Lynn | Rock me | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 02, 352 Seiten

Reihe: Ross Siblings

Lynn Rock me


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8025-9397-0
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 02, 352 Seiten

Reihe: Ross Siblings

ISBN: 978-3-8025-9397-0
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nie haben sich Gegensätze heißer angezogen! Behütet aufgewachsen hat Candace Andrews endgültig genug davon, immer so zu sein, wie andere sie haben wollen. An ihrem Geburtstag beschließt sie daher, etwas zu tun, was keiner von ihr erwartet, und landet im Tattoo-Studio von Brian, zu dem sie sich schon lange hingezogen fühlt. Als sie sich in seine kunstfertigen Hände begibt, lodert ein leidenschaftliches Feuer zwischen ihnen auf, dem sich auch Brian nicht entziehen kann. Mit Brian, der immer tut, worauf er Lust hat, und dem egal ist, was andere von ihm denken, fühlt sich Candace so frei wie noch nie ihrem Leben. Doch so stark ihre Gefühle füreinander auch sind, weiß Brian doch, dass ihre Familie ihn nicht akzeptieren und er nie einen festen Platz in Candace' Leben haben wird. Unterschiedlich wie Tag und Nacht verlangt ihre Liebe Entscheidungen, von denen keiner von beiden dachte, dass er sie jemals treffen muss ... (ca. 300 Seiten) Dieser Roman erscheint exklusiv als E-Book.

Lynn Rock me jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1


Es war nur ein Tattoo. Eine niedliche, farbenfrohe kleine Zeichnung auf ihrer Haut, die – oh ja – für immer dort sein würde. Niemand würde sie sehen, außer wenn sie es wollte. Dennoch saß Candace Andrews in ihrem Wagen und starrte zu dem Neonschild des Tattoostudios empor, als wäre es der Vorbote des Unheils.

So eine Riesensache ist es nun auch nicht, versuchte sie sich einzureden. Alle, die ich kenne, haben mindestens eins.

»Ich glaube, du spinnst.«

Nun ja, fast alle. Neben ihr saß ihre beste Freundin, die Gesichtszüge weich im orangefarbenen Licht der frühen Dämmerung. Aber auch das machte Macys abschätzigen Gesichtsausdruck nicht angenehmer.

»Wieso?«

»Du hast neuerdings echt einen Knall.«

Candace machte eine abwehrende Geste und öffnete die Wagentür. Macys Angst schien ihre Entschlossenheit noch zu verstärken. »Du warst doch diejenige, die gemeint hat, ich müsste feiern.«

»Ja, feiern, nicht völlig den Verstand verlieren. Deine Eltern werden dich umbringen. Und mich gleich mit.«

»Die werden es gar nicht sehen.«

Macy packte Candace am Arm, bevor diese aussteigen konnte. »Wohin willst du es dir überhaupt machen lassen? Lass dir bloß nicht deinen Hintern tätowieren, Candace.«

»Das tue ich nicht! Du führst dich auf, als wollte ich mit einer Rockergang davonlaufen, und das alles wegen ein bisschen Farbe auf meiner Haut! Manchmal glaube ich wirklich, mein Daddy bezahlt dich.« Sie riss sich los, stieg aus und bückte sich, um in Macys sorgenvolles Gesicht zu schauen. »Also, was ist? Kommst du jetzt mit oder bleibst du lieber hier sitzen und schmollst?«

Während Macy widerwillig aus dem Wagen stieg, betrachtete Candace mit leichtem Schaudern das ultramoderne Äußere von Dermamania. Obwohl sie den Besitzer kannte, war sie noch nie hier gewesen. Er war der Exfreund ihrer Cousine, und heute Abend war er offensichtlich im Studio. Neben dem Gebäude stand sein Pick-up, der so dunkelblau war, dass er fast schon schwarz wirkte. Wäre Brian nicht hier gewesen, hätte sie die Erfüllung ihres Geburtstagswunsches auf einen anderen Tag verschoben. Er war derjenige in der Stadt, zu dem man ging, wenn man ein Tattoo wollte.

Meine Güte, sie konnte nicht aufhören zu zittern. Sie war nicht gerade ein Fan von Nadeln, schon gar nicht, wenn sie in die Nähe ihrer Haut kamen. Ob es der Gedanke an die Schmerzen war, der ihren Puls rasen ließ, oder die Vorstellung, Brian zu sehen, hätte sie nicht sagen können. Als er noch mit Michelle gegangen war, hatte Candace’ Herz bei mehr als einer Gelegenheit zu flattern begonnen, wenn sich der Blick seiner dunkelblauen Augen lässig abschätzend auf sie gerichtet hatte. Er war der Inbegriff des Verbotenen, aber das änderte nichts an der Wirkung, die er auf sie hatte.

»Zuschauen werde ich aber nicht«, sagte Macy, als sie durch die laue Aprilnacht auf die Tür zugingen.

»Das habe ich auch nicht verlangt.«

»Kaum trinkst du an deinem Geburtstag ein paar Schluck Wein, kommt das hier dabei raus?«

»Ach, halt die Klappe. Das war doch schon vor Stunden.«

Drinnen lief die Klimaanlage auf vollen Touren, als wäre es Hochsommer und nicht Frühling. Drei Tätowierer blickten von ihren Kunden hoch, an denen sie gerade arbeiteten, ohne ihre Gespräche zu unterbrechen. Candace’ Blick richtete sich automatisch auf eine junge Frau, die einen etwas gequälten Eindruck machte. Ihr wurde gerade ein Schmetterling innen auf den Fußknöchel tätowiert. Sie verzog schmerzvoll das Gesicht und kaute auf ihrer Unterlippe herum.

Candace schluckte. Sie spürte, wie sie der Mut verließ. Sie hatte vorgehabt, gleich auf Brian zuzustürzen, aber der war nirgendwo zu sehen.

»Was kann ich für die Damen tun?«, fragte der Typ, der gerade an dem Schmetterling arbeitete, ohne dabei von seinem Werk hochzuschauen. Er hatte eine Glatze, einen Spitzbart und einen großen Plug in dem Ohrläppchen, das Candace von ihrer Position aus sehen konnte.

»Ist Brian da?«

»Schon, aber eigentlich nicht, wenn du weißt, was ich meine.«

»Ähm … nein.«

Der Typ sah noch immer nicht hoch. Hingebungsvoll füllte er den Flügel des Schmetterlings mit knallpinker Farbe. Das Tattoo würde richtig hübsch sein, wenn er erst fertig war, und trotz ihrer Nervosität spürte sie einen Hauch von Vorfreude.

»Er nimmt heute Abend keine Kunden an.«

Ihr wurde mulmig. Sie hatte ihren ganzen Mut zusammennehmen müssen, um sich hierher zu trauen, und später würde er sie bestimmt verlassen. Das hier war ihre einzige Chance. »Oh. Also … ich kenne ihn. Ich meine … könnte ich ihn mal kurz sprechen?«

Mr Spitzbart zuckte mit den Schultern und wandte den Kopf in Richtung Hinterzimmer. »He, B! Hier will dich jemand sprechen.« Er widmete sich wieder dem Tattoo, ohne Candace und Macy – die während des kurzen Gesprächs wie angewurzelt dagestanden und sich ängstlich umgeblickt hatte – weiter zu beachten.

Eins musste sie Brians Angestellten lassen: Sie gingen völlig in ihrer Arbeit auf. Candace setzte sich in den Wartebereich neben der Tür, und Macy nahm neben ihr Platz. Candace war beeindruckt, wie sauber und einladend das Studio war. Die Wände waren nicht über und über mit Tattoomotiven bedeckt, wie sie das in anderen Studios gesehen hatte, sondern mit abstrakter Kunst sowie Postern von Rockgruppen und Kat von D dekoriert. In jeder Ecke des Raums befand sich ein Plasmabildschirm. Es lief ein Musikvideo. Da Brians Vorliebe für etwas düsterere Musik während seiner Zeit mit Michelle auch auf Candace abgefärbt hatte, wusste sie sofort, dass es Deep von Nine Inch Nails war.

»Das da ist … anders«, murmelte Macy, den Blick auf die Bildschirme geheftet. Der Countrysänger Toby Keith war eher ihr Ding.

»Ja, die sind echt gut.«

»Ich wusste gar nicht, dass du auf so was stehst.«

»Durch Brian habe ich eine Menge neuer Bands kennengelernt. Er hat mir oft CDs geliehen.«

»Tja. Horizonterweiterung kann nie schaden.«

Candace zuckte mit den Schultern. »Wenn ich laut sagen würde, dass ich Rockmusik mag, sogar manchmal Heavy Metal, würdet du und meine Familie mich doch gleich für eine Teufelsanbeterin halten.«

»Oh, ich nicht.« Macy senkte die Stimme. »Michelle ist mit dem Typen gegangen. Niemand hat etwas über sie gesagt.«

»Soll das ein Witz sein?«, flüsterte Candace, so laut sie sich traute. Sie war sich ziemlich sicher, dass der sinnliche Beat der Musik, die surrenden Nadeln und die Witze, die hin und her flogen, ihr Gespräch übertönten. »Es hat ihre Eltern schier in den Wahnsinn getrieben. Meine sogar auch. Michelle hat Brian sehr gemocht, aber mit der Szene, in der er sich bewegt, konnte sie nie so richtig was anfangen.«

Sämtliche Elternteile wären entzückt gewesen, dass Michelle mit jemandem aus Brians Familie ging, wenn sie sich nur den richtigen Bruder ausgesucht hätte. Candace hatte es immer für eine Hinterhältigkeit des Schicksals gehalten, dass Brian in eine wohlhabende Familie hineingeboren war, die von ihren Kindern erwartete, dass sie Ärzte oder Rechtsanwälte wurden. Zwischen seinen Geschwistern – seinem Bruder Evan, dem Anwalt, und seiner Schwester Gabby, die in Kürze ihr Medizinstudium beginnen würde – stach er heraus wie ein Zebra unter Schafen, und offensichtlich gefiel ihm das.

»Wehe, hier liegt nicht mindestens einer im Sterben …«

Sie war so in Gedanken versunken gewesen, dass sie gar nicht mitbekommen hatte, wie er durch die Tür hinter dem Tresen getreten war. Aber seine tiefe Stimme glitt über ihren Rücken wie eine streichelnde Hand. Egal ob sie sanft oder provozierend oder abweisend klang, immer löste sie bei ihr eine Gänsehaut aus.

Als er sie sah, blieb er abrupt stehen. Vielleicht war es nur Wunschdenken, aber sie hätte schwören können, dass sich sein Gesicht aufhellte. »… oder sitzt da und sieht hübsch aus«, beendete er seinen Satz mit einem Grinsen, das ihr beinahe das Herz stehen bleiben ließ.

Sie konnte kaum noch atmen. Seit Monaten hatte sie ihn nicht mehr gesehen. Seit sechs, um genau zu sein. Viel zu lange ohne einen Blick auf das einzige Objekt der Begierde, das sie jemals wirklich gehabt hatte. Aber deswegen war sie nicht hier. Zumindest musste sie sich das immer wieder einreden.

Dieses Lächeln – Candace konnte gut verstehen, dass Michelle untröstlich gewesen war, als er sie kurz nach ihrer Reise zu Evans Hochzeit auf Hawaii verlassen hatte. Einzelheiten über ihre Trennung waren nicht bekannt, aber das spielte keine Rolle. Candace würde ganze Ozeane weinen, wenn sie einen Mann mit solch einem Lächeln verlieren würde. Es war ansteckend, und bevor sie wusste, was sie tat, eilte sie schon quer durch den Raum auf ihn zu.

Brian stützte sich lässig auf den Tresen. »Hallo, Sonnenschein? Was verschafft mir die Ehre?«

Sie wusste nicht, warum er sie oft so nannte, aber es ließ sie immer kichern wie einen Teenager. »Dreimal darfst du raten.«

Brians Blick wanderte zu Macy, die irgendwie den Mut aufgebracht hatte, Candace zum Tresen zu folgen. Sein Lächeln wurde noch breiter. »Deine Freundin will einen Zungenring, und du begleitest sie.«

Candace lachte, aber Macy erbleichte und trat entsetzt einen Schritt zurück. Candace packte sie am Arm, bevor sie davonrennen konnte. »Meine Güte, nein, sie ist ein Weichei.« Und ehrlich gesagt bin ich auch eins. Warum tat sie bloß derart...


Lynn, Cherrie
Seit sie die Romane ihrer Mutter entdeckte, hat sich Cherrie Lynn heißen Liebesgeschichten und Bad Boys mit viel Gefühl verschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Texas, ist aber meistens on the road zu den Konzerten ihrer vielen Lieblingsbands.

Seit sie die Romane ihrer Mutter entdeckte, hat sich Cherrie Lynn heißen Liebesgeschichten und Bad Boys mit viel Gefühl verschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Texas, ist aber meistens on the road zu den Konzerten ihrer vielen Lieblingsbands.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.