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E-Book

E-Book, Deutsch, 310 Seiten

Hofmann Regelbrecher


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-4591-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 310 Seiten

ISBN: 978-3-7568-4591-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Regelbrecher - Regeln sollten eingehalten werden, auch in einem Naturpark! - Wieso verschwinden zwei Frauen spurlos, deren einzige Verbindung der Aufenthalt in einem Naturschutzpark ist. Das fragt sich der Mainzer Oberkommissar Christian Seifert, der bei der Untersuchung ungeklärter Vermisstenfälle auf diese kuriose Gemeinsamkeit stößt. Was anfangs als Routinearbeit beginnt, entwickelt sich im Laufe der Ermittlungen zu einem Fall ungeahnter Tragweite. Und von dem Gedanken, dass ein Mörder sein Unwesen im Park treibt, ist Seifert nicht mehr abzubringen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt als erneut eine Frau verschwindet. Je tiefer der Oberkommissar gräbt, desto mehr bringt er sich in Gefahr.

Kurz und schmerzlos! E. Hofmann lebt, liebt und schreibt in der Rheinhessischen Schweiz. Die in Mainz geborene Autorin genießt es, an ihrem Schreibtisch laute Rockmusik zu hören, liest am liebsten Fantasy-Romane und gestaltet gerne Webseiten. Zudem schwört sie auf spannende Krimis mit mindestens zwei Leichen. Über Letzteres schreibt sie auch. Auszeiten gönnt sie sich in einem gemütlichen Café mit Familie oder Freunden.

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4. ERNÜCHTERNDE ERMITTLUNGEN
Gegenwart Nach dem eher enttäuschenden Gespräch mit Henry Kerner musste Christian Seifert bereits zwei Tage später in seinem eigenen Bezirk Ermittlungen durchführen. Simone Koch, eine fünfundzwanzigjährige Studentin aus Mainz, wurde seit fünf Jahren vermisst. Da sein Anlaufziel in der Nähe lag, beschloss er spontan, das für diese Jahreszeit ungewöhnliche milde und trockene Wetter für einen Spaziergang zu den Eltern von Simone Koch auszunutzen. Nicht oft bot sich ihm in seinem Job die Gelegenheit, zu Fuß zu laufen. Sein Weg führte ihn am Rhein entlang Richtung Kaisertor. Beim Anblick der geschmackvollen Fassaden der vier- und fünfgeschossigen Häuser konnte er kaum glauben, dass es erst vier Jahre her war, seit er von Mannheim in einen Vorort von Mainz gezogen war. Davor war er zwei Jahre per Bahn von der Quadrate-Stadt nach Mainz gependelt. Er verspürte jetzt nicht das Bedürfnis, mitten in der Stadt zu wohnen. Hohe Mieten und zu wenig Parkplätze standen dem entgegen. Jedoch konnte er sich vorstellen, nach Dienstschluss zwanglos noch in einer der Altstadtkneipen gemütlich ein Feierabendbierchen zu trinken, ohne sich Gedanken zu machen, wann der letzte Bus nach Hause fuhr. Seit einer gescheiterten Beziehung und dem Wechsel zur Kriminalpolizei Mainz genoss er seine persönliche Freiheit. Tun und lassen zu können, was immer er wollte und niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen, waren Vorzüge, die er derzeit ausgiebig genoss. Auch wenn ihm natürlich klar war, dass er für diese Art von Leben doch mittlerweile langsam zu alt wurde. Er war sich sicher, dass sich dieser Zustand von alleine ändern würde, wenn die Richtige käme. Wenn? Seine Gedanken schweiften ab und er dachte an Rena Berger, eine Frau, die er durch einen seiner Fälle kennen gelernt hatte. Mittlerweile verband ihn mehr als nur eine ‚gute Freundschaft‘ mit ihr. Vielleicht noch mehr? Seifert geriet ins Grübeln. Ja, es gab mehr, was ihn an Rena Berger reizte. Sie war intelligent, lustig, und sah nicht schlecht aus - eine sehr weibliche, attraktive Erscheinung - und eine interessante Frau. Bereits beim ersten Treffen war sie ihm aufgefallen. Auch mit ihrer quirligen zwölfjährigen Tochter kam er gut zurecht. Je länger er darüber nachdachte, wieso er diese ‚Beziehung‘ nicht vertiefte, wurde ihm klar, dass er es wohl herausfinden sollte. Seifert unterbrach seine privaten Gedankengänge, als er das Mehrfamilienhaus erreichte, in dem die Eltern der vermissten Simone Koch immer noch wohnten. Das Haus war, wie so viele Häuser in der Stadt, aufwendig restauriert worden und sogar von etwas Grün umgeben. Die Gegend zählte durch ihre Nähe zur Stadt mit zu den beliebtesten Wohngebieten und er stellte sich kurz vor, wie es wohl wäre hier zu wohnen. Doch schob er diese Gedanken schnell beiseite, jetzt war dafür nicht der richtige Zeitpunkt. Er hatte eine Aufgabe zu erledigen. Mit gemischten Gefühlen, die irgendwo zwischen Verständnis und Pflichtbewusstsein angesiedelt waren, suchte er nach dem Hauseingang. Telefonisch hatte er vorab seinen Besuch angekündigt. Bereits in diesem kurzen Telefongespräch mit dem Vater der jungen Frau wurde ihm bewusst, dass es nicht leicht war, in alten Erinnerungen zu wühlen und ein Leben wieder neu zu durchleuchten. Zu oft wurden alte Wunden aufgerissen oder sogar Hoffnungen geweckt. Bevor er den Klingelknopf drückte, atmete er tief durch. Wappnete sich innerlich gegen die Gefühle, die gleich auf ihn einstürzen würden und die er nicht zu nah an sich herankommen lassen wollte. Und obwohl er in seinem Beruf einiges gewohnt war, bedeutete es nicht, dass man dagegen immun wurde oder gar abstumpfte. Der Summer ertönte und er drückte schwungvoll die Haustür auf. Für den Aufstieg in den dritten Stock benutzte er die Treppen. Oben angekommen wurde er bereits erwartet. Dem schlanken, grauhaarigen Mittfünfziger, der im Türrahmen der Wohnungstür stand, waren die schlimmen Ereignisse der letzten fünf Jahre deutlich anzusehen. Um die wachen hellblauen Augen und den schmalen blutleeren Mund hatten sich tiefe Sorgenfalten eingegraben. »Kommissar Seifert?« »Ja, Christian Seifert vom LKA!« Der Oberkommissar zeigte dem Mann, der sich als Frank Koch vorstellte, seinen Dienstausweis. Nach einem kurzen Blick darauf wurde er von ihm in die Wohnung gebeten. Drinnen roch es unangenehm nach gekochtem Essen und ungewaschenen Körpern. Eine ältere, aber im Gegensatz zu ihrem Mann fast winzige Frau, wartete bereits im Flur. Die Trauer um ihr einziges Kind schien sie in sich zusammengeschrumpft zu haben. Auch wirkte ihr Äußeres ungepflegt. Ihr kinnlanges, graues Haar war strähnig und die Kleidung die sie trug schmuddelig. Mit leiser Stimme stellte sie sich als Marion Koch vor. Seifert gab ihr zur Begrüßung die Hand und wurde weiter ins Wohnzimmer geführt, wo sie ihm einen Platz auf einer schäbigen, durchgesessenen Couch anbot. »Wissen Sie etwas Neues?« Der Oberkommissar, der mit dieser Frage bereits gerechnet hatte, sah sich zwei erwartungsvoll blickenden Augenpaaren gegenüber. »Nein, es tut mir leid! Es ist nur so, dass wir uns die Akten noch einmal vornehmen, ob vielleicht nicht irgendetwas übersehen wurde! Ein wichtiges Detail, das uns heute bei der Lösung vielleicht helfen könnte!« Wahrheitsgemäß beantwortete er die Frage von Simones Mutter. Sein Eindruck, dass die Kochs darüber noch nicht einmal enttäuscht zu sein schienen, bestätigte sich, als er in die müden Gesichter der beiden blickte. Allem Anschein nach hatten die Eltern von Simone Koch schon lange resigniert. Aber wie er aus eigner Erfahrung wusste, war die Hoffnung das, was als Letztes übrig blieb. Er griff in sein Jackett und zog ein kleines schwarzes Notizbuch heraus, in das er sich einige Fragen notiert hatte. »Können wir?« Nur Frank Koch nickte schweigend. Seifert holte tief Luft und begann seine Befragung mit dem letzten Tag, den Simone mit ihren Eltern verbrachte. Es wurde ein sehr anstrengendes Gespräch. Waren die Kochs am Anfang relativ gefasst, brach Marion Koch während der Befragung in Tränen aus und konnte nicht mehr weitersprechen. Frank Koch dagegen schwieg minutenlang, saß einfach nur da. Erstarrt! Er hielt den Kopf gesenkt, den Blick ins Leere gerichtet. Bis er schließlich aufstand und das Zimmer verließ. Seifert schloss sein Notizbuch. Noch waren zwar nicht alle seine Fragen geklärt, aber momentan war nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Er würde es später noch einmal versuchen. Doch bereits schon jetzt wusste er, dass sich während der Befragung nichts ergeben würde, was er nicht bereits aus den Akten wusste. Inzwischen konnte er sich aber ein genaues Bild von der Vermissten machen. Simone Koch musste eine ehrgeizige junge Frau gewesen sein, die mit Vorliebe Erkundigungen durch die Vogelwelt unternahm, auf Partys ging und trotzdem eine fleißige Schülerin war. Sie fuhr gerne mit dem Zug in verschiedene Naturschutzparks in der Umgebung und nahm dabei ihr Mountain-Bike mit, von dem ebenfalls jede Spur fehlte. Seiferts stiller Wunsch, etwas in Erfahrung zu bringen was ihm weiterhelfen würde, erfüllte sich jedoch nicht. Dennoch bat er darum, sich das Zimmer der jungen Frau ansehen zu dürfen. Fast war er sich sicher, dass dort, seit deren Verschwinden, von ihren Eltern keinerlei Veränderungen vorgenommen worden waren. Seine Vermutung bestätigte sich, als er die Zimmertür öffnete. Das Zuhause einer vermissten Person zu durchsuchen, ihre Besitztümer zu durchforsten und die Geheimnisse ihres Lebens auszukundschaften, gehörten bis heute nicht zu seinen Lieblingsaufgaben. Dementsprechend fühlte er leichtes Unbehagen, als er das Zimmer betrat. Der Raum sah immer noch so aus, wie Simone Koch ihn an dem Tag ihres Verschwindens zurück gelassen hatte. Ihre Bücher lagen auf dem Schreibtisch, geöffnet und jahrelang nicht benutzt. An den Wänden hingen Poster von seltenen Vögeln und eine verspielte Bildcollage von Freunden und Familie. Auf seinen Wunsch hin ließ das Ehepaar ihn alleine. Nachdenklich sah er sich um und versuchte den Raum auf sich wirken zu lassen. Er blieb vor der Collage stehen, die er aufmerksam betrachtete. Sie zeigten Bruchstücke aus dem Leben der Vermissten, in denen sie fröhlich und unbeschwert wirkte. Von ihrem Vater erfuhr er, dass Simone Ornithologie studierte und jetzt ergaben auch die Poster an den Wänden einen Sinn. Ebenso wie die vielen Bücher über Vögel, die in den Regalen standen. Auf einer Korkpinnwand waren Postkarten und Broschüren verschiedener Wildparks geheftet. Irgendetwas weckte eine Erinnerung, aber er wusste sie nicht einzuordnen. Längere Zeit starrte Seifert an die Wand. Verharrte regungslos für mehrere Minuten, bis seine Augen tränten. Er prägte sich jedes Detail an der Wand und auch die des...



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