauernwald lediglich die Aufgabe, den Hof mit dem notwendigen Brenn-, Bau- und Zaunholz zu versorgen sowie auch den Bedarf an Waldweide und Waldstreu zu decken. Der Bauer der Vergangenheit lebte von seiner land- und forstwirtschaftlichen Produktion. Aktuell sind die Betriebe gezwungen, sich zu spezialisieren, die Produktion zu erhöhen und die Betriebsflächen zu vergrößern. Neben der Nutzfunktion gewinnen die Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion immer größere Bedeutung. Die Herausforderungen des Naturschutzes, die Ansprüche der Gesellschaft und die Erhaltung der Biodiversität müssen bei der Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden. Zusätzlich stellt der Klimawandel die Waldeigentümer vor neue Aufgaben! Im Folgenden wird gezeigt, wie der Waldbesitzer stabile und artenreiche Bestände erziehen und die Ertragsfähigkeit seines Waldes am besten ausschöpfen kann. Waldwirtschaft heute zeigt, welche Bedeutung der Wald für uns alle hat und wie er nachhaltig bewirtschaftet werden soll, um seine Ertragsfähigkeit und Artenvielfalt am besten auszuschöpfen. Die österreichische Waldwirtschaft und das österreichische Forstgesetz sind international anerkannt. Der Wald trägt heute wesentlich zur österreichischen Außenhandelsbilanz, zur Finanzierung und Stärkung der bäuerlichen Betriebe und zur Erholung der Menschen bei. Dem Kapitel Wald und seiner nachhaltigen Bewirtschaftung muss daher verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Schneedruckereignisse und Sturmschäden der letzten Jahre sowie die Erderwärmung haben dem Thema 'Laubholz' zu großer Bedeutung verholfen - in diesem Buch erfahren Waldbesitzer, wie sie mit Laubholz einen höheren Ertrag erwirtschaften können als beispielsweise mit Fichte. Eine Übersicht über den Wald in Österreich bietet das Einleitungskapitel. Von Standortkunde, Baumartenkunde, Bestandespflege bis hin zum Forstschutz und zur forstlichen Betriebswirtschaftslehre mit der Bewertung des Waldes spannt sich der weitere inhaltliche Bogen. Praktische Tipps zum Thema Forstwege finden die Leser im Abschnitt Forstaufschließung. Zusätzlich zu der überarbeiteten Version gibt es in dieser Ausgabe zusätzliche Kapitel, die sich mit aktuellen statistischen Daten für den Wald in Deutschland und der Schweiz beschäftigen. Somit wird der steigenden Verwendung des Buches im deutschsprachigen Raum Rechnung getragen. Schulbuch Nr.: 1.131 Schulbuch Nr. Print + eBook digi4school.at: 186.035

Dipl.-Ing. Harald Gilge, Landwirtschaftliche Fachschule Hohenlehen, NÖ Ing. Herbert Grulich, Landwirtschaftliche Fachschule Edelhof, NÖ Dipl.-Ing. Günther Pfeiffer, Sozialversicherung der Selbständigen Dipl.-Ing. Johann Sandler, Bezirksbauernkammer Krems, NÖ Ing. Johann Spreitzhofer, Landwirtschaftliche Fachschule Pyhra, NÖ Dipl.-Ing. Heinrich Stadlmann, Sozialversicherung der Selbständigen, Sicherheitsberatung
Grulich / Gilge / Pfeiffer Waldwirtschaft heute jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Der Wald in Österreich, Deutschland und der Schweiz
Die Wirkungen des Waldes
Standortkunde
Baumartenkunde
Verjüngung des Waldes
Bestandespflege
Forstschutz
Waldarbeit
Holzlagerung
Forstaufschließung
Aufzeichnungspflicht
Forstliche Betriebswirtschaft


Standortkunde


Jede Baumart stellt bestimmte Ansprüche an Klima, Lage und Boden. Es ist deshalb nicht egal, ob ein Wald auf einem feuchten oder trockenen Boden, im kühlen, kalten oder warmen Klima, am Nord- oder Südhang steht. Von all diesen „Standortfaktoren“ hängt es ab, welche Baumarten wir pflanzen sollen, welche und wie viel Pflege der Wald braucht und wie viel Ertrag er abwirft.

Lebensgemeinschaft Wald


Der Baum erzeugt mithilfe von Sonnenlicht, Wasser, Luft und Bodennährstoffen Blätter, Rinde, Knospen, Holz …

Blätter (Nadeln) fallen regelmäßig ab und werden von Würmern, Insekten, Pilzen u. a. „gefressen“, verdaut und wieder ausgeschieden. Von diesen Ausscheidungen leben nun wieder Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen. Die Wurzeln nehmen die feinst zerteilten Stoffe als Bodennährstoffe wieder auf – der Nährstoffkreislauf ist geschlossen. Der Nährstoffkreislauf ist unterbrochen, wenn ein Glied dieses Kreislaufs ausfällt.

Mögliche Ursachen für einen unterbrochenen Nährstoffkreislauf

•Offene Bestandesränder: Sonne und Wind verschlechtern das Bestandesklima, ein Teil des Bodenlebens stirbt ab (Monokulturen).

•Die Nahrung der Bodenlebewesen ist zu einseitig und schwer zersetzbar (nur Fichten- oder Kiefernadeln), Streurechen.

•Entnahme des gesamten Feinreisigs samt den Nadeln bei Durchforstung (Hackguterzeugung).

•Undurchforstete, dichte Bestände (Licht- und Wärmemangel hemmen das Bodenleben).

•Bodenverdichtung durch schwere Fahrzeuge im Bestand.

Links geschlossener, rechts unterbrochener Nährstoffkreislauf

Jedes Tier und jede Pflanze ist für die Lebensgemeinschaft Wald wichtig und erfüllt eine Aufgabe! Je artenreicher ein Wald ist, desto gesünder und weniger anfällig ist er gegen Krankheiten und Schäden. Es herrscht ein ökologisches Gleichgewicht zwischen den dort lebenden Pflanzen und Tieren.

Waldboden


Guter Waldboden

Viele verschiedene Tierarten (insbesondere Regenwürmer und Insekten) zersetzen die Streu rasch und durchwühlen und vermischen das Erdreich. Die einzelnen Schichten gehen fließend ineinander über. Gute Krümelstruktur. Den Bäumen stehen viele Nährstoffe zur Verfügung. Gutes Wachstum der Bäume, aber auch der „Unkräuter“ und „Unhölzer“!

Schlechter Waldboden

Wenig Bodenleben, Streu wird kaum zersetzt. Die Bäume kommen nicht an die Nährstoffe heran, der Wald „hungert“, die Bäume wachsen langsamer und sind anfälliger!

Aufgaben:

•Erklären Sie den Begriff Nährstoffkreislauf!

•Welche Funktionen könnten folgende Lebewesen für die Lebensgemeinschaft Wald haben: Rehe, Eichelhäher, Spechte, Mäuse, Regenwürmer, Sträucher und Kräuter, Pilze, Bakterien?

•Was können wir für das ökologische Gleichgewicht tun?

•Wodurch kann der Nährstoffkreislauf gestört/gefördert werden?

•Nennen Sie drei Standortfaktoren.

Guter Waldboden

Schlechter Waldboden

Buschwindröschen

Mögliche Ursachen für schlechten Waldboden:

•Extremer Standort (z. B. Gebirge)

•Nach Nährstoffentzug durch Streunutzung (oder Baumverfahren bei der Holzernte)

•Monokulturen (z. B. Fichten auf nicht geeigneten Standorten)

•Nach Durchforstung oder Kahlschlag werden sämtliche Äste und Wipfel als Brennholz genutzt.

Neunblättrige Zahnwurz

Wald-Bingelkraut

Sauerklee

Schattenblümchen

Waldmeister

Sanikel

Schneerose

Leberblümchen

Erika

Torfmoos

Peitschenmoos

Wald-Schachtelhalm

Rotstengel-Astmoos

Drahtschmiele

Heidelbeere

Humusarten

Die Pflanzendecke sowie Art und Anzahl der Streu zersetzenden Lebewesen bestimmen die Güte des Humus.

Regenwurmmull: Gute Krümelstruktur (Ton-Humus-Komplex), guter Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushalt des Bodens. Beste Humusform.

Insektenmull: Hauptsächlich durch Insekten (Milben, Gliederfüßer) entstanden. Fein zersetzter, oft staubförmiger, bräunlicher Humus. Rasche Zersetzung der Streu.

Moder: Hauptsächlich durch Pilze entstanden. Typischer Geruch, verlangsamte Zersetzung der Streu.

Rohhumus: Praktisch keine Zersetzung der Streu. Der Nährstoffkreislauf ist unterbrochen. Nährstoffmangel.

Die meisten Bodennährstoffe sind in der Rinde, den Blättern und den Nadeln enthalten, die wenigsten im Holz. Deshalb ist die Entnahme von Holz keine Belastung für den Boden. Bei einem geschlossenen Nährstoffkreislauf ist daher auch keine regelmäßige Düngung im Wald notwendig!

Zeigerpflanzen sind Gräser, Kräuter und Sträucher, die uns die Bodengüte eines Standorts anzeigen.

Je mehr „Unkraut“ nach einem Kahlschlag wächst, desto besser ist der Waldboden!

Nadeln, Reisig, dünne Äste und Wipfel (unter 5 cm Durchmesser) im Wald liegen lassen, sie sind der natürliche Dünger des Waldes!

Klima


Die Baumarten haben sich in Jahrmillionen an das Großklima (z. B. kontinentales oder ozeanisches Klima) und an Klimaregionen (Alpen, Hügel- oder Flachland) angepasst. Jeder Baum hat seinen Platz: der Affenbrotbaum in Afrika, die Fichte im Alpengebiet und die Pappel in der Au.

Jeder Wald schafft sich aber auch sein Bestandesklima , das ausgleichend wirkt. Im Winter ist es wärmer, im Sommer kühler als auf der freien Fläche. Besonders günstig wirken sich ein geschlossener, stufiger Waldrand (Trauf) und eine gute Baumartenmischung auf das Kleinklima aus.

Bevor man eine Baumart pflanzt, ist es notwendig, ihre Klima- und Standortansprüche zu kennen.

Lage


Die Geländeform, ja sogar die allernächste Umgebung hat auf den Standort großen Einfluss, ebenso Himmelsrichtung, Steilheit und Seehöhe.

Was sagt uns die Geländeform?


Die Versorgung mit Nährstoffen und Wasser wird entscheidend von der Geländeform beeinflusst. Sie kann im Hangverlauf mehrmals wechseln bzw. sich wiederholen.

Unterhang

Meist tiefgründige Böden mit guter bis sehr guter Wasser- und Nährstoffversorgung; hier erfolgt Nährstoffeintrag.

Mittelhang

Meist mittelgründig mit mittlerer Wasser- und Nährstoffversorgung. In Trockenperioden kann es hier zu Wasserstress kommen.

Ebene

Diese Standorte neigen zum Wechsel zwischen kurzfristiger Vernässung und Austrocknung.

Oberhang/Kuppe

Diese Standorte neigen zur Austrocknung, haben meist auch nur eine mäßige Nährstoffversorgung und waren früher sehr oft mit Kiefer bestockt.

Anmoor

Humusreiche Mineralböden, die mächtiger als 30 cm sind und vornehmlich über Wasserüberschuss verfügen. Die Wasserhaushaltsstufe ist meist „feucht“ bis „nass“. Der unter Wasserüberschuss entstandene...


Dipl.-Ing. Harald Gilge, Landwirtschaftliche Fachschule Hohenlehen, NÖ
Ing. Herbert Grulich, Landwirtschaftliche Fachschule Edelhof, NÖ
Dipl.-Ing. Günther Pfeiffer, Sozialversicherung der Selbständigen
Dipl.-Ing. Johann Sandler, Bezirksbauernkammer Krems, NÖ
Ing. Johann Spreitzhofer, Landwirtschaftliche Fachschule Pyhra, NÖ
Dipl.-Ing. Heinrich Stadlmann, Sozialversicherung der Selbständigen, Sicherheitsberatung



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