Jarrett | EINE ROSE FÜR CAPTAIN SPARHAWK | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

Jarrett EINE ROSE FÜR CAPTAIN SPARHAWK


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-773-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-95446-773-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Amerika, 1779: Der hochgewachsene Captain Nick Sparhawk wird in einer Seeschlacht gegen die Engländer von einem Geschoss getroffen. Al er schwerverletzt zu Boden sinkt, hat er eine Erscheinung: Eine wunderschöne Frau, die Lily heißt und die offenbar nur Nick sehen kann, kommt auf ihn zu. Sie ist ein Engel, und einst baute ihr Vater dieses Schiff, die 'Angel Lily'. Lily hat einen Plan, und bevor er nicht ausgeführt ist, kann sie keine Ruhe im Jenseits finden: Sie will verhindern, dass ihre jüngere Schwester Rose, ein liebreizendes und sanftes Geschöpf, den berechnenden Lord Graham heiratet. Und dabei muss ihr Nick helfen! Tatsächlich erscheint wenig später das Schiff am Horizont, das Rose zu ihrem Verlobten nach St. Lucia bringen soll. Nick kapert das Schiff und zwingt Rose, an Bord zu bleiben. Nichts hat ihn darauf vorbereitet, wie sehr er die bezaubernde Rose begehren würde! Und auch wenn in ihrem jungen Herzen die Flamme der Liebe entbrennt, so will sie Nick dennoch entkommen. Als Schiffsjunge verkleidet, versucht Rose zu fliehen, doch Nick findet sie und reißt sie endlich in seine starken Arme...



Hinter dem Pseudonym Miranda Jarrett verbirgt sich die Autorin Susan Holloway Scott. Ihr erstes Buch als Miranda Jarret war ein historischer Liebesroman, der in der Zeit der amerikanischen Revolution angesiedelt war und 1992 unter dem Titel "Steal the Stars" veröffentlicht wurde. Seither hat Miranda Jarrett mehr als dreißig Liebesroman-Bestseller geschrieben, die in 11 Sprachen übersetzt wurden.

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1. KAPITEL


„Es ist hoffnungslos, Mr Cole“, sagte der Chirurg traurig. „Völlig hoffnungslos. Drei Tage und drei Nächte, Sir, und nun sehen Sie sich ihn an. Abgesehen von jenem Kratzer an seinem Kopf, scheint er unversehrt, und trotzdem ist er schon weit fort von uns.“

Vorsichtig öffnete Nick zunächst ein Auge, dann das andere. Dr. Barkers breiter Rücken in dem blauen Mantel war nicht zu verkennen, als er sich abwandte, um seine Brille abzunehmen, und hinter dem Chirurg stand der Lieutenant der Liberty, Gideon Cole, die Hände gefaltet und das Gesicht so feierlich, als stände er bereits an einem offenen Grab.

Wenn Nicks Kopf nicht so sehr geschmerzt hätte, hätte er laut aufgelacht, denn Feierlichkeit war bei Gideon etwas so Seltenes wie Frömmigkeit bei einem Bordellbesitzer. Glaubte Gideon wirklich, dass er so ohne Weiteres sein Leben hergeben würde?

Nick bewegte sich ein wenig in seiner Koje, um den Freund zu beruhigen, gleich darauf lag er wieder still da und runzelte die Stirn. Dies war nicht seine Koje. Die Matratze war eine andere, weicher als die alte, die noch aus der Zeit stammte, als er vor Jahren die Liberty zum ersten Mal ausgerüstet hatte. Und unter seinem Kopf lagen zwei, nein, drei dicke Kissen, alle in gebügelten Leinenbezügen, die es an Bord seiner Schaluppe gewiss nicht gegeben hätte.

Voller Unbehagen zwang er sich dazu, sich in der Kabine umzusehen. Da war seine eigene vertraute, beschlagene Seekiste und der Lehnstuhl, bei dem die Farbe an dem vorderen Querholz durch den ständigen Kontakt mit seinen Stiefeln abgesplittert war. Sein Fernrohr lag dort auf dem Regal, sein Logbuch und sein Sextant in der Ledertasche. Sein grauer Lieblingsmantel hing an dem Haken an der Rückseite der Tür, und auch Gideon und Baker waren anwesend. Aber was den Rest betraf – die Fenster gegenüber dem Heck, der Schreibtisch aus massivem Holz mit den geschnitzten Sternen an der Vorderseite, die glänzenden Messinglaternen – nichts davon gehörte auf die Liberty, und nichts davon gehörte ihm.

Er schloss die Augen wieder und versuchte, sich zu erinnern, wie er hierher gekommen war. Sie waren im Abendnebel von einer englischen Fregatte oder einem Kaperschiff überrascht worden, das doppelt so groß war wie ihres. Es hatte keine Fluchtmöglichkeit gegeben, und sie waren gezwungen gewesen zu kämpfen oder sich gleich zu ergeben. Und Nick hatte natürlich gekämpft.

Doch dann war etwas schiefgegangen. Sie waren kurz davor gewesen, eine schwere Niederlage zu erleiden, das Schiff war im Begriff zu sinken, und er und die Mannschaft von Jemmy Roberts hatten versucht, ein letztes Mal Schüsse abzufeuern. Doch die Kanone hatte versagt. Danach war diese schreckliche Frau mit den Flügeln erschienen, der Engel, und hatte ihn in die Wolken befördert und ihm alles mögliche versprochen, ehe sie ihn zurück auf die Erde geschickt hatte, damit er in der Koje irgendeines Fremden erwachte.

Er war tot gewesen, oder jedenfalls beinahe, und jetzt lebte er wieder.

Nick konnte sein Spiegelbild in dem Glas einer kleinen, gerahmten Karte des Mittelmeerraumes sehen, die an dem Schott neben der Koje befestigt war. Er sah furchtbar aus, aber eigentlich erstaunte ihn das nicht sehr. Sein volles schwarzes Haar stand unter dem Verband in absonderlichen Winkeln von seinem Kopf ab, und die dichten Brauen, die über seinem Nasenrücken zusammenstießen, wirkten noch bedrohlicher als sonst. Jemand hatte in der Zwischenzeit das Pulver und den Schmutz von seinem Gesicht gewaschen, aber seine grünen Augen waren noch rotgerändert, und seine Wangen unrasiert.

Es war eher das Gesicht eines Piraten als das eines Mannes, bei dessen Anblick die Mädchen ohnmächtig wurden, aber der einzige Unterschied zwischen ihm und – beispielsweise – Blackbeard war schließlich jenes Stück Papier, mit dem der Continental Congress ihm bescheinigte, dass er für sein Vaterland kämpfte und plünderte.

Behutsam berührte er den Verband an seiner Stirn. Wenigstens das stimmte, und er hatte es sich nicht nur eingebildet. Aber hatte er dasselbe nicht auch gedacht, als er oben in den Wolken war?

„Captain Sparhawk!“ Dr. Barker eilte herbei. Sein Kinn zitterte vor Aufregung und Überraschung. „Bitte, Sir, Sie dürfen sich nicht beunruhigen, solange ihr Zustand so heikel ist!“

„An mir ist verdammt noch mal nichts heikel, Barker“, knurrte Nick. Seine Stimme klang heiser, denn er hatte lange nicht gesprochen. „Das wissen Sie so gut wie ich.“

Gideon stellte sich neben den Chirurg. Sein Gesicht zeigte wieder den üblichen mutwilligen Ausdruck. Sein Haar war so dick und rot wie ein Fuchsschwanz, und sein spitzes Gesicht erinnerte ebenfalls an einen Fuchs. Er war zusammen mit Nick in Newport aufgewachsen und hatte schon als Junge bereitwillig den kleinen, flinken Fuchs neben dem größeren und bedrohlicheren Nick gespielt, der eher einem Wolf ähnelte.

„Was Barker meint, Nick“, sagte er heiter, „ist, dass er dich gerade aufgegeben hatte. Er war bereit, dich über Bord zu werfen, als Futter für die Fische.“

„Natürlich nicht!“, erklärte Barker empört. „Ich war nur sehr besorgt wegen Ihrer schlechten Verfassung.“

Nick glaubte ihm nicht. Er selbst hatte sich für tot gehalten. Warum sollte der Chirurg da anderer Meinung sein? „Dann besorgen Sie mir etwas zu trinken, Barker, und zwar schnell.“

„Es gibt nur Wasser, Sir, das ist alles“, ordnete Barker an, während er zu dem Krug trat, der auf dem Tisch stand. „Kein Alkohol, aber vielleicht gestatte ich etwas Brühe, später, falls Sie kein Fieber haben.“

Nick sah den Chirurgen von der Seite her an und unterdrückte ein Stöhnen, während er sich aufrichtete und den Krug nahm. Schon diese kleine Anstrengung führte dazu, dass es in seinem Kopf wie wild pochte, aber er wollte Barker nicht noch einen Grund geben, seinetwegen so viel Aufhebens zu machen. Was er jetzt brauchte, waren Erklärungen.

„Wo zum Teufel sind wir, Gideon?“, wollte er wissen. „Wo ist die Liberty?“

„Inzwischen in Charles Town, so Gott will.“ Ohne die Erlaubnis dazu abzuwarten, schob Gideon einen der Stühle an die Koje und setzte sich. Dabei beugte er sich eifrig vor, die Hände auf die Knie gestützt. Zwar hatte er bei Nick als Lieutenant angeheuert, doch die beiden Männer waren schon zu lange befreundet, um auf Förmlichkeiten zu bestehen. „Und was uns betrifft – wir befinden uns an Bord der feinsten kleinen Brigg, die du dir jemals vorgestellt hast.“

Nicks Miene verfinsterte sich. „Raus mit der Wahrheit, Gideon. Ich bin nicht in der Stimmung, um mir etwas vorzustellen. Das letzte, woran ich mich erinnere, ist, dass es mit uns abwärtsging.“

„Ja, und das ist das Schöne daran, Nick! Wir sanken, so, wie du sagst, aber du und Jemmys Jungs, ihr habt den letzten Schuss abgefeuert, und diese elenden Briten gaben auf.“

„Sie gaben auf?“ Nick blickte ihn ungläubig an. „Du meinst, wir haben sie gefangen genommen?“

Gideon grinste begeistert. „Ihr Captain war schon früh umgekommen, und die Dummköpfe, die noch an Bord waren, hatten keine Ahnung, was sie als nächstes tun sollten, also gaben sie auf. Sie haben sich ergeben, einfach so. Es war ein lohnender Anblick, ihre Gesichter zu sehen, als die Sonne aufging und sie erkannten, in welch elender Verfassung die arme Liberty war.“

„Aufgegeben“, wiederholte Nick noch einmal, völlig verblüfft über diese glückliche Wendung. „Welchen Preis haben wir zahlen müssen?“

Gideon wurde augenblicklich ernst. „Zwölf unserer Männer wurden gleich getötet“, erklärte er sachlich. „Vier weitere sind seitdem noch gestorben, möge Gott ihren Seelen gnädig sein.“

„Amen“, sagte Nick leise. Obwohl jeder, der auf einem Kaperschiff anheuerte, die Risiken kannte, trauerte er um die Männer, die er verloren hatte. Doch diesmal erschien ihm Gideons Aufzählung schlimmer als sonst. Warum, so fragte Nick sich, sind diese Männer gestorben, während ich verschont wurde? Warum waren nicht auch sie von diesem lächerlichen Engel zurückgebracht worden?

„Falls es dir ein Trost ist“, sagte Gideon, „den Briten erging es noch schlechter. Sie haben ihren Kapitän und ihre beiden Lieutenants verloren, den Maat und noch ein Dutzend anderer. Den Rest habe ich als Gefangene mit der Liberty nach Charles Town geschickt, und dann habe hier alles für uns eingerichtet. Ich dachte mir, dass du es so gewollt hättest.“

Nick stimmte zu. Wie hätte er etwas anderes wollen können? Ein Schiff wie dieses mitten auf einer Überfahrt zu übernehmen war weder durch seine Befehle noch durch die Articles of Agreement abgedeckt, und es würde einige Zeit in Anspruch nehmen, bis er das vor dem Prisengericht durchgesetzt haben würde. Aber er wäre ein Narr, wenn er sich eine solche Gelegenheit entgehen ließe, sein Los zu verbessern.

Er sah sich mit neu erwachtem Interesse in der Kabine um. Dies alles gehörte nun also wirklich ihm. Drei Kriegsjahre und die Blockaden hatten einen solchen Luxus für jeden amerikanischen Kaperer scheinbar unerreichbar werden lassen, und seine Erregung steigerte sich noch, als er sich erinnerte, wie schwer die Brigg bewaffnet war. Ihre Kanonen würden jetzt auf sein Kommando hin feuern, und zwar unter der amerikanischen Flagge anstelle der englischen. Himmel, was könnte er für sein Vaterland mit einem Schiff wie diesem alles erreichen!

„Sie hat erst vor sechs Monaten die Werft in Portsmouth verlassen, Nick“, fuhr Gideon mit hämischer Freude fort. „Zwanzig Kanonen, alle ganz neu. Glaub nur nicht, dass...



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