Krieger der Dunkelheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 210 Seiten

Reihe: Savage

Krieger der Dunkelheit


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7521-1409-6
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 4, 210 Seiten

Reihe: Savage

ISBN: 978-3-7521-1409-6
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



'Große Fresse - keiner glitzert.' Arinas Schuld ist getilgt - aber der Preis dafür ist hoch. Jackson liegt schwer verletzt im Koma und Bruce ist spurlos verschwunden. Shade, der Schatten, der schon lange in seinem Inneren wohnt, hat Bruce' Körper übernommen und seine Seele in die Dunkelheit verbannt. Verzweifelt kämpft Arina darum, ihren Mann zurückzubekommen, aber Shade weigert sich, seinen Platz im Licht wieder aufzugeben. Zu lange war er in der Dunkelheit gefangen, getrennt von Beast und der Mission, der er sein Leben widmete. Jetzt ist er frei - und fest entschlossen, den Freundeskreis zu zerbrechen und Beast in Sicherheit zu bringen.

Ally J. Stone wurde 1987 in Berlin geboren. Mit dem Schreiben hat sie früh begonnen, sich aber während der Schul- und Ausbildungszeit eher an Gedichte, kurze Storyplots und dem Verfassen von fortlaufenden Geschichten mit Schreibpartnern gehalten. Erst mit Ende ihres Autorenstudiums 2014 hat sie angefangen, wirklich ernsthaft an ihrem ersten Roman zu arbeiten. Ihr Erstling "Blutsbande" wurde im Dezember 2015 veröffentlicht und ist der erste von drei Bänden aus der Trilogie "Geliebtes Blut".
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Welcome back


Die Stimmen eines fernen Gesprächs dringen in Loves Träume ein und holen sie zurück in die Wirklichkeit. Sie öffnet langsam die Augen und braucht einen Moment, bis sie wach genug ist, um zu begreifen, wo sie sich befindet. Im Krankenhaus.

Ihr Blick wandert sofort zum Bett, aber Jackson schläft noch.

„Er ist nicht aufgewacht.“ Shades raue Stimme erklingt vom anderen Ende des Zimmers.

Eigentlich ist es Bruce‘ Stimme, was sie noch immer irritiert. Es ist nicht so, dass sie mit zweiten Persönlichkeiten keine Erfahrung hat. Schließlich ist es noch gar nicht so lange her, dass sie selbst eine solche Persönlichkeit besaß. . Sie war all das, was Love damals nicht sein durfte. Rebellisch. Frei. Grausam.

Nicht, dass sie grausam sein wollte. Sie glaubte auch nicht, dass der Teil von ihr, der Nyssa gewesen war, grausam sein wollte. Die Grausamkeit war unter dem jahrelangen Druck, sich verstellen und einen Teil von sich verleugnen zu müssen, gewachsen. In Nyssa hatte all die Wut und der Frust, den Love nie rauslassen durfte, ein Ventil gefunden.

Dann hatte sich ihr Leben geändert und sie hatte endlich das sein dürfen, was sie ist. Eine Vampirin. Und eine Blutwölfin.

Shade hingegen ist kein Teil von Bruce. Er ist eine fremde Seele, die Bruce‘ Körper besetzt und ihn in einem tiefen Koma gefangen hält. Bruce befindet sich sozusagen im selben Zustand wie Jackson. Nur dass er dabei noch herumlaufen kann, weil Shade das Steuer übernommen hat.

„Franklin hat gesagt, dass er noch eine ganze Weile schlafen wird“, erwidert Love und sieht wieder zu Jackson. Sie rutscht an die Kante ihres Stuhls und lehnt sich vor. Zärtlich streicht sie Jackson durchs Haar und rückt seine Decke ein wenig zurecht.

„Beast und ich sollten gehen, wenn er wach ist. Wir sind schon viel zu lange hier“, sagt Shade und kommt näher. Er tritt an die andere Seite des Bettes, verschränkt die Arme vor der Brust und blickt düster auf Jackson hinunter.

Er wartet allerdings nicht darauf, dass Jackson aufwacht. Shade wartet darauf, dass Beast aufwacht. Denn auch in ihrem Freund steckt eine fremde Seele. Die zwei waren damals im Doppelpack gekommen und hatten sich in den beiden besten Freunden eingenistet.

„Wieso seid ihr überhaupt in Jackson und Bruce eingedrungen?“, will sie wissen. Diese Frage liegt ihr schon lange auf der Zunge, aber bisher hatte es immer andere, dringendere Themen gegeben.

Shade hebt den Blick und sieht sie an. „Wir sind nicht eingedrungen. Es gab eine Abmachung und die Königin hat unsere Seelen übertragen.“

„Aber warum?“, hakt Love nach.

Shade zieht die Augenbrauen zusammen. „Wenn Beast es dir nicht erzählt hat, werde ich das ganz bestimmt nicht tun.“ Damit senkt er seinen Blick wieder auf Jackson und schweigt.

Love seufzt leise und konzentriert sich ebenfalls wieder auf ihren Freund.

Sie sorgt sich genauso um Beast. Als Jackson angeschossen wurde, übertrug Beast ihm etwas von seiner Kraft, um ihn am Leben zu halten. Auch Shade gab etwas dazu, aber bis Jackson aufwacht, wissen sie nicht, ob Beast sich in diesem Moment verausgabt hat oder die Sache unbeschadet übersteht.

Shade ist fast durchgedreht, als Franklin diese Nachricht überbrachte. Seitdem hat er nicht mehr gesprochen. Bis eben.

„Bist du immer so schlecht gelaunt oder machst du dir nur Sorgen um ihn?“, fragt sie den Schatten.

Sie würde gern mehr über ihn erfahren. Schließlich steht man nicht täglich einem Krieger gegenüber, der einer uralten Rasse entstammt, die mehr Legende als Wirklichkeit ist. Leider ist er so verschlossen wie ein Tresor voller Gold.

„Ich bin nicht schlecht gelaunt“, erwidert Shade. Er entfernt sich vom Bett, schlendert zum Fenster und sieht nach draußen. „Ich bin nur nicht der Typ für Smalltalk.“

„Ist mir aufgefallen.“ Love erhebt sich ebenfalls von ihrem Stuhl, um sich zu strecken. Sie hat die letzten Stunden darauf gepennt und das lässt ihr Körper sie nun spüren.

Genüsslich hebt sie die Arme in die Luft und streckt den Rücken durch, kreist ihre Schultern und bewegt vorsichtig ihren Kopf hin und her. „Das wird übrigens nicht funktionieren“, teilt sie ihm mit. „Also, dass du und Beast abhauen. Jackson hat hier ein Leben. Er wird nicht einfach weggehen.“

Zumindest hofft sie das. Bevor sie hierherkam und Jackson und sie ein Paar wurden, war er ein Rumtreiber, der durch die ganze Welt gezogen ist. Seit sie zusammen sind, ist er etwas zur Ruhe gekommen und sie hofft, dass Shades Auftauchen das nicht wieder ändert.

„Du meinst, wegen dir?“, fragt Shade und dreht sich wieder zu ihr.

Der Zweifel, den sie in seinem Gesicht lesen kann, ärgert sie. „Ja, wegen mir. Jackson und ich lieben uns“, erwidert sie eine Spur zickiger als beabsichtigt. Sie verschränkt die Arme vor der Brust und reckt das Kinn. „Außerdem hat er eine Schwester, die gerade ein Baby bekommen hat. Er wird auch sie nicht allein lassen.“

„Wieso, ist seine Schwester unfähig, den Sprössling allein großzuziehen? Sie kann es füttern, darauf aufpassen … Nach der Zeugung hat ein Mann keine Bedeutung mehr für ein Kind“, erwidert Shade.

Diese Aussage macht Love für einen Moment sprachlos. Sie starrt ihn mit offenem Mund an. Dann klappt sie ihn wieder zu. „Was für ein Haufen Bullshit. Natürlich braucht ein Kind seinen Vater.“

Shades Blick wird für einen Augenblick glasig, als würde er nicht mehr sie ansehen, sondern an einen Ort, der sich nicht hier befindet. „Du hattest doch auch keinen“, antwortet er schließlich.

Als Love überrascht die Augen weitet, spricht er weiter. „Bruce hat sich komplett in der Dunkelheit vergraben, trotzdem kann ich auf einige Erinnerungen zugreifen.“ Er zuckt mit den Schultern. „Aber nur vereinzelt und nur nach und nach. Ich muss suchen.“

„Was ich hatte, ist nicht relevant“, sagt Love schließlich. „Jack hat einen Vater und der wird ihm auch erhalten bleiben. Genau wie sein Onkel“, fügt sie spitz hinzu.

„Wenn er einen Vater hat, wozu braucht er dann Jackson?“

„Wieso sollte er nicht?“

„Weil ich ihn mehr brauche.“

Shades letzte Antwort lässt sie stutzen. „Wieso? Um Beast herumzutragen?“

„Natürlich“, entgegnet Shade und streicht sich mit der Hand übers Kinn. „Beast ist wertvoller, als ihr euch alle auch nur annähernd vorstellen könnt. Mein Leben oder das von Jackson und Bruce sind nichts dagegen.“

„Das sehe ich anders“, erwidert Love entschieden. „Aber wenn du unbedingt wegwillst, warum gehst du dann nicht einfach? Und lässt Bruce hier? Kannst du nicht irgendjemand anderen besetzen? Einen verurteilten Straftäter oder so?“

Vermutlich würde der ohnehin besser zu Shade passen. Sie hat immer noch vor Augen, wie er, nur ein paar Sekunden nach seinem Erwachen, die Szene erfasst und ohne mit der Wimper zu zucken mehrere Leben beendet hat.

Beast hatte ihr erzählt, dass die Ratnik von Kindesbeinen an trainiert werden und zu den tödlichsten Kriegern der Erde gehören. Aber sie hatte keine Ahnung, was das in Wahrheit bedeutete.

Und wenn sie die krasse Reaktion des Wetters auf sein Erwachen richtig deutet, besteht sein Können nicht nur darin, Genicke zu brechen oder gut mit Waffen umzugehen.

„Weil wir nicht aus Spaß in diesen Körpern stecken“, antwortet Shade mit einem leisen Grollen.

Love ist überrascht. „Warte, war das gerade eine Gefühlsregung? So eine richtig echte?“

Shade schnaubt und wendet sich wieder ab, um aus dem Fenster zu starren.

„Ich hole mir einen Kaffee“, teilt Love ihm mit. „Willst du auch etwas?“

„Nein.“

Sie blickt noch einen Moment auf seinen Rücken, dann wendet sie sich ab. Beim ersten Mal hatte sie noch Sorge, ihn mit Jackson alleinzulassen. Allerdings könnte Jackson mit Shade im Raum wohl kaum sicherer sein. Solange er sich nicht entscheidet, aufzuwachen und sich von ihm mitschleifen zu lassen. Aber bis dahin würde Shade nirgendwo hingehen. Franklin hatte einige – nicht ungefährliche – Diskussionen mit ihm führen müssen, aber letzten Endes hatte der Schatten eingesehen, dass es Beast nur besser gehen würde, wenn er die Ruhe bekommt, die er braucht.

***

Loves Stimme erklingt in der Ferne. Sie spricht mit jemandem, den er nicht ganz identifizieren kann. Die andere Stimme klingt vertraut und gleichzeitig fremd. Irritiert versucht Jackson, die Augen aufzuschlagen, kann sich aber nicht rühren.

Was zum Teufel ist das? Er versucht es noch einmal, weitet die Anstrengung auch auf die Finger aus, aber nichts passiert. Dann hört er das Geräusch der Tür und Love scheint verschwunden zu sein.

Panisch sucht Jackson nach der zweiten Stimme in seinem Kopf, der Seele, die er jahrelang unterdrückt hat und die ihm in letzter Zeit so nahegekommen ist.

Er ruft nach Beast, aber erhält keine Antwort.

Bemüht, seine Panik in den Griff zu bekommen, horcht Jackson in sein Inneres. Der muss dort irgendwo sein. Was auch immer hier los ist, er ist nicht allein.

Er kann nicht allein sein.

„Du bist wach“, hört er die zweite Person sagen, dieses Mal etwas näher. Jackson richtet seine Aufmerksamkeit in die Richtung. Es scheint Bruce‘ Stimme zu sein, aber irgendetwas stimmt damit nicht. Sie klingt wie Bruce, aber es ist nicht sein Sprachstil.

„Was ist, kannst du nicht zurückkommen?“

Jackson hört einen Stuhl...



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