Hennig | Scars | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 564 Seiten

Reihe: Blueberry

Hennig Scars

Die Ruhe in unseren Herzen
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-2131-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Ruhe in unseren Herzen

E-Book, Deutsch, Band 1, 564 Seiten

Reihe: Blueberry

ISBN: 978-3-6951-2131-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach der Scheidung ihrer Eltern zieht Harper Adams in die beschauliche Kleinstadt Blueberry Hill. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten findet sie schnell Anschluss, vor allem dank der herzlichen Art der Bewohner. Dean Parker hingegen, den alle nur Monster nennen, träumt davon, Blueberry Hill zu verlassen. Ein BMX-Wettbewerb könnte ihm dabei helfen, doch dafür benötigt er Geld für die Teilnahmegebühr. Gemeinsam mit seinen Freunden schmiedet er einen Plan, aber um diesen in die Tat umzusetzen, braucht Dean eine Fake-Freundin - und wer könnte dafür besser geeignet sein als das neue Mädchen in der Stadt? Wird sich Harper darauf einlassen, und woran erkennt man, dass aus einem Spiel plötzlich Realität wird?

Mein Name ist Natalie Hennig, geboren 1991 in der Hansestadt Hamburg. Ich lese leidenschaftlich gerne und genieße es, dies mit einer Tasse Kaffee auf der Couch zu verbinden, am liebsten in meiner Lieblingsjahreszeit, dem Herbst. Zum Schreiben bin ich durch Fan-Fictions gekommen. Da mir viele Serienenden nicht gefielen, habe ich sie kurzerhand umgeschrieben. Später wagte ich es, meine eigenen Figuren zu erschaffen, aus denen mein Debüt "Broken" entstanden ist.
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KAPITEL 1 - Wohin, wenn der Weg voller Kürbisse ist?


»Widder: Seien Sie heute besonders achtsam, es könnte sein, dass Ihr Liebesglück an Ihnen vorbeifliegt. Greifen Sie zu.«

»Dein Ernst?«, grummelte ich und klemmte mein Telefon zwischen Schulter und Ohr fest, um nach dem Kaffee zu greifen, der über den dunklen Tresen auf mich zugeschoben wurde. Kurz formte ich mit den Lippen ein Danke und ließ den nächsten in der Reihe vortreten.

»Mein voller Ernst. Tante Luna hat mir letztens erzählt, dass sie und Onkel Peter quasi von den Sternen zueinander geführt wurden.«

Ich schnaubte und nahm das Telefon wieder richtig in die Hand, bevor es mir runterfiel. Kurz streifte mein Blick durch den kleinen Starbucks, doch keiner der Menschen nahm Notiz von mir. Was gut war, ich zog es vor, keine Aufmerksamkeit zu erregen. Eine Anzahl von Cliquen hatten sich gebildet, teilweise mit Laptops vor sich auf dem Tisch oder einem großen Lehrbuch auf dem Schoß. Die Schlange, die ich hinter mir gelassen hatte, bestand ebenfalls nur aus jungen Leuten. Hier muss irgendwo die Highschool sein, dachte ich. Kurzerhand drückte ich die Tür des Cafés mit der Schulter auf und trat in das herbstliche Blueberry Hill. Mein neues Zuhause.

»Deine Tante erzählte mir einmal, dass sie zehn Cent auf der Straße fand, nachdem ihr linker Zeh morgens gejuckt hatte.«

Der kalte Herbstwind fuhr mir durch die dunklen Haare und ich eilte in Richtung Stadtmitte, während ich mir den ersten Schluck meines Kaffees genehmigte. Mein Blick fiel auf den Namen, der auf meinem weißen Pappbecher stand. Ich verdrehte die Augen. Wer wurde schon nach einem Motorrad benannt? Doch dann fiel mir ein und dieser Vergleich gefiel mir schon etwas besser. Wie dem auch sei, immerhin war der Kaffee grandios.

»Harper!«, kam es dann stürmisch aus dem Telefon. Die Stimme von Sally meiner besten Freundin riss mich aus meinen Gedanken. Wir telefonierten so oft wie möglich miteinander, seit ich vor vier Wochen von San Francisco in eine Stadt gezogen war, die den Namen einer Obstsorte trug. Eine Gegend, die aussah, als wäre sie besser in einer Schneekugel aufgehoben und die gefühlt zehnmal weniger Einwohner hat als San Francisco. Was ein scharfer Kontrast war zu dem Leben, was ich hinter mir gelassen hatte.

Nach der Scheidung meiner Eltern und dem neuen Jobangebot meiner Mom als Lehrerin blieb mir und meinem kleinen Bruder Louis nichts anderes übrig, als unsere Freunde zurückzulassen und hier in dieser Kleinstadt ein neues Leben anzufangen.

Was für mich hieß: neue Schule und neue Menschen.

»Selbst wenn ich an Astrologie glauben würde, sage ich dir mit hundertprozentiger Sicherheit, dass dieses Horoskop nicht für diese Stadt geschrieben wurde.«

Ein Schnauben drang aus dem Telefon.

»So schlimm ist es bestimmt nicht.«

Ich lachte. »Ich gehe gerade an einer riesigen Pyramide aus Kürbissen vorbei, die fast den halben Rathausplatz einnimmt.«

»Und?«, fragte Sally. »Du liebst Halloween.«

»Sie feiern nicht einfach Halloween, Sal. Diese Stadt feiert es ein ganzes Wochenende. Es ist hier wie Weihnachten. Ein Volksfest, mit Buden, Geisterbahnen und Lagerfeuer.«

»Klingt, als wäre wenigstens das eine Sache, die dich an zu Hause erinnert.«

Jetzt schnaubte ich. »Du sagst es, aber du bist tausende von Meilen entfernt und ich bin hier.«

Als meine beste Freundin schwieg, bildete sich ein Kloß in meinem Hals.

Ich vermisste sie schrecklich. Ich vermisste die Großstadt, auch wenn sie mir schon immer zu laut gewesen war, doch Menschen wie Sally haben sie zu etwas Besonderem gemacht. Kurz schloss ich die Augen und sog die frische Luft in meine Lungen. Wenigstens gab es hier weniger Smog.

»Es ist nur ein Jahr, Harp. Nächstes Jahr werden wir zusammen nach Stanford gehen. Dann lässt du die Blaubeeren, Blaubeeren sein und kommst zurück.«

Ich nickte, auch wenn Sally mich nicht sehen konnte.

»Ein Jahr«, murmelte ich, immer noch mit dem Blick auf den riesigen

Berg von Kürbissen.

Ein Jahr hielt ich aus.

***

Es war kurz nach vier, als ich die Tür unseres Hauses aufschloss. Es war kleiner als das Apartment in San Francisco, doch für uns drei reichte es allemal. Es bestand aus vier Zimmern, Louis und meins oben, zusammen mit dem Badezimmer, sowie das kleine Wohnzimmer, das Schlafzimmer meiner Mom und der Küche unten. Zwar hatte ich das Apartment in San Francisco geliebt, jedoch musste ich zugeben, dass dieses Haus seinen Charme hatte. Es war die Art, wie wir hier zusammenwohnten. Es gab mir das Gefühl, als bräuchte ich die Großstadt nicht, weil meine Familie hier war und dieses Haus zu etwas Gemütlichen machte. Wärme breitete sich langsam in meinen Knochen aus, als ich aus den braunen Stiefeln schlüpfte und den Parka an die Garderobe hängte.

»Hey, ist jemand zu Hause?«, rief ich in die Stille hinein und ein Poltern ertönte von oben.

»Harps?«, rief Louis und kurz darauf rannte er die knarrenden Stufen der in die Jahre gekommenen Treppe hinab.

Mein Bruder fand es im Gegensatz zu mir unheimlich, aufregend hier zu sein. In den vier Wochen, in denen wir den Umzug gemeistert und versucht hatten, uns hier einzuleben, brachte er jeden Tag neue Infos aus der Stadt mit nach Hause. Mir war so, als kenne er bereits die ganze Stadt, im Gegensatz zu mir, die sich lieber zurückzog und zeichnete. Näher als die Zeichnungen, die ich von den Menschen hier anfertigte, wollte ich ihnen nicht kommen. Zumindest bis morgen. Denn da begann für Louis und mich der erste Schultag.

. Es graute mir, die Neue zu sein. Niemanden zu kennen, im Mittelpunkt zu stehen.

Louis dagegen freute sich schon wochenlang auf diesen Tag.

»Du glaubst es nicht«, begann er und umfasste meine Schultern.

Grinsend musterte ich meinen Bruder. Er war zwar nur zwei Jahre jünger als ich, trotzdem sah ich manchmal noch diesen kleinen Jungen in ihm, mit dem ich mich damals ins Kino schlich, um die neusten Horrorfilme anzusehen. Was zur Folge hatte, dass wir wochenlang in einem Bett schlafen mussten, um die Angst in Schach zu halten.

»Was denn?«, fragte ich ihn und strich ihm eine blonde Strähne aus dem Gesicht. Seine dunkelbraunen Augen, die so anders waren als meine, glänzten vor Aufregung.

»Pete, der Junge aus der Metzgerei, ist in meiner Klasse. Er hat mir schon einige seiner Freunde vorgestellt, das wird ein Kinderspiel morgen.«

»Das freut mich, Lou.« Spielerisch knuffte ich ihm in die Seite. Dann lief ich an ihm vorbei in die Küche, denn ich nahm den Duft meines Lieblingsessens wahr und als Reaktion darauf knurrte mein Magen.

Louis folgte mir in die Küche. Und ich hatte recht. Bei unserem Betreten der Küche holte meine Mutter gerade den Nudelauflauf aus dem Ofen.

Wenigstens ließen mich die Kürbisse hier in Ruhe.

Denn es war nicht nur die Kürbispyramide, sie waren einfach überall.

An fast jedem Hauseingang, auf den Grünflächen in der Stadt, in jedem Schaufenster. Sogar die Statue des Bürgermeisters reckte triumphierend einen geschnitzten Kürbis in die Höhe.

Meine Mom stellte die terrakottafarbene Form zum Abkühlen auf die Arbeitsplatte und pustete sich eine blonde Haarsträhne aus den Augen, als sie aufsah. Sie strahlte uns an.

»Perfektes Timing. Mögt ihr den Tisch decken?«

Louis holte Gläser und Teller aus dem Schrank, während ich das Besteck beschaffte. Wir bestückten damit den runden Esstisch, an dem höchstens vier Leute Platz fanden.

»Harper, hol noch drei tiefe Teller aus dem Schrank, heute gibt es eine Suppe als Vorspeise.«

»Eine Suppe?«, fragte ich misstrauisch. Meine Mutter war ein Multitalent, zugegeben. Sie konnte perfekt nähen, als Kind hatte sie jedes meiner Halloweenkostüme selbst angefertigt. Sie liebte die englische Literatur, weshalb mich damals Geschichten von oder in den Schlaf gelullten hatten. Obwohl ich kein Wort verstanden hatte, liebte ich es. Kochen allerdings? Der Auflauf war bereits die höchste Kunst auf diesem Gebiet.

»Exakt, und ich ignoriere mal das Entsetzen in deiner Stimme.«

»Sorry«, murmelte ich und holte die Suppenteller aus dem Schrank.

»Was für eine Suppe?«, fragte Louis, während er sich gerade die Fanta aus dem Kühlschrank nahm.

»Monika aus dem kleinen Supermarkt hat sie mir empfohlen. Setzt euch, dann werdet ihr schon sehen.«

Wir nahmen ohne einen weiteren Kommentar am Esstisch Platz und ich versuchte, den Gedanken beiseitezuschieben, dass sogar meine Mom längst Kontakte geknüpft hatte, obwohl ihr erster Arbeitstag an der Highschool auch erst morgen begann.

Es würde komisch werden, sie als meine Lehrerin an der Schule zu haben. Bevor ich mir aber weitere Überlegungen darüber machen konnte, füllte sie mir eine orangene Flüssigkeit in meinen tiefen Teller. Überrascht hob ich die Augenbrauen und sah in das glückliche Gesicht meiner...



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