Jacques | Redwall 5 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 432 Seiten

Jacques Redwall 5

Die Jagd nach dem Schatz
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98743-078-7
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Jagd nach dem Schatz

E-Book, Deutsch, 432 Seiten

ISBN: 978-3-98743-078-7
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Redwall schlummert in der Sommersonne, ohne zu ahnen, dass die Bergfestung Salamandastron von der Wiesel-Armee von Ferahgo dem Assassinen belagert wird. Und ohne zu ahnen, dass eine Gefahr auf die Abtei zurollt: das tödliche Dryditch-Fieber ...

Brian Jacques (ausgesprochen 'Jakes') wurde 1939 in Liverpool geboren und wuchs in Kirkdale, in der Nähe der Docks, auf. Er verließ die Schule im Alter von fünfzehn Jahren und arbeitete als Feuerwehrmann, Busfahrer, Postmeister und Stand-up-Entertainer, bevor er seine schriftstellerische Karriere mit einem Engagement am renommierten Everyman Theatre begann. Sein erstes Buch für Kinder, REDWALL, wurde 1986 veröffentlicht. Einundzwanzig weitere Bücher der Reihe wurden mit Millionen verkauften Exemplaren auf der ganzen Welt veröffentlicht und fanden großen Anklang. Im Jahr 2021 kündigte Netflix die Veröffentlichung einer Zeichentrickadaption von REDWALL an, die die Reihe einer neuen Generation von Fans näherbringen soll. Brian starb am 5. Februar 2011 in Liverpool.
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1


Seit diesem schicksalshaften Wintertag in den Südwestlanden waren viele lange Jahreszeiten gekommen und gegangen.

Nur die klagenden Rufe der Seevögel, die über dem Meer kreisten, unterbrachen die Stille des Sommermittags. Die gewaltige See war so glatt wie ein Teich. Keine Welle und keine Gischt trübte das blassblaue Wasser, in dem sich der wolkenlose Himmel spiegelte. Die Sonne lag hinter einem Hitzeschleier verborgen, den sie selbst erzeugt hatte. Ihre Strahlen tauchten den Sand und die Felsen in ein weiches bernsteinfarbenes Licht.

Über der Flutlinie erhob sich die gewaltige Zitadelle des Salamandastron. Sie bestand aus einem ausgehöhlten Berg, einem ehemaligen Vulkan aus einer Zeit, als die Welt noch jung war. Seit unzähligen Zeitaltern lebten dort die geheimnisvollen Dachsherrscher und ihre Freunde, die Hasen der Fernpatrouille. Die riesige Festung nahm mit ihren Höhlen, Gängen und Sälen den gesamten Berg ein und wachte über die Strände und ganz West-Moosblume.

Vom Haupteingang des Salamandastron führte eine einsame Pfotenspur durch den Sand zu einem von Napfschnecken bedeckten Felsen am Meer. Dort saß, das Kinn auf die Tatze gestützt, Erdstreif der Starke und betrachtete das Meer. Er trug seine dicke Schmiedeschürze, aber weder Rüstung noch Schwert. Der Dachsherrscher war eins mit der Erde, der See und dem Himmel, während er allein auf dem Stein saß und seinen Gedanken nachhing. Mara war seit zwei Nächten nicht nach Hause gekommen und das machte ihm Sorgen. War es richtig gewesen, die junge Dächsin zu adoptieren? Nur wenige Dachsmädchen hatten je im Berg gelebt. Traditionell war er alleinstehenden männlichen Dachsen vorbehalten. Vor fünf Jahreszeiten hatten seine Hasen sie in den Dünen gefunden: ein winziges, wimmerndes Dachskind, verloren und allein. Erdstreif war überglücklich gewesen, als sie ihm das Kind gebracht hatten. Er behandelte es wie die Tochter, die er nie gehabt hatte. Doch damals war sie noch ein Säugling gewesen. Er war ein Dachsherrscher, der sich um vieles kümmern musste, und als sie größer wurde, lebten sie sich auseinander.

Das Leben hielt einige Hürden für Mara bereit. Sie fing an, sich den strikten Bräuchen und dem Soldatenleben im Salamandastron zu widersetzen. Erdstreif reagierte darauf mit Unsicherheit und Strenge, was Mara nur dazu brachte, sich gegen seine unbeholfene Autorität aufzulehnen. Entgegen Erdstreifs Wünschen war sie vor zwei Tagen mit ihrem guten Freund Patsch Folger, einem jungen Hasen, losgezogen.

Der Dachsherrscher schnaubte. Patsch war viel zu wild und ungestüm. Solange Mara mit diesem Unruhestifter umherzog, würde sie bestimmt nicht zu einer anständigen Dachsdame heranreifen. Ihre Beziehung war heute meist sehr angespannt und wenn er ihr eine Standpauke hielt oder Strafen androhte, fühlte er sich stets wie ein Oger. Also gingen sie sich aus dem Weg. Sie machte, was sie wollte, und er musste sich zähneknirschend seinen Aufgaben widmen.

Feldwebel Splintholz hoppelte langsam über den Felsen. Er duckte sich und boxte gegen Schatten, bis Erdstreif ihn bemerkte. Der kräftige, schlaksige Hase tänzelte elegant zur Seite, zog das Kinn ein und schlug mit der linken Pfote nach der leeren Luft. »Hier draußen ist nicht viel zu tun. Wollt Ihr nicht reinkommen und etwas essen? Es gibt Wildhaferkekse, Blaubeerkuchen und kalten Apfelwein. Ihr habt seit gestern Morgen nichts mehr gegessen.«

Erdstreif kletterte von seinem Felsen und knurrte dem Hasen besorgt zu: »Ist Mara aufgetaucht, Feldwebel?«

»Nein, noch nicht. Aber macht Euch keine Sorgen. Sie und der junge Patsch werden schon zurückkommen, wenn sie hungrig genug sind. Soll ich das Fräulein zu Euch schicken, wenn es hier ist?«

»Nein, aber sagt mir sofort Bescheid, wenn sie nach Hause kommt. Gebt ihr etwas Vernünftiges zu essen … schickt sie zu mir!«

Auf dem Weg über den Strand duckte sich Splintholz und schlug in die Luft, während er um Erdstreif herumtänzelte. »Na los. Versucht, mir eins auf die Nase zu geben!«

Der Dachsherrscher versuchte, seinen boxenden Freund zu ignorieren, doch Splintholz gab nicht auf. »Probiert doch mal eine schöne Schlagkombination, na?«

Erdstreif blieb stehen und funkelte den Hasen an, der vor ihm hin und her sprang. »Ich bin wirklich nicht in der Stimmung für Sport, Splintholz.«

Der Hase schlug mit der geballten Pfote spielerisch nach Erdstreifs Gesicht. »Ach, probiert es doch mal. Vielleicht habt Ihr ja Glück!«

Der Dachs war zwar kräftig und groß, aber auch erstaunlich schnell. Er fuhr herum und wollte Splintholz einen leichten Klaps versetzen. Der Feldwebel wurde von den Hinterläufen gerissen und landete auf dem Rücken.

Der Dachsherrscher lief sofort zu seinem Freund. Sein riesiges, gestreiftes Gesicht war voller Sorge. »Splint, ist alles in Ordnung? Ich habe dich doch nicht verletzt, oder?«

Splintholz setzte sich auf. Er richtete seine verdrehten Augen nach vorne aus, rieb sich das Kinn und schmunzelte reumütig. »Danke der Nachfrage. Mir geht es ganz prima, aber den Schlag habe ich nicht kommen sehen. Gut, dass Ihr nicht Euer ganzes Gewicht hineingelegt habt, sonst wäre mir glatt die Rübe weggeflogen.«

Die Pfote um die Schultern des anderen gelegt, plauderten die beiden Freunde über alte Kämpfe und vergangene Schlachten, bis sie den Salamandastron erreichten.

Bevor Erdstreif den Berg betrat, warf er einen letzten sehnsüchtigen Blick auf das weite Land. Er seufzte enttäuscht und einsam, da er Mara nirgends entdeckte, und folgte dann Splintholz ins Innere.

Ein massives Gebirge zog sich wie ein Rückgrat durch das Land östlich des Salamandastron. Seine südlichen Ausläufer endeten in einem Sumpfgebiet, das wiederum bis zu den Dünen im Westen reichte. Die Vormittagssonne ließ die Grashüpfer in den von Felsen übersäten Hügeln zirpen und rascheln.

Ferago der Meuchelmörder zielte mit seinem Abhäutemesser auf ein Insekt, das gerade springen wollte. Geschickt warf er es und traf sein Ziel. Die scharfe Klinge teilte den Grashüpfer in zwei Hälften. Die Messerspitze zitterte noch, als Ferago sie aus dem Dreck zog und am Gras abwischte. »Der Grashüpfer springt nie wieder«, gluckste er. »Hab ich recht, Migru?«

Das Hermelin nickte energisch. »Ja, Chef, das war ’n toller Wurf!«

Ferago schob die Waffe in einen der beiden Gurte, die er über Kreuz auf der Brust trug. Die anderen beiden Messer steckten dort ebenfalls. Sie waren so scharf und tödlich wie das, das er gerade geworfen hatte. Lächelnd legte er die Pfoten auf den breiten Gürtel, der seinen aus gegerbten Häuten gefertigten Kilt zusammenhielt. Er war größer und sehniger als andere Wiesel. Je mehr Jahreszeiten vergingen, desto stärker schien das Funkeln in seinen Augen zu werden. Es waren wunderschöne mandelförmige Augen, so blau wie ein kühler Frühlingshimmel und umgeben von tiefen Lachfalten. Vielen Fremden hatte die Hinterlist und Grausamkeit, die sich hinter diesen unschuldig lächelnden Augen verbarg, den Tod gebracht. Alle Wiesel, Hermeline, Ratten, Frettchen und Füchse in seiner Armee der Leichenmacher wussten, dass Ferago der Meuchelmörder umso brutaler und boshafter wurde, je mehr er lächelte. Seine Schreckensherrschaft hatte sich durch den Südwesten ausgebreitet und nun erzitterte das ganze Land, wenn sein Name erklang. Ferago!

In diesem Sommer hatte er beschlossen, weiter nach Norden vorzustoßen. Kein Tier in seiner Armee wagte es, diese seltsame Entscheidung zu hinterfragen. Heimlich diskutierten sie natürlich über seine Beweggründe für diesen langen Marsch. Die Horde räkelte sich auf den Dünen und Hügeln. Einige streckten sich im sonnenverbrannten Sand und im Gras aus, andere zogen den Schatten der Felsen vor. Sie schienen zu faulenzen, lauschten aber stets auf einen Befehl ihres Kommandanten. Ungehorsam gegenüber Ferago wurde mit dem Tod bestraft.

Der Meuchelmörder streckte sich genüsslich auf dem trockenen, gewellten Gras aus. Er schloss die Augen und erfreute sich an der stillen Sommerluft. Plötzlich öffnete er ein Auge und wandte sich an ein Wiesel, das auf den höhergelegenen Felsen hockte: »Fidel, halt die Augen nach meinem Sohn und Goffa offen. Schlaf da oben nicht ein.«

Fidel suchte theatralisch mit seinen Blicken das Gelände im Norden und im Osten ab, bevor er zurückrief: »Ich sag Euch Bescheid, sobald Klitsch und Goffa auftauchen, Herr. Macht Euch keine Sorgen.«

Feragos Antwort ließ den Späher hellwach werden. »Ach, ich mach mir keine Sorgen, Fidel … aber du solltest dir welche machen. Wenn du sie verpasst, werd ich dich nämlich bei lebendigem Leib mit meinen Messern häuten. Also halt die Augen auf. Braves...


Brian Jacques (ausgesprochen "Jakes") wurde 1939 in Liverpool geboren und wuchs in Kirkdale, in der Nähe der Docks, auf. Er verließ die Schule im Alter von fünfzehn Jahren und arbeitete als Feuerwehrmann, Busfahrer, Postmeister und Stand-up-Entertainer, bevor er seine schriftstellerische Karriere mit einem Engagement am renommierten Everyman Theatre begann.
Sein erstes Buch für Kinder, REDWALL, wurde 1986 veröffentlicht. Einundzwanzig weitere Bücher der Reihe wurden mit Millionen verkauften Exemplaren auf der ganzen Welt veröffentlicht und fanden großen Anklang. Im Jahr 2021 kündigte Netflix die Veröffentlichung einer Zeichentrickadaption von REDWALL an, die die Reihe einer neuen Generation von Fans näherbringen soll.
Brian starb am 5. Februar 2011 in Liverpool.



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