E-Book, Deutsch, Band 01, 320 Seiten
Reihe: Redemption
Layne Crush on You
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1268-5
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 01, 320 Seiten
Reihe: Redemption
ISBN: 978-3-7363-1268-5
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein junger Mann, der denkt, dass er alles verloren hat, und eine Heldin, die ihm neuen Mut fürs Leben gibt ...
Olivia Middleton hat nur einen Wunsch: Ihr Glamour-Leben in New York hinter sich zu lassen und noch einmal ganz von vorn anzufangen. Sie hat einige Dinge getan, auf die sie nicht stolz ist, Dinge, die sie auf andere Weise wieder gutmachen will. Da kommt ihr das Jobangebot als Haushaltshilfe für einen verletzten Kriegsveteranen gerade recht. Doch als Olivia in dem abgelegenen Küstenstädtchen in Maine ankommt, muss sie feststellen, dass Paul Langdon kein bisschen so ist, wie sie ihn sich vorgestellt hat - sondern jung, attraktiv und alles andere als erfreut, sie in seiner Nähe zu haben. Doch sein Vater hat ihm ein Ultimatum gesetzt: Die neue Haushaltshilfe muss es drei Monate mit ihm aushalten - oder Paul verliert sein Erbe. Und je mehr Zeit Paul und Olivia miteinander verbringen, desto schwerer fällt es ihm, die Mauern, die er um sich - und sein Herz - herum errichtet hat, aufrechtzuerhalten ...
Band 1 der romantischen New-Adult-Reihe von USA-TODAY-Bestseller-Autorin Lauren Layne
Dieser Roman ist in einer früheren Ausgabe bereits bei LYX.digital unter dem Titel PIECES OF LOVE - BRING MICH INS LEBEN erschienen.
Lauren Layne arbeitete in der Online-Branche, bevor sie ihr Businesskostüm gegen gemütliche Pyjamas eintauschte und das Schreiben von Liebesromanen zu ihrem Beruf machte.
Weitere Infos & Material
1
Olivia
Nur in Manhattan geben Eltern eine College-Abbrecher-Party für ihre Tochter. Und nur an der Upper East Side gehen die Eingeladenen tatsächlich hin.
Nun, um fair zu sein, die Einladungen wiesen nicht direkt auf die ganze Abbrecher-Geschichte hin. Nichts derart Krasses. Ich meine, es handelt sich schließlich immer noch um New York. Die Leute haben einen gewissen Anspruch. Zumindest wenn andere zusehen.
Also, die je zwölf Dollar teuren Einladungskarten bezeichneten das ganze Debakel als »Abschiedsparty für Olivia Elizabeth Middleton«.
Abschied in der Tat.
Das Ziel? Bar Harbor, Maine.
Der Grund? Barmherzige Werke.
Ähem. Nicht ganz. Wenigstens stimmt der Ort, auch wenn sogar das ein schlechter Witz ist. Es ist nicht gerade Ruanda oder Haiti oder einer der anderen Orte, wo Olivia Elizabeth Middleton ursprünglich hinwollte, um die Welt zu retten. Doch wenn deine Eltern jemanden kennen, der jemand kennt, der praktisch jeden kennt, landest du fast zwangsläufig bei jemandem, der Hilfe ein wenig näher der Heimat braucht. Deshalb also Bar Harbor, Maine.
Doch diese ganze Gutmenschen-Motivation? Totaler Schwachsinn. Ich sollte es eigentlich wissen.
Denn ich bin Olivia Elizabeth Middleton: Abbrecherin der NYU und baldige Einwohnerin von Am-Arsch-der-Welt.
Und lass es mich so sagen: Meine Gründe haben überhaupt nichts mit Barmherzigkeit zu tun. So gut bin ich nicht. Nicht mal knapp. Ich verdiene ganz bestimmt keine verdammte Party für das, was ich gemacht habe.
Aber ich bin eine Middleton. Und Partys sind unser Leben. An diesem Punkt schätze ich mich einfach nur glücklich, dass ich meiner Mutter die Mutter-Theresa-Eisskulptur ausgeredet habe.
Ich wünschte, das wäre ein Scherz.
Hier stehe ich also, in einem brandneuen Cocktailkleid von Versace, und versuche alle davon zu überzeugen, dass ich gerade noch rechtzeitig einen Anfall von Philanthropie erlitten habe, um mich vor meinem letzten Jahr auf dem College aus dem Staub zu machen.
Das Deprimierendste an dem Ganzen ist, dass alle gewillt sind, mir die Geschichte abzukaufen. Gut gemacht, Liv! Wir sind so stolz auf dich, Olivia. Hübsche Schale, guter Kern.
Schwachsinn.
Wenigstens meine beste Freundin scheint es nicht glauben zu wollen. »Liv, das kann nicht dein Ernst sein. Ich meine, wo willst du dir da oben in Maine die Haare machen lassen?«
Irgendwo tief in mir will ich meine älteste Freundin anfahren, nicht so verdammt oberflächlich zu sein. Doch ein anderer Teil von mir – der, mit dem ich vertrauter bin – sehnt sich danach, sie an den Schultern zu packen und mich ihr anzuvertrauen. Oh Gott, ich weiß. Denn um ehrlich zu sein, habe ich viel zu viel Zeit damit verbracht, mich zu fragen, wie ich mein honigblondes Haar davon abhalten kann, wieder sein natürliches Straßenköterblond anzunehmen, während ich in Maine bin.
Bella Cullinane und ich haben denselben Frisör, seit unsere Mütter den Entschluss gefasst haben, dass es für uns an der Zeit sei, in die Unterschiede zwischen hellen und dunklen Strähnchen eingeweiht zu werden. Wir waren damals dreizehn. Aber Bella und ich waren schon lange vorher unzertrennlich. Sie war die niedliche brünette Freundin der eleganten Blondine während unserer zwölf gemeinsamen Jahre auf der Privatschule. Bella hat mich die Kunst gelehrt, den karierten Rock meiner Schuluniform gerade so viel zu schwenken, dass es interessant, aber nicht billig wirkt, und im Gegenzug habe ich ihr ein Alibi verschafft, als sie sich nach dem Abschlussball von Todd Aikin aus ihrem lavendelfarbenen Couture-Kleid schälen ließ. Selbst als Bella nach Fordham ging und ich auf die NYU, haben wir einen Pakt geschlossen, uns wenigstens ein paar Mal im Monat zu treffen. Bisher haben wir ihn eingehalten.
Und seit ich vor zwei Monaten meine Auf-nach-Maine-Bombe habe platzen lassen, erzählt sie mir, sie werde meine beste Freundin bleiben, egal, was kommt – und natürlich ist dieses »egal, was kommt« die Tatsache, dass ich die Uni nicht mit dem Management-Abschluss beenden werde, den ich drei Jahre lang angestrebt habe.
Doch tief in unserem Innern wissen wir, dass die Dinge sich verändert haben. Telefonate sind einfach nicht dasselbe wie Mittwoch-Wein-Abende. Und selbst wenn wir uns wieder treffen sollten, werden wir keine Gemeinsamkeiten mehr haben. Bella wird bis über beide Ohren in den Vorbereitungen für die Aufnahmetests zu den verschiedenen Juristischen Fakultäten stecken und sich dann die beste aussuchen, während ich einen Kriegsveteranen zu seiner Physiotherapie karre und ihn bedränge, seine Graupensuppe zu essen – oder was auch immer es ist, wovon reizbare ältere Leute sich ernähren.
»Ich komme zu Thanksgiving nach Hause«, sage ich als Antwort auf Bellas Entsetzen über meine Frisurkrise. »Dann lasse ich mir einen Termin geben.«
Meine beste Freundin schürzt ihre glänzenden Lippen und nimmt einen Schluck Taittinger-Champagner – einen winzigen bloß, denn Champagner hat Kohlehydrate, und Bella lebt in der ständigen Angst, dass ihre Sanduhrfigur pummelig wird, ehe sie es in einem Brautkleid in Größe 34 vor den Altar schafft.
»Also gut, drei Monate«, sagt sie und betrachtet mein Haar eingehend. »Deine Spitzen könnten das vielleicht überleben, wenn du dein Haar nicht glättest, aber der Ansatz … bäh.«
»Vielleicht kann ich einfach eine Tüte über den Kopf ziehen«, sage ich und nehme ebenfalls einen Schluck Champagner. Einen größeren als Bella, denn anders als meine kurvenreiche Freundin bin ich eher der gertenschlanke (sprich: flachbrüstige) Typ, und wenn ich die Gene meiner Eltern geerbt haben sollte, wird meine Figur wahrscheinlich länger halten als meine Zähne.
Dass ich nun bei den zahlreichen gesellschaftlichen Anlässen meiner Eltern Alkohol trinken darf, ist das einzig Gute am Älterwerden. Ich vermute, das ist einer der Gründe dafür, dass man mit einundzwanzig trinken darf. Es ist, als hätte irgendein kluger Mensch vor Urzeiten gewusst, dass Alkohol an diesem Punkt im Leben seeeehhhr hilfreich wird. Ich bin fast zweiundzwanzig, und Gott weiß, dass ich hin und wieder einen Drink als sehr nützlich empfunden habe. Vor allem im letzten Jahr.
Eine Sekunde ehe sich ein Arm um meine Taille legt, steigt mir ein süß duftendes Parfüm in die Nase.
»Du wirst niemals raten, wer es wagt, sich hier blicken zu lassen«, murmelt meine Freundin Andrea aufgeregt in mein Ohr. »Und er hat sie mitgebracht.«
Bella und Andrea sehen mich mit diesem großäugigen achtsamen Blick an, den alle draufhaben, wenn Ethan Price und ich uns im selben Raum aufhalten, und ehe ich es mich versehe, bin ich von vier weiteren Freundinnen umgeben, die sich in ihren pastellfarbenen Cocktailkleidern und Designer High Heels zum Verwechseln ähnlich sehen.
Ich muss mich nicht umdrehen, um zu wissen, dass das Mädchen, um das Andrea so besorgt ist, niemandem zum Verwechseln ähnlich sieht. Ethans neue Freundin hat einen besonderen Stil, den die Höflichen unter uns als unverwechselbar bezeichnen und die Snobs als ungewöhnlich. In meinen Kreisen gibt es nichts Schlimmeres als ungewöhnlich.
»Was zum Teufel hat sie da an?«, fragte Sarah gehässig.
Es ist kein Geheimnis, dass meine Freundinnen zu den Snobs zählen, Bella einmal ausgenommen. Sarah ist die Schlimmste von allen, und nicht zum ersten Mal in meinem Leben frage ich mich, warum ich zulasse, dass sie so tut, als seien wir miteinander befreundet.
In der Gewissheit, dass sie wie ein Rudel glamouröser Wachhunde um mich herumhängen werden, bis ich mich um die Neuankömmlinge gekümmert habe, werfe ich beiläufig einen Blick über die Schulter zu der Stelle, wo Ethan und Stephanie mit einem gemeinsamen Freund der Familie reden.
Beim Anblick von Ethan krampft sich mein Herz ein ganz klein wenig zusammen. In seiner grauen Hose, dem perfekt geschnittenen weißen Hemd und seinem Burberry-Schlips sieht er so gepflegt und fantastisch aus wie immer. Er hat das dunkelblonde Haar und die breiten Schultern, die besser nach Hollywood passen als in die New Yorker Geschäftswelt, doch glücklicherweise hat er genug Grips und Charme, um zwischen den Haien Manhattans nicht unterzugehen.
Dann sehe ich sie an.
Wegen der Häme in der Miene meiner Freundinnen hatte ich erwartet, dass Stephanie zerrissene Jeans oder ein Catsuit im Leopardenprint oder irgendetwas anderes ähnlich Lächerliches tragen würde, doch in Wahrheit sieht sie ziemlich nett aus. Ihr dunkles Augen-Make-up passt perfekt zu ihren großen blauen Augen, und ihr trägerloses graues Kleid wäre ohne den grellorangefarbenen Gürtel um ihre winzige Taille geradezu züchtig. Zu dem Ganzen trägt sie ein Paar abgenutzt aussehende Stiefel, was zwar nicht unbedingt dem Standard der Upper East Side entspricht, ihr jedoch den Anstrich verleiht, als fühle sie sich vollkommen wohl in ihrer Haut.
Natürlich fühlt sie sich wohl in ihrer Haut. Sie hängt am Arm des Mannes, von dem du glaubtest, dass du ihn heiraten würdest.
Ich verdränge den zickigen Gedanken. Ich hatte monatelang Zeit, um zu akzeptieren, dass Ethan nicht zu mir zurückkehren würde. Himmel, ich war es ja sogar, die darauf bestanden hatte, dass er und seine neue Freundin zu dieser Party eingeladen wurden. Ethans Eltern sind mit meinen eng befreundet, seit wir gerade mal aus den Windeln waren. Ich werde nicht zulassen, dass etwas so Unbedeutendes wie Fremdgehen das alles zerstört.
»Alles okay mit dir, Liv?«, fragt Bella sanft.
Ich reiße den Blick von Ethan und Stephanie los. »Hm-hm. Aber gib...




