Hambly | Star Wars™: Palpatines Auge | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Hambly Star Wars™: Palpatines Auge

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-13219-4
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-13219-4
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein neuer Todesstern

Gemeinsam mit Han Solo und Chewbacca erforscht Prinzessin Leia den Planeten Belsavis, auf dem einst die Jedi Zuflucht vor dem Imperator suchten. Doch niemand ist von dort je zurückgekehrt. Währenddessen wird Luke Skywalker von mysteriösen Träumen zu einem Asteroidenfeld geleitet, in dem er eine gefährliche Waffe aus den Tagen des Imperiums entdeckt: Plapatines Auge kann es an Zerstörungskraft durchaus mit dem Todesstern aufnehmen. Seit dreißig Jahren hält der Geist der Jedi Callista die Programmierung in Schach - doch nun droht der Computer, sich gegen die junge Frau durchzusetzen und sein zerstörerisches Programm in Gang zu setzen - und den Planeten Belsavis zu vernichten.

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1

Giftiger Regen prasselte von einem Säurehimmel herab. Der Jäger rannte, torkelte ein Dutzend Meter weit, ehe er in einen neuen Unterschlupf sprang. In ein Gebäude, dachte er – hoffte er –, obwohl sich für eine Sekunde grellen Entsetzens die runden Umrisse ihm entgegenhoben, verschwammen, einem gezahnten Rachen des Grauens glichen. Finsternis strömte daraus wie der erbrochene Gestank vermoderter Gebeine. Schlangen, Tentakel, verschlungene Fangarme griffen nach ihm, mit kleinen, kobaltblauen Händen, hätte er geschworen … Doch der ätzende Regen brannte ihm Löcher ins Fleisch, also schloss er die Lider und warf sich vorwärts. Da erkannte sein Geist in einem Moment der Klarheit, dass es sich um Kletterpflanzen mit blauen Blüten handelte.

Obwohl der ekelhafte Geruch des eigenen verkohlten Fleisches ihm noch widerwärtig in die Nase drang, brennender Schmerz seine Hände versengte, waren sie, als er auf sie hinabblickte, heil und unverletzt. In seinem Verstand vermischten sich verschiedene Realitätsebenen wie Karten eines Kartenspiels. Müssten die Hände nicht bis auf die Knochen zerfressen sein? Oder müssten sie ein halbes Dutzend Anduritringe tragen und an den Fingernägeln einen dünnen Schmutzrand aus Schmieröl aufweisen?

In welcher Wirklichkeit waren diese Finger geschmeidig, und woher stammte unmittelbar danach der Eindruck, sie seien krumm wie verdorrte Wurzelstrünke und hätten gebogene Krallen wie die Klaue eines Rancors?

Er wusste es nicht. Immer seltener hatte er klare Augenblicke. Es fiel schwer, vom einen bis zum nächsten klaren Moment den Überblick zu behalten.

Beute. Opfer. Er musste jemanden finden.

Viele Jahre lang war er in lärmerfüllter Dunkelheit Jäger gewesen. Er hatte getötet, Wild gerissen, blutiges Fleisch verschlungen. Nun hatte er jemanden zu finden … Er musste unbedingt jemanden finden …

Weshalb glaubte er, dass derjenige, den er suchte, an dieser … dieser Stätte sein könnte, wo die Umgebung ständig zwischen gezahnten, brüllenden Felsrachen einer- und anmutigen Mauern, gerundeten Bauten sowie mit Ranken bewachsenen Türmen andrerseits wechselte – und dann gänzlich ins Albtraumhafte zurücksank, so wie es stets mit allem geschah?

Er wühlte in der Tasche seines Overalls, entdeckte das schmutzige Stück gelbgrüner Plastfolie, auf die irgendwer – er selbst? – geschrieben hatte:

Han Solo

Ithor

Zur Zeit der Versammlung

»Hast du sie schon einmal gesehen?«

Mit einer Schulter an das gewölbte Oval des Fensters gelehnt, schüttelte Han Solo den Kopf. »Ich war mal bei einer weit entfernt stattfindenden Versammlung dabei, halb zwischen den Plooma-Gruben und der galaktischen Randregion«, antwortete er. »Aber damals habe ich mich nur dafür interessiert, unter den Detektoren der Ithorianer hindurchzuschlüpfen, Grambo dem Worrt hundert Kilo Elfenbeinstein auszuhändigen und zu verduften, ehe die Imperialen mich erwischen konnten, und trotzdem war es … Ich weiß nicht.« Leicht verlegen vollführte er eine knappe Abwehrgeste, als wäre er bei einem sentimentalen Akt der Güte ertappt worden. »›Beeindruckend‹ ist nicht das passende Wort.«

Nein, bestimmt nicht. Leia Organa Solo stand vom Komterminal auf und trat zu ihrem Ehemann. Hinter ihr bauschte sich die weiße Seide ihres Wappenrocks zu einer einzelnen, makellosen Rundung. Auf den Schmuggler, der er damals gewesen war, mochte der Anblick ›beeindruckend‹ gewirkt haben, wenn in keiner anderen Hinsicht, so zumindest doch in Bezug auf die für eine Versammlung erforderlichen Navigationskünste.

Auch sie hatte schon gesehen, wie sich die ithorianischen Sternenherden sammelten, hatte beobachtet, wie die stadtgroßen Raumschiffe sich mit der gleichen lebhaften Mühelosigkeit zwischen ihren jeweiligen Deflektorschirmen umherbewegten wie eine Schule glänzenden Fischs; sich miteinander verbanden und dabei so wenig Zögern zeigten, wie die Finger der rechten und die Finger der linken Hand, wenn sie sich falteten.

Aber heute hatte es noch mehr damit auf sich.

Schaute sie der Versammlung hier zu, über den grünen Dschungeln Ithors selbst, war die einzige Bezeichnung, die ihr dafür in den Sinn kam, ›macht-voll‹; das Ereignis war von der Macht durchsättigt, strotzte davon, vollzog sich im Atemrhythmus der Macht.

Und es war unbeschreiblich schön.

Die hohen, zu einer dichten Decke geballten Regenwolken rissen auf. Schräge Ströme von Licht überfluteten das nur wenige Meter unter den am niedrigsten schwebenden Städten gelegene Laubdach des Urwalds, gleißten auf Stein, Pflaster und Marmor, dem Dutzend Gelb-, Rosa- und Ockerschattierungen der Häuser; überstrahlten das blitzende Reflektieren der Antigrav-Generatoren, leuchteten auf den blühenden Gärten blaublättriger, zottelhäuptiger Riesenfarne. Von Stadt zu Stadt erstreckten sich Brücken, Dutzende zusammengekoppelter Antigrav-Plattformen, auf denen man schmale Kolonnen von Ithorianern, die in ihren leuchtenden Gewändern Blumen ähnelten, des Wegs ziehen sehen konnte. Wie Segel flatterten Fahnen in Karmesinrot und Lapislazuli. Auf jedem mit Schnitzereien verzierten Balkon, jedem Mast, jeder Treppe und jedem Stabilisator, ja sogar in den Ernte-Weidekörben, die wie Wurzeln unter den großflächigen Luftinseln baumelten, sah man dichtgedrängte Mengen von Ithorianern wimmeln.

»Und du?«, fragte Han.

Rasch hob Leia den Blick zu dem Mann, der neben ihr stand. Es wehte ein leichter erfrischender Wind über dem endlosen Dschungel aus Bafforrbäumen, und die Luft war von den wundervollen Düften des Grüns und der Blüten erfüllt. Ithorianer hatten offene Wohnstätten, sie ähnelten in die Lüfte emporgewucherten Korallenskeletten. Eine Blumen- und Lichtfülle umgab Leia und Han.

»Als ich klein war, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, ist Vater als Repräsentant des Imperialen Senats mit mir bei einer Zeit der Versammlung gewesen«, sagte Leia. »Er war das Ansicht, das sei etwas, das ich mir unbedingt anschauen sollte.«

Einen Moment lang schwieg sie, erinnerte sich an das Babyspeckkind mit Perlen in den dicken Zöpfen, das sie einst gewesen war; erinnerte sich an den lächelnden Mann, in dem sie nie etwas anderes als ihren Vater gesehen hatte. Er war auch freundlich geblieben, wenn Freundlichkeit sich nicht ausgezahlt hatte; hatte sich an die Weisheit auch in Zeiten gehalten, in denen Weisheit nicht mehr genügte. Bail Organa, der letzte Aristokrat des Hauses Alderaan.

Han legte einen Arm um ihre Schultern. »Und jetzt bist du hier.«

Sie schmunzelte nachdenklich, strich über die in ihr langes, nussbraunes Haar geflochtenen Perlen. »Jetzt bin ich hier.«

Hinter ihrem Rücken summte das Komterminal, signalisierte den Eingang der Tagesberichte von Coruscant. Leia blickte zur Wasseruhr mit ihrem verblüffenden Geschaukel gläserner Kugeln und winzigen Springbrünnchen hinüber und stellte fest, dass ihr noch genug Zeit blieb, um sich wenigstens darüber zu informieren, was sich auf der Zentralwelt der Neuen Republik abspielte. Selbst während einer diplomatischen Reise, die zu drei Vierteln Urlaubscharakter hatte, durfte sie als Regierungschefin nie ganz den Finger vom Puls der Republik nehmen. Infolge bitterer Erfahrung hatte sie gelernt, dass minimale Unregelmäßigkeiten die Vorboten von Katastrophen sein konnten.

Oder sie können, dachte sie sich, während sie die kurzgefassten Übersichten diverser Meldungen, interessanter Neuigkeiten und unbedeutender Ereignisse durchlas, minimale Unregelmäßigkeiten bleiben.

»Wie haben die Dreadnaughts gestern Abend gespielt?« Han ging zur Garderobe und zog seine dunkelgrüne Wolljacke an. Sie passte genau, die karmesinrote und weiße Paspelierung betonte die Breite seiner Schultern und die leichte Schlacksigkeit seiner Statur, deutete Kraft und Behendigkeit an, ohne militärisch zu wirken. Aus den Augenwinkeln bemerkte Leia, wie er vor dem Spiegel kurz ein paar Posen einnahm, und verkniff sich sorgsam ein Lächeln.

»Du glaubst, der Nachrichtendienst übermittelt die Smashball-Ergebnisse vor den Berichten über interplanetare Krisen und die neuen Bewegungen der imperialen Kriegsherren?« Sie schaute schon den Schluss durch, an den der Nachrichtendienst normalerweise die Spielergebnisse setzte.

»Klar«, rief Han fröhlich. »Auf interplanetare Krisen wettet man doch kein Geld.«

»Die Tobenden Wilden haben sie neun zu zwei geschlagen.«

»Die Tobenden …! Die Tobenden Wilden sind doch ein Haufen halber Portionen!«

»Hast du mit Lando gewettet und auf die Dreadnaughts gesetzt?« Leia grinste ihm zu, doch gleich darauf nahm ihr Gesicht einen betroffenen Ausdruck an, als ihr Blick auf die kurze Meldung direkt über den Spielresultaten fiel. »Stinna Draesinge Sha ist ermordet worden.«

»Wer?«

»Sie hat am Magrody-Institut unterrichtet. Eine von Nasdra Magrodys Schülerinnen ist sie gewesen. Sie war Cray Minglas...



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