E-Book, Deutsch, Band 14, 100 Seiten
Reihe: Fürstenkrone Classic
Friederikes arabischer Traum
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7409-5196-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Fürstenkrone Classic 14 - Adelsroman
E-Book, Deutsch, Band 14, 100 Seiten
Reihe: Fürstenkrone Classic
ISBN: 978-3-7409-5196-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Nun gibt es eine exklusive Sonderausgabe - Fürstenkrone Classic In der völlig neuen Romanreihe 'Fürstenkrone' kommt wirklich jeder auf seine Kosten, sowohl die Leserin der Adelsgeschichten als auch jene, die eigentlich die herzerwärmenden Mami-Storys bevorzugt. Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt 'diese' Wirklichkeit. Falko Edler von Falkenhorst auf Burg Falkenhorst saß an seinem Schreibtisch und sah die Post der letzten Woche durch. Er sah genauso aus, wie es zu seinem Namen passte: scharfe Augen, eine scharfe gebogene Nase, eine hagere, leicht gebeugte hohe Gestalt. Sehr vornehm. Daran änderte auch seine abgetragene Kleidung nichts. Eine Rechnung, noch eine Rechnung, eine Mahnung, eine Rechnung, noch eine Mahnung und noch eine Rechnung, die vom Tierarzt. Herr von Falkenhorst schob die restliche Post zur Seite, das reichte vorläufig! Wenn doch Rike endlich mit ihrem Studium fertig wäre, dann könnte er sich wenigstens den teuren Tierarzt sparen! Er brauchte einen mit Fachwissen, und das musste natürlich bezahlt werden. Rike oder genauer Friederike Edler von Falkenhorst studierte Tiermedizin, Schwerpunkt Greifvögel. Sie sollte einmal die alte Tradition, die aus der Zeit von Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen stammte, weiterführen. Leider ließ sich nicht leugnen, dass ihr vorläufig noch das rechte Bewusstsein fehlte, was für eine vornehme Aufgabe dies war. Sie hatte ihr Diplom jetzt schon zum zweiten Mal verschoben, weil immer irgendwelche Partys wichtiger waren. Ihr Vater war bereit, ihr zuzugestehen, dass ihre Verlobung ein echter Grund war. Besonders, weil es sich bei dem jungen Mann um einen Schwiegersohn ganz nach seinem Herzen handelte. Er war adelig und arbeitete als Gartenarchitekt für die Stadt Heidelberg. Eberhard von Klumm stammte aus einer Soldatenfamilie. Sein Vorfahre war von Friedrich II von Preußen wegen Tapferkeit vor dem Feind geadelt worden. Natürlich ließ sich dieser Adel nicht mit dem der Falkenhorsts vergleichen, wie sich schließlich der preußische Friedrich auch nicht mit dem Staufer vergleichen ließ! Aber heute war man nicht mehr ganz so streng wie noch vor hundert Jahren, und das mit der Bedeutung war vielleicht auch Ansichtssache. Obwohl Eberhard da seine Ansicht fehlte, ein weiterer Grund, ihn zu mögen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Falko Edler von Falkenhorst auf Burg Falkenhorst saß an seinem Schreibtisch und sah die Post der letzten Woche durch. Er sah genauso aus, wie es zu seinem Namen passte: scharfe Augen, eine scharfe gebogene Nase, eine hagere, leicht gebeugte hohe Gestalt. Sehr vornehm. Daran änderte auch seine abgetragene Kleidung nichts.
Eine Rechnung, noch eine Rechnung, eine Mahnung, eine Rechnung, noch eine Mahnung und noch eine Rechnung, die vom Tierarzt.
Herr von Falkenhorst schob die restliche Post zur Seite, das reichte vorläufig! Wenn doch Rike endlich mit ihrem Studium fertig wäre, dann könnte er sich wenigstens den teuren Tierarzt sparen! Er brauchte einen mit Fachwissen, und das musste natürlich bezahlt werden.
Rike oder genauer Friederike Edler von Falkenhorst studierte Tiermedizin, Schwerpunkt Greifvögel.
Sie sollte einmal die alte Tradition, die aus der Zeit von Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen stammte, weiterführen. Leider ließ sich nicht leugnen, dass ihr vorläufig noch das rechte Bewusstsein fehlte, was für eine vornehme Aufgabe dies war. Sie hatte ihr Diplom jetzt schon zum zweiten Mal verschoben, weil immer irgendwelche Partys wichtiger waren.
Ihr Vater war bereit, ihr zuzugestehen, dass ihre Verlobung ein echter Grund war. Besonders, weil es sich bei dem jungen Mann um einen Schwiegersohn ganz nach seinem Herzen handelte. Er war adelig und arbeitete als Gartenarchitekt für die Stadt Heidelberg. Eberhard von Klumm stammte aus einer Soldatenfamilie. Sein Vorfahre war von Friedrich II von Preußen wegen Tapferkeit vor dem Feind geadelt worden.
Natürlich ließ sich dieser Adel nicht mit dem der Falkenhorsts vergleichen, wie sich schließlich der preußische Friedrich auch nicht mit dem Staufer vergleichen ließ! Aber heute war man nicht mehr ganz so streng wie noch vor hundert Jahren, und das mit der Bedeutung war vielleicht auch Ansichtssache. Obwohl Eberhard da seine Ansicht fehlte, ein weiterer Grund, ihn zu mögen. Genau wie seine solide, wenn auch nicht gerade hoch dotierte Stellung.
Für Rike waren natürlich restlos andere Beweggründe der Grund für ihre Verliebtheit: Eberhard war groß, schlank und elegant. Er hatte dunkles Haar und ernste dunkle Augen, eine eher große gebogene Nase – von der Rike behauptete, sie wäre wie die eines Adlers! Aber das sagte sie nur, um ihn, ihren Vater, zufrieden zu stellen. Zum Glück war sie nicht ganz so scharf. Man konnte nichts gegen ihn einwenden – außer, dass er mehr verdienen müsste, wenn man auf die Dauer Falkenhorst und die seit Jahrhunderten berühmte Falknerei der Edlen von Falkenhorst erhalten wollte.
Ganz zu schweigen von der schönen alten Burg, die als einzige am Neckar den 30jährigen Krieg überdauert hatte. Wahrscheinlich, weil die damaligen Fürsten noch echtes Verständnis für die hohe Kunst des Jagens mit Greifvögeln hatten.
Es hatte Falko von Falkenhorst eine fast übermenschliche Überwindung gekostet, einen Teil des alten Gebäudes, ebenso wie die Stallungen der Greifvögel, an den Wochenenden für den Fremdenverkehr zu öffnen. Es brachte nicht viel. Und das Wenige auch nur im Sommer. Auch die Einnahme aus den Vorführungen, die er oder gelegentlich Rike machten, reichten gerade für das Futter der edlen Tiere.
Sein Vater hatte schon damit begonnen – auch nur mit großer Überwindung! Aber um das edle Waidwerk zu erhalten, musste man eben große Opfer bringen.
Der Staufer war ein begeisteter Falkner gewesen, der etwas von dem Metier verstand. Er hatte sogar ein Buch über die Falknerei geschrieben, dessen Lehren heute noch gültig waren. Der Urahn der Falkenhorsts war Aufseher über die kostbaren Vögel gewesen und verdankte der Tatsache, dass er alles zur Zufriedenheit des eigenwilligen Kaisers erledigte, seinen Namen, seinen Adel, die gleichnamige Burg über dem Neckar und ein ansehnliches Einkommen.
Bis auf das Einkommen hatte sich nicht viel verändert.
Falkenhorst seufzte wieder und machte sich daran, die restlichen Schreiben wenigstens anzusehen.
Er wurde unterbrochen, weil auf der knarzenden Treppe, die in das Turmzimmer, in dem er sein Büro hatte, führte, laute aufgeregte Stimmen und fröhliches Lachen erklang. Unwillkürlich schmunzelte er – trotz der deprimierenden Post.
Das waren Rike und Eberhard!
Die Tür flog auf, und die beiden kamen herein. Rike stürzte auf ihn zu und fiel ihm um den Hals, Eberhard, über sein ganzes attraktives Gesicht grinsend, folgte etwas langsamer.
Ja! Seine Rike! Die hätte auch dem Staufer gefallen, der kein Verächter des weiblichen Geschlechtes war wie der Preußenkönig. Allerdings gehörte es zu dem Wenigen, das sich gebessert hatte, dass die Machthabenden nicht mehr ganz so selbstverständlich Anspruch auf die Frauen und Töchter ihrer Untergebenen erheben konnten. Und so, wie Rike aussah, wäre sie weiß Gott gefährdet gewesen.
Mittelgroß, sehr schlank, aber mit einer aufregend weiblichen Figur, langes, seidiges goldblondes Haar, große dunkelblaue Augen, ein feines Näschen, einen wunderschönen Mund und ein Temperament, dass man froh sein konnte, dass jemand wie Eberhard bereit war, es zu bändigen. Aus dem Verwandten- und Freundeskreis hörte man andere Geschichten!
»Papa! Stell dir vor, was Eberhard passiert ist! Erzähl doch schon, Eberhard! Er hat einen Prinzen kennen gelernt! Einen arabischen aus einem Öl-Emirat! Warum erzählst du nicht, Eberhard?«, sprudelte Rike los.
»Wie soll er denn, wenn du ihn nicht zu Wort kommen lässt!« Falko und Eberhard lachten.
»Jetzt wird alles gut, Papa!«, jubelte Rike. »Wir werden in Geld schwimmen!«
Falko hatte diesbezüglich Bedenken. Er sah fragend zu seinem zukünftigen Schwiegersohn hin, doch der nickte lächelnd.
»Wirklich?«, fragte Falko, der es kaum glauben konnte.
»Ja. Es sieht wirklich sehr gut aus!«, erwiderte Eberhard.
»Nun erzähle doch endlich!«, drängte Rike und machte es sich auf der gefährlich knarrenden Armlehne des Sessels, in dem ihr Vater saß, bequem. »Also los!«
»Ja, ich bin auch neugierig!«, erklärte Falko nun.
Eberhard schob die unerfreuliche Post zur Seite und setzte sich auf den Rand des Schreibtisches.
»Als ich gestern bei meinem Chef Dr. Gerber war, meldete die Sekretärin völlig aufgeregt und atemlos: ›Da ist ein Prinz, der zu Ihnen möchte, Herr Doktor! Ein echter Prinz!‹ Es stellte sich heraus, dass es sich um einen in Heidelberg studierenden Sohn des Emirs von Karan, das ist eines dieser Öl-Emirate, handelt. Er ist ein ausgesprochen sympathischer und ansprechender junger Mann von Mitte Zwanzig, der in Heidelberg studiert. Er war zuvor ein paar Semester in Oxford und will nun auch noch Deutsch lernen …«
»Herrje! Komm endlich zur Sache!«, rief Rike ungeduldig.
»Er war so begeistert von den Parkanlagen in Heidelberg und wollte sich einen Gartenarchitekten empfehlen lassen, der die Parks um die Schlösser und Hotels seines Vaters anlegt. Und hier siehst du nun diesen Architekten!«, schloss er seinen Bericht.
»Das klingt so großartig, dass man es kaum glauben kann«, sagte Falko überwältigt.
»Ja, mir kommt es manchmal auch noch so vor, als würde ich träumen. Ich habe schon mit Seiner Hoheit telefoniert, der übrigens sehr viel besser Englisch spricht als ich. Aber wir sind ganz gut zurecht gekommen.«
»Und wie geht es nun weiter?«
»Wenn die Herbstferien eingeteilt sind, fliege ich mit Prinz Hassan nach Karan. Und dann sehen wir weiter. Dr. Gerber ist netterweise bereit, mich zu beurlauben.«
»Und im Frühling heiraten wir, und dann renovieren wir die Burg, und natürlich begleite ich Eberhard nach Karan, und es wird einfach wunderbar! Und du nimmst dir eine Haushälterin, die im Gegensatz zu mir hervorragend kochen kann. Und einen Mann, der bei den Vögeln hilft und …!«
»Halt!«, unterbrach ihr Vater. »Gib nicht schon jetzt das Geld deines zukünftigen Mannes, das er noch nicht einmal hat, mit vollen Händen aus. Sonst kommt er noch auf den Gedanken, es sich zu überlegen!«
Rike lachte nur und fuhr fort, die verwegensten Zukunftspläne zu schmieden. Eberhard betrachtete sie verliebt.
Doch Falko überlegte. Der Anblick seiner Post hatte ihn auf eine Idee gebracht.
»Sag mal, Eberhard, weißt du, ob die in Karan auch mit Falken jagen? Das ist doch ein beliebter Sport in den Emiraten!«
»Du hast Recht. Aber darüber haben wir nicht gesprochen!«
»Könntest du mal – nur ganz beiläufig von unserer Falknerei erzählen? Wenn er daran interessiert ist und darauf eingeht – vielleicht kaufen die Scheiche dann ein paar Greifvögel. Aber sei vorsichtig! Wichtiger ist natürlich, dass es mit deinem Auftrag klappt!«
»Oh, Hassan ist ganz unkompliziert. Ich kann das ruhig zur Sprache bringen!«, erwiderte Eberhard. »Ich habe nur nicht daran gedacht, weil ich über die Anfrage so begeistert war.«
»Meine Güte!«, rief Rike überschwänglich, »was machen wir nur mit dem vielen Geld, das wir demnächst haben werden?!«
»Zuerst werde ich mal hier die Rechnungen zahlen!«, bemerkte ihr Vater trocken. »Aber ich fürchte, die Leute werden sich noch gedulden müssen!«
*
Eberhard von Klumm war zweifellos ein gut aussehender Mann, und wenn er Zeit hatte, darauf zu achten, bemerkte er auch, dass die Frauen und Mädchen ihn mit interessierten Blicken verfolgten. Schließlich war Heidelberg eine Universitätsstadt, und entsprechend viele weibliche Singles wollten sich hier nicht nur auf ihren Beruf vorbereiten, sondern auch amüsieren.
Aber als er heute mit dem Prinzen Hassan von Karan durch die Straßen ging, musste er einfach lachen. Es streifte ihn...




