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E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Lass Hypoxie


2. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7481-3474-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-7481-3474-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Erinnerungen an diesen Ort kamen wie die Flut. Langsam und unaufhaltsam. Eine Reise, die sie besser nie angetreten hätten. ... Obwohl sich Emilia nicht an den Onkel aus Portugal erinnert, folgen ihr Freund Lukas und sie der Einladung zu dessen Beerdigung. In ihrem alten Campingbus fahren sie dem Hamburger Alltag davon in Richtung sonniger Algarve. Im Süden Portugals angekommen, bekommt Lukas mehr und mehr den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt. Aber warum ist er offenbar der Einzige, der das bemerkt? Langsam türmen sich die mysteriösen Ereignisse zu einer gewaltigen Welle der Bedrohlichkeit, bis diese auf das junge Paar niederkracht.

Alexander Lass, geboren 1982, Notfallsanitäter in Schleswig-Holstein Er wohnt im wundervollen Hamburg. Zusammen mit seiner Freundin und zwei Katern, namens Lumos und Nox. Aber zuhause fühlt er sich draußen. Im Wald. Mit Matsch und Modder unter den Schuhen. Unterwegs im Camper. Und dabei verloren gehen, um Neues und sich selbst zu entdecken. Im Wasser bei rauem Seegang und hohen Wellen. Irgendwo in einer der unzähligen Gegenden der Welt, wo ihn niemand versteht und Freundschaften durch Erlebnisse entstehen. Bücher sind sein Rückzugsort. Darum haben seine Freundin und er auch einen eigenen Buchblog www.paperwoods.de gestartet. Sein Ziel ist es irgendwann in einer kleinen Holzhütte im Süden Europas zu leben. Mit genügend Ecken zum Wandern, in der Nähe zum Strand, um zwischen all dem Schreiben surfen zu können. Seine Geschichten entstehen meist aus einem kleinen Funken; einer fixen Idee oder Situation und gehören in das Genre Crime, Thriller und Horror. Zu sehr ist er fasziniert von der menschlichen Psyche.
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2.

Sie erkannte ihn schon an seinen Schritten im Treppenhaus.

Emilia klappte das Buch zusammen, sprang von dem Sofa, warf dabei fast ihren Rotwein um und sprintete zur Tür, nur um sie einen Sekundenbruchteil vor ihm zu öffnen.

»Hallo schöner Mann, darf ich Ihnen das abnehmen?«, fragte sie und griff nach der Einkaufstüte.

»Kommen Sie. Kommen Sie.« und forderte ihn mit einladender Geste dazu auf, die gemeinsame Wohnung zu betreten.

Er lachte und schaute sich im Flur um. Seine Augen wanderten scheinbar interessiert von der Decke zu den Wänden.

»Aha, hmm, ahh … ja, das sieht doch sehr gemütlich aus. Ich glaube, ich bleibe eine Nacht hier. Oh dieser Stuck, ausgezeichnet, so was sieht man ja heute kaum noch.«

»Darf ich Ihnen Ihre Jacke abnehmen, junger Mann?«

Sie ließ ihm keine Zeit zum Antworten und riss ihm förmlich die Jacke von den Schultern. Dann verschwand sie kurz in der Küche und kam mit einem Glas Portwein in den Händen zurück.

»Der Herr, ein kleines Begrüßungsgeschenk aus der Küche. Sie mögen Portwein?«

Er griff nach dem Glas, schwenkte die Flüssigkeit umher, führte es zu seiner Nase und setzte dann zu einem Schluck an. Die bernsteinfarbene süße Flüssigkeit lief seine Kehle hinab und verzauberte seinen Gaumen.

»Mögen? Ich liebe ihn. Ein ausgezeichneter Tropfen. Wir sind uns doch einig, dass Porto wieder die Hauptstadt werden sollte, oder, junge Dame?«

Emilia nickte bedächtig und verschwand im Wohnzimmer. Lukas nahm noch einen Schluck aus dem Glas, dann ging er hinter ihr her.

Er sah die halb leere Flasche Rotwein auf dem Tisch stehen und sah Emilia nach, wie sie sich auf die Couch setzte und ihn zu sich bat, indem sie mit ihrer Hand auf die Fläche neben sich klopfte.

»Ich bin mir unsicher, ob so viel gute Laune das Richtige für unsere Nachbarn ist«, witzelte er und machte ein paar Schritte auf sie zu.

»Keine Angst, junger Mann. Wir tun hier nichts, was sie nicht möchten.« Sie zog ihn auf die Couch und beugte sich zu ihm herüber. Ihre Lippen und ihre Zunge küssten ihn gierig. Es dauerte eine Weile, bis er den Alltag abwerfen und sich auf sie konzentrieren konnte. Er packte sie am Nacken und zog sie noch fester an sich. Sie griff ihm fest in den Schritt und seine Hände zogen ihre Jogginghose über ihren Hintern. Er griff fest zu, weil er wusste, dass sie es so mochte. Sie merkte, wie er hart wurde. Doch sie würde es ihm nicht zu einfach machen. Also ließ sie ab von ihm und ließ sich zurück aufs Sofa fallen, wo sie begann, an sich selbst herumzuspielen. Ihr war bewusst, welche Wirkung das auf ihren Freund hatte.

Übermannt von einem unbändigen Trieb, zog er seine Jeans aus, riss sich das Shirt über den Kopf und griff sich in die Unterhose. Sie sah, wie seine Hand sich darunter bewegte. Langsam ging er vor ihr auf die Knie und begann, sie zu lecken, bis er es nicht mehr aushielt. Dann stand er auf, packte sie an den Haaren und drehte sie um. Er zog sie an ihren Hüften in die richtige Position und drang hart und fest in sie ein. Seine Hände umklammerten ihre Brüste und drückten zu. Zwischendurch schnappte er sich ihre Haare und zerrte daran, als wollte er ein wildes Pferd zur Räson bringen.

Er bewegte sich schneller, und seine Atmung wurde tiefer, genau wie seine Stöße, bis er in ihr kam.

Er reichte ihr ein Taschentuch. Dann legte er sie langsam auf das Sofa und ging um die Rückenlehne herum. Seine Finger berührten sie, und er begann an ihr zu reiben. Rhythmisch. Im Kreis. Seine andere Hand legte sich über ihren Mund. Und es dauerte nicht lange, bis sie ihre Füße durchstreckte und ihre Muskeln sich anspannten. Ihre Hände verkrallten sich in dem Stoff, und schließlich kam auch sie.

Anschließend nahm er den letzten Schluck seines Portweins, stellte das Glas ab, legte sich dicht an sie und schlug die Decke über beide. Er küsste ihre Wange und schaute sie an. Ihre Augen waren geschlossen, und sie pustete die Anstrengung der letzten Minuten aus den Wangen.

»Wieviel Lust hättest du, ans Meer zu fahren?«, fragte sie.

»Jetzt?«, erwiderte er verdutzt.

»Nein. Aber nächste Woche. Und ich mein’ richtiges Meer. Atlantik. Wellen. Strand. Sonne. Surfen.«

Er drückte sich ein wenig von ihrem Gesicht weg, um sie besser in den Fokus nehmen zu können, und schaute sie fragend an.

»Naja, mega Lust, aber da ist man ja auch nicht mal eben so. Wie kommst du denn jetzt darauf?«

Sie rappelte sich auf, rangelte sich über ihn und setzte sich neben die Couch an seine Seite. Ihre Finger wühlten durch sein Brusthaar.

»Roadtrip nach Portugal?«

»Haha … sehr witzig. Du weißt, wie gern ich dahin will. Aber das geht ja jetzt mal eben schlecht.«

Emilias Hand griff nach dem Briefpapier und hielt es ihm vor die Nase.

»Wir hätten zumindest einen Grund!«

Fragend sah er sie an, nahm das Papier aus ihren Händen und las den ersten Absatz.

»Und wer ist …«

»Lies weiter«, unterbrach sie ihn fordernd. Er konzentrierte sich wieder auf die handschriftlichen Zeilen, deren Schrift allerdings etwas schwer zu lesen war.

Am Ende angekommen, starrte er fragend in ein strahlendes Gesicht.

»Na … na … ist das geil, oder was?!«

»Der Tod dieses … Onkels«, und dabei setzte er Anführungszeichen mit seinen Fingern in die Luft »ist geil?«

»Nein, das nicht, aber ich kenn’ den noch nicht einmal! Aber sie lädt uns dahin ein.«, erwiderte sie aufgeregt.

»Sie lädt uns auf seine BEERDIGUNG ein. Das ist jetzt nicht so ein Super-Event. Ich mein, ich weiß, du bist etwas anders in deinem Kopf ab und an, aber ich bin mir unsicher, ob deine Reaktion gerade nicht etwas Psycho rüberkommt und ich dich einweisen lassen sollte.«, sagte er und griff ihr so fest ans Knie, dass sie quiekte.

Jetzt setzte auch er sich auf.

»Mal ernsthaft jetzt. Was ist das? Eine Verarschung? Woher haben die deine Adresse? Wer ist das?«

»Ich weiß es nicht. Ich habe noch nie von dem gehört. Hätte ich gewusst, dass ich ’nen Onkel in Portugal habe, wäre ich schon 100 Mal dagewesen. Der Brief war so im Kasten. Und er ist von Hand geschrieben. Ich meine, wer würde sich sonst solche Mühe geben. Guck, selbst die Briefmarke und der Stempel sind von da.« Sie hielt ihm den Umschlag unter die Nase.

»Ich hab schon Mama geschrieben, ob sie ihn kennt, aber sie hat noch nicht geantwortet.«

Nochmals überflogen seine Augen die unerwarteten Zeilen.

»Portugal. Geil wäre das schon. Raus hier. Weg von dem Mistwetter. Aber wie kommen wir vom Flughafen dahin? Meinst du, die holt uns ab? Und wo ist das überhaupt?«

»Algarve. Süd-Portugal. Und nein, wir fliegen nicht. Wir holen unsere Möhre aus’m Stall und machen ’nen … ROADTRIP … öhhh, öhhh«, und tat so, als würde sie die Hupe in der Mitte des fiktiven Lenkrads drücken.

Lukas lachte. Er liebte sie für ihre Beklopptheit. Für dieses ganze jugendliche Verrückte in ihr. Zusammen imitierten sie nun

Beschleunigungsgeräusche, pöbelten die unaufmerksamen Autofahrer an, grüßten die anderen Bullifahrer und traten so schon im Wohnzimmer ihre nächste Reise an.

»Aber du Super-Brummi … wie soll das denn gehen? Wir brauchen mindestens … was … ’ne Woche da runter? Das dauert doch ewig. Und Urlaub ist das auch nicht. Sondern nur stundenlanges fahren, Beerdigung und wieder fahren. Und für was? Ich mein, erbst du da was, oder wie?«

»Neunundzwanzig Stunden …laut Google Maps! Bäm.«

»Hahaha JAA … bei normaler Geschwindigkeit. Du kennst unsere Möhre. Da kannste locker 10 Stunden rauf rechnen. Und dass wir schön in Frankreich Maut blechen dürfen, hast du Entdecker-Genie wohl auch vergessen zu berechnen, oder? Und ohne Maut sind das bestimmt noch weitere 10 Stunden extra.«

Emilia schob ihre Unterlippe vor, setzte einen flehenden Blick auf, schaute ihn an und begann, seinen Rücken zu kraulen.

»Komm schon. Komm. Zwei Wochen Urlaub. Vier Tage runter. Vier Tage rauf. Bleiben noch sechs Tage für uns. Okay, fünf, wenn man die Beerdigung abzieht. Aber die geht ja sicher auch nicht Stunden.«

Lukas mochte ihre Naivität, und er wollte eigentlich auch gar nicht widersprechen, denn zu sehr verlangte seine Seele gerade nach Urlaub. Sehnte sich danach, abzuschalten und den Wellen zu lauschen. Der letzte Urlaub war schon knapp acht Monate her, und es schien wirklich an der Zeit, all dem hier mal den Rücken zu kehren. Aber er konnte unmöglich mal eben so zwei Wochen Urlaub nehmen. Und schon gar nicht so spontan – denn immerhin sollte die Beerdigung am nächsten Wochenende sein. Er tippte sich mit dem Zeigefinger gegen die Schläfe.

»Du bist doch verrückt. Wie willst du denn, von mir will ich gar nicht...



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