Kröger / Unckel | Borderline-Störung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 178 Seiten

Kröger / Unckel Borderline-Störung

Wie mir die dialektisch-behaviorale Therapie geholfen hat
1. Auflage 2006
ISBN: 978-3-8409-2021-9
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Wie mir die dialektisch-behaviorale Therapie geholfen hat

E-Book, Deutsch, 178 Seiten

ISBN: 978-3-8409-2021-9
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Derzeit ist die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) der Borderline-Persönlichkeitsstörung die einzige Therapieform, deren Wirksamkeit aus wissenschaftlicher Sicht ausreichend abgesichert ist. Betroffene beschreiben in diesem Band erstmals in Form von Gedichten und Berichten ihre Erfahrungen mit der Diagnose »Borderline-Störung« und mit dieser neuartigen Behandlungsform. Sie ermöglichen einen tiefen Einblick in den Alltag und seine Abgründe. Die Erfolge, aber auch die Grenzen der Behandlung werden deutlich.

Ihre Erfahrungen mit Selbsthilfekonzepten stellen zwei Mitbegründerinnen der Bewegung »Borderline-Trialog« vor. Sie ermutigen Patienten, Angehörige und Therapeuten, den oft durch die Störung erschwerten Dialog zu suchen und enger zusammenzuarbeiten. Aktuelle Informationen zum Störungsbild und der Therapieform werden von zwei erfahrenen DBT-Therapeuten verständlich vermittelt. Sie beschreiben außerdem eindrücklich die Belastungen, denen die Therapeuten ausgesetzt sind, aber auch die persönlich erfüllenden Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit diesen Patienten.

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Weitere Infos & Material


1;Vorwort – Einladung ins Team;6
2;Inhalt;8
3;1 Borderline-Störung;12
3.1;1.1 Dem Chaos einen Namen geben;12
3.2;1.2 Diagnostizieren – Stigmatisierung oder Hilfe?;14
3.2.1;1.2.1 Habe ich eine Borderline-Störung?;15
3.2.2;1.2.2 Diagnostische Kriterien der Borderline-Störung;18
3.3;1.3 Da sind andere – zur Häufi gkeit der Borderline-Störung;26
4;2 Theorien zur Erklärung der Borderline-Störung;27
4.1;2.1 Die traditionelle tiefenpsychologische oder psychoanalytische Theorie;27
4.2;2.2 Die neurobehaviorale Theorie;28
4.2.1;2.2.1 Neurobiologische Sensibilität;28
4.2.2;2.2.2 Traumatische Erfahrungen;29
4.2.3;2.2.3 Emotionale Invalidierung;30
4.2.4;2.2.4 Dissoziieren, Depersonalisation und Derealisation;31
4.2.5;2.2.5 Zwischenmenschliches;32
5;3 Dialektisch-behaviorale Therapie für Borderline-Patientinnen;34
5.1;3.1 Effektive Hilfe?;34
5.2;3.2 Die dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT);34
5.2.1;3.2.1 Was heißt eigentlich „dialektisch“?;35
5.2.2;3.2.2 Was heißt „behavioral“?;36
5.3;3.3 Eins nach dem anderen – die Phasen der DBT;37
5.3.1;3.3.1 Phase I: Aufbau von langfristig gesünderen Überlebensstrategien;37
5.3.2;3.3.2 Phase II: Bearbeitung traumatischer Erfahrungen;40
5.3.3;3.3.3 Phase III: Integration und Wege zu neuer Identität;41
5.4;3.4 Bestandteile der DBT;41
5.4.1;3.4.1 Einzeltherapie;41
5.4.2;3.4.2 Fertigkeitentraining („Skillstraining“) in der Gruppe;42
5.4.3;3.4.3 Telefonberatung;43
5.4.4;3.4.4 Supervisionsgruppe;43
5.5;3.5 Hilfe durch Chemie – medikamentöse Behandlung;44
5.6;3.6 Stationäre oder ambulante Behandlung?;45
5.7;3.7 Möglichkeiten von Selbsthilfegruppen;46
5.8;3.8 Zum Schluss: Der geeignete Psychotherapeut;48
6;4 Berichte von Betroffenen;52
6.1;4.1 Einen einzigen Tag;52
6.2;4.2 Ernst genommen werden;53
6.3;4.3 Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt;58
6.4;4.4 Der Tag, an dem mein Humor die Koffer packte;60
6.5;4.5 Die DBT und Ich oder Ich und die DBT;70
6.6;4.6 Wenn alle Menschen Musikinstrumente wären …;80
6.7;4.7 Für mich war es der Versuch, mein Lebenschaos zu verringern;81
6.8;4.8 Ein langer Weg;85
6.9;4.10 Meine „Bordigeschichte“ oder wie ich reiten lernen musste;114
6.10;4.11 Gefühle;121
6.11;4.12 DBT? Ich wusste nicht, was das war, aber ich hoffte, dass es meine Rettung sein würde!;121
6.12;4.13 Fragen;133
6.13;4.14 Therapie-Odyssee;134
6.14;4.15 10. Dezember 2001;149
6.15;4.16 Erfahrungen mit einer Selbsthilfegruppe;154
7;5 Borderline-Trialog und Peer Support;157
7.1;5.1 Die Idee des Trialog;157
7.2;5.2 Umsetzung einer Idee;158
7.3;5.3 Parteiliche Unterstützung;159
7.4;5.4 Bisherige Erfahrungen – Beispiel Ansbach;160
7.5;5.5 Ansteckende Gesundheit – die Idee eines Peer-Supports;162
8;6 Erfahrungen einer Borderline- Therapeutin;168
9;7 Der verwundete Arzt – aus der Sicht eines DBT-Therapeuten;170
9.1;7.1 Die eigenen Wunden ernst nehmen;170
9.2;7.2 Therapien mit Borderline-Patientinnen verändern Therapeuten;171
9.3;7.3 Die therapeutische Beziehung – ein Seil, das halten muss;173
9.4;7.4 Wirksamkeit und Verbreitung der dialektischbehavioralen Therapie;175
9.5;7.5 Psychotherapie hat ihre Grenzen – auch die DBT;176
9.6;7.6 Ausblick;177


(S. 26-27)

Christine Unckel & Christoph Kröger

Zurzeit gibt es kein „bewiesenes“ Modell, das alle Voraussetzungen und Umstände erfasst, die die Entstehung der Borderline-Störung erklären könnten. Die bislang aufgestellten Hypothesen kommen aus der tiefenpsychologischen und aus der verhaltenstherapeutisch-biologischen Schule. Beide Ansätze werden kurz dargestellt und erklärt.

2.1 Die traditionelle tiefenpsychologische oder psychoanalytische Theorie

Der traditionelle psychoanalytische Ansatz geht davon aus, dass Patienten mit Borderline-Störungen an einer so genannten „Frühen Störung“ leiden. Das heißt, Psychoanalytiker gehen davon aus, dass viele aktuelle Borderline-typischen Denkweisen eigentlich entwicklungspsychologisch früheren Lebensabschnitten zuzuordnen sind. Belastungen im zwischenmenschlichen Bereich, häufi g mit der Mutter oder einer anderen wichtigen Bezugsperson, hätten demnach dazu geführt, dass die psychische Reifungsentwicklung nur teilweise vollzogen wurde. Im Erwachsenenalter werden die Probleme deutlich. Unter Belastung (das kann Stress sein im Beruf, Auseinandersetzungen mit Freunden oder einfach Kontrollverlust) funktionieren die „erwachseneren“, das heißt „reiferen“ Anteile bei der Borderline-Patientin nicht mehr, und der Betroffenen bleibt nichts anderes übrig, als sich durch die Aktivierung frühkindlicher Denkmechanismen (zum Beispiel der strikten Trennung von „Gut“ und „Böse“) vor dem vollständigen Zusammenbruch zu schützen. Die Folge ist eine intensive Abhängigkeit von äußeren Bezugspersonen, die abwechselnd geliebt und gehasst werden. Dies kommt daher, dass nach psychoanalytischer Auffassung die betroffenen Patienten einen wichtigen Entwicklungsschritt, der sich im Alter zwischen zwei und drei Jahren hätte abspielen sollen, nicht vollzogen haben: zu lernen, dass geliebte Bezugspersonen auch nicht vollkommen, das heißt ausschließlich gut sind oder immer zur Verfügung stehen, sondern dass diese auch unangenehme und negative Eigenschaften haben. Die Psychoanalyse nimmt nun an, dass diese fehlende Integration so genannter guter oder böser Anteile zu massiven inneren Spannungen führt, die von den Betroffenen nicht ausgehalten werden. Um diese Spannungszustände zu bewältigen, versucht die Betroffene wechselnd die guten oder bösen Anteile nach außen zu lagern (zu projizieren). Damit wird die innere psychische Spannung etwas reduziert, es entsteht jedoch eine massive Abhängigkeit von anderen Personen.

Diese Theorie basiert auf klinischen Beobachtungen und der Annahme, dass Phänomene im Erwachsenenalter fast immer auf unbewältigten Prozessen der Vergangenheit basieren. Die Konsequenz aus dieser Theorie für die psychotherapeutische Behandlung besteht darin, dass angestrebt wird, eine intensive therapeutische Beziehung herzustellen, um im Rahmen dieser Beziehung „Nachreifungsprozesse“ zu gewährleisten.



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