E-Book, Deutsch, Band 232020, 144 Seiten
Reihe: Julia
Hardy Im Chalet der Träume
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1454-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 232020, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1454-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tias größter Wunsch? Mit dem Mann, den sie liebt, einen prächtigen Christbaum schmücken, sich unter dem Mistelzweig in seine Arme schmiegen ... Stopp! Kellnerin Tia weiß genau, ihre Affäre mit Prinz Antonio war so flüchtig wie eine Sternschnuppe am Winterhimmel. Mutig gesteht sie ihm trotzdem, dass sie sein Kind erwartet. Aber als er sie in ein romantisches Chalet in den Bergen entführt, um sie vor der Presse zu schützen, glaubt sie zu träumen. Schon bald spricht er sogar von Heirat! Aber kann Prinz Antonio ihr geben, wonach sie sich am meisten sehnt?
Kate Hardy wuchs in einem viktorianischen Haus in Norfolk, England, auf und ist bis heute fest davon überzeugt, dass es darin gespukt hat. Vielleicht ist das der Grund, dass sie am liebsten Liebesromane schreibt, in denen es vor Leidenschaft, Dramatik und Gefahr knistert? Bereits vor ihrem ersten Schultag konnte Kate Hardy fließend lesen. Mit blühender Fantasie dachte sie sich Geschichten aus und schrieb sie auf einer Schreibmaschine nieder, die sie zu ihrem sechsten Geburtstag bekommen hatte. Ihren ersten Liebesroman, der niemals veröffentlicht wurde, schrieb sie mit dreizehn Jahren. Kate Hardy studierte englische Literatur des Mittelalters, heiratete und bekam zwei Kinder. Sie arbeitete freiberuflich als Journalistin im Gesundheitsbereich, doch ihre wahre Berufung fand sie erst, als sie ihr Interesse für Medizin mit Romantik verband und ihren ersten Arztroman schrieb, der auf Anhieb das Lesepublikum begeisterte. Seitdem hat sie weitere 33 Arztromane, einige erotische Liebesromane und mehrere Sachbücher zum Thema Gesundheit geschrieben.
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PROLOG
Mai …
Zehn Minuten bis Mitternacht …
Zehn Minuten, dann war die Wohltätigkeitsgala vorbei und die Gäste würden endlich gehen. Noch eine Dreiviertelstunde klar Schiff machen, dann hätte auch sie Feierabend.
Tia war zu Tode erschöpft. Schließlich hatte sie vor der Gala ihre volle Tagesschicht im Café abgeleistet, und samstags war dort immer die Hölle los. Normalerweise folgte danach nur noch ein Entspannungsbad, bevor sie es sich mit ihrer Mutter auf dem Sofa bequem machte und einen Film anschaute.
Doch ausgerechnet heute Abend veranstaltete ihre alte Schulfreundin eine Wohltätigkeitsgala, und Tia hatte spontan versprochen, sie zu unterstützen: Canapés servieren, Gläser abräumen – eben alles, was anfiel. Und ihre Versprechen hielt sie grundsätzlich.
Heute sogar besonders gern, weil es bei dem Charity-Abend um die Unterstützung verwaister Kinder ging. Ein Thema, das Tia sehr am Herzen lag, wusste sie doch aus erster Hand, wie es sich anfühlte, ein geliebtes Familienmitglied, das beim Militär diente, zu verlieren. Und das gleich zwei Mal …
Nur selten gelang es Grace Phillips, ihre Tochter zu überreden, sich selbst einmal eine Auszeit zu gönnen. Und bei den wenigen Gelegenheiten sprang ihre Nachbarin Becky ein und blieb bei ihrer Mutter.
Tia seufzte. Morgen war Sonntag, da begann ihre Schicht im Café erst um zehn. Sie hatte schon härtere Wochenenden überstanden, obwohl …
Das Gefühl, angestarrt zu werden, brach in ihre Gedanken. Sie hatte es schon den ganzen Aber über immer wieder verspürt.
Als Tia sich umdrehte, fing sie den Blick eines großen dunkelhaarigen Mannes auf, der sie quer über den sich langsam leerenden Saal hinweg fixierte.
Sie runzelte die Stirn. Er kam ihr seltsam vertraut vor, was angesichts der Gästeliste dieser Wohltätigkeitsgala nichts bedeuten musste. Die Palette reichte von Musikern über Filmstars bis hin zu Models. Alle Männer trugen Smoking, die Frauen Designerkleider und – schuhe, wie Tia sie sich in einer Million Jahre nicht leisten könnte.
Dies war eine fremde Welt, in der sie eigentlich unsichtbar sein sollte – eine anonyme Kellnerin mit dem typischen Servicelächeln, die schnell und effizient Häppchen servierte und Gläser abräumte. Der aufdringliche Typ dürfte sie nicht einmal wahrnehmen.
Während sie nach draußen auf den Hotelbalkon ging, um auch dort die inzwischen verwaisten Tische abzuräumen, hatte sie sein Bild immer noch vor Augen. Und plötzlich wusste sie, wer er war.
Antonio Valenti. Präziser ausgedrückt: Prinz Antonio Valenti aus Casavalle.
Er war der beste Freund ihres älteren Bruders gewesen und hatte als Teamkommandant zusammen mit Nathan in einem Bündnis internationaler Streitkräfte gedient. Und er hatte vor vier Monaten Tias Herz und das ihrer Mutter gebrochen, als er ihnen die Nachricht von Nathans Tod überbracht hatte: kalt und unbewegt.
Ein stoischer Soldat in Militäruniform, der nicht einmal blinzelte, als er sie darüber informierte, dass Nathans Jeep bei seiner letzten Mission über eine Landmine gefahren war, die ihn auf der Stelle getötet hatte.
Sie selbst war zu schockiert gewesen, um etwas zu sagen oder überhaupt zu reagieren. Doch ihre Mutter brach unter der furchtbaren Nachricht, nach dem Ehemann auch noch ihren Sohn verloren zu haben, völlig zusammen. So hatte Tia ihren eigenen Kummer verdrängt, um ihre Mutter zu unterstützen.
Prinz Antonio selbst schien Nathans Tod nicht übermäßig nahegegangen zu sein, da er nicht einmal versuchte, Grace Phillips zu trösten. Nachdem er ihnen die schreckliche Nachricht überbracht hatte, brach er fast überhastet wieder auf. Er war nicht einmal auf eine Tasse Tee geblieben, geschweige denn zu Nathans Beerdigung gekommen. Abgesehen von einer förmlichen Beileidskarte mit eingeprägtem Wappen hatte es keinen weiteren Kontakt gegeben.
Gut, der Mann war ein Prinz und Armeeangehöriger und hatte sicher jede Menge royale Verpflichtungen, dafür musste sie wohl Verständnis aufbringen. Tia war schließlich weder dumm noch naiv.
Aber hätte es ihm irgendwie geschadet, einige Minuten mit der trauernden Mutter zu verbringen, um ein paar Erinnerungen an den geliebten Sohn zu teilen? Alles, was Grace gebraucht hätte, wäre ein kleines Zeichen gewesen, dass Nathan auch ihm etwas bedeutet hatte.
Stattdessen hatte Prinz Antonio sich in tiefes Schweigen gehüllt.
Prince Charming? Eher Prinz Eis-Herz! dachte Tia, verzog verächtlich die vollen Lippen und verstand immer noch nicht, wie ihr Bruder derart eng mit jemandem hatte befreundet sein können, der so steif und kaltherzig war.
Wahrscheinlich betrachtete er die heutige Spendengala auch nur als lästigen offiziellen Termin, den es irgendwie zu überstehen galt. Warum sollte ihm mehr an anonymen Kindern liegen, die Eltern oder Geschwister durch Kriegswirren verloren hatten, als an den Angehörigen eines angeblich engen Freundes?
Resolut verbannte Tia den kalten Prinzen in den Hinterkopf und stapelte mit finsterer Miene leere Gläser auf ihr Tablett, um sie zum Abwasch in die Küche zu tragen.
Tia Phillips sah unglaublich erschöpft aus.
Heftige Schuldgefühle schnürten Antonios Kehle zusammen.
Vor seinem inneren Auge sah er wieder den Jeep seines stellvertretenden Kommandanten, der im Konvoi vor ihm fuhr, wie er durch eine Landmine in die Luft gesprengt wurde. Da der Tod sofort eingetreten war, hatte Nathan zumindest nicht leiden müssen, trotzdem hatte ihn der Verlust des Freundes zutiefst erschüttert. Während seiner Militärjahre war Antonio das Team um ihn herum zur Familie geworden, und Nathan war nicht nur sein Stellvertreter gewesen, sondern auch sein bester Freund.
Aber als Prinz von Casavalle war er dazu erzogen worden, sich in der Öffentlichkeit stets neutral und souverän zu präsentieren. Seit er denken konnte, standen für ihn und seinen älteren Bruder Luca Pflicht und Haltung an erster Stelle. Antonio konnte sich beim besten Willen an keine Situation erinnern, in der sie sich soweit hätten gehen lassen, dass sie die anerzogene eiserne Kontrolle über ihre Emotionen verloren hätten.
Seine militärische Ausbildung hatte das noch verstärkt, sodass er selbst während der schweren Mission, Nathans Familie von seinem Tod zu unterrichten, die Fassung hatte wahren können … vielleicht sogar etwas zu sehr in ihren Augen.
Antonio wusste, wie sehr Nathan seine Familie geliebt und sich ihr verbunden gefühlt hatte. Er wusste auch, dass Grace Phillips gesundheitliche Probleme hatte, weshalb Nathan und seine kleine Schwester schon von klein auf für sie gesorgt hatten, anstatt mit ihren Freunden zu spielen, wie es anderen Kindern vorbehalten war.
Und so hatte er Nathan posthum versprochen, ein Auge auf seine Mutter und Schwester zu haben.
Doch dann wurde er zu einer dringenden Mission abberufen, sodass er nicht einmal an Nathans Gedenkgottesdienst teilnehmen konnte. Deshalb verfasste er in letzter Minute eine Notiz und bat Miles, den Palastsekretär, sie für ihn abzusenden. Trotzdem war es kein adäquater Ersatz für sein persönliches Erscheinen und fühlte sich eher wie eine schwächliche Entschuldigung oder Ausrede an.
Kurz darauf zwang ihn das überraschende Ableben seines eigenen Vaters, den Armeedienst umgehend zu quittieren.
In den letzten vier Monaten hatte Antonio sein Bestes getan, Luca, der baldmöglichst die Regentschaft in Casavalle übernehmen sollte, Schützenhilfe zu leisten. Sowohl für die Krönung wie auch für die bevorstehende Hochzeit seines Bruders mit Prinzessin Meribel standen etliche Vorbereitungen an. Meribel war die älteste Tochter von König Jorge aus dem Königshaus Asturias im benachbarten Königreich Aguilarez.
So hatte Antonio kaum eine Minute für sich, seit er nach Casavalle zurückgekehrt war, und ließ sein unausgesprochenes Versprechen an den Freund daher zunächst auf sich beruhen.
Gut ging es ihm damit nicht, zumal er wusste, wie schrecklich sich Nathan gefühlt hatte, als er mit sechzehn Jahren in die Armee eintrat und es seiner Schwester überlassen musste, sich allein um ihre Mutter zu kümmern. Das alles tat er nur, damit er Geld nach Hause schicken konnte, um sie wirtschaftlich abzusichern.
Antonio fuhr sich mit der Hand über die Augen. Er hätte sich mehr ins Zeug legen müssen, um die Familie seines besten Freundes zu unterstützen. Einfach für sie da sein, weil er wusste, dass sie sonst niemand hatten.
Tia hatte sich noch einmal nach ihm umgeschaut, bevor sie mit einem leeren Tablett auf den Balkon gegangen war, vermutlich um Gläser abzuräumen, aber er hätte nicht sagen können, ob sie ihn erkannt hatte oder nicht.
Wie es aussah, war sie hier beschäftigt, und es würde ihrem Boss sicher nicht gefallen, sie mit Gästen plaudern zu sehen. Angesichts ihrer prekären Verhältnisse war sie unter Garantie auf den Verdienst angewiesen. Es wäre nicht fair zu riskieren, dass sie ihren Job womöglich verlor, nur um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen.
Aber ihr zufälliges Zusammentreffen einfach auf sich beruhen zu lassen, damit wollte Antonio sich auch nicht abfinden. Nicht, nachdem er Tia jetzt wiedergesehen hatte. Vielleicht konnte sie ja doch zwei Minuten für ihn erübrigen?
„Ich wünsche Ihnen weiterhin einen angenehmen Abend“, entschuldigte er sich mit charmantem Lächeln. „Man erwartet von mir …“ Mehr brauchte es nicht, da jeder wusste, dass es zu seinen Pflichten als Schirmherr der Wohltätigkeitsorganisation gehörte, möglichst mit jedem...




