Justiss | Die schöne Mätresse | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Justiss Die schöne Mätresse


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95576-211-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-95576-211-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Evan Mansfield, Earl of Cheverley, besitzt nicht nur unter Seinesgleichen den Ruf, sehr besonnen zu sein. Auch seine Mätressen kennen ihn stets beherrscht. Doch dann tritt die junge schöne Hutmacherin Madame Emilie in Evans Leben. Ihr skandalöses Angebot, seine Geliebte zu werden, ist für ihn eine aufregende Versuchung, der er sofort erliegt. Wenn er ihre zarte Gestalt in seinen Armen hält, die Flut ihrer schwarzen Haarpracht unter seinen Händen fühlt und tief in ihre violetten Augen blickt, ist er nicht länger ein vornehmer Gentleman - nur noch ein Mann, der mit aller Leidenschaft lieben will. Immer drängender wird sein Wunsch, Emilie zu der Seinen zu machen. Ein Ansinnen, das aus Gründen des Standesunterschieds völlig ausgeschlossen ist ...



Julia Justiss wuchs in der Nähe der in der Kolonialzeit gegründeten Stadt Annapolis im US-Bundesstaat Maryland auf. Das geschichtliche Flair und die Nähe des Meeres waren verantwortlich für zwei ihrer lebenslangen Leidenschaften: Seeleute und Geschichte! Bereits im Alter von zwölf Jahren zeigte sie interessierten Touristen das historische Annapolis, das für kurze Zeit sogar die Hauptstadt der sich von der Kolonialmacht England abspaltenden Vereinigten Staaten war. Verheiratet ist sie mit einem Offizier zur See, den sie auf einer der anderen Attraktionen von Annapolis kennengelernt hat: der Marineakademie. Mit ihm verbrachte sie viel Zeit in Tunesien und Europa. Bevor sie Tunesien, wo sie für die amerikanische Botschaft gearbeitete hatte, verließ erfüllte sie sich einen Traum: einen Regency-Roman zu vollenden. Seitdem hat sie 14 weitere Romane 3 Erzählungen und eine online-Serie veröffentlicht. Mit Preisen für ihre Werke wie dem Golden Quill, National Readers Choice, Romantic Times und All About Romance's Favorite Book of the Year, wird sie nur so überschüttet. Zur Entspannung sieht Julia sich gern Spielfilme an oder arbeitet im Garten ihres wunderschönen, im englischen Stil erbauten Hauses im östlichen Texas.

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1. KAPITEL


„Du willst einen Hut für deine Mutter abholen? Meine Güte, was für ein pflichtbewusster Sohn!“ Evan Mansfield, Earl of Cheverly, hob seinen Spazierstock an und versetzte seinem Freund einen Stoß gegen den Fußknöchel. Ein überraschter Schrei folgte.

„Zum Glück war deine Mutter klug genug, das Zeitliche zu segnen, als du noch ein Kind warst“, sagte Evan. „Du hast wirklich keine Ahnung, welche Aufmerksamkeiten man einer Dame erweist.“ Er schmunzelte, als sein Freund Brent Blakesly ihm einen beleidigten Blick zuwarf. „Eigentlich wollte Mama den Hut selbst abholen, aber ich habe es ihr ausgeredet. Sie hat sich immer noch nicht ganz von dieser schrecklichen Erkältung erholt, mit der sie sich so lange herumgequält hat. Du musst natürlich nicht mitkommen. Warum gehst du nicht schon voraus zu White’s und bestellst uns einen guten Wein? Lass ihn einfach auf meine Rechnung setzen.“ Evan betrachtete lächelnd Brents Knöchel. „Er wird deine Schmerzen lindern.“

Brents Miene entspannte sich. „Ich fühle mich tatsächlich schon besser. Aber beeil dich bitte. Ich könnte es niemals mit meinem Gewissen vereinbaren, deinen ganzen Wein auszutrinken, bevor du eintriffst.“ Er tippte kurz gegen die Hutkrempe, bevor er sich entfernte.

„Es wird nicht lange dauern“, rief ihm Evan nach. „Madame Emilies Geschäft ist gleich an der Ecke zur Bond Street.“

Brent hielt kurz inne. „Madame Emilie?“

Als Evan nickte, kam sein Freund plötzlich zurück. „Wenn ich es mir recht überlege, würde ich dich doch lieber begleiten. Nun, worauf warten wir noch?“

Evan hob erstaunt die Brauen. „Aus welchem Grund solltest du den Laden einer Modistin aufsuchen?“

„Nun, vielleicht würde ich diese Erfahrung … interessant finden.“

Auf ihrem Weg fragte Evan noch einige Male nach, doch Brent weigerte sich, etwas über seine Beweggründe zu verraten. Er meinte nur, Evan müsse es selbst herausfinden.

Nach einigen Minuten erreichten sie das hübsch arrangierte Schaufenster des Geschäfts. Eine Glocke läutete bei ihrem Eintreten.

Evan flüsterte Brent zu: „Dürfte ich nun endlich erfahren, welch großes Geheimnis …“

Eine hoch gewachsene Frau kam aus dem Schatten des Innenraumes und wandte sich ihnen zu. Als Evans Augen sich an das schwache Licht gewöhnt hatten, verstummte er abrupt.

Bei ihrem Anblick trat sofort alles andere in den Hintergrund. Er sah nur noch sie – ihre schlanke Figur in dem violetten Kleid, ihr blasses, ovales Gesicht, das von dunklen Locken umrahmt wurde, ihre vollen rosigen Lippen. Sie hob fragend den Kopf und schaute ihn aus tiefblauen Augen an. Plötzlich schien die Luft zwischen ihnen zu knistern. Evan war wie vom Donner gerührt.

Ein schwacher Lavendelduft stieg ihm in die Nase. Sein Herzschlag setzte für einen Moment aus.

„Verdammt, Evan, sie ist genauso bezaubernd, wie Willoughby behauptet hat!“

Bei den geraunten Worten seines Freundes erwachte Evan aus seiner Trance. „Sie ist vollkommen“, stimmte er mit unsicherer Stimme zu.

„Du Glücklicher“, murmelte Brent. „Du hast wenigstens einen Grund, mit ihr zu sprechen. Nun komm schon!“ Er stieß den Earl leicht an.

Doch Evan benötigte keinerlei Ermutigung. Entschlossen ging er auf sie zu und drängte unbewusst eine üppige ältere Dame beiseite, die mit der schönen Fremden zu sprechen schien. „Lord Cheverly, Madame Emilie.“ Galant ergriff er ihre Hand und hob sie an die Lippen.

Erneut fühlte er diese Spannung zwischen ihnen. Auch sie schien es zu spüren, wenn er die zarte Röte auf ihren Wangen richtig deutete.

Seltsamerweise äußerte sie kein Wort, sondern musterte ihn nur mit kühlem Blick. Nach einer Weile runzelte sie die Stirn und versuchte, ihre Hand zurückzuziehen, die er immer noch etwas zu fest hielt.

Mit einer leisen Entschuldigung gab er sie frei.

„Lord Cheverly?“ wiederholte sie in einem kultivierten Tonfall. Dann weiteten sich ihre Augen. „Ah ja. Ich erhielt die Nachricht von Ihrer Mutter. Der Hut ist fertig. Einen kleinen Moment bitte, Mylord.“

Indem sie ihm kurz zunickte, wandte sie sich wieder der älteren Dame zu, die Evan empört ansah. „Lady Stanhope, ich fühle mich geehrt, dass Ihnen der Hut zusagt. Würden Sie mich nun bitte entschuldigen?“ Sie knickste tief.

Mit einem letzten wütenden Blick in Evans Richtung verließ die Kundin den Laden.

„Hier entlang, Mylord.“

Während er Madame zu einem kleinen Raum folgte, bewunderte er den anmutigen Schwung ihrer Hüften. Als sie plötzlich stehen blieb, wäre er beinahe mit ihr zusammengeprallt.

Sie drehte sich erstaunt zu ihm um. Er bemerkte kaum den Gegenstand, den sie in ihren zarten weißen Fingern hielt. „Ist der Hut zufrieden stellend, Mylord? Soll ich ihn einpacken?“

Ihre vollen Lippen waren verführerisch geöffnet. Wieder roch er diesen angenehmen Duft nach Lavendel, doch dieses Mal stärker. Unvermittelt verspürte er das überwältigende Verlangen, ihre Wange zu berühren und diese Lippen auf den seinen zu fühlen. Er würde ihren Mund erkunden und dabei ihre sanft gerundeten Brüste streicheln … Sein Körper spannte sich an, feine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn.

„Nun … ja, sehr gut“, murmelte er. Der Kragen erschien ihm auf einmal viel zu eng. „Wundervoll, exquisit … der Hut, meine ich.“

Madame hob eine dunkle Braue und betrachtete ihn prüfend. Evan blickte tief in ihre violettblauen Augen. Besaßen sie die Farbe von Veilchen oder eher von Lilien?

Dann verzogen sich die verführerischen Lippen zu einem schwachen Lächeln. Mit einem Schlag wurde ihm bewusst, dass er sich wie ein törichter Idiot benahm. Doch bevor er noch etwas sagen konnte, reichte ihm Madame Emilie die Hutschachtel. „Bitte übermitteln Sie Lady Cheverly meinen ergebensten Dank. Guten Tag, Mylord.“

Sie knickste und geleitete ihn ohne Umschweife zur Tür. Die Berührung ihrer Hand schien ihn selbst durch den Stoff seiner Kleidung zu versengen.

Als er endlich seine Fassung wiedergefunden hatte, stand er bereits neben Brent auf der Straße vor dem Geschäft. Ein großes Eisenschild in Form eines Hutes mit den aufgemalten Worten „Madame Emilie“ hing über ihren Köpfen.

„Du warst hingerissen von ihr, nicht wahr?“ Blakesly musterte ihn von Kopf bis Fuß, dann lachte er leise. „Wenn ich mich recht erinnere, warst du seit Jahren nicht mehr derart beeindruckt von einer Frau. Nicht seit dieser Balletttänzerin, als wir damals gerade aus Oxford zurückkehrten.“

Evan schüttelte den Kopf, als könne er nicht glauben, was sich soeben ereignet hatte. Sein ganzer Körper prickelte. „Die Tänzerin konnte nicht mit dieser Frau mithalten“, sagte er.

„Nein, in der Tat nicht.“ Brent seufzte. „Nun komm. Ich empfehle ein gewisses flüssiges Stärkungsmittel, damit du dich wieder erholst.“

Obwohl seine Füße ihn in die Richtung von St. James trugen, drehte sich Evan noch einmal zu dem Hutladen um. „Was weiß Willoughby über sie? Heraus mit der Sprache!“

„Aye, Euer Lordschaft!“ Brent salutierte spöttisch. „Ich habe allerdings nur wenig zu berichten. Wie man hört, wurde sie erst kürzlich Witwe. Immerhin trägt sie noch Halbtrauer.“

„Halbtrauer?“

„Du hast es nicht bemerkt?“ Brent lachte. „Nun, wahrscheinlich warst du zu beschäftigt damit, sie dir unbekleidet vorzustellen. Trotzdem sollte ich dich warnen, falls du eine Verführung im Sinn hast. Nach Willoughbys Schilderung zu urteilen, steht dir eine Enttäuschung bevor. Wie es scheint, hat St. Clair sie zuerst entdeckt. Angeblich sucht er ihr Geschäft auf, sooft ihm ein passender Vorwand einfällt.“

„St. Clair?“ Evan schnitt eine Grimasse.

„Ja. So, wie ich St. Clair kenne, waren seine Annäherungsversuche sicher nicht zurückhaltend. Offenbar hat sie dennoch jede seiner Einladungen zum Tee, Abendessen oder ins Theater abgelehnt. Willoughby sagt, dass sie keinem Mann etwas anderes gewährt als höfliche Worte. Sie scheint hoffnungslos tugendhaft zu sein.“

Evan warf ihm einen scharfen Blick zu. „Du hast wohl sehr aufmerksam zugehört. Es sieht dir gar nicht ähnlich, so viel Interesse an einer Frau zu bekunden.“

Brent erwiderte den Blick ungerührt. „Und wie steht es mit dir? Du willst doch nicht schon wieder eine neue Affäre beginnen, nachdem du dich gerade erst von La Tempestina getrennt hast? Außerdem dachte ich, du hättest Richard versprochen, Andrea mit in die Stadt zu nehmen, als er sich wieder Wellingtons Truppen anschloss. Habt ihr beide nicht eine Art … Abkommen getroffen?“

„Nicht wirklich. Du weißt, wie zurückhaltend sie seit ihrem Unfall geworden ist. Ich habe ihr lediglich versichert, falls sie am Ende der Saison keinen Verehrer gefunden hat, könnte sie immer noch mich heiraten. Aber das ist mehr als unwahrscheinlich“, fügte er mit einer gelassenen Handbewegung hinzu. „Bist du nun an Madame interessiert oder nicht?“

„Ich hätte ohnehin keine Chance“, entgegnete Brent mit einem bedauernden Lächeln. „Wenn sie schon St. Clair und seinesgleichen abweist, wird sie ihre Gunst wohl kaum einem titellosen jüngeren Sohn mit bescheidenem Vermögen schenken. Dir dagegen könnte es gelingen, dieses unerschütterliche Bollwerk einzunehmen. Du bist reich, gut aussehend, der beliebteste Junggeselle der Gesellschaft …“

„Nun hör schon auf“, unterbrach ihn Evan. „Ich muss mir eine Ausrede einfallen lassen, um den Laden wieder aufzusuchen …“ Er blieb abrupt stehen.

...



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