Harm | Ein Auftragskiller im Ruhestand | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 216 Seiten

Harm Ein Auftragskiller im Ruhestand


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7534-3290-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 216 Seiten

ISBN: 978-3-7534-3290-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Auftragskiller befindet sich schon 8 Jahre im Ruhestand und erhält im Alter von 72 überraschend einen letzten Auftrag. Trotz seiner erheblichen gesundheitlichen Probleme nimmt er diesen Auftrag noch einmal an. Drei Personen soll er liquidieren. Unter diesen Opfern ist auch der Privatdetektiv Tobias Alff. Diese Geschichte ist fast eine Krimi-Komödie, teilweise sehr skurril und überraschend.

Uwe Harm, Jahrgang 1952, lebt im Herzen Schleswig-Holsteins und hat sich im Ruhestand neben der Pflege juristischer Fachliteratur einigen unterhaltsamen Kriminalgeschichten gewidmet, die teilweise einen wahren Kern haben.

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„Hat es Ihnen bei uns gefallen?“ fragte eine etwas ältere Dame an der Rezeption und nahm den Schlüssel entgegen. Kramer antwortete nur leise und undeutlich, was sich aber doch wie eine Bestätigung anhörte. Er zahlte die Rechnung mit Bargeld und ging. „Passen Sie auf Ihren Arm auf! Gehen Sie auf jeden Fall noch zum Arzt.“ Die Dame an der Rezeption rief das noch hinterher und da schlug auch schon die Außentür wieder zu. Mit seinem Lada suchte er dann um die Dorotheenstraße einen Parkplatz. Das war um 11 Uhr nicht einfach. Und die Lücke, die er fand, war gute 500 Meter von seinem ausgewählten Ort entfernt. Er stieg ruhig aus. Alles musste unauffällig sein. Mit dem schwarzen Koffer ging er langsam zu dem Gebäude, auf dessen Dach er sich postieren wollte. Er hinkte leicht, weil das rechte Knie Probleme machte. Als er das 4-stöckige Haus betrat, sah er das Schild am Aufzug: „Außer Betrieb“. Er blieb einen Moment stehen. Sollte er die Aktion noch einmal verschieben? Wer weiß, wann der Aufzug wieder funktionieren würde. Joseph Kramer verfluchte in diesen Moment seinen Auftrag. Er war doch schon lange im Ruhestand. Und jetzt wieder ein Problem. Er war nicht mehr der Jüngste und mit 72 noch einmal diesen Stress? Und wieder kamen ihm kurz Zweifel, ob er nicht einfach abbrechen sollte. Er biss aber die Zähne zusammen und begann die Treppen zu steigen. Bis zum 2. Stock ging es noch mit dem Knie. Zum 3. Stock kam die linke Hüfte dazu und das rechte Knie knirschte und stechende Schmerzen befielen ihn. Zum 4. Stock musste er mehrmals stehenbleiben. Er kam nur langsam Stufe für Stufe hoch. Und nun kam die letzte Treppe zum Dach. Die war steiler und die Stufen höher. Mühsam kam er hoch. Er keuchte schon vor Anstrengung. Und oben angekommen das nächste Problem. Die Eisentür zum Dach war an diesem Tag verschlossen. Zum Glück war es ein einfaches Schloss. Kramer bog seinen Pfeifenreiniger zurecht, den er in der Jackentasche zum Glück vergessen hatte. Nach mehreren Versuchen konnte er das Schloss öffnen und das Dach betreten. Oben kam ihm eine gnadenlose Hitze und Sonnenbestrahlung entgegen. Es gab hier keinen Schatten. Kramer lehnte sich zuerst an die Wand des Treppenhauses, um wieder Luft zu bekommen. Dann begann er das Gewehr herauszunehmen und fügte die Teile fachgerecht zusammen. Kurz vor 12 hatte er das Gewehr auf dem kleinen Mauervorsprung angelegt und das Zielfernrohr justiert. Normalerweise würde er sich nun hinter das Gewehr knien. Aber die Arthrose ließ das nicht zu. Er setzte sich seitlich dahinter und bekam auch so das Ziel vor Augen, wenn auch mit einer leichten Körperdrehung. Als er fertig zum Abschuss war, wischte er sich mit dem Ärmel seiner Jacke den Schweiß aus dem Gesicht. Die Anstrengung war einfach zu groß. Und da bemerkte er wieder dieses leichte Zittern. Es war eher eine Unruhe, die er nicht in den Griff bekam. Er versuchte sich zu entspannen und atmete ganz gleichmäßig. Und da kam wie so oft dieser plötzliche Harndruck noch dazu. Der geplante Eingriff in die Harnröhre durch die zu enge Prostata war erst in drei Wochen geplant. Es half nichts. Kramer stand auf und stellte sich hinter das Treppenhaus mit dem Ausgang zum Dach und urinierte dort. Aber es kamen nur wenige Tropfen. Kramer legte sich wieder hinter sein Gewehr. Seine Uhr zeigte 12.10 und er sah gespannt zum Büro des Detektivs. Jeden Moment würde der dort herauskommen und wie immer in Richtung des um die Ecke liegenden Supermarktes gehen. Dann könnte er ihn von hinten gut treffen. Es vergingen nur knapp 10 Minuten. Da traten Tobias Alff und Karin aus der Tür und drehten dem Schützen den Rücken zu. Joseph Kramer sah angestrengt durch das Zielfernrohr. Er hatte den Kopf des Detektivs im Fadenkreuz. Ehe das Opfer um die Straßenecke bog, musste abgedrückt werden. Kramer wurde etwas zittrig. Er änderte seine Sitzposition etwas und bekam den Detektiv wieder gut in das Fadenkreuz. Und da drückte er ab! Er sah noch wie der Detektiv zu Boden ging. Und jetzt hieß es, den Tatort rasch zu verlassen. Kramer packte die Waffe fachgerecht in den Koffer und begab sich ins Treppenhaus. Auf der steilen ersten Treppe wäre er fast gestürzt. Sein rechtes Knie gab auf einmal nach. Er konnte sich noch gerade am Geländer festhalten. Der Koffer fiel die Treppe herunter und lag vor der nächsten Treppe. Dann die weiteren Treppen. Wenn die auch von der Höhe und Breite komfortabel waren, Kramers Knie machten nicht mit und er musste sich immer wieder auf die Stufen setzen. Der stechende Schmerz im Knie und dann auch die Arthrose in der linken Hüfte machten den Abstieg zur reinsten Qual. Der Waffenkoffer, eigentlich nur etwa 5 kg schwer, schien an Gewicht deutlich zuzulegen. Endlich war das Erdgeschoss erreicht und Kramer war erleichtert und verließ das Gebäude. Dabei hatte er nun übersehen, dass es auch zur Straße hin noch eine Stufe hinab ging. Er trat ins Nichts und stürzte aus dem Haus und lag auf dem Gehweg. Ausgerechnet mit dem linken Arm versuchte er sich reflexartig abzustützen. Aber da kam der stechende Schmerz von der Bruchstelle und er konnte einen kurzen dumpfen Aufschrei nicht verhindern. Der Koffer fiel ein kleines Stück auf die Straße und ein Fahrradfahrer sah es zu spät. Der Sturz mit dem Rad sah schlimmer aus als es am Ende war. Zwei Passanten halfen Kramer hoch, der dann zittrig und unsicher an die Wand gelehnt stand. Der Radfahrer, ein junger Mann in typischer Sportkleidung pöbelte laut herum. Sein Fahrrad war zum Glück weiter fahrbereit und er selbst hatte nur zwei Schürfwunden am Knie und Ellenbogen. Ein älterer Passant hob den Waffenkoffer auf und reichte ihn Kramer zu, der ihn mit zittriger Hand abnahm. „Sollen wir einen Krankenwagen rufen?“ fragte eine junge Frau besorgt. „Nein, Nein. Es geht schon. Ich muss nur etwas durchatmen.“ – „Wo wollen Sie denn mit dem Koffer hin? Können wir da helfen?“ fragte ein älterer Herr, der den ungewöhnlich länglichen Koffer aufmerksam betrachtete. „Vielen Dank“, kam es von Joseph Kramer, der nun nervös wurde, „ich komme jetzt zurecht. Ich muss nur einen Augenblick durchatmen.“ Joseph Kramer biss die Zähne zusammen und ging angestrengt voller Schmerzen in Richtung seines Ladas. Er durfte jetzt nicht schwanken. Es war alles schon auffällig genug. Mühsam und mit kleinen Schritten erreichte er sein Fahrzeug, warf den Waffenkoffer hinein und sank erschöpft und zittrig auf den Fahrersitz. Er war völlig am Ende und den erneuten unbändigen Harndruck ließ er jetzt einfach laufen. An ihm vorbei fuhren im hohen Tempo ein Notarztwagen und ein Krankenwagen. Kurz darauf kamen zwei Polizeiwagen mit Blaulicht. Kramer fuhr los und zwar in die andere Richtung und wie immer langsam und unauffällig. Nach über einer Stunde Fahrt erreichte er sein Zuhause in Bad Segeberg. * Um 16 Uhr kam endlich der operierende Arzt aus dem OP und ging zielstrebig auf die zwei jungen Frauen zu, die voller Sorge auf eine erlösende Nachricht warteten. Karin hatte verweinte Augen und neben ihr stand Tina, ihr Patenkind. Sie gingen dauernd auf und ab, setzten sich dann kurz und hielten sich gegenseitig tröstend umarmt. Der Arzt stand dann vor ihnen. „Er hat großes Glück gehabt“, begann der Arzt, ein schlanker Mann um die 40, „aber er hat viel Blut verloren. Der Schuss ging ins Schultergelenk und traf auch ein größeres Blutgefäß. Das Schultergelenk haben wir mit Schrauben und Drähten wieder zusammengeflickt. Das wird wieder, braucht aber Zeit.“ Karin und Tina fielen sich erleichtert in die Arme und begannen zu weinen. Der Arzt wartete einen Moment und fuhr fort: „Der Blutverlust ist so an der Grenze für eine Transfusion. Wir haben die Blutung gut gestillt und auf eine Transfusion verzichtet. Er ist dadurch sehr geschwächt, wird aber sein Blutvolumen in einigen Wochen vollständig aufbauen können.“ – „Wann kann er entlassen werden?“ fragte Karin. „Wir behalten ihn noch einen Tag zur Kontrolle. Morgen Nachmittag können Sie ihn abholen. Er könnte auch mit dem Krankentransport nach Hause gefahren werden.“ – „Wir holen ihn ab.“ Karin dachte schon weiter. Es war ein Anschlag. Die Gefahr war nicht vorbei und Tobias musste an einen Ort, den sonst keiner kennt. Zu Hause war es zu gefährlich. Und niemand – auch nicht das Krankenhaus – durfte die Zuflucht kennen. Karin und Tina fuhren nun zur Polizei. Die hatte darum gebeten. Auf dem Weg hatte Karin schon eine Idee. „Wir bringen Tobias zu Tante Irmchen. Sie wohnt mit ihrer Tochter Wanda in einem kleinen Dorf in der Nähe von Einbeck am Harz. Dort kann Tobias sich in Ruhe und Sicherheit erholen.“ Tina stimmte zu, fand die Idee gut und bot jede erdenkliche Hilfe an. * Auf dem Polizeipräsidium wartete Kommissar Helge Neumann schon auf Karin. „Das war ein Anschlag!“ begann er und bot dabei den beiden Frauen Stühle an. „Sie hatten ja schon den Verdacht und jetzt deutet alles darauf hin, dass auch dieser Anschlag zur Serie gehört. Vielleicht war Ihr Partner nicht...



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