Kent | Spiel der Mächte | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 332 Seiten

Reihe: Spiel der Mächte

Kent Spiel der Mächte

Seraphin
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96741-105-8
Verlag: Hybrid Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Seraphin

E-Book, Deutsch, Band 4, 332 Seiten

Reihe: Spiel der Mächte

ISBN: 978-3-96741-105-8
Verlag: Hybrid Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Nach Mias Weggang stürzt sich Vince in blutige Kämpfe gegen Dämonen, um seine Wut und den Schmerz zu ersticken. Seine Freunde versuchen erfolglos, ihn auf andere Gedanken zu bringen. Nur Mia kann ihn retten. Als diese aber auftaucht, ist sie nicht mehr die Person, die gegangen ist, nicht die Mia, die er liebt. Sie steht völlig unter Michaels Einfluss und weiß kaum mehr etwas über Vince und ihre gemeinsame Zeit. Der Kampf um Mias Erinnerung und Seele beginnt - und um ihr Herz. Währenddessen beschäftigen Vince auch mysteriöse Angriffe der Schattenwesen. Als neuer Großmeister des Rates muss er nicht nur um die Liebe seines Lebens kämpfen, sondern auch für die Welt und seine Freunde.

Zara Kent wurde 1987 im schönen Saarland geboren, wo sie auch heute wieder lebt. Sie ist die Jüngste von drei Geschwistern. Der Traum, Autorin zu werden, stand für sie schon sehr früh fest, da sie sich gern in Bücher entführen lässt und es liebt, eigene Welten zu erfinden. Zwischen Arbeit, dem Schreiben und Familie, kümmert sie sich noch um eine Katze, Madame oder auch Hexe genannt. Da sie ihren Traum leben wollte, hielt sie sich an ihr Motto: »Kämpfe für deine Träume, denn sonst tut es keiner.«
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Kapitel 1

~Vincent~

Minuten.

Stunden.

Tage.

Wochen.

Monate.

Ohne Atmen.

Ohne Herzschlag.

Ohne Mia.

Keiner der Engel ist seither auf einer Ratssitzung aufgetaucht. Sie überlassen uns den Unruhen, den Kämpfen. Anfangs bin ich selbst dort nicht aufgetaucht. Ich bin nirgendwo aufgetaucht. Ich tat nichts anderes, als zu trainieren und zu töten. Ich gehe jeden Tag über die Mauer und stürze mich in Kämpfe. Die Wut und die Magie erfüllen mich von Tag zu Tag mehr. Der Rausch betäubt alles Übrige. Finsternis.

Die Bilder jenes Tages dringen in mich ein …

Ich kauerte am Boden, als Eric mich irgendwann an der Schulter berührte. Ich stieß seine Hand weg. Als er es wieder versuchte, gab ich ein tiefes Grollen von mir und stand auf, ging, ohne ihn anzusehen.

Ich gebe ihm die Schuld, dass sie fort ist. Ich gebe Michael die Schuld, ich gebe sogar ihr die Schuld. Doch die größte Schuld gebe ich mir. Wenn ich ihr eher gesagt hätte, was diese Verbindungen machen können … Denn sie sind doch ähnlich wie bei Eric und mir … Ja, vielleicht wäre sie dann nicht gegangen. Wenn ich ihr versichert hätte, dass ich es verstehe, ich weiß, dass sie mich liebt … dass ich sie liebe …

Nein, ich gebe eigentlich Michael die meiste Schuld.

Dieses heuchlerische Flattervieh von Engel.

Beim Hinuntergehen überprüfe ich, ob meine Handschuhe richtig sitzen und mein Dolch nicht im Stiefel verrutschen kann. Die Tür zu meinem Turm quietscht – ich sollte sie ölen lassen, aber es interessiert mich nicht.

Der übliche Besprechungslärm der Wächter dringt aus dem Atrium in die Empfangshalle; die Türen stehen weit auf. Eric und Flynn führen die Besprechung an, stehen vorne auf dem Podium, vor ihnen mindestens zwei Dutzend Wächter. Sie sind für die Nachtpatrouillen vorgesehen.

Doch mir ist es egal. Ich gehe alleine raus. Das mache ich oft, aber nicht immer, je nachdem, wie mir der Sinn steht. Manchmal bin ich auch bei den Besprechungen dabei. Aber oft schwänze ich sie. Erst recht, wenn Eric die Einteilung macht.

Wir sehen uns zwar bei den Ratssitzungen, aber ich ignoriere ihn, sehe ihn kaum an und wechsle nur das nötigste Wort mit ihm. Er leidet darunter, das sehe und fühle ich, genauso aber auch, dass er versucht, seine Emotionen immer mehr vor mir zu verbergen, so wie ich es tue. Die Verbindung besteht auch nicht jede Sekunde, wir müssen sie bewusst nutzen, sie zulassen. Natürlich schwächt es uns, wenn wir uns dagegen sperren, aber im Moment weiß ich nicht anders mit ihm umzugehen. Denn wenn wir alleine wären, würde ich ihn anschreien. Ich würde ihn vielleicht sogar schlagen … immer wieder …

Wieso hat er mich auch aufgehalten?

Die Nachtluft ist warm, dennoch trage ich meine Jacke. Sie bietet mehr Schutz vor den Krallen und Zähnen der Lykaner und Vampyren – oder den Dämonen. Auf die habe ich es heute besonders abgesehen. Ich knöpfe mir hochrangige Dämonen vor und werde die Macht meines Dolches endgültig testen. Denn wenn er bei ihnen wirkt, wird er auch bei Engeln wirken.

Natürlich ist es gefährlich für mich, das Gelände zu verlassen. Bael versucht, an mich heran zu kommen, das ist mir bewusst. Er weiß noch immer nicht, inwieweit der Vertrag etwas mit mir zu tun hat. Vermutlich denkt er, wie so viele andere, dass ich von meinem Vater als neuer Wahrer eingesetzt wurde. Wer würde auch schon auf die Idee kommen, dass ich der Vertrag selbst bin? Das ist so absurd.

Die Magie ist mal stärker, mal schwächer, aber ich kann sie unter Kontrolle halten. Wenn es zu stark wird, lasse ich mir von Caspian helfen. Trotz meines Verhaltens steht er zu seinem Wort. Entweder weil er mir wirklich helfen will oder nur aus Angst, dass sie mich übermannt und ich doch noch alles ins Verderben stürze. Es ist mir egal, Hauptsache er hilft mir. Einige Tränke trage ich immer bei mir, für den Notfall. Aber gebraucht habe ich sie noch nie.

Die Wächter, die sich auf dem Gelände herumtreiben, halten mich nicht auf. Sie haben es nur einmal versucht, doch die vielen Nasen- und Knochenbrüche haben sie eines Besseren belehrt.

Auch Sam lässt mich ohne ein Wort hinaus. Eher selten benutze ich das Tor. Sonst bevorzuge ich den Baum, um mich unbemerkt an meine Feinde heranzuschleichen, die den vorderen Bereich anscheinend ständig überwachen. Heute allerdings sollen sie mich deutlich sehen.

Ohne meinen Dolch zu zücken, trete ich durch die Barriere und verlasse den Schutz der Uni. Ich wende mich nach rechts, laufe die Straße parallel zur Mauer entlang. Der Vollmond gibt genug Licht ab, sodass ich alles erspähen kann, jede Bewegung. Selbst im Gras am Rand der Straße flitzen sie umher und denken, ich sehe sie nicht. Ich lasse sie in dem Glauben.

Meine Hände in den Taschen meiner Jacke vergraben, schlendere ich weiter, bis sich die Straße teilt. Die linke Seite folgt einem Hügel hinunter, rechts führt sie einmal komplett um das Gelände herum.

Fast bin ich enttäuscht, als ich mich nach rechts wende und kaum Dämonen wahrnehme. Es sind gerade mal zwei hinter mir, die mich verfolgen, seit ich das Gelände verlassen habe. Drei sind vor mir. Sie stehen mitten auf der Straße, als haben sie auf mich gewartet. Was auch wohl der Fall sein dürfte. Einer, der mich an die Dämonen in Baels Saal erinnert, denen ich den Garaus gemacht habe, steht in der Mitte. Seine Haut ist schwarz, verbrannt, auf seiner Stirn prangt Baels Zeichen, ein umgekehrtes Pentagramm. Es weist ihn als Elite-Leibgarde aus. Bael markiert sie neuerdings, keine Ahnung wieso. Ein neues Faible vielleicht.

Doch was tut er hier draußen? Müsste er nicht seinen Herrn bewachen? Eigentlich trifft es sich ganz gut. Denn ich bin mir fast sicher, dass er von hohem Rang ist.

»Wanclear«, ruft er aus, noch bevor ich bei ihnen angelangt bin.

»Ich glaube, wir hatten noch nicht das Vergnügen. Doch ich kenne deine Brüder.« Ich grinse und bleibe einige Meter vor ihnen stehen.

Ein Knurren und Zähnefletschen seinerseits folgt. »Bild dir darauf ja nichts ein.« Seine Augen leuchten rot auf; er will mich am liebsten töten, aber irgendwie glaube ich, dass das gar nicht ihr Ziel ist. »Sie waren unter mir. Also falls du dein Können an mir erproben möchtest?« Er breitet die Arme aus, grinst.

Ich lege den Kopf zur Seite, tue so, als würde ich darüber nachdenken. Kurz mit den Schultern zuckend sage ich: »Eigentlich passt mir das heute ganz gut. Ich dachte, ich mische mal eure Runde hier auf. Aber …« Ich sehe mich demonstrativ um. »Irgendwie ist es heute Abend so ruhig auf eurer Seite. Habt ihr aufgegeben?«

»Wir haben Zeit, Wanclear.« Er grinst weiter und breitet wieder die Arme aus. »Wir sind Dämonen, ewiglich.«

Ich kratze mich am Kinn. »Hm … so ewiglich, dass ich deine Brüder ausgelöscht habe. Seltsam.«

Er macht einen Satz nach vorne, greift mich aber nicht an; ich bleibe, wo ich bin, ohne eine Regung.

»Pass ja auf«, zischt er, während auch die anderen Beiden neben ihm, in Lauerstellung gehen. Hinter mir rührt sich nichts, aber sie behalten mich genau im Auge, ich spüre es.

»Dann komm doch.« Mit einem Wink bedeute ich ihm, näher zu kommen.

Seine Augen glühen noch immer, aber er richtet sich auf.

»Ach bitte! Ehrlich jetzt?«, rufe ich aus und lache. »Man hat dich an die Kette gelegt? Einen Dämon deines Ranges?«

»Mich hat niemand an die Kette gelegt. Aber im Gegensatz zu dir befolge ich Befehle. Und mein Herr wünscht dich für sich.«

»Wie schade für dich.« Meine Stimme trieft vor gespieltem Mitleid. »Aber weißt du was: mir sind Befehle wirklich herzlich egal. Und erst recht, was Bael meint.«

Ein Gedanke durchfährt mich, eine Möglichkeit. Wenn ich einfach mit ihnen ginge, würden sie mich zu ihm bringen. Dann könnte ich mich endlich selbst um das Problem kümmern. Keine schlechte Idee. »Also, Bael will mich sehen?«

Misstrauisch meiner plötzlichen Wandlung gegenüber, beäugt er mich, seine Begleiter wechseln einen Blick. »So ist es.«

»Na dann bring mich zu ihm.«

Hinter mir kreischen die Dämonen und ich höre Klingen, die Fleisch zerschneiden. Als ich mich umsehe, erkenne ich Eric, allein, der anscheinend nicht gezögert hat und nun mitten im Kampf gegen einen der Dämonen ist.

Verdammt, was tut er hier?

Zwei der Dämonen, die ich gerade hinter mir gelassen habe, wollen sich ebenfalls auf ihn stürzen, während er gerade mit dem anderen noch am Ringen ist.

Ich reagiere sofort. Meinen Dolch aus dem Stiefel ziehend, stürze ich mich auf einen der Beiden und ramme ihm die Klinge mehrfach in den Körper, versenke sie zwischen seinen Augen. Ich halte das Metall dort, bis er sich rund herum in glühende Asche verwandelt; das Adrenalin ist erwacht, der Rausch beginnt, meine Sinne einzunehmen. Ich fühle, wie das Finstere durch meine Adern rast, es zum Kochen bringt und mich kräftiger macht.

Eric hat es geschafft, sich aus dem Griff des einen Dämons zu befreien, sich des anderen zu entledigen, doch noch immer steht er zweien gegenüber.

Unsere Runen leuchten für einen kurzen Moment auf und ich stürme auf den Äußeren zu. Dieser bemerkt mein Kommen, holt aus, um mich am Kopf zu treffen, doch ich ducke mich darunter durch und mit einem Schrei ramme ich ihm meinen Dolch durch die Kehle hinauf in den Kopf. Blut spritzt auf mich – es macht mich rasend. So sehr, dass ich die Klinge mit aller Wucht und Genuss wieder hinausziehe. Noch mehr Blut fließt, ehe er sich...



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