Imbsweiler | Luna Tours | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 142 Seiten

Reihe: Privatdetektiv Max Koller

Imbsweiler Luna Tours

Max Koller ermittelt auf der Bühne
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7349-9219-3
Verlag: Gmeiner-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Max Koller ermittelt auf der Bühne

E-Book, Deutsch, 142 Seiten

Reihe: Privatdetektiv Max Koller

ISBN: 978-3-7349-9219-3
Verlag: Gmeiner-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Auch nach Beendigung seiner Heidelberger Fälle ist Max Koller als Ermittler gefragt. In drei Theaterstücken spielt er noch einmal seine Stärken aus: Chuzpe, Unbestechlichkeit und ein loses Mundwerk. Wer außer ihm überlebt den Kurztrip zum Mond? Zwei Männer, ein Aufzug - ein hautnahes Duell. Und wer hat Richter Zurmühlen auf dem Gewissen?

Seit 1990 lebt der gebürtige Saarländer Marcus Imbsweiler in Heidelberg. Der Germanist und Musikwissenschaftler arbeitete zunächst als freier Musikredakteur für Rundfunksender und große Sinfonieorchester. 2007 veröffentlichte er Bergfriedhof, den ersten Roman mit dem Heidelberger Privatermittler Max Koller als Hauptfigur. Ein weiterer Schwerpunkt Imbsweilers gilt dem Thema klassische Musik; hier legte er verschiedene Erzählungen sowie im Gmeiner-Verlag den Liszt-Roman Die Erstürmung des Himmels vor. Imbsweiler, Vater von fünf Töchtern, ist begeisterter Läufer, dem unterwegs die besten Ideen kommen.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Im Schacht


Stück für zwei


Personen:

Max Koller, Privatermittler

Molitor, Witwer

Stimmen (unsichtbar)

Ein Lift, ausgelegt für maximal zwei Personen – die Enge muss spürbar sein. Nein, mehr: Bei ihr muss es sich gleichsam um Akteur Nr. 3 handeln.

An der Rückwand Max Koller. Molitor kommt, sieht, welche Taste gedrückt wurde, und stellt sich vor Koller. Beide mit dem Gesicht zum Publikum.

Koller: Auch 10. Stock?

Molitor nickt. Man hört, wie sich die Lifttür schließt, wie die Kabine anfährt.

Koller: Früher wäre ich zu Fuß hoch. Früher.

Plötzlich stoppt der Lift. Nichts tut sich. Alles ist still. Pause.

Koller: Wir sind erst im 7. Und warum geht die Tür nicht auf?

Molitor drückt verschiedene Tasten. Keine Reaktion. Pause.

Molitor: Das glaube ich jetzt nicht.

Koller: Geht bestimmt gleich weiter.

Molitor schaut auf die Uhr. Man probiert weitere Tasten aus, klopft gegen die Wand etc. Nichts.

Koller: Geht bestimmt gleich weiter.

Molitor: Hier gibt es eine Notfalltaste.

Koller: Ist das ein Notfall?

Molitor: Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe einen Termin.

Koller: Ich auch. 10. Stock.

Molitor: Dann drücken wir das Ding jetzt.

Er betätigt die Notruftaste. Nach einigen Sekunden hört man eine Stimme.

Stimme: Notrufzentrale. Kann ich Ihnen helfen?

Molitor: Unser Aufzug steckt fest. Einfach so, mitten in der Fahrt.

Stimme: Sie befinden sich im Polizeipräsidium, ist das richtig?

Molitor: Ja.

Stimme: Wo steckt der Aufzug ungefähr?

Molitor: 7. Stock. Vielleicht schon etwas höher.

Stimme: Okay, keine Panik. Wir schicken jemanden. Wird nicht lange dauern.

Molitor: Das wäre sehr nett. Wir haben nämlich beide einen Termin, außerdem ist es ganz schön eng hier drin.

Pause.

Koller: Finden Sie es eng hier?

Molitor: Sie nicht?

Koller: Eng? (Kopfschütteln) Eng ist anders. Als Kind war ich mal in einem Sarg eingesperrt. Wenn man sich nicht mehr umdrehen kann, wenn man dauernd gegen die Wand stößt – das ist eng. Oder kennen Sie Edgar Allan Poe? Die Geschichte von den Decken und Wänden, die auf einen zu kommen?

Molitor: Sehr witzig. (zieht sein Handy aus der Tasche)

Koller: ’tschuldigung. (zückt ebenfalls ein Handy) Kein Empfang. Sie?

Molitor: Nein. Das auch noch.

Koller: Sehr ärgerlich. Sehr. Kommissar Fischer hasst Verspätungen. Und wenn es dann gleich eine halbe Stunde ist …

Molitor: Wieso halbe Stunde? Es hieß doch, dass in ein paar Minuten jemand da ist.

Koller: Das glauben Sie? Wer weiß, woher die anrücken. Und dann muss man das Ding erst noch flott kriegen.

Molitor: Eine halbe Stunde? Machen Sie mich nicht schwach. Hier bekommt man ja Beklemmungen.

Pause. Beide stecken ihr Handy wieder ein.

Koller: Wie hoch sind wir hier wohl? 20 Meter? 30? (stampft probeweise auf den Boden des Lifts)

Molitor: He! Machen Sie keinen Quatsch!

Koller: Keine Sorge, wir können nicht fallen. Die Seile sind armdick.

Molitor: Trotzdem muss man es ja nicht provozieren.

Koller: Sie meinen, wegen der 20 Meter? 20 Meter sind gut. 30 wären besser. Je höher wir uns befinden, desto mehr Luft ist zwischen uns und dem Erdboden. Und Luft bedeutet Luftpolster. Das bremst uns, wenn wir fallen sollten, verstehen Sie?

Molitor: Eben sagten Sie, wir könnten nicht fallen.

Koller: Können wir auch nicht. Aber falls doch, wäre die Luft unsere Rettung. Wir landen auf einem Polster aus Luft. (vollzieht den Fall pfeifend nach)

Molitor: Komischer Typ sind Sie. Stimmt die Geschichte mit dem Sarg?

Koller: Eine Wette. Dass sie dann aber anfingen, den Deckel zuzunageln, war gegen die Abmachung.

Pause. Der andere wirft Koller misstrauische Blicke über die Schulter zu. Anschließend versucht er sich noch einmal an den Tasten. Als nichts passiert, schlägt er mit der Faust gegen die Tastatur.

Molitor: Scheiß Teil!

Koller: Müssen Sie auch zu Kommissar Fischer?

Molitor: Ich? Nein.

Koller: Zu seinen Kollegen? Greiner, Sorgwitz?

Molitor: (ungeduldig) Nein!

Koller: Tut mir leid, ich wollte Sie nicht belästigen. Aber wenn man schon mal auf so kleinem Raum zusammen ist … Sich unterhalten lenkt ab.

Molitor zückt demonstrativ sein Handy. Pause.

Koller: Boah! Jetzt stinkt’s hier aber! Waren Sie das?

Molitor: Bitte?

Koller: Haben Sie einen gelassen?

Molitor: Geht’s Ihnen noch gut?

Koller: Weiß ich, was Sie noch vorhaben? So ein Besuch bei der Polizei kann einem ganz schön auf den Darm schlagen. Und wenn ich eines nicht abkann, dann sind es Fürze im geschlossenen Aufzug. Da vergesse ich mich.

Molitor: Sie sind ja verrückt. (hämmert gegen die Notruftaste) Hallo! Was ist denn los da draußen? Kommt heute noch jemand?

Stimme: Ja bitte?

Molitor: Wir warten. Wo bleiben denn Ihre Leute?

Stimme: Bitte, bewahren Sie die Ruhe. Unser Mechaniker ist unterwegs. Ihnen kann nichts passieren.

Molitor: Sie haben gut reden!

Stimme: Sie sind nicht allein, sagten Sie vorhin. Sprechen Sie miteinander, unterhalten Sie sich. Das lenkt ab, und so geht die Zeit schneller rum.

Koller grinst. Der andere steckt sein Handy ein und dreht sich zum Publikum. Pause. Nach einer Weile stampft er ungeduldig auf.

Koller: Wollen Sie mal hinten stehen?

Molitor: Nein! Ja, meinetwegen. Tauschen wir.

Sie tauschen. Koller, der nun vorne steht, lacht leise vor sich hin.

Molitor: Warum lachen Sie?

Koller: Ach, ich musste gerade an etwas Komisches denken.

Molitor: Woran? (Koller winkt ab.) Nun sagen Sie schon.

Koller: Ich dachte: Schade, dass Sie keine Frau sind.

Molitor: Wieso?

Koller: Naja, eine Frau und ein Mann alleine in dieser Situation … Von so was träumt man doch, oder?

Molitor: Sie vielleicht.

Koller: Sie nicht? (keine Antwort) Natürlich wollen Sie nicht zu Kommissar Fischer. Wir können ja schlecht gleichzeitig einen Termin beim selben Kommissar haben.

Molitor: Ich soll zu Kommissar Greiner.

Koller: (aufhorchend) Geht es um den Fall Molitor? Der Mord an der Lehrerin? Ich habe davon gelesen. Dann sind Sie ein Zeuge?

Molitor: So ungefähr. (Pause) Und Sie? Auch Zeuge?

Koller: Nein. (Pause) Mörder.

Molitor: Ah ja.

Koller: Meine Exfrau. Sie wurde erwürgt.

Molitor: Und?

Koller: Naja, jetzt bin ich hier, um … Also, ich werde ein Geständnis ablegen.

Molitor: Ein Geständnis? Sie haben sie …? (Koller zuckt die Achseln.) Erwürgt? Mit bloßen Händen?

Koller: Müssen Sie darauf so herumreiten?

Molitor: Entschuldigung. Es klang nur so … so unwahrscheinlich. Ich bin noch nie mit einem … einem …

Koller: Mörder.

Molitor: Noch nie im selben Aufzug gefahren, meine ich.

Koller: Momentan fahren wir ja gar nicht.

Molitor: Auf so engem Raum … Egal, geht mich nichts an. Trotzdem wäre ich froh, hier täte sich was.

Koller: Können wir wieder tauschen? Ich stehe ungern vorn.

Molitor: Meinetwegen. (Sie tauschen.)

Koller: Wenn man bedenkt, dass da wirklich 20 Meter freier Raum unter unseren Füßen ist … Sonst stellt man sich das ja nicht vor. Aber jetzt … Schließen Sie mal die Augen, dann können Sie die Leere unter uns spüren.

Molitor: Kein Bedarf.

Koller: Dieser Kommissar Fischer ist ein scharfer Hund. Der nimmt die Leute in...


Imbsweiler, Marcus
Seit 1990 lebt der gebürtige Saarländer Marcus Imbsweiler in Heidelberg. Der Germanist und Musikwissenschaftler arbeitete zunächst als freier Musikredakteur für Rundfunksender und große Sinfonieorchester. 2007 veröffentlichte er Bergfriedhof, den ersten Roman mit dem Heidelberger Privatermittler Max Koller als Hauptfigur. Ein weiterer Schwerpunkt Imbsweilers gilt dem Thema klassische Musik; hier legte er verschiedene Erzählungen sowie im Gmeiner-Verlag den Liszt-Roman Die Erstürmung des Himmels vor. Imbsweiler, Vater von fünf Töchtern, ist begeisterter Läufer, dem unterwegs die besten Ideen kommen.



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