Herzberg | Mörderisches Sylt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 375 Seiten

Reihe: Hannah Lambert ermittelt - Friesenkrimi-Reihe

Herzberg Mörderisches Sylt

Küstenkrimi - Nordseekrimi
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96714-013-2
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Küstenkrimi - Nordseekrimi

E-Book, Deutsch, Band 3, 375 Seiten

Reihe: Hannah Lambert ermittelt - Friesenkrimi-Reihe

ISBN: 978-3-96714-013-2
Verlag: Zeilenfluss
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sylt, mitten in der Hochsaison – doch für Urlaubspläne bleibt den Kommissaren Hannah Lambert und Sven-Ole Friedrichsen keine Zeit.   Nacheinander werden die Leichen zweier Callgirls gefunden, und schnell wird offensichtlich, dass sämtliche Spuren auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel enden. Als dann eine dritte junge Frau verschwindet, beginnt ein Wettrennen, bei dem Hannah und Ole gezwungen werden, weiter als je zuvor über ihre Grenzen hinauszugehen. Um einen weiteren Mord zu verhindern, müssen sie wirklich alles auf eine Karte setzen …
 
"Mörderisches Sylt" ist Teil 3 der Reihe "Hannah Lambert ermittelt".  Jeder Fall ist in sich abgeschlossen. Es kann allerdings nicht schaden, auch die vorangegangenen Fälle zu kennen ;)
 
Bisher erschienen:
"Ausgerechnet Sylt"
"Eiskaltes Sylt"
"Mörderisches Sylt"
"Stürmisches Sylt"
"Schneeweißes Sylt"
"Gieriges Sylt"
"Turbulentes Sylt"
"Düsteres Sylt"
"Funkelndes Sylt"
"Brennendes Sylt"
"Vergangenes Sylt"
"Trügerisches Sylt"
"Vergessenes Sylt" - JETZT BRANDNEU!

"Hannah Lambert ermittelt" ist mit über 1 Mio. verkauften Exemplaren eine der erfolgreichsten Krimi-Serien der letzten Jahre. Alle Teile sind als eBook, Taschenbuch und Hörbuch verfügbar (der neueste Teil als Hörbuch folgt in Kürze).
Herzberg Mörderisches Sylt jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


  2
  Rantum, Sylt ... am Abend zuvor     »Noch Champagner, Gnädigste?« Gina hielt Pepe – einem Riesen in Menschengestalt – ihr Glas entgegen und kicherte albern. Das Resultat der letzten drei Gläser, denn sie lallte auch ein wenig. »Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du wie Beißerchen aussiehst?« Sie bekam keine Antwort. Weit über ihr lag eine braun gebrannte Stirn in Falten. »Nie gehört? Beißerchen ... der riesige Typ aus den Bondfilmen. Der mit dem Gebiss aus Stahl!« Auch diese Erklärung sorgte für keine weitere Reaktion. Sie wartete noch einen Moment, aber es passierte nichts. Um das Gespräch am Laufen zu halten, musste also eine neue Frage her: »Und was machst du hier? Du bist so ’ne Art Butler – klar.« Sie schaute mit prüfendem Blick an dem Riesen neben sich hinunter. Aus den kurzen Hemdsärmeln ragten sehnige, muskulöse Arme heraus. Dazu Hände wie Bratpfannen. »Lass mich raten: Du machst für deinen Chef auch den Bodyguard, richtig?« Pepe nickte nur. Dazu huschte ein seltsames Lächeln über sein Gesicht. »Du redest wohl nicht gerne«, stellte Gina ernüchtert fest. Offensichtlich nicht, denn Pepe drehte sich wortlos um und entschwand in Richtung Bartresen. Der bildete den auf Hochglanz polierten Mittelpunkt einer Wellness-Oase, zu der ein riesiger Pool, eine Sauna, sowie Dampfbad und Solarium gehörten. Und das alles befand sich nicht etwa über der Erdoberfläche, sondern auf einer von vier Kellerebenen, die Teil einer geradezu gigantischen Villa waren. Einem wahren Schloss mit Reetdach, das an Luxus nichts vermissen ließ. Während Pepe mit Gläsern und Flaschen beschäftigt war, versuchte es Gina mit einer weiteren Frage, für die sie ihre Stimme strapazieren musste: »Wo bleibt eigentlich dein ... Chef?« Sie klang ein wenig unsicher. Was daran lag, dass sie die Machtverhältnisse in dieser absonderlichen Luxuswelt noch nicht ganz verstanden hatte. Mit dem Mann, den Gina ›Chef‹ nannte, hatte sie sich eine halbe Stunde zuvor von Berufs wegen auseinandergesetzt. Das Ergebnis – drei Minuten Hin und Her, mit einem Stöhnen zum Abschluss, als seien es mindestens dreißig gewesen – fiel im wahrsten Sinne des Wortes unbefriedigend aus. Davon abgesehen, tauchte unmittelbar nach dieser Expressnummer Pepe auf, um Gina mit sanfter Gewalt in die Wellness-Oase zu entführen. Noch wollte sie nicht aufgeben und versuchte es weiter mit lockerer Konversation: »Wo kommst du eigentlich her?« »Kuba«, kam es gewohnt wortkarg zurück. Von dem Moment an hatte sie erst mal genug von einseitigem Smalltalk. Warum sollte sie sich nicht einfach entspannen? Schließlich lag sie auf einer komfortablen Liege, im Pool plätscherte das Wasser und aus den Lautsprechern darüber drang leise die Stimme von Eros Ramazotti. Perfekt, um schweigend Schampus zu schlürfen. Plötzlich stand Pepe neben ihrer Liege. Sie hatte ihn gar nicht kommen hören. »Mein Herr ist gleich da.« »Dein Herr?«, wiederholte Gina. Aber wenigstens konnte sie sich ein Lachen verkneifen. »Klingt irgendwie krass.« Diese Einschätzung schien Pepe gar nicht zu interessieren. Er wollte schon wieder Champagner nachfüllen, doch Gina verdeckte ihr Glas mit der freien Hand und schüttelte den Kopf. Die feuchte Luft hatte dafür gesorgt, dass ihre blonden Locken mittlerweile wie angeklatscht aussahen. »Soll ich mich vorher noch ’n bisschen frisch machen?« Pepes Mund, zu dem riesige Lippen gehörten, öffnete sich, aber er fand keine Zeit mehr für eine Antwort, weil ein leises Klingeln die Ankunft des Fahrstuhls verhieß. »Da ist er ja schon!«, stellte Gina übertrieben fröhlich fest. Danach flüsterte sie nur noch. »Glaubst du, er will noch mal ...?« Den Rest erklärte eine vielsagende Handbewegung. Während Pepes beinahe panischer Blick an den Fahrstuhltüren klebte, lag einer seiner Finger auf seinen Lippen. Ein klares Redeverbot. »Hast du alles, was du brauchst?« Die heisere Stimme, die sich irgendwie krank und kraftlos anhörte, kannte Gina bereits. Ihr Gastgeber war im Anmarsch. Der stand im nächsten Moment links von ihrer Liege und schaute zu ihr hinunter. Offensichtlich hatte Pepes Herr geduscht und sich ein Handtuch um die Hüften geschlungen. Ein Anblick, der in erster Linie Mitleid erregte, denn es handelte sich kaum mehr um einen Mann, sondern höchstens um einen billigen Abklatsch davon. Zu einem weiß-grauen Körper gehörten dürre Arme und Beine. Insgesamt sah es aus, als wäre ihm seine Haut zwei Nummern zu groß geworden. »Mir geht’s gut!«, erklärte Gina mit gespielter Begeisterung. »Ich hab Pepe gerade gefragt, ob du nochmal Lust hast.« Diese Andeutung sorgte für keinerlei Reaktion. Der Typ stand noch immer neben der Liege und starrte seltsam verklärt in Ginas Gesicht. Ihr war es ohnehin egal, denn sie hatte ihr Geld gleich nach ihrer Ankunft verlangt. Bei Neukunden war das in ihrem Geschäft ein gängiges Prozedere. Man wusste ja nie. Und tausend Euro für anderthalb Stunden Wellness? Besser konnte es doch gar nicht laufen. Trotzdem! Gina hatte sich – mehr oder weniger locker und ohne konkrete Uhrzeit – mit einem weiteren Kunden verabredet. Und davon abgesehen, hatte sie genug Champagner getrunken, in Ihrem Kopf drehte sich bereits alles. Ohne ein Wort zu verlieren, ließ sich ihr Gastgeber auf der Liege neben ihr nieder und zupfte eine Weile an seinem Handtuch. Wohl, um tiefere Einblicke zu verhindern. Aber darauf konnte Gina auch gut verzichten. Sie versuchte es mit einer weiteren Erklärung: »Ich würd gern den Zug um acht kriegen – noch rüber aufs Festland. Ist das ein Problem für dich?« Erneut keinerlei Regung. Weder von ihrem Gastgeber noch von Pepe. Dessen seltsames Lächeln ging Gina mittlerweile gewaltig auf den Zeiger. Künstlich war es ohnehin, denn seine Augen beteiligten sich nicht daran und blieben eiskalt. Gerade so, als wären sie in der Lage, einen zarten Frauenkörper von neunundvierzig Kilo mühelos zu durchbohren. Nachdem längere Zeit nichts passierte, versuchte es Gina mit schüchternem Kichern und einem Hinweis: »Wir sollten dann langsam mal zum Ende kommen. Die zwei Stunden, für die du bezahlt hast, sind bald rum.« Anfangs sah es aus, als wollte der Mann wieder nicht reagieren. Doch dann richtete er sich auf seiner Liege ein kleines Stück auf und schaute zu Gina hinüber, die Augen zu Schlitzen verengt. »Du bist hier noch nicht fertig.« Das hatte eine belustigte Nachfrage zur Folge: »Und das bestimmst du, ja?« Gina war nicht wirklich wütend, aber es wurde offensichtlich Zeit für eine klare Ansage. Das Vokabular dafür lernte man in ihrem Gewerbe gleich am ersten Tag. »Pass mal auf: Du hast mich für zwei Stunden bezahlt und ich hab nicht vor, noch länger ...« Eine kraftvolle Hand an ihrer Schulter ließ sie verstummen. Wobei der Begriff ›Hand‹ dieses Körperteil nicht ausreichend beschrieb. Es handelte sich vielmehr um eine Pranke mit vier Fingern und einem Daumen, die sich nicht gerade sanft um ihren kompletten Schulterbereich legten. Zwei Fingerspitzen reichten beinahe bis zu ihrer Brust hinunter. Gina schaute zu Pepe empor. Der schüttelte nur den Kopf und deutete mit einer kaum erkennbaren Bewegung auf seinen Herrn. Der war noch nicht fertig. »Machst du dir ernsthaft Sorgen um dein Geld?« Nein! Darum machte sich Gina in diesem Fall wirklich keine Sorgen. Ein Rolls-Royce mit Pepe am Steuer hatte sie in Westerland abgeholt und erst wieder vor einer reetgedeckten Villa mitten in den Dünen über Rantum gehalten. In derart exponierter Lage ließen nur Sylter mit richtig viel Geld ihre Tempel errichten. Und weil die strengen Bauvorschriften nach oben nur wenig Entfaltungsspielraum boten, war es neuerdings groß in Mode gekommen, die Luxus-Oasen mindestens dreifach zu unterkellern. Abgesehen davon, machte sich Gina schon lange keine Sorgen mehr um Geld. Früher war das anders gewesen. In einem Leben, in dem sie zwangsweise auf den Namen Gabriele Kunze hören musste – ein Vorname, für den sie ihre Eltern auch heute noch beinahe täglich verfluchte. In diesem Leben, das weit hinter ihr lag, hatte sie nach der Hauptschule die Frisörlehre gleich im ersten Vierteljahr geschmissen und sich mit ihrem Freund, der von dort kam, kurzerhand ins sonnige Portugal abgesetzt. Aber das große Glück hielt nur ein paar Monate. Als sie kurz vor Weihnachten – pleite, durchgefroren und gründlich frustriert – mit einer Sporttasche vor der Haustür ihre Eltern stand, passte ihr Schlüssel nicht mehr ins Schloss. Und das war kein Zufall. Nach dreifachem Klingeln fiel die Begrüßung unterkühlt, der nachfolgende Streit allerdings umso heftiger aus. Für Gabriele sei kein Platz mehr im Hause Kunze, hieß es mit einer selten dagewesenen Einigkeit ihrer Eltern. Ihr Bruder habe ohnehin längst ihr Zimmer annektiert und wäre wohl kaum willens, es freiwillig wieder herzugeben. Danach ging alles ganz schnell. Aus Gabriele wurde Gina, aus einem möblierten Zimmer in Klixbüll – nicht weit von der Autoverladung Richtung Sylt entfernt – ein schnuckeliges Luxus-Apartment mitten in Westerland, für das sie jeden Monat dreitausend Euro in bar hinblättern musste. Geld, das sie manchmal mit Leichtigkeit an einem einzelnen Wochenende verdiente. Hier auf Sylt gab es schließlich haufenweise Millionäre, sogar Milliardäre. Aber deren Vorlieben – so hatte sie schnell herausgefunden – waren oft abartig. Und es gab eben Dinge, die sie nicht mal für noch so viel Geld zu tun bereit war. »Mach es dir doch in der Sauna gemütlich«,...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.