Hoyt | Sündiges Verlangen einer Lady | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 88, 400 Seiten

Reihe: Historical Gold Extra

Hoyt Sündiges Verlangen einer Lady


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6532-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 88, 400 Seiten

Reihe: Historical Gold Extra

ISBN: 978-3-7337-6532-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Wie unschicklich!' Auf einem Ball ertappt Lady Hero Londons größten Verführer Lord Griffin beim Liebespiel mit einer verheirateten Dame. Doch als sich ihre Blicke treffen, mischt sich in Heros Entrüstung ein anderes, weitaus gefährlicheres Gefühl: Lust! Nie zuvor hat ein Gentleman derartiges Verlangen in ihr geweckt. Dem lasterhaften Lord scheint es ähnlich zu gehen - plötzlich ist Hero das neue Ziel seiner Begierde. Schamlos flirtet er mit ihr. Ein Skandal bahnt sich an ... denn Hero ist verlobt - mit Lord Griffins angesehenem älteren Bruder! Da macht Griffin der hübschen Lady ein überraschendes Angebot. Kann sie dem liebestollen Casanova vertrauen?



Elizabeth Hoyt zählt zu den US-amerikanischen Bestseller-Autoren der New York Times für historische Romane. Ihren ersten Roman der Princess-Trilogie 'Die Schöne mit der Maske' veröffentlichte sie im Jahr 2006, seitdem folgten zwölf weitere Romane. Gern versetzt die erfolgreiche Schriftstellerin ihre Romanfiguren in das georgianische Zeitalter. Nachdem ihre beiden Kinder zum Kindergarten gingen, begann sie mit dem Schreiben ihres ersten Romans. Während ihrer Jugend verbrachte sie viel Zeit mit ihrer Familie im Ausland, längere Zeit lebte die Familie in Großbritannien in Oxford sowie in St. Andrews. Belgien, Deutschland und Frankreich kennt sie ebenfalls durch ihre vielen Reisen, als Austauschstudentin verbrachte sie einen Sommer in Kawasaki in Japan. Die Reisen mit der Familie enden häufig an einem archäologischen Ausgrabungsort. Ihre Freizeit verbringt sie im Garten, die begeisterte Hobbygärtnerin besitzt 26 Varianten der Taglilie sowie viele Sorten Funkien.

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1. KAPITEL

Es war einmal eine schöne und kluge Königin, die lebte in einem Land auf der anderen Seite der Welt. Man nannte sie Ravenhair …

Aus „Queen Ravenhair“

London, England

Oktober 1737

Die Tochter eines Dukes lernt bereits früh im Leben das angemessene Verhalten in beinahe jeder Situation. Auf welcher Platte man geröstete Lerchen servierte. Wann man eine nicht ganz salonfähige Dowager Countess grüßte und bei welcher Gelegenheit man sie schnitt. Was man trug, wenn man in einem Boot die Themse hinabfuhr, und wie man die Avancen eines leicht angetrunkenen Earls mit geringem Einkommen nach einem Picknick abwehrte.

Eigentlich alles, dachte Lady Hero Batten trocken, nur wie man einen Gentleman ansprach, der sich gerade leidenschaftlich mit einer Dame vergnügte, die nicht seine Frau war, das nicht.

„Ähem“, versuchte sie es, während sie die Stuckornamente an der Decke über sich fixierte.

Die beiden auf dem Sofa schienen sie nicht zu hören. Stattdessen gab die Dame aus den Tiefen ihres scheußlichen rotbraun gestreiften Kleides, dessen Röcke man ihr über den Kopf gestülpt hatte, ein paar schrille Schreie von sich.

Hero seufzte. Sie befand sich in einem schummrigen Salon hinter der Bibliothek von Mandeville House und bedauerte es, dass sie sich ausgerechnet diesen Raum ausgesucht hatte, um ihren Strumpf zu richten. Hätte sie den blauen Orientalischen Salon gewählt, säße ihr Strumpf nun tadellos, und sie wäre längst wieder im Ballsaal – und hätte mit dieser peinlichen Situation nichts zu tun.

Vorsichtig senkte sie den Blick. Der Gentleman trug eine unauffällige weiße Perücke, hatte seinen bestickten Gehrock aus Satin beiseite geworfen und mühte sich in Hemd und einer smaragdgrünen Weste über der Dame ab. Seine Breeches und seine Unterwäsche hatte er bis zu den Knien heruntergezogen, um sich sein Vorhaben leichter zu machen, und immer wieder wurde eine muskulöse Pobacke sichtbar.

Unanständigerweise fand Hero den Anblick faszinierend. Wer dieser Gentleman auch sein mochte, sein Körper war recht … erstaunlich.

Sie riss ihren Blick fort, um sehnsüchtig zur Tür zu blicken. Tatsächlich würden es ihr nur wenige verdenken, wenn sie sich diskret umdrehte und auf Zehenspitzen aus dem Zimmer schliche. Genau das hätte sie auch getan, als sie den Salon betreten und das Geschehen dort entdeckt hatte, wäre sie nicht zwei Minuten zuvor Lord Pimbroke im Gang begegnet. Denn wie der Zufall so spielte, hatte Hero das scheußliche rot-braun gestreifte Kleid früher an diesem Abend an Lady Pimbroke bemerkt.

Wenn Hero sich auch ungern einer peinlichen Lage aussetzte, so waren ihre eigenen Gefühle letztlich nicht so bedeutend wie ein mögliches Duell und die daraus folgende Verletzung oder gar der Tod eines der Kontrahenten.

Nachdem sie zu diesem Schluss gekommen war, nickte Hero, nahm einen ihrer Diamantohrringe ab und zielte auf das Gesäß des Gentlemans. Insgeheim war sie immer stolz auf ihre Treffsicherheit gewesen – nicht, dass sie täglich davon Gebrauch machte –, und sie war recht zufrieden, als sie den Mann aufjaulen hörte.

Er fluchte, drehte sich um und blickte sie über die Schulter hinweg mit den schönsten hellgrünen Augen an, die sie je gesehen hatte. Er war nicht wirklich gut aussehend – sein Gesicht war an den Wangenknochen zu kantig und sein Mund zu breit mit einem zynischen Zug, um dem männlichen Schönheitsideal zu entsprechen –, aber seine Augen würden jede Frau, ganz gleich ob alt oder jung, quer durch den Raum unwiderstehlich anziehen. Und dann würde ihr Blick auf der überheblich zur Schau getragenen Männlichkeit haften bleiben, die für ihn so selbstverständlich zu sein schien.

Oder vielleicht waren es nur die, äh, Umstände, die ihn so wirken ließen.

„Ich muss doch sehr bitten, meine Liebe“, sagte er gedehnt. Sein Ärger war einer leichten Belustigung gewichen, während er sie betrachtete. Seine Stimme war rau und sie klang entspannt. „Ich bin beschäftigt.“

Sie spürte, wie ihr die Hitze in die Wangen stieg – es war wirklich eine pikante Situation! –, aber sie erwiderte seinen Blick und vermied es sorgfältig, dass ihrer nicht tiefer glitt. „Das habe ich in der Tat bemerkt, aber ich dachte, Ihr solltet wissen, dass –“

„Es sei denn, Ihr seid eine von denen, die gerne zusehen?“

Nun glühte ihr Gesicht, aber sie würde diesem … diesem Schuft nicht gestatten, sie mit Worten in Verlegenheit zu bringen. Sie ließ ihren Blick verächtlich über seine zerknitterte Weste und das Hemd nach unten wandern – Letzteres verdeckte zum Glück seine aufgeknöpften Breeches – und wieder hinauf. Sie lächelte süßlich. „Ich ziehe Amüsements vor, bei denen ich nicht Gefahr laufe, einzuschlafen.“

Sie erwartete, dass ihre Beleidigung ihn verärgerte, doch stattdessen gab dieser Schuft ein abfälliges Schnauben von sich.

„Das passiert Euch oft, nicht wahr, Süße?“ Seine Stimme war voller Anteilnahme, doch ein Grübchen erschien neben seinem breiten Mund. „Einzuschlafen, während der Spaß gerade anfängt? Nun, macht Euch keine Vorwürfe. Es kann genauso gut die Schuld des Gentlemans sein wie Eure.“

Gute Güte, niemand hatte je so mit ihr gesprochen!

Langsam und furchterregend missbilligend hob Hero die linke Augenbraue. Sie wusste, dass es furchterregend missbilligend wirkte, weil sie im Alter von zwölf Jahren dieses Mienenspiel vor einem Spiegel stundenlang geübt hatte. Das Ergebnis konnte sogar reifen Matronen in ihren hochhackigen Schuhen bange machen.

Dieser diabolische Kerl zuckte nicht einmal mit der Wimper.

„Nun, so wie es aussieht“, erwiderte er auf diese widerlich gedehnte Weise, „haben meine Frauen dieses Problem nicht. Bleibt und seht zu – ich garantiere Euch, dass es lehrreich sein wird. Und wenn ich danach noch bei Kräften bin, dann zeige ich Euch vielleicht –“

„Lord Pimbroke ist auf dem Gang!“, platzte Hero heraus, bevor er dieses niederträchtige Angebot näher ausführen konnte.

Der Berg aus rot-braun gestreiften Röcken quiekte. „Eustace ist hier?“

„Ganz recht. Und er befindet sich auf direktem Weg hierher“, teilte Hero Lady Pimbroke mit nur ein klein wenig Befriedigung mit.

Der Gentleman wurde aktiv. Noch bevor Hero blinzeln konnte, hatte er sich von der Lady erhoben und strich ihre Röcke nach unten, um ihre hellen Schenkel zu verbergen. Er griff nach seinem Gehrock, sah sich rasch prüfend im Salon um und wandte sich dann zu Hero. Er klang immer noch ruhig und gelassen. „Lady Pimbroke ist ein Band oder eine Spitze oder etwas Ähnliches gerissen und Ihr wart freundlicherweise bereit, ihr zu helfen.“

„Aber –“

Er legte seinen Zeigefinger auf ihre Lippen – warm, groß und schockierend unangebracht. In diesem Moment ertönte eine männliche Stimme vom Gang her.

„Bella!“

Lady Pimbroke – oder Bella – quiekte vor Angst.

„Braves Mädchen“, flüsterte der Schurke Hero zu.

Er wandte sich an Lady Pimbroke, küsste sie auf die Wange und murmelte: „Ruhig, Liebling“, bevor er unter dem Sofa verschwand.

Hero hatte nur einen Augenblick, um zu sehen, wie Lady Pimbrokes hübsches, aber geistloses Gesicht aschfahl wurde, als sie begriff, in welcher Gefahr sie schwebte. Dann wurde die Tür zum Salon aufgerissen.

„Bella!“ Lord Pimbroke war groß, hatte ein gerötetes Gesicht und war offensichtlich angetrunken. Er sah sich streitlustig im Salon um, die Hand auf seinem Degen, aber er erstarrte bestürzt, als er Hero sah. „Mylady, was –?“

„Lord Pimbroke.“ Hero trat vor das Sofa und verbarg einen großen männlichen Fuß hinter ihren weiten Röcken.

Sie machte von ihrer linken Augenbraue Gebrauch.

Lord Pimbroke trat tatsächlich einen Schritt zurück – was nach der ignoranten Reaktion des Schurken auf ihr Mienenspiel sehr erfreulich war – und stammelte: „Ich … ich …“

Hero wandte sich Lady Pimbroke zu und berührte sanft die grässliche gelbe Litze am Ellbogen ihres Ärmels. „Ich glaube, das hätten wir befestigt, nicht wahr?“

Lady Pimbroke erstarrte. „Oh! Oh ja, danke, Mylady.“

„Keine Ursache“, murmelte Hero.

„Wenn du hier fertig bist, meine Liebe“, meinte Lord Pimbroke, „dann bist du vielleicht bereit, auf den Ball zurückzukehren?“

Den Worten nach mochte er eine Frage gestellt haben, aber dem Tonfall nach meinte er etwas anderes.

Lady Pimbroke nahm verdrießlich seinen Arm. „Ja, Eustace.“

Und mit einem flüchtigen Gruß verließen die beiden den Raum.

Beinahe zeitgleich spürte Hero, wie an ihren Röcken gezogen wurde.

„Pst! Ich kann hier unten kaum atmen.“

„Lord und Lady Pimbroke könnten zurückkommen“, erwiderte sie gelassen.

„Ich glaube, ich kann unter Euren Rock sehen.“

Hastig trat sie beiseite.

Der Schuft rollte sich unter dem Sofa hervor und stand auf. Er überragte sie deutlich.

Nichtsdestotrotz sah sie ihn wütend von oben herab an. „Ihr habt nicht –“

„Na, na. Und wenn ich es getan hätte, glaubt Ihr wirklich, ich würde es Euch erzählen?“

Hero schnaubte und klang dabei wie Cousine Bathilda, wenn diese sich ganz besonders tugendhaft gab. „Zweifellos würdet Ihr Euch damit brüsten.“

Grinsend beugte er sich vor. „Erregt Euch der Gedanke?“

„Ist Eure Perücke zu eng?“, fragte Hero...



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