E-Book, Deutsch, 241 Seiten
Reihe: Dark Falling
Heiland Dark Falling - Lichter der Zukunft
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96714-089-7
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Mystische Romantasy
E-Book, Deutsch, 241 Seiten
Reihe: Dark Falling
ISBN: 978-3-96714-089-7
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ist das Herz stark genug, um es mit dem Teufel aufzunehmen? Um seiner Liebe zu Geal eine Chance zu geben, trifft Gideon eine folgenschwere Entscheidung: Er kündigt den Pakt mit dem Teufel auf. Auch Geal fühlt sich immer stärker zu dem ebenso charismatischen wie gebrochenen jungen Mann hingezogen. Durch die aufkeimenden Gefühle und den allmählichen Rückgewinn seiner Seele holen Gideon jedoch die Qualen seiner Erinnerungen ein. Der Teufel erkennt seinen Zwiespalt und spinnt eine tödliche Intrige, denn er will endgültig das bekommen, was ihm zusteht. Geal sieht keinen anderen Ausweg, als Gideon zu verlassen. Doch Gideon will seine neue Liebe um keinen Preis aufgeben, und auf einmal ist ausgerechnet der Teufel seine einzige Chance, um Geal nicht zu verlieren ... 'Dark Falling - Lichter der Zukunft' ist der Abschluss der mystischen Liebesroman-Reihe 'Dark Falling'. Die Reihe 'Dark Falling': Band 1: 'Dark Falling - Schatten der Vergangenheit' Band 2: 'Dark Falling - Lichter der Zukunft'
Autoren/Hrsg.
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1 Es war ein Frühlingsmorgen wie auf einer Postkarte. Die Morgensonne glänzte auf dem ungewöhnlich glatten Meer, und selbst die steilen Klippen und scharfen Felsen, die aus dem Wasser ragten, wirkten in dem rosagoldenen Licht gar nicht mehr gefährlich, sondern nur noch wildromantisch. Die Burg war erfüllt vom himmlisch süßen Duft der Pancakes, die es zum Frühstück gegeben hatte. Geal summte vor sich hin, während sie den Spiegel im Eingangsbereich putzte. Clairy, die Köchin der Burg, war gerade damit beschäftigt, mit einem Messer Kerzenwachs vom Boden zu kratzen. Geal traute ihren Ohren kaum, als die sonst so unnahbare, misstrauische junge Frau nach einer Weile in ihr Summen einstimmte. Ja, die Welt schien Geal nie friedlicher, nie schöner gewesen zu sein. Jäh wurde der Frieden gestört. »WAS?! Ich soll aus meinem Zimmer raus?!« Zwei Sekunden später knallte eine Tür zu, und Beatrice stürmte die Treppe hinab. Auf der letzten Stufe hielt sie inne. Wie ein Peitschenhieb traf ihr Blick auf Geal. Mit Schrecken stellte Geal fest, dass ihre schöne Schwester noch mehr an Gewicht verloren hatte. »Gideon will, dass ich mein Zimmer dir überlasse und an deiner Stelle in die Kammer ziehe. Steckst du dahinter?«, fuhr Beatrice sie an. »Was? Nein! Mach dir keine Sorgen, ich ziehe nicht in dein Zimmer«, versuchte Geal ihre Schwester zu beruhigen. »Niemals! Ich bleibe in der Kammer!« »Das will ich auch hoffen!« Ohne ein weiteres Wort rauschte Beatrice davon. »Sieht so aus, als hättest du dir deine eigene Schwester zur Feindin gemacht«, meinte Clairy trocken und fuhr mit dem Zeigefinger die Schneide ihres Messers nach. »Beziehungsweise Ersatzschwester, wie du ja selbst mal meintest. Pass jedenfalls lieber auf.« In diesem Moment läutete es an der Tür. Geal öffnete und konnte gerade noch rechtzeitig zur Seite springen, ehe zwei Männer einen goldumrahmten Spiegel hereinschleppten. »Die Möbellieferung. Der Rest ist noch im Wagen.« »Was …?« Weiter kam Geal nicht, denn vom ersten Stock aus war Gideons Stimme zu hören: »Perfekt, Sie sind pünktlich. Schaffen Sie alles in die Kammer am Ende des Flurs. Den alten Krempel dort können Sie einfach entsorgen.« »Was für Möbel?«, fragte Geal. Gideon rutschte auf dem Treppengeländer zu Geal hinab, landete elegant auf den Füßen und schlenderte auf sie zu. Er trug ein schlichtes weißes Shirt und dazu schwarze Jeans, die an den Knien aufgewetzt waren. Margaret, Geals Ersatzmutter, würde sagen: ›So kann man doch nicht rumlaufen! Mit Löchern in der Kleidung!‹ »Ich dachte mir schon, dass das Drama riesig sein würde, wenn Beatrice aus ihrem Zimmer ausziehen muss. Und dass du dich eh weigern würdest, es zu übernehmen. Also habe ich vorsorglich ein paar neue Möbel für die Kammer gekauft. Wenn du nicht in ein anderes Zimmer ziehen willst, dann kommt ein anderes Zimmer eben zu dir. Ich hoffe, der ganze Kram sieht gut aus. Laut Eugène gibt es nur einen einzigen kleinen Möbelladen in Dùn. Die Auswahl war also nicht gerade groß.« »Gideon!« »Die Möbel in der Kammer waren schon alt. Glaub also nicht, dass ich das für dich getan hätte.« Seine Stimme streichelte sie. Es fühlte sich an, als würde er mit den Fingerspitzen die dünne Haut über ihrer Wirbelsäule hinabfahren. Geal verschränkte die Hände hinter dem Rücken, damit Gideon die Gänsehaut nicht sah, die ihre Unterarme überzog. »Trotzdem danke.« Geal konnte kaum glauben, dass der junge Mann, der da gerade vor ihr stand und dafür sorgte, dass sie ein hübsches Zimmer hatte, derselbe war, der vor noch nicht allzu langer Zeit für sie den Inbegriff eines arroganten und vor allem kaltherzigen Schnösels dargestellt hatte. Vor dem sie sogar Angst gehabt hatte! Doch seit Gideon sich bei ihr für sein Verhalten entschuldigt und ihr das Du angeboten hatte, war es zwischen ihnen wesentlich entspannter. Vielleicht könnte Geal ihn sogar gernhaben. »Was machst du da?«, fragte er. »Den Spiegel putzen.« Der Schwamm sog den Schaum auf dem Spiegelglas auf und legte einen Streifen frei, aus dem heraus Gideon Geal ansah. Oder nicht Gideon. Vielmehr ein Gesicht, das auf den ersten Blick wie seines wirkte, jedoch viel herber und schärfer geschnitten war. Nur die Augen waren die seinen. Augen, die sich mit einem Mal vor Schreck weiteten. »Wie kann das sein?«, flüsterte Geal. Schon hatte Gideon einen Satz zur Seite gemacht. »Mhh?«, fragte er unschuldig. »Ich hätte schwören können, dass … Ach, nichts.« Doch hatte sie sich nicht schon mal eingebildet, dass Gideons Spiegelbild nicht sein eigenes Gesicht zeigte? Ja, vor nicht allzu langer Zeit in der Scheune, als er auf einmal am Waschbecken hinter ihr gestanden hatte … Aber wahrscheinlich hatte ihr nur die Angst, die sie damals noch vor ihm empfunden hatte, einen Streich gespielt. Oder sie hatte zu viele Märchen gelesen. Geal machte sich daran, den restlichen Schaum vom Spiegel zu wischen. Als sie sich umwandte, bemerkte sie Gideons Blick, der an ihren Gummistiefeln hing. Sie kannte diesen Blick inzwischen. »Was gefällt dir denn schon wieder nicht?« »Nichts.« »Nichts gefällt dir?« Gideon rollte mit den Augen. »Du hast mich schon verstanden. Nichts gefällt mir nicht an dir.« Das brachte sie zum Lachen. »Also gefällt dir alles an mir?« Sein schiefes Grinsen war gefährlich. Er lehnte sich gegen das Treppengeländer und verschränkte die Arme vor der Brust. »Ich könnte schwören, dass du mich gerade anflirtest.« »Was? Nein! Absolut nicht! Ich habe mich nur gewundert. Ich hätte nicht gedacht, dass du … Ich dachte, du wolltest meine Gummistiefel kritisieren.« Sie erinnerte sich daran, dass auch Clairy anwesend war. Hitze stieg von ihrem Hals in ihr Gesicht auf. »Ähm, die sind … mit Sicherheit praktisch.« »Sind sie auch.« »Und sie passen zu dir. Sie sind authentisch.« »Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Kompliment oder eine Beleidigung war.« »Es war ein Kompliment.« »Gut. Dann danke.« Nach und nach breitete sich Gideons Lächeln über sein ganzes Gesicht aus und traf Geal umso heftiger. Gideon wirkte dadurch so menschlich, so greifbar. Ein lautes Krachen, das aus der Kammer drang, ließ sie beide zusammenfahren. »Ich sollte mal nach dem Rechten sehen«, sagte er. »Nicht, dass diese Leute noch dein ganzes Zimmer auseinandernehmen.« Nachdem Gideon gegangen war, erhob sich Clairy vom Boden. Sie war ein ganzes Stück größer als Geal. »Ich bin fertig.« Auch Clairy hatte sich in der Zeit, seit Geal in der Burg arbeitete, verändert. Vor ein paar Wochen hatte sie Geal oft mindestens genauso finster angeblickt wie Gideon. Inzwischen war sie aufgetaut und erzählte sogar hin und wieder etwas über sich. Geal ahnte, dass die junge Frau aus sehr schwierigen Familienverhältnissen stammte. Clairy drückte Geal das Messer in die Hand. »Übrigens hast du tatsächlich mit ihm geflirtet.« »Habe ich nicht!« Clairy zuckte mit den Schultern. »Wäre doch nicht schlimm. Ich verstehe dich. Lass dich dabei nur nicht von Beatrice erwischen.« Am nächsten Tag pflanzte Geal draußen die Blumenbeete neu. Sie setzte gerade ein Stiefmütterchen in die Erde, als sie eine Bewegung schräg von sich wahrnahm. Gideon marschierte in Richtung des Pferdestalls. Er trug leuchtend gelbe Gummistiefel, an denen noch das Preisschild hing. Kurz nach dem Abendessen ritt Geal nach Hause, um nach Ian zu sehen. Sie stellte sich darauf ein, einen kleinen Umweg über den Hafen nehmen zu müssen, um über den Fluss zu gelangen. Denn Buidseach fehlte nach wie vor das Geld, um die eingestürzte Brücke richten zu lassen. Doch schon von Weitem stach ihr etwas Helles am Fluss ins Auge, das dort nicht hingehörte und sich als nigelnagelneue Holzbrücke entpuppte. Auf einer Seite der Brücke stand eine Messingplatte, auf der das Datum eingraviert war, ergänzt durch den Schriftzug: ›Wohlwollend gestiftet von Gideon Zeus.‹ Geals Herz wurde warm. Als sie Fionna am Scheunentor festband, wehte durch das gekippte Fenster des Hauses der Duft von Rosmarin und gebratenem Knoblauch nach draußen. Augenblicklich knurrte Geals Magen, denn die Aufregung um Gideons unerwartet großzügige und liebevolle Geste, ihr neue Möbel zu kaufen, hatte sie vergessen lassen, etwas zu essen. Geal winkte der alten Mrs Flenner zu, die mit ihrer Katze auf dem Schoß auf der Bank vor ihrem Haus saß, und läutete an der Tür. »Gealchen!«, freute sich Margaret. Hastig kippte sie eine Kehrschaufel mit Dreck in einen Eimer, um Geal dann fest an ihre Brust zu ziehen. »Was für eine schöne Überraschung! Du kommst gerade recht, ich habe heute zur Feier des Tages Cullen Skink, deinen Lieblingseintopf, gemacht.« Ihre Ersatzmutter strahlte bis über beide Ohren und hatte sogar etwas Parfüm aufgelegt. »Was gibt’s denn zu feiern?«, fragte Geal. »Das weißt du nicht?« Margaret legte die Handflächen zusammen, als wollte sie beten. »Wir sind gerettet.« Sie zog Geal am Ärmel ihrer Regenjacke in die Wohnstube und zeigte auf die Zimmerdecke, die frisch verputzt war. Keine Spur mehr von den Flecken, die der Wasserschaden verursacht hatte. »Gestern Morgen klingelte es, und zwei Männer standen vor der Tür. Sie sollten hier einen Wasserschaden reparieren, haben sie gesagt. Ich war natürlich ganz nervös. Ich wusste nicht, wie wir das bezahlen sollen.« »Und, wie sollen wir das...




