Herbert | Ganz Gewiefte Gauner | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2, 222 Seiten

Reihe: Kurzkrimis aus der Feder eines Serienmörders

Herbert Ganz Gewiefte Gauner

Kurzkrimis aus der Feder eines Serienmörders Band 2
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7557-0348-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kurzkrimis aus der Feder eines Serienmörders Band 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 222 Seiten

Reihe: Kurzkrimis aus der Feder eines Serienmörders

ISBN: 978-3-7557-0348-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Gut geplant sind in diesen 18 Geschichten die Morde, Einbrüche und Überfälle. Auch die eine oder andere raffinierte Betrügerei ist dabei. Doch irgendwas geht meistens schief. Und es sind nicht immer die cleveren Ermittler, die dafür sorgen, dass auch den ganz gewieften Gaunern das Handwerk gelegt wird. Mehr als tausend Tote hat der Autor dieser Kurzkrimis, Matthias Herbert, auf dem Gewissen. Mit über 350 Filmen überwiegend im Spannungsbereich ist er einer der produktivsten Drehbuchautoren Deutschlands und damit ein virtueller Serienmörder. Seine professionelle Schriftstellerkarriere begann er vor über 30 Jahren als Verfasser von Illustrierten-Krimis, die nun erstmals in Buchform vorliegen.

Matthias Herbert wurde 1960 in Darmstadt geboren. Nach einem bis dahin eher ereignisarmen Leben machte er 1979 das Abitur und wurde zum Entsetzen vieler Polizist. Als Ordnungshüter stand er bald vor der Wahl, depressiv zu werden oder mit dem Schreiben zu beginnen. Er wählte eine Mischform: Er verfasste fortan kaum verständliche und traurige Prosa. Nach drei Jahren zog er die Uniform aus und hat seitdem eine Allergie gegen grüne Kleidung. Es folgte ein orientierungsloses Jahr, dann schrieb er sich zum Studium von Germanistik, Buchwesen und Publizistik in Mainz ein. Ein gleichzeitig eintreffender Nachwuchsliteraturpreis überzeugte ihn davon, dass er als Autor vielleicht doch nicht talentfrei war. Bald musste er aber feststellen, dass die Germanistik Literatur auseinandernimmt und nicht zusammensetzt und verlor die universitäre Motivation. Während er mehr schrieb als studierte, arbeitete u.a. als Kraftfahrer, Bäcker, Fensterputzer, Buchclubwerber, Druckereigehilfe, Installateur, Gärtner, Offsetmonteur, Meinungsforscher, Gewächshausverkäufer, Bewässerungskonstrukteur, Reprofotograf und Hifi-Händler. Neben einem unlesbaren Roman und diversen Erzählungen produzierte er in der Zeit verschiedene Theaterstücke, veranstaltete Literaturworkshops und -Feste und betreute mehrere Jahre eine Gruppe junger Autoren, aus der diverse, heute namhafte Künstler bzw. Journalisten hervorgingen. Geld verdiente er als Schriftsteller aber erst, als er anfing, Krimis für Illustrierte zu schreiben. Aus genau dieser Zeit stammt die vorliegende Sammlung von Kurzgeschichten über Mord und Totschlag, die allesamt zwischen 1997 und 2000 in Publikums-Zeitschriften aus der sogenannten Yellow-Press veröffentlicht wurden. Rundfunkarbeiten und eine Einladung zu einem Drehbuchseminar der Bertelsmann-Stiftung folgten. 1988 gab Matthias Herbert seinen letzten Brotjob auf und versuchte seinen Traum zu leben, als freier Schriftsteller zu existieren. Da er mit seinem ersten Drehbuch gleich als die Entdeckung des Jahrzehnts gefeiert wurde, musste er sich um Aufträge erst einmal keine Sorgen machen. Er gab das Prosaische nahezu vollständig auf und widmete sich filmischem Mord und Totschlag. Gute 30 Jahre später hat er mehr als tausend Tote auf dem Gewissen und über 350 Drehbücher verfasst. In einer der periodischen Wirtschafts- und Fernsehkrisen besann er sich dann auf seine Wurzeln und fing wieder mit Prosa an. Er folgte seiner heimlichen Liebe zur Fantasy und er erfand seine eigene

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DAS GEHEIMNIS DES SCHLAFZIMMERS
Albert Oster lag auf dem Sofa und hatte ein Loch zwischen den Augen. Kommissar Becker warf nur einen kurzen Blick auf den Toten. Sein Assistent Theo Schroth kam aus dem Schlafzimmer des Penthauses. „Wer, wie, wann, womit?“ Becker war kein Freund großer Worte. „Der Mann heißt Albert Oster. Erschossen mit einer 22er. Tatzeit 15:28 Uhr.“ Becker schaute auf. „Ja, das ist eine interessante Geschichte“, beeilte sich Schroth zu erklären. „Herr Rahner, kommen Sie doch mal her, bitte.“ Ein schmaler Mann im dunklen Anzug kam herüber. „Erzählen Sie dem Kommissar alles noch einmal genau.“ „Ich arbeite mit Herrn Osters Firma zusammen“, erklärte Rahner. „Meine Sekretärin hat ihn angerufen, wegen einer Exportsache. Er nimmt ab und sagt: „Augenblick, da ist jemand an der Tür“ und legt den Hörer neben den Apparat. Meine Sekretärin hört, wie die Tür geöffnet wird, dann fällt ein Schuss. Sie hat sofort die Polizei angerufen. Ich bin dann gleich hierhergefahren und …“ „Vielen Dank erst einmal, Herr Rahner.“ Becker ließ den Mann stehen und sah sich gründlich in der Wohnung um. Dann winkte er Schroth zu sich. „Schaff mir alles ran, was über den Toten und seine Firma zu bekommen ist.“ * Die Vernehmung von Evelyn Schneider, der Sekretärin, brachte nichts Neues. Sie bestätigte nur das, was Rahner schon erzählt hatte. Am Abend kam Schroth mit einem ganzen Bündel Akten in Beckers Büro. „Zusammenfassen.“ Schroth kannte den Ton. Er fasste sich kurz. „Ziemlich kleine Firma, kein besonders großer Umsatz, hauptsächlich Export in den Ostblock. Per Charter, weniger LKWs. Bilanz weist für das letzte Jahr Verluste aus. Kurz: unmöglich, dass er sich diese Wohnung nur durch sein Geschäft leisten konnte.“ „Sonst was?“ „Ja“, Schroth wurde eifrig. „Ich habe mir mal die Rechnungen angesehen. Die sind sehr unterschiedlich. Zum Beispiel hier: Ein Philipp Maurer verschickt eine große Kiste nach Moskau und bezahlt dafür fast 3500 DM. Von der Sorte gibt es noch ein paar. Rahner ist auch dabei. Vorher haben die ganz normale Preise bezahlt. Erst ab einem bestimmten Datum oder einer bestimmten Lieferung wird es teuer.“ „Erpressung?“ „Sieht so aus.“ * „Polizei?“ Philipp Maurer starrte die beiden Beamten erschrocken an. „Was kann ich für Sie tun?“ „Erklären Sie mir einfach, wieso Sie für einen Transport mehr Geld bezahlen, als die Ware wert ist.“ „Ich weiß nicht, wovon Sie reden“, stammelte Maurer. Schroth zog die betreffende Rechnung aus der Tasche und hielt sie ihm hin. „Davon. Was haben Sie dazu zu sagen.“ Maurer schwieg. „Wo waren Sie heute um 15:28 Uhr?“, fragte Becker. „Wieso?“ „Um diese Zeit ist Albert Oster erschossen worden.“ „Ach?“ Maurer war nicht übermäßig erschüttert. „Glauben Sie bloß nicht, dass das ein Verlust für die Menschheit ist.“ Er nickte vor sich hin. „Tot. So so. Heute Nachmittag habe ich noch versucht, mit ihm zu telefonieren. War aber nur der Anrufbeantworter dran.“ „Herr Maurer! Wo waren Sie heute um 15:28 Uhr?“ Becker verlor langsam die Geduld. Maurer schaute den Beamten fest an. „Um die Zeit war ich in der Sauna. Das können fünf Leute bezeugen.“ „Was hatte Oster gegen Sie in der Hand?“, fragte Schroth. Maurer verschränkte die Arme vor der Brust. „Ohne meinen Anwalt sage ich gar nichts mehr.“ * „Schön, fassen wir einmal zusammen“, meint Becker, als sie am Abend in ihrem Büro saßen. „Oster ist Spediteur für den Ostblock. Er bemerkt, dass ein paar von seinen Kunden Waren liefern, die nicht ausgeführt werden dürfen. Er will mitverdienen. Zuerst im Kleinen, durch überhöhte Rechnungen. Dann will er mehr. Irgendwann wird der wohl zu habgierig, und einer der faulen Kunden erledigt ihn. Maurer wars nicht. Rahner auch nicht, der hat das Überalibi.“ „Und jetzt?“, fragte Schroth. Becker überlegte kurz. „Hol doch mal die Tatortprotokolle.“ Die beiden studierten die Papiere schweigend. Dann sah Becker auf. „Hier schau mal, die Inventarliste. Da fehlt doch was.“ Schroth schaute auf das Papier, doch dann zuckte er nur die Achseln. „Was denn?“ „Erinnerst du dich nicht mehr, was Maurer erzählt hat?“ Becker nahm das Telefon und wählte. „Aha. Habe ich mir gedacht.“ Er hielt Schroth den Hörer hin. Schroth lauschte einen Augenblick, dann sagte er: „Aber dann kann er doch …“ „Genau“, meinte Becker und stand auf. „Wir müssen noch ein paar Leute besuchen.“ * Eine knappe Stunde später saßen beide bei Rahner im Büro. „Kann ich Ihnen noch irgendwie helfen?“, fragte der. „Womit befassen Sie sich eigentlich, Herr Rahner?“ Becker hatte es nicht eilig. Schroth sah sich derweil im Büro um. „Meine Firma stellt elektrische und elektronische Bauteile her. Wieso wollen Sie das wissen?“ Rahner war unverbindlich, aber sehr vorsichtig. „Ach nur so.“ Becker hatte scheinbar das Interesse an dem Thema verloren. „Eigentlich habe ich Sie aufgesucht, weil ich noch ein paar Fragen an Sie habe.“ „Bitte sehr.“ Rahner zündete sich eine Zigarette an. „Wo waren Sie heute zwischen 14:30 und 15:30 Uhr?“ „Ein wenig spazieren, wie jeden Tag. Wieso?“ „Waren Sie zufällig dabei auch in der Marktstraße?“ „Schon möglich“, kam zögernd die Antwort. „Wie Sie wissen, wohnt Oster in der Marktstraße. Wie Sie auch wissen, wurde er zwischen 14:30 und 15:00 Uhr erschossen.“ „Moment“, protestierte Rahner. „Das war doch erst nach halb vier!“ Becker antwortete nicht. Stattdessen holte er ein Gerät aus der Tasche, die er neben seinen Stuhl gestellt hatte und platzierte es auf dem Tisch. „Sie wissen, was das ist?“ „Ein Anrufbeantworter.“ Rahner betrachtete den kleinen Kasten misstrauisch. „Der ist aus Osters Wohnung. Den hatten wir gar nicht gefunden, bei der ersten Durchsuchung. Der stand nämlich nicht im Büro, sondern im Schlafzimmer. In einem Regal, wo man so etwas nicht vermutet. Wir haben ihn erst vor einer guten Stunde entdeckt. Und jetzt stellen Sie sich vor, er war eingeschaltet.“ „Und?“, fragte Rahner. „Was ist daran so ungewöhnlich.“ „Ich denke, das wissen Sie als Fachmann sehr genau“, sagte Becker. „Das ist ein ziemlich altes Gerät. Wenn es eingeschaltet ist, kann man nicht telefonieren wie bei einem modernen Modell. Wenn ein Anruf kommt, den man annehmen will, muss man den Apparat erst ausschalten. Aber er war noch immer in Betrieb. Oster wollte wohl weggehen und hatte ihn schon angeschaltet. Was sagen Sie denn dazu?“ Rahner zuckte die Achseln und blinzelte nervös. „Keine Ahnung, worauf Sie hinauswollen.“ „Ich glaube schon, dass Sie das ganz genau wissen.“ Schroth lehnte am Türrahmen und füllte diesen fast aus. Es war ein deutliches Zeichen. Rahner war hier mit ihnen in diesem Raum und Schroth versperrte ihm den einzigen Ausweg. „Merkwürdig, nicht?“, fuhr Becker fort. „Oster geht an ein Telefon, mit dem er gar nicht hätte telefonieren können, selbst wenn er gewollt hätte. Trotzdem ist es Ihrer Sekretärin gelungen, ihn anzurufen. Wie ist das möglich?“ Rahner zuckte nur die Achseln. Becker nickte Schroth zu, der daraufhin ins Vorzimmer ging. Rahner schaute ihm besorgt hinterher. „Was wird das?“, fragte er. „Nur ein kleines Experiment“, sagte Becker. „Wir haben uns Folgendes überlegt: Wenn der Anrufbeantworter die ganze Zeit angeschaltet war, dann konnte Ihre Sekretärin den Toten gar nicht angerufen haben. Da fragen wir uns natürlich, wen dann? Sie haben hier eine sehr aufwändige Telefonanlage, mit Nummernspeicher und so. Ihre Sekretärin muss nur einen Knopf drücken, dann wählt die Maschine von selbst. Versuchen wir doch einmal, was jetzt passiert, wenn mein Kollege versucht, von Ihrem Vorzimmer aus Albert Oster anzurufen.“ Er drehte sich zur Tür und rief: „Kann losgehen!“ Rahner hielt sich an den Armlehnen seines Sessels fest. Zwei Sekunden später klingelte das Telefon auf seinem Tisch. Rahner starrte zu Boden. „Alles klar“, meinte Schroth als er ins Zimmer zurückkam. „Genau so, wie wir uns das gedacht haben.“ Becker wandte sich wieder Rahner zu. „Sie sind ein...



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