Jones | Space Troopers - Folge 2 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 106 Seiten

Reihe: Space Troopers

Jones Space Troopers - Folge 2

Krieger
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7325-4169-0
Verlag: beBEYOND
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Krieger

E-Book, Deutsch, Band 2, 106 Seiten

Reihe: Space Troopers

ISBN: 978-3-7325-4169-0
Verlag: beBEYOND
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Jahr 2134: Die Erde steht vor dem Untergang - und mit ihr die gesamte Menschheit. Hunger und Armut, Kriminalität, Gewalt und Terror beherrschen den Alltag. Die einzige Rettung der Menschheit scheint in der Kolonisierung neuer Welten zu bestehen. Die Space Troopers, Kämpfer einer speziell ausgebildeten militärischen Einheit, sollen die Kolonisten beschützen. Doch im Kassiopeia-Sektor wartet ein fremder Feind, dessen Brutalität die Menschheit kaum etwas entgegenzusetzen hat.

Die Serie Space Troopers ist packende und actionreiche Military Science Fiction. Im Kampf gegen die Aliens entscheidet sich das Schicksal der gesamten Menschheit. Für Fans von Battlestar Galactica und Leser von David Weber oder Jack Campbell.

FOLGE 2: KRIEGER

John wird mit seinem Team zur verloren geglaubten Kolonie 1.3 im Kassiopeia-Sektor geschickt. Auf dem Planeten scheint alles Leben ausgelöscht zu sein. Die Space Troopers finden weder Anzeichen von Menschen noch von Tieren. Die Pflanzen auf dem Planeten sind verdorrt, Seen und Flüsse vergiftet. Als sie Zuflucht in einem Gebäude suchen, verlieren sie den Funkkontakt. Die Space Troopers sitzen in der Falle, denn nicht alles Leben auf dem Planeten ist vernichtet ...

Jones Space Troopers - Folge 2 jetzt bestellen!

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Jemand packte ihn am Bein. John schrak aus seinem Tiefschlaf hoch. Es war wie ein Déjà-vu. Eine Erinnerung an jene Nacht auf Hell’s Kitchen, als er todmüde eingeschlafen war und seine Zimmergenossen ihn wegen des frühmorgendlichen Appells weckten. Instinktiv fuhr er herum.

Doch dieses Mal wurde er nicht wach geschüttelt. Jemand zog an seinem Bein, mit aller Kraft. Zerrte ihn über den Rand des Bettgestells. Er schaffte es gerade noch, sich umzudrehen, sodass er nicht mit dem Rücken auf den Boden krachte und sich abrollen konnte. Trotzdem schmerzte die Seite höllisch. Wenigstens hatte er keine Kopfschmerzen mehr.

»Das ist mein Bett«, sagte ein Mann, dessen Akzent John die Haare zu Berge stehen ließ. Aziz hatte den gleichen. Doch das konnte nicht sein. Aziz war auf der Erde.

John sprang auf, schlug eine Gerade in den Leib des Mannes und ließ einen Aufwärtshaken folgen. Er traf das Gesicht, fühlte, wie Zähne seine Haut aufrissen.

Blut spritzte, und der kahl geschorene Kopf des Fremden flog in den Nacken. Er strauchelte kurz, versuchte dann aber, John mit einem Tritt gegen die Beine zu Fall zu bringen.

Es gelang nur halb. John fiel zwar, konnte sich aber abrollen und stand bereits wieder auf den Fußen, als eine Faust auf sein Gesicht zuflog. John wich ihr aus und riss blitzschnell sein Knie hoch, traf die Weichteile des Gegners, der zusammenklappte, und drosch ihm die Ellenbogen in den ungeschützten Nacken.

Die meisten Gegner hätte eine solche Aktion außer Gefecht gesetzt. Die Beinschere erwischte John deshalb völlig unvorbereitet. Er sah noch, wie das Bettgestell seinem Kopf gefährlich nah kam, dann krachte es, und es wurde dunkel.

Licht blendete ihn, als er wieder zu sich kam. Er lag im unteren Bett, in seinem Kopf hämmerte es. Schweiß stand auf seiner Stirn. Schwer atmend richtete er sich auf und wollte aus dem Bett steigen.

Jemand hielt ihn fest.

»Sitzen bleiben!«

Mirek. Natürlich. Widerwillig gab John nach.

Der Neue stand breitbeinig vor ihm und musterte ihn mit regloser Miene. Automatisch ballten sich Johns Fäuste.

Reno packte den Neuen am Arm und zog ihn zurück, als ahnte er, dass John kurz vor dem Siedepunkt stand. »Ich hab dir gleich gesagt, dass das Bett besetzt ist, also beschwer dich nicht, Armleuchter.«

Derweil fummelte Mirek an Johns Verband herum. »Du solltest zum Arzt gehen, Zacharias.«

»Da kann dieses Arschloch hin«, erwiderte John, »nachdem ich ihm die Fresse poliert hab.«

»Das gibt nur Ärger«, sagte Mirek.

»Prügeleien im Dienst werden nach Paragraph 5 Absatz 4 der Militärstatuten mit Strafdienst oder körperlicher Züchtigung geahndet«, sagte der Neue. Im Licht konnte John nun deutlich die dunkle Haut eines Arabers erkennen.

John zuckte nach vorn. »Du widerlicher -« Weiter kam er nicht. Denn Mirek und Harlan hielten ihn fest, als hätten sie geahnt, dass er so reagieren würde.

Reno versetzte dem Neuen einen Stoß gegen die Brust. »Wenn du auch nur ein Sterbenswörtchen verrätst, kannst du deine Knochen durchnummerieren. Das schwör ich dir. Hast du mich verstanden?«

Der Neue nickte. Sein Blick suchte John. »Ja, ich habe verstanden.«

»Schön.« Reno ließ ihn mit einem Ausdruck der Abscheu los, als handelte es sich um ein Stück Abfall. »Niemand will dich hier, Dschihadkrieger.«

Natürlich. Reno mochte diese Fanatiker ebenso wenig wie John. Wahrscheinlich noch weniger. Wenn auch aus anderen Gründen.

Harlan seufzte. »Hey Mann, wir wissen doch gar nicht …«

»Die sind doch alle gleich«, schnaubte Reno. »Verdammte Kaftanträger.« Er spuckte vor die Füße des Arabers.

Dessen Blick blieb völlig emotionslos.

»Lass gut sein«, mischte sich Mirek ein..

Johns Blick glitt zu Ophelia, die in ihrem Bett lag – seelenruhig, als ginge sie das Ganze nichts an. So sehr also hatte er es bei ihr verbockt.

An der einen spaltbreit geöffneten Tür lugte Kim nach draußen auf den Flur. Er musste es gewesen sein, der das Licht eingeschaltet hatte. »Der Corporal kommt«, zischte er just in diesem Augenblick, zog die Tür zu und schlüpfte nach oben in sein Stockbett.

Kurz bevor die Tür wieder aufgerissen wurde.

Dieses Mal schaffte John es, rechtzeitig Haltung anzunehmen und zu salutieren, als Corporal Stannis hereinstürmte.

Aufgereiht standen sie alle vor den Betten – der Araber an einem Ende der Reihe, als gehöre er dazu. Ganz allmählich sickerte in Johns Bewusstsein, dass der Kaftanträger nun Teil seiner Einheit war. Ein Handlanger von Aziz. Da war John sich sicher. Im gleichen Zimmer, in dem er schlief. Das konnte nicht gutgehen.

Stannis’ Blick musterte jeden Einzelnen von ihnen, als wolle er ihre Gedanken lesen. Bei dem Neuen hielt er inne. »Wer hat Sie im Gesicht verletzt, Private Chadim?«

John schielte zu seinem Kontrahenten. Reno stand direkt neben ihm. Das genügte anscheinend, damit der Kaftanträger den Mund hielt.

Stille.

Stannis schritt an der Reihe entlang. Blieb vor John stehen. Mit dem Zeigefinger schob er Johns Unterhemd hoch und legte den blutigen Verband frei.

»Private McClusky wurde im Kampf gegen die Aliens verwundet, Sir«, mischte Mirek sich eine Spur zu eifrig ein.

»Ich bin darüber informiert.« Stannis’ Tonfall war zu entnehmen, dass er noch mehr wusste. Und dass diese Informationen ihm missfielen.

»Die heutige Arbeit war zu schwer für ihn, Sir.«

Nervös befeuchtete John seine Lippen. Warum hielt Mirek nicht die Klappe? Merkte er denn nicht, dass er Stannis damit nur umso mehr verärgerte? Und womöglich auf die richtige Fährte brachte?

»Wollen Sie damit meine Anordnungen in Zweifel ziehen, Private Kowalski?«

»Nein, Sir.« Mirek straffte sich sichtlich.

Stannis’ Sezierblick blieb wieder an John hängen. »Weshalb haben Sie sich nicht auf der Krankenstation gemeldet, Private McClusky?«

John mühte sich um eine Ausrede. »Ich hatte es nicht bemerkt, Sir. Weil ich zu müde war, Sir.«

Stannis’ dunkle Augen wurden noch eine Spur schmaler. »Zwei Tage Latrinendienst für alle. Chadim und McClusky, melden Sie sich auf der Krankenstation. Sofort. Und ich erwarte danach Rückmeldung über Ihren Status.« Noch während alle »Aye, Sir« riefen, verließ der Corporal das Quartier.

»Danke, John«, sagte Ophelia nach Stannis’ Abgang in die Stille hinein. »Danke, dass wir wegen dir Latrinendienst schieben dürfen, Blödmann.« Ohne ein weiteres Wort warf sie sich wieder in ihr Bett.

Danke, dass du mein Bett so eifrig verteidigt hast, hätte John am liebsten gekontert. Stattdessen sagte er: »Leck mich!« Eher hätte er sich die Zunge abgebissen, als zuzugeben, dass er über das Verhalten der anderen enttäuscht war. Seine Lebensweisheit hatte sich mal wieder bewahrheitet: Vertraue niemanden und mach dich von niemandem abhängig! Und das hatte er auch nicht mehr vor. Niemals. Eher krepierte er. Auch dann – oder gerade dann –, wenn die anderen ihm bereits mehrfach den Hintern gerettet hatten.

»Mit Vergnügen, Klugscheißer – wenn du dich bückst«, sagte Reno und kehrte ihm den Rücken zu.

»Herzlich wie immer«, knurrte Harlan. Wen er damit meinte, beließ er im Unklaren. »Könnt ihr euch wieder einkriegen, Mann?«

John gab ihm keine Antwort. Er zerrte seine Hose über die Beine, schlüpfte in die Schuhe und beeilte sich, Chadim zu folgen, der bereits das Quartier verließ. Mit einem Knall warf er die Tür hinter sich zu. Die anderen sollten merken, dass er wütend war. Er hatte allen Grund dazu.

Also doch. Er war enttäuscht. Bitter enttäuscht. Die Wucht seiner Gefühle verblüffte ihn und verärgerte ihn umso mehr.

Sein Blick blieb an Chadim haften, der vor ihm die Tür zur Treppe öffnete, die zur Ebene der Krankenstation führte.

Im Treppenhaus holte er ihn ein. Ein Schlag gegen die Kniekehlen ließ Chadim niedersinken. John riss ihn herum, drückte ihn mit dem Rücken auf die Treppenstufen und presste seinen Unterarm gegen den Kehlkopf des Arabers. »Okay, Kameltreiber! Weshalb bist du hier? Und erzähl mir keine Märchen. Wir wissen beide, wer dich geschickt hat. Also. Ich warte!«

Mit regloser Miene sah Chadim ihn an. »Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen.«

»Lass den Scheiß!« John drückte noch stärker gegen den Hals des Arabers.

Chadim schien das nicht zu kümmern. John hatte das unbestimmte Gefühl, dass der Kerl dort lag, weil er sich nicht wehren wollte – und nicht, weil John ihn überwältigt hatte.

Schritte waren zu hören.

Mit einem Ruck ließ John den Araber los. »Komm mir nie wieder zu nahe. Ich warne dich nicht ein zweites Mal.«

Wortlos stand Chadim auf und wartete, bis der Soldat, der von oben kam, sie passiert hatte. Danach setzte er seinen Weg fort, als sei nichts geschehen.

John war alarmiert. Er würde vorsichtig sein müssen, wenn er dem Kerl in Zukunft den Rücken zukehrte.

Das Elend wollte kein Ende nehmen. Nun sollte er auch noch die Nacht auf der Krankenstation verbringen – und das nur wegen des barmherzigen Samariters Mirek. Es behagte ihm nicht, bloß durch dünne Stoffbahnen vom Leiden anderer getrennt zu sein. Es gehörte sich nicht, dass erwachsene Männer vor Schmerz schrien oder im Fieber wimmerten. Erst recht nicht wollte er dabei zuhören. Er wollte verdammt sein, sollte er sich jemals in ähnlicher Weise verhalten.

Trotzdem hatte ihn der ältliche Mann mit den zerzausten grauen Haaren und der Nickelbrille dazu verdonnert, hierzubleiben. Zur Beobachtung, wie Doktor...



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