Jackson | Maskenspiel der Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 15, 160 Seiten

Reihe: Die Westmorelands

Jackson Maskenspiel der Liebe

Digital Edition
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-4383-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Digital Edition

E-Book, Deutsch, Band 15, 160 Seiten

Reihe: Die Westmorelands

ISBN: 978-3-7337-4383-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Spielerisch verbirgt die Schöne auf dem Kostümball ihr Gesicht hinter einer Maske - Reginald Westmoreland ist so fasziniert, dass er sie für eine heiße Nacht ins Hotel einlädt. Bald darauf erfährt er: Sie ist die Tochter seines Feindes!



Brenda ist eine eingefleischte Romantikerin, die vor 30 Jahren ihre Sandkastenliebe geheiratet hat und immer noch stolz den Ring trägt, den ihr Freund ihr ansteckte, als sie 15 Jahre alt war. Weil sie sehr früh begann, an die Kraft von Liebe und Romantik zu glauben, verwendet sie ihre ganze Energie darauf, Geschichten mit Happy End zu schreiben. Als Bestsellerautorin von mehr als 10 Liebesromanen wurde sie mit Preisen nur so überschüttet. Zusammen mit ihrem Ehemann lebt sie in Jacksonville, Florida, wo sie auch geboren wurden. Ihre beiden Söhne besuchen bereits das College. Sie hat einen Universitätsabschluss in Betriebswirtschaft und arbeitet derzeit im Management für ein bedeutendes Versicherungsunternehmen. Von der Arbeit nach Hause zu kommen und sich an den Computer zu setzen, um sich Liebesgeschichten auszudenken, ist ihr persönlicher Höhepunkt des Tages. Gemeinsam mit ihrem Ehemann geht sie gern auf Reisen, immer auf der Suche nach romantischen Orten, die sie als Schauplätze in ihren Büchern verwenden kann.

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1. KAPITEL

Gelangweilt sah Olivia Jeffries sich auf der Veranstaltung um. Der jährliche Maskenball der Feuerwehr in Atlanta wurde vor allem veranstaltet, um Spenden zu sammeln – Olivias Vorstellung von einem vergnüglichen Abend sah allerdings anders aus.

Wahrscheinlich hätte ich bessere Laune, wenn ich nicht gestern erst aus Paris gekommen wäre, dachte sie. Ihr Vater hatte sie gebeten, nach Hause zurückzukehren, und sie hatte alles stehen und liegen lassen. Ihre ursprüngliche Planung war damit hinfällig geworden. Eigentlich hatte sie gemütlich durch das ländliche Seine-Tal fahren wollen, um das Gemälde fertigzustellen, mit dem sie schon Monate zuvor begonnen hatte.

Um nach Atlanta zurückkehren zu können, hatte sie sich sogar von ihrem Job als Kuratorin im Louvre beurlauben lassen. Aber als sie den Anruf von Orin Jeffries erhalten hatte, hatte sie keine Sekunde gezögert. Er war schließlich der beste Vater der Welt.

Nachdem er sich entschlossen hatte, für das Amt des Senators zu kandidieren, benötigte er nun ihre Unterstützung. Nicht nur für die ersten Aktionen, um Wahlkampfspenden zu sammeln, sondern für die gesamte Zeit der Kandidatur. Er würde häufig öffentlich auftreten müssen, und bei festlichen Anlässen, bei denen weibliche Begleitung erwünscht war, wollte er sich nicht ständig mit immer derselben Frau aus seinem Bekanntenkreis zeigen. Die dafür auserwählte Person würde sich sonst falschen Hoffnungen hingeben.

Olivia schüttelte lächelnd den Kopf. Ihr Vater war geschieden und zeigte kein Interesse daran, noch einmal zu heiraten. Zwar ging er gelegentlich mal mit einer Frau aus, aber von einer neuen festen Beziehung schien er nichts zu halten, was Olivia schade fand. Mit seinen sechsundfünfzig Jahren war er noch eine durchaus stattliche Erscheinung. Seine Exfrau, die nur in biologischer Hinsicht Olivias Mutter war, hatte ihm jegliche Lust aufs Eheleben genommen. Dieser Zustand hielt nun schon seit vierundzwanzig Jahren an.

Ihre beiden älteren Brüder Duan und Terrence, sechsunddreißig und vierunddreißig Jahre alt, kamen nach ihrem Vater, was das gute Aussehen anging. Und genau wie er verschwendeten sie keinen Gedanken an eine mögliche Heirat. Wenn Olivia so darüber nachdachte, war sie selbst allerdings auch nicht anders. Einen Ehemann zu finden war nicht Teil ihrer Lebensplanung.

Ja, so waren sie, die Jeffries – ein Clan von lebenslustigen Singles. Wobei ich im Moment nicht gerade besonders viel Spaß habe, ging es Olivia durch den Kopf. Ein paar wenige Gäste auf dem Maskenball schienen sich zu amüsieren, aber die meisten blickten wie sie in unregelmäßigen Abständen verschämt zur Uhr und fragten sich, wann sie wohl gehen konnten, ohne unangenehm aufzufallen.

Das Fest als Maskenball zu veranstalten ist eine selten blöde Idee gewesen, fand Olivia. So etwas war gar nicht ihr Fall, es kam ihr lächerlich und kindisch vor. Und weil die gesammelten Spendengelder dem Kinderkrankenhaus zugutekommen sollten, musste obendrein jeder Gast ein Schildchen tragen, auf dem der Name einer Märchen-, Comic- oder Zeichentrickfigur stand. Wie originell!

Immerhin schien das Essen gut zu sein. Tags zuvor hatte ihr Vater sie am Flughafen mit den Worten „Du bist zu dünn“ begrüßt. Na schön, dann würde sie jetzt zum Buffet hinüberschlendern und ordentlich Kalorien zu sich nehmen. Dann würde sie noch ein bisschen ausharren und nach einer Anstandsfrist das Fest verlassen.

Reginald Westmoreland beobachtete die Frau, die gerade zum Buffet hinüberging. Schon seit über zwanzig Minuten hatte er sie im Blick und zermarterte sich das Hirn darüber, wer sie wohl sein mochte. Trotz der Maskierung hatte er fast alle Frauen auf dem Ball erkannt, weil er sich seit Jahren mit der von ihm kreierten Wissenschaft der „Lipptologie“ beschäftigte. Mit anderen Worten: Das, was er als Allererstes an einer Frau registrierte, waren deren Lippen.

Er brauchte nicht das ganze Gesicht einer Frau zu sehen, er erkannte sie schon an ihren Lippen. Die meisten Menschen mochten anderer Meinung sein, aber er war fest davon überzeugt, dass kein Mund dem anderen glich. Seine Brüder und seine Cousins hatten das für Unfug gehalten und ihn getestet – und er hatte ihnen bewiesen, dass seine Behauptung zutraf. Ob das nun Fluch oder Segen war, konnte er nicht sagen. Fest stand allerdings, dass er diese Gabe besaß.

Neben ihren Lippen fielen ihm aber auch noch andere Dinge an Olivia auf, zum Beispiel ihre Größe. Sie musste annähernd einen Meter achtzig groß sein. In ihrem perlenbesetzten Designerkleid sah sie überaus anziehend aus und stach aus der Masse heraus. An diesem noch jungen Abend hatten sich schon mehrfach Männer an sie herangemacht, aber sie hatte noch mit keinem von ihnen getanzt. Ja, sie schien sie regelrecht abzuwimmeln. Sie stellte eine Herausforderung dar, und Reggie liebte Herausforderungen.

„Na, wie läuft der Wahlkampf, Reggie?“

Alle in seiner Familie nannten Reginald Reggie. Er wandte sich zu seinem älteren Bruder um, dem renommierten Scheidungsanwalt Jared Westmoreland. Gerade erst in der vergangenen Woche war Jared in den Schlagzeilen gewesen, weil er für einen bekannten Hollywood-Schauspieler eine vorteilhafte Scheidungsvereinbarung durchgeboxt hatte.

„Offiziell geht es erst am Montag los. Aber jetzt, wo Jeffries ebenfalls kandidiert, wird das Ganze mächtig interessant. Mit Brent habe ich zwar einen hervorragenden Wahlkampfmanager, trotzdem könnte es eng werden. Jeffries ist sehr bekannt, und alle mögen ihn.“

„Wenn du Hilfe brauchst, sag mir Bescheid. Allerdings weiß ich nicht genau, wie viel Zeit ich haben werde, jetzt, wo Dana schwanger ist …“

Reggie verdrehte die Augen. Jared hatte erst im vergangenen Monat erfahren, dass er Vater werden würde. „Mensch, Jared. Dana trägt das Baby aus – nicht du.“

„Ich weiß, aber komischerweise bin ich derjenige, dem morgens schlecht wird, und jetzt bekomme ich auch noch diese merkwürdigen Gelüste. Früher mochte ich Gewürzgurken überhaupt nicht, und jetzt bin ich verrückt danach.“

Reggie musste lächeln. „Du bist schon ein komischer Typ.“ Er konnte sich kaum auf das Gespräch mit Jared konzentrieren, weil er immer noch die Frau am anderen Ende des Saales betrachtete. Jetzt setzte sie sich an einen Tisch. Die ganze Zeit über hatte er keinen Mann an ihrer Seite sehen können, was bedeutete, dass sie allein zum Maskenball gekommen war.

„Hast du eine Ahnung, wer das ist?“, fragte er.

Jared folgte Reggies Blick. „Was ist los mit dir, Mann?! Erkennst du sie nicht an ihren Lippen?“, erwiderte sein Bruder amüsiert.

Schnell wandte Reggie seinen Blick von der Frau ab, sah seinen Bruder an und runzelte die Stirn. „Nein, sie muss neu hier sein. Ich bin mir ganz sicher, dass ich sie noch nie gesehen habe. Deswegen sagen mir ihre Lippen natürlich nichts.“

„Tja, dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als zu ihr rüberzugehen und dich vorzustellen.“

Reggie lächelte. „Sehr scharfsinnig. Kein Wunder, dass du der intelligenteste Anwalt von ganz Atlanta bist.“

„Sie wissen hoffentlich, dass es ganz und gar nicht gesund ist, allein auf einer Party herumzusitzen?“

Die Stimme war tief, kehlig und sehr tief. Olivia wandte sich um und sah den hochgewachsenen Mann neben sich stehen. Wie alle anderen trug er eine Maske, aber obwohl dadurch die Hälfte seines Gesichts bedeckt war, wusste sie, dass er außergewöhnlich gut aussehen musste. Das verriet ihr – selbst in der schummrigen Beleuchtung – ihr Künstlerauge.

Er hatte ein markantes Kinn und sexy Lippen. Als er diese Lippen plötzlich zu einem Lächeln verzog, wurde ihr bewusst, dass er bemerkt hatte, wie sie ihn taxierte.

„Wenn das so ist, müssen Sie mir wohl Gesellschaft leisten“, erwiderte sie. Wann war sie eigentlich das letzte Mal so direkt und offen zu einem Mann gewesen? Noch nie, wurde ihr klar. Aber wenn die Party sonst schon nichts zu bieten hatte, musste sie eben selbst für ein bisschen Zerstreuung sorgen. Am besten sofort. Wahrscheinlich dürstete es sie nach etwas Spannendem, Abenteuerlichem, gerade weil der Abend bisher so trostlos verlaufen war. Alle anderen Männer, die sie bisher angesprochen hatten, hatte sie als gähnend langweilig empfunden; sie hatte kein Interesse verspürt, sie näher kennenzulernen. Bei diesem Mann jedoch war das etwas ganz anderes.

„Das mache ich doch gern“, erwiderte er und setzte sich auf den Stuhl neben ihr, ohne den Blick von ihr zu wenden. Er duftete angenehm, keinesfalls aufdringlich – nach einem herben Aftershave. Sie konnte den Duft keiner ihr bekannten Marke zuordnen, aber es musste sehr teuer sein. Mit einem Blick auf seine linke Hand stellte sie fest, dass er keinen Ring trug. Dann wandte sie sich wieder seinem Gesicht zu. Wunderschön. Wieder lächelte er und ließ seine strahlend weißen Zähne aufblitzen.

„Sie wirken so belustigt“, stellte sie fest und nippte an ihrer Bowle. Etwas Hochprozentiges wäre jetzt besser, dachte sie insgeheim.

Wer auch immer er sein mochte, es wäre bestimmt interessant, ihn näher kennenzulernen, auch wenn sie in ein paar Monaten nach Paris zurückkehren würde. Sie hatte Jahre gebraucht, den begehrten Fulltimejob als Kuratorin im Louvre zu bekommen, und er würde sie sehr viel Zeit und Energie kosten. Wenn sie nach Paris zurückkehrte, würde sie lange Arbeitstage haben; zum Malen würde ihr da nicht viel...



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