John | Finsteres Grab | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 401 Seiten

Reihe: Wales Killings

John Finsteres Grab

Thriller: Wales Killings 1 | Ein Serienkiller mordet in der Psychiatrie
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-425-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller: Wales Killings 1 | Ein Serienkiller mordet in der Psychiatrie

E-Book, Deutsch, Band 1, 401 Seiten

Reihe: Wales Killings

ISBN: 978-3-98690-425-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die kalte Erde erstickt deine Schreie: Der packende Thriller »Finsteres Grab« von Katherine John als eBook bei dotbooks. Eine Schusswunde kann verheilen - doch was geschieht, wenn die Psyche zerschmettert worden ist? Nach seinem letzten Einsatz liegt der Waliser Sergeant Trevor Joseph in der Nervenheilanstalt Compton Castle, unfähig, sich zurück ins Leben zu kämpfen. Selbst sein bester Freund und Kollege Peter Collins beginnt die Hoffnung zu verlieren, dass der früher so scharfsinnige Polizist das Sanatorium jemals wieder verlassen wird. Doch dann wird im Garten der Klinik die Leiche einer Frau gefunden, die lebendig begraben wurde. Zu Peters Entsetzen fällt der Verdacht der Ermittler ausgerechnet auf Trevor: Wird es den beiden Männern gelingen, seine Unschuld zu beweisen, während der unbarmherzige Killer wieder und wieder zuschlägt? »Exzellente, eiskalte Spannung!« Manchester Evening News Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der fesselnde Thriller »Finsteres Grab« von Katherine John ist der erste Band ihrer »Wales Killings«-Reihe, die Fans von Val McDermid begeistern wird. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Katherine John wurde als Tochter einer deutschen Mutter und eines walisischen Vaters in Pontypridd unweit von Cardiff geboren. Sie studierte Englisch und Soziologie in Swansea; danach lebte und arbeitete in den USA und Europa, bevor sie nach Wales zurückkehrte und sich seitdem ganz dem Schreiben widmet. Katherine John lebt mit ihrer Familie auf der Gower-Halbinsel an der Südküste von Wales. Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin die »Wales Killings«-Reihe mit den Bänden »Finsteres Grab«, »Tödliches Los«, »Schwarze Narzissen« und »Kalter Hass«.
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Prolog


Die Wolken verdeckten den Mond. Der Garten wurde nur von den Straßenlaternen beleuchtet, deren gedämpftes Licht über die hohe Einfassungsmauer fiel und die altmodischen Eisenspitzen oben auf der Mauerkrone kalt und unheimlich aufblitzen ließ. Ein kühler Nachtwind rüttelte an den Knospen der Bäume und fuhr raschelnd durch die Gerippe der toten Blätter, die tief im Unterholz dem Rechen des Gärtners entgangen waren.

Wie Scherenschnitte ragten die Gebäude aus dieser grauen Schattenwelt – eine wuchtige gotische Silhouette, umgeben von tiefschwarzen Quadern. Hier und da drang ein schmaler Lichtstrahl unter einer Jalousie hindurch, und am Ende der langen Reihen glänzender dunkler Fensterscheiben leuchteten einige Rechtecke in sanftem bernsteinfarbenem Licht und verrieten, wo die Küchen, Badezimmer und Stationsbüros lagen, in denen auch nachts noch gearbeitet wurde.

Durch den Garten huschte ein Phantom. Leise und verstohlen glitt es im Schatten von Bäumen und Mauer dahin. Hin und wieder verharrte es, doch stets im Schutz eines Baumes oder Strauches, der es verbarg. Es lief so gebückt, dass es bucklig wirkte, sein Schatten war eine missgestaltete klobige Masse auf spindeldürren Beinen. Immer weiter driftete es, von Baum zu Baum, von einem Busch zum nächsten, und jedes Mal, wenn es innehielt, schienen alle seine Sinne aufs äußerste gespannt.

Der scheppernde Schlag einer Uhr ließ für einen Augenblick das Geraschel der Feldmäuse und Wühlmäuse verstummen. Eine Schleiereule stieß auf ihre Beute herab und schrie auf, als sie sie verfehlte. Irgendwo bellte ein Hund, jenseits der Mauer in der Vorortsiedlung, die sich erst vor kurzem auf einem Gelände ausgebreitet hatte, das früher einmal zum Krankenhaus gehört hatte.

Draußen auf der Straße heulte ein Motor auf, gleich darauf ertönte die Sirene eines Polizeiwagens. Das Phantom kauerte sich ins Unterholz und wartete, bis der Lärm verebbte. Dann – eine ganze Weile später – setzte es im Schneckentempo seinen Weg fort, bis es zum Rand einer schimmernden Rasenfläche kam. Zu seiner Linken erhob sich ein niedriger Erdhügel. Der Wind strich über den Rand der pechschwarzen Grube davor und fuhr durch die Kronen der Bäume, die sich in der Brise wiegten.

Vorsichtiges Zögern, dann ein rasches Huschen. Wieder verharrte die gekrümmte Gestalt. Dann richtete sie sich auf und war auf einmal nicht mehr bucklig. Groß und kräftig zeichnete sie sich gegen den Himmel ab. Aus dem Erdhaufen ragte der Umriss einer Schaufel. Das Phantom bückte sich, griff danach und begann mit stetigen, gleichmäßigen Bewegungen die Erde vom Hügel in die Grube daneben zu schaufeln.

Als der Mond hinter den zarten grauen Wolkenfetzen hervorkam und die Szenerie in ein silbernes, winterliches Licht tauchte, arbeitete das Phantom noch rascher. Es nahm sich kaum Zeit, sich mit dem Arm über die Stirn zu wischen. Immer kleiner wurde der Erdhügel, und noch immer schaufelte die Gestalt. Wachsam und stets auf der Hut, verharrte sie jedes Mal lauschend zwischen zwei Schaufelladungen.

In der Grube war es dunkel, feucht und eiskalt.

Es stank nach Moder und Verwesung. Die Gestalt dort unten war so eng in ein Laken gewickelt, dass sie mehr einer riesigen Insektenpuppe als einem menschlichen Wesen glich, und hielt den Blick unablässig nach oben gerichtet. Nur noch die Augen gehorchten ihrem Willen. Ohne zu blinzeln starrte sie angestrengt auf das längliche Viereck, in dem sich der Nachthimmel mit seinen Wolkenschleiern und den Millionen von Sternen, klein wie Nadelstiche, zeigte. Die silbrig leuchtende Scheibe in der linken Ecke mit ihren Linien und Kratern musste der Mond sein. Daneben stand der Orion, bekannt seit der Schulzeit und Gegenstand der einzigen Astronomiestunde im gesamten Geographieunterricht.

Es lag nicht nur an der lähmenden Kälte. Wie sehr sich das Gehirn auch mühte, die Gliedmaßen in Bewegung zu setzen, blieben sie doch schlaff und bleiern; nutzlose Anhängsel eines leblosen Körpers, in dem nur der Verstand mit schmerzhafter Klarheit arbeitete. Jeder Versuch, die letzten Kräfte zu sammeln, war vergeblich. Der Körper war so vollständig erstarrt, dass er nicht einmal vor Kälte zittern konnte.

Während die Augen reglos nach oben blickten, arbeitete der Verstand fieberhaft, um die Gedanken in eine logische Reihenfolge zu bringen. Die letzte Erinnerung war der Weg vom Sprechzimmer zum Tor. Die Füße waren in den frischen, von der Frühlingssonne weich gewordenen Asphalt eingesunken. Der warnende Geruch hatte sich zu spät bemerkbar gemacht, um zu verhindern, dass die klebrige schwarze Masse die nagelneuen grünen Lederschuhe ruinierte. Doch der Ärger über die verdorbenen Schuhe hatte die Freude nicht schmälern können.

Der letzte Termin war vorüber, und hinter dem Tor wartete die Freiheit. Jetzt ging es hinaus in ein ungebundenes, selbständiges Dasein. Zwar war die Depression, der Grund für die Gefangenschaft, noch nicht völlig auskuriert, doch der Rest ließ sich auch draußen im normalen Leben behandeln.

Der Gang zum Tor – ein Ruf – ein Schrei ... Und dann graue, eisige Finsternis. Starre, die ihren Grund nicht allein in der Lähmung und dem engen Laken hatte. Lichtblitze, Nadelstiche in schmerzempfindliche Haut, Dunkelheit ... noch mehr Dunkelheit ... und dann der Himmel. Der wunderschöne, kristallklare Nachthimmel.

Trocken, staubig, pulvrig prasselte Erde auf das straff gespannte Tuch. Und mit dem Geräusch kam, wie ein vernichtender Blitz, die Erkenntnis – und die Panik. Da hagelte auch schon die nächste Ladung herab. Sinnlos der verzweifelte Versuch, die zusammengeklebten Lippen auseinanderzuzwingen und einen Schrei auszustoßen. Lippen und Kehle versagten den Dienst und brachten nicht einmal ein Wimmern hervor.

Während das Gehirn langsam seinen verzweifelten Kampf aufgab, bahnte sich das nackte Entsetzen schleichend seinen Weg und legte sich als widerlicher Geschmack auf die Zunge. Wie eine Schlange kroch die Furcht das Rückgrat empor, und mit ihr kam die Gewissheit des nahen Todes.

Diese Grube lag doch nicht in einer Einöde! Vielleicht hielten sich ja ganz in der Nähe Leute auf. Leute, die das Loch nicht sehen konnten, aber einen Schrei hören würden.

Anstrengung, Konzentration – deutlich hörbar riss die Haut an den trockenen Lippen. Doch der Schmerz wurde gemildert durch die Erkenntnis, dass der Körper endlich wieder gehorchte. Der Mund öffnete sich. Da kam von oben ein dicker, feuchter Erdklumpen, legte sich schwer auf die Zunge. Kein Gedanke mehr an Geräusche, nur ein verzweifeltes Ringen nach Atem. Zunge und Zähne, die sich krampfhaft mühten, die Erde wieder auszuspucken, brennende Lungen, die vor Luftmangel fast barsten. Doch der Erdklumpen füllte den Rachen, blockierte die Kehle.

Ganz ruhig – kämpfen – ruhig bleiben – leben.

Die wilde Verzweiflung ließ nach, als endlich Luft in die wunden Lungen drang: Atemluft, eingesogen gegen den Widerstand der Erdkrumen, die sich jetzt auch auf die Nasenlöcher legten. Feiner Staub rieselte herab, gefolgt von weiteren wassergesättigten Klumpen. Die Erde traf ein Auge, stach und brannte und verstopfte die Nase – trocken – erstickend ...

Sie würden kommen. Sie mussten einfach kommen! Wenn sie sich doch nur beeilen würden! Es gab keine Luft mehr, keinen Atem ... kann nicht atmen ... kann nicht ...

Plötzlich eine Silhouette. Groß und breit schwang sie die Schaufel, löschte das Licht und die Sterne aus. Alles wurde schwarz in der Grube, schwärzer als in der finstersten Nacht. Nur ganz unten in der Tiefe waberte rote Glut und schwelte so stark, dass sie die nutzlosen Lungen versengte.

Die Gestalt trat zurück. Weitere Erde prasselte herab – und noch mehr – immer mehr.

Zum ersten Mal seit dem Gang über den frisch asphaltierten Weg wurde es warm. Warm und behaglich. Das Ringen nach Luft hatte aufgehört – wie alles andere auch. Da war nichts mehr als ein ruhiges Dahingleiten. Ein Schweben auf einer daunenweichen grauen Wolke, die den ganzen Körper zärtlich einhüllte und ihn hinuntertrug in den tiefen, erholsamen Schlummer.

Die Schaufel steckte wieder aufrecht in der Erde. Der Erdhügel war kleiner geworden, doch nicht so viel, dass ein zufälliger Blick es bemerkt hätte. Schon gar nicht der Blick eines achtlosen Gärtnerlehrlings. Ein leichtes Klopfen mit dem Fuß, ein paar Handgriffe, um ein wenig trockene Erde auf dem restlichen Hügel zu verteilen. Ein prüfender Blick in die Grube. Nichts als Dunkelheit, Stille und Schweigen. Nirgendwo blitzte ein verräterischer Zipfel des weißen Lakens auf, das dort unten verborgen lag.

Das Phantom glitt zwischen die Bäume zurück. Als im nächstliegenden Stationsgebäude eine Zimmertür geöffnet wurde, fiel ein Dreieck aus Licht auf den Rasen, erlosch jedoch sogleich wieder. Das Ganze dauerte nur einen Augenblick, doch lange genug, dass man die Gestalt einer Frau erkennen konnte. Steif und aufrecht stand sie am Fenster, die Hände zu beiden Seiten des Gesichts an die Scheibe gepresst. Das Phantom im Garten blickte auf und sah sie.

Und die Frau schaute zurück. Selbst nachdem das Licht ausgegangen war, konnte jemand, der wusste, dass sie dort stand, noch ihr weißes Spitzennachthemd erkennen.

Dann zog eine unsichtbare Hand die Jalousie herunter. Man vermochte sich leicht vorzustellen, wie die Krankenschwester die widerstrebende Patientin sanft wieder ins Bett brachte. Eine Patientin, die – was? – gesehen hatte. Alles? Genug, um zu reden? Genug, um ... Das Phantom lächelte, als es sich weiter in den Schatten zurückzog. Wer würde der Frau schon glauben? Oder irgendeinem anderen Patienten, der von seltsamen Vorgängen in der Nacht berichtete?

Psychiater und Schwestern mussten ihren Patienten...



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