E-Book, Deutsch, 356 Seiten
Harm Wer zu viel gesehen hat...
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7519-4762-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein neuer Fall für den Privatdetektiv Tobias Alff
E-Book, Deutsch, 356 Seiten
ISBN: 978-3-7519-4762-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Uwe Harm, Jahrgang 1952, lebt im Herzen Schleswig-Holsteins und ist als Diplom-Rechtspfleger bekannter Autor in der juristischen Fachliteratur, insbesondere zum Betreuungs- und Erbrecht. Seit zwei Jahren befindet er sich im Ruhestand und widmet sich nun spannenden Kriminalgeschichten. Die jahrzehntelangen Erfahrungen in der gerichtlichen Tätigkeit kommen ihm dabei zugute. Aber auch der Humor kommt in den Romanen nicht zu kurz. Kurzweilig, amüsant und spannend zugleich ist das Markenzeichen seiner Krimis.
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„Heinrich treibt es jetzt mit der neuen Haushaltshilfe, da bin ich nicht mehr 1. Wahl.“ Karin lacht bei diesem Verdacht laut los. –
„Laß‘ uns heute noch einen Blick auf die Spedition richten. Dann verbringen wir den Abend bei unserem Italiener“, schlägt Tobias vor.
Da es noch relativ hell draußen ist, fahren beide zu der Spedition , die ihr Betriebsgelände im Freihafen hat. Karin gibt die Anschrift in den Navi ihres Autos ein. Dort angekommen sehen sie einen großen Lkw-Hof, der an der Straße mit einem sehr hohen Roll-Tor abschließbar ist. Rechts daneben von der Straße erreichbar ist das zweigeschossige Bürogebäude mit einem Eingang von der Straße. Darüber eine große Leuchtschrift. Ganz am Ende des Hofes sind zwei große Lagerhallen mit Rolltoren zu sehen. Zwei große grau-blau gestreifte Auflieger mit großer Aufschrift stehen auf dem Hof. Ein Lkw diese Größe sieht man in einer offenen Halle stehen. Links auf dem Hof steht ein Mercedes-Sprinter, schwarz mit nur kleiner Aufschrift an der Fahrertür. Ein weiterer Sprinter steht auf der Seite des Bürogebäudes und ist ohne jede Aufschrift. Daneben stehen ein dunkelroter Ford-Mustang und ein schwarzer MB 500 mit verdunkelten Scheiben. Etwas weiter dahinter sieht man einen dunkelgrünen Jeep. Personen sind gerade nirgends zu sehen.
Tobias hat eine Idee und geht langsam über den Hof zu der offenen Lagerhalle. Der Hof ist grau gepflastert. Einige Lkw-Spuren und Ölflecke sind hier und da zu erkennen. Er sieht auch, dass der Hof videoüberwacht wird. Langsam nähert er sich der Lagerhalle und sieht, dass neben dem Lkw noch ein kleinerer einachsiger Lkw mit halb geöffneter Plane steht.
Daneben stehen zwei Holzkisten, die offenbar gerade ausgeladen wurden und auf der Ladefläche des Lkw stehen noch einige dieser Kisten. Aus einer Ecke der Lagerhalle hört Tobias Stimmen, die sich etwas aufgeregt anhören. Als er leise in Richtung dieser Stimmen geht, sieht er rechts eine dieser Kisten geöffnet stehen. In der Kiste liegen Säcke, scheinbar mit Reis oder einem Übersee-Getreide und zwei Säcke liegen direkt daneben. Die Säcke in der Kiste liegen irgendwie ungeordnet als ob man sie schon hochgenommen hat und wieder zurückfallen ließ. Dann hört Tobias die Stimmen deutlicher. Ein Mann mit ziemlich tiefer Stimme sagt gerade mit großer Lautstärke:
„Wer hat uns da beschissen? Unsere eigenen Leute oder sind wir schon in Süd-Amerika betrogen worden? Wer von euch hat den Container im Hafen geöffnet?“
Plötzlich Schweigen. Ein anderer etwas leiser: „Benno und ich waren zusammen dort. Wir haben alles so rausgenommen wie es war.“
„Habt ihr euch bedient?“ schrie der Mann drohend, „ich finde das heraus und dann gibt es Ärger!“
Tobias kommt nun mit hörbaren Schritten näher und die zwei Männer sehen ihn zuerst. Die Männer tragen grüne Arbeitskleidung, der etwas kleinere und schlanke Mann hat einen dunklen Bart und sieht eher südländisch aus oder sogar arabisch. Der ältere Mann ist dicker und hat Glatze. Der Mann, der laut wurde, ist mit einer dunklen Lederjacke und Jeans gekleidet. Er ist mindestens einen halben Kopf größer wie der ältere der Männer und ist ungewöhnlich massig. Er trägt seine langen schwarzen Haare streng nach hinten gebunden. Er könnte um die 50 sein.
„Was hast du hier zu suchen?“ brüllt der Mann Tobias an.
„Ich soll hier meinen Bruder abholen, Peter Holzer“, sagt Tobias ruhig.
„Peter Holzer gibt es hier nicht. Kennt einer von euch diesen Namen?“
Die beiden Männer schütteln mit dem Kopf. Der Mann nähert sich Tobias in drohender Pose und steht breitbeinig mit verschränkten Armen vor ihm.
„Wer soll das sein, dieser Holzer?“ fragt er fordernd.
Tobias sieht die beiden Männer wie sie eilig die Kiste schließen und zur Seite stellen. Dabei wird ein offener Alukoffer, der bisher hinter der Kiste stand, sichtbar. Tobias kann einige Plastikbeutel mit weißem Inhalt erkennen, die ganz nach Kokain aussehen. Auch dieser Koffer wird eilig geschlossen und zur Seite gestellt.
„Peter Holzer wollte hier einen Auftrag weitergeben und ich sollte ihn dann hier abholen.“ –
„Das Büro ist gerade geschlossen. Der Typ war nicht hier oder ist schon weg. Also mach jetzt hier die Fliege.“
Tobias nickt nur und geht dann langsam aus der Halle. Er hört noch ein lautes Geschrei ohne die Worte zu verstehen. Ihm wird klar, dass hier illegale Geschäfte, wahrscheinlich mit Drogen, laufen. Kaum ist Tobias am Auto, da biegt ein schwarzer Sprinter ohne Aufschrift und mit dunklen Scheiben auf den Hof ein. Der Sprinter fährt in die offene Halle und bremst hart. Tobias nimmt sich rasch sein Fernglas, das er immer im Auto bereitliegen hat und stellt sich hinter Karins Golf. Inzwischen beginnt sich das Rolltor langsam zu schließen, aber Tobias sieht noch gerade wie aus dem Sprinter eine schwarzhaarige junge Frau brutal herausgezerrt wird. Das Tor der Halle schließt in diesem Moment.
Karin hat aus dem Auto auch – ohne Fernglas - hingesehen und kann nichts mehr erkennen. „Die ganze Sache stinkt!“ ruft sie Tobias zu.
„Es geht um Drogen, Bordelle und Mädchen“, ist sich Tobias jetzt sicher.
Karin ist ganz unruhig, weil Tobias eine offenbar gefangene Frau gesehen hat. Beide sitzen im Wagen und überlegen. Wer könnte das gewesen sein? Karin vermutet, dass es auch um Menschenhandel geht. Und mit diesen Leuten ist nicht zu spaßen!
„Wir warten bis die Dämmerung einsetzt und inspizieren den Bereich hinter den Hallen. Vielleicht können wir dort unbemerkt einsteigen und nach dieser Frau sehen.“ Tobias wirkt entschlossen und gefährliche Aktionen reizen ihn immer.
„Gute Idee“, findet Karin und beide warten nicht lange, denn die Dämmerung setzt im Dezember immer früher ein. Inzwischen verlässt ein dunkler Sprinter den Hof. Das Tor schließt sofort wieder. Der Mann, der nach Tobias Meinung wohl der Inhaber ist, fährt nicht lange danach mit einen kleinen Suzuki-Jeep davon. Auch nach ihm schließt das Hoftor scheinbar automatisch.
Beide warten ab bis es ganz ruhig wird. Dann gehen sie vorsichtig über das daneben liegende Grundstück links neben dem Hof, das unbebaut ist. Zwei verrostete Container wurden dort abgestellt und weiter hinten liegen rostige Eisenträger und verrottetes Holz. Hohes Gras mit Brennnesseln und niedrigen kleinen Gehölzen zeigen, dass das Grundstück von niemanden aktuell genutzt wird. Tobias nimmt seine spezielle Werkzeugtasche mit, Werkzeuge, die das Öffnen von Fenster und Türen erleichtern. Vielleicht gibt es eine gute Möglichkeit, einzusteigen. Sie betrachten vom Nebengrundstück aus den Hof. Nur ein hoher Zaun trennt die Grundstücke. Tobias entdeckt die vier Kameras, die den gesamten Hof überwachen. Deshalb gehen sie nicht so nah an der Grundstücksgrenze entlang. Die Tore zu den Lagerräumen sind alle geschlossen. Menschen sind nirgends zu sehen. Nur im Bürohaus ist bei einem Fenster zur Straße hin Licht zu erkennen. Zum Grundstück hinter den Hallen müssen beide einen hohen Zaun überwinden. Der ist zum Glück schon beschädigt und an mehreren Stellen heruntergebogen. Sie schleichen sich nun hinter die Lagerhallen. Die haben nach hinten zwei relativ kleine Fenster. Tobias zieht sich am äußeren Fensterbrett hoch, um in die Halle zu sehen. Es ist alles dunkel. Nur schemenhaft kann er die beiden Lkw erkennen, die dort immer noch stehen. Hinter den Hallen sind zum Glück keine Kameras oder Bewegungsmelder erkennbar. Tobias nimmt aus seiner Werkzeugtasche Schraubenzieher und einen kleinen Kuhfuß. Das Fenster gibt schnell nach und es gibt nur ein kurzes Knacken. Tobias öffnet es nach innen. Er wartet, ob evtl. etwas bemerkt wurde. Aber es ist alles still. Als er durch das Fenster steigt und auf den Hallenboden springt, hört er ganz leise Musik, sieht aber nichts. Auch Karin klettert sehr leise durch das Fenster in die Halle und springt fast geräuschlos auf den Betonboden. Beide bleiben ganz still stehen und lauschen der Musik, um die Richtung wahrzunehmen. Die Musik kommt von ganz links, dort wo Tobias den brüllenden Typ mit den zwei Männern gesehen hatte. Beide schleichen langsam näher und bleiben kurz hinter dem kleineren Lkw stehen. Dann sehen sie einen schwachen Lichtschein, der aus einer Wandöffnung fällt. Eine kleine büroähnliche Ecke ist zu erkennen. Tobias geht leise einige Schritte näher und sieht den älteren Mann mit der Glatze dort sitzen. Er trägt eine alte abgetragene Jeans und über ein kariertes Hemd eine blaue Arbeitsjacke. Er hat ein älteres Kofferradio vor sich. Der eingestellte Sender bringt gerade „Atemlos“ von Helene Fischer und der Mann stellt das Radio deshalb etwas lauter ein. Vor ihm stehen mehrere Flaschen . Zwei alte und ziemlich kleine Röhrenbildschirme stehen ganz am Rand des Tisches, die mehrere Bereiche des Hofes zeigen. Der Mann...




