Maaser | Der Hüter der Königin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 530 Seiten

Maaser Der Hüter der Königin

Historischer Roman
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95520-276-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman

E-Book, Deutsch, 530 Seiten

ISBN: 978-3-95520-276-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Nur sie kann das Reich zusammenhalten: Der historische Roman »Krone der Merowinger - Die Herrschaft der Königin« von Eva Maaser als eBook bei dotbooks. Ende des 6. Jahrhunderts ist das Reich der Franken in zwei Teile gespalten - und droht, von einer blutigen Familienfehde zerrissen zu werden ... Nachdem der König der Ostfranken von seinem verräterischen Bruder Chilperich ermordet wurde, bleibt der Königswitwe Brunichild keine andere Wahl: Weil ihr Sohn noch zu jung ist, um die Macht zu ergreifen, muss nun sie über das Reich herrschen. Doch darauf haben ihre Feinde nur gewartet, die alles daran setzen, um sie zu stürzen - allen voran Fredegunde, die intrigante Gemahlin Chilperichs. Sie wird nicht ruhen, bis ihr Mann das Zepter in den Händen hält - und schreckt vor keiner Intrige zurück! »Mit ?Krone der Merowinger - Die Herrschaft der Königin? überzeugt Eva Maaser und legt einen Roman vor, der besser als jeder Geschichtsunterricht die Zänkereien um die fränkischen Teilstaaten im 6. Jahrhundert schildert.« Histo-Couch.de Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der historische Roman »Krone der Merowinger - Die Herrschaft der Königin« ist der zweite Teil von Eva Maasers Reihe über die Merowingerkönigin Brunichild. Dieses Buch ist auch bekannt unter den Titeln »Die Rache der Königinnen« und »Der Hüter der Königin«. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Eva Maaser, geboren 1948 in Reken (Westfalen), studierte Germanistik, Pädagogik, Theologie und Kunstgeschichte in Münster. Sie hat mehrere erfolgreiche Krimis, historische Romane und Kinderbücher veröffentlicht. Bei dotbooks erschien bereits Eva Maasers Kriminalroman »Der Clan der Giovese« und der humorvolle Regiokrimi »Tante Ella und das Geheimnis im Gurkenbeet« sowie die Rohleff-Reihe mit »Das Puppenkind«, »Die Eisfrau«, »Das Schwanenmädchen« und »Der Purpurjunge«. Kommissar Rohleffs erster Fall »Das Puppenkind« ist auch im Sammelband »Tatort: Deutschland« erhältlich. Eva Maaser veröffentlichte bei dotbooks außerdem ihre historischen Romane »Krone der Merowinger - Das Schicksal der Königin«, »Krone der Merowinger - Die Herrschaft der Königin«, »Der Moorkönig«, »Die Rückkehr des Moorkönigs«, »Der Paradiesgarten« und »Die Astronomin«. Zudem erschienen bei dotbooks Eva Maasers Kinderbuchserien um Leon und Kim: »Leon und der falsche Abt«, »Leon und die Geisel«, »Leon und die Teufelsschmiede« und »Leon und der Schatz der Ranen«, »Kim und die Verschwörung am Königshof«, »Kim und die Seefahrt ins Ungewisse« und »Kim und das Rätsel der fünften Tulpe«.
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Kapitel 1


Der aufsteigende Rauch wurde immer dichter. Alle barbarischen Einzelheiten, die Wittiges so abstoßend fand, verschwammen zunehmend im wabernden Qualm, der sich von der niedrigen Decke von Zeit zu Zeit langsam und träge auf die Gruppe um das Feuer herabsenkte.

Khagan Baian, Großfürst der Awaren, ein Mann mit fassförmigem Körper und kurzen Säbelbeinen, saß als einziger auf einem niedrigen Schemel. Selbst Wittiges, hoher Gesandter des ostfränkischen Königs, musste mit einem flachen Rosshaarpolster vorliebnehmen, das ein Sklave für ihn auf das stinkende, den Boden der Versammlungshalle bedeckende Stroh gelegt hatte.

Was hieß hier Halle? Das armselige Gebäude bestand aus windschiefem Flechtwerk, von ein paar grob zubehauenen Balken gestützt.

Baian riss mit seinen kräftigen Zähnen große Brocken von einem noch halb rohen Stück Hirschbraten ab, schluckte sie fast ohne zu kauen hinunter und spülte mit einem Gebräu aus Stutenmilch nach. Wittiges trank Wein, nachdem er einmal das Zeug probiert hatte, das die Awaren so schätzten. Ungenießbar.

Der Mann neben Baian, einer seiner Heerführer, stocherte sich mit einem langen, zweischneidigen Dolch Fleischfasern aus den Zähnen. Vorher hatte er mit dem Messer das Fleisch vor dem Mund Bissen für Bissen abgeschnitten. Als mitten in der Feuerstelle ein Zweig mit einem Knall zu einem Funkenregen zerbarst, zuckte die Hand, die das Messer hielt, und der Mann schrie auf. Khagan Baian äugte zu ihm hinunter, schlug sich auf die Schenkel und lachte. Sofort fielen die übrigen Awaren in das Gelächter ein, während dem verletzten Krieger ein Blutstrom über das Kinn quoll.

Von den Franken lachte keiner. Wittiges hatte den unangenehmen Eindruck, dass sich der Unglückliche die Zunge abgeschnitten hatte.

Jetzt beugte sich der Mann vor, stieß einen gurgelnden Laut aus, als wollte er in das Gelächter einstimmen, und wischte sich über das Gesicht. Blut tropfte zischend in die Glut.

»Bemerkenswert, nicht wahr?«, bemerkte Venantius Fortunatus, einer von Wittiges’ Begleitern, im trockenen Ton eines unerschrockenen Forschers, der ein interessantes, völlig fremdes Ritual studiert.

»Was?«, fragte Wittiges schaudernd.

»Wie er versucht, Haltung zu bewahren. Also, wenn ich mir die Zunge …«, holte Venantius nachdenklich aus.

Wittiges hörte nicht mehr zu. Aus dem Hintergrund näherte sich eine junge Frau und hockte sich neben den Verletzten, ein Tuch in der Hand. Eine hübsche junge Frau mit schmalem Gesicht und fließendem rabenschwarzem Haar, das teilweise in dünne, mit bunten Bändern geschmückte Zöpfe geflochten war. Wittiges beobachtete mit aufflackernder Begier die anmutigen und gleichzeitig gelassen wirkenden Bewegungen, mit denen sie das Blut abtupfte. Schließlich bewog sie den Verletzten, mit ihr den Raum zu verlassen. Nur zu gern hätte Wittiges ihre Stimme gehört, und er verlor sich in der Vorstellung eines angenehm weichen Klangs, der mit jedem Laut schmeichelte und liebkoste.

Wie lange hatte er keine Frau mehr gehabt?

Er befand sich mit seiner fränkischen Delegation am Rand der Welt. Die Reise hatte ihn von der königlichen Residenz in Metz eine der alten Römerstraßen folgend, über Strassburg zur Donau und am Fluss entlang bis Passau geführt. Dank der Gnade des Himmels war die Straße fast hundert Jahre nach Abzug der Römer noch einigermaßen instand geblieben.

In Passau hatte er so lange in einem aus der Römerzeit stammenden Kastell an der Südseite der Stadt Station gemacht, bis die Begegnung mit dem Anführer der gefürchteten Awarenkrieger zu seiner Zufriedenheit vorbereitet worden war. Nur ein Narr hätte keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen, bevor er sein Haupt in den Rachen dieses stinkenden Löwen legte.

Kastell Boiotro bildete einen der letzten befestigten Vorposten des ostfränkischen Königs, in dessen Auftrag Wittiges die Reise unternahm. Vor mehr als zwei Wochen hatte er das Kastell verlassen, nachdem Khagan Baian eine hochrangige Geisel gestellt hatte, die während des fränkischen Besuchs in Passau ausharren sollte. Diese Abmachung war Wittiges’ Rückversicherung für eine ungehinderte Heimkehr. Es gab da zwar den Nichtangriffspakt, den Baian mit Sigibert, dem Vater des jetzigen ostfränkischen Königs geschlossen hatte, aber die fränkische Regierung misstraute Baians Bereitschaft, den Pakt weiterhin einzuhalten. Seit Sigiberts Tod hatten sich nämlich die Grenzüberfälle im äußersten Osten des fränkischen Herrschaftsbereichs derart gehäuft, dass alles auf einen neuen Eroberungsfeldzug hindeutete. Die Gelegenheit schien für Baian günstig, nachdem die drei fränkischen Teilreiche schon jahrelang Krieg gegeneinander führten.

Durch die Grenzüberfälle hatten die Awaren sicher herausfinden wollen, wie stark oder schwach Ostfranken oder Austrasien, wie es oft genannt wurde, zur Zeit war. Schließlich war der kleine König erst sieben Jahre alt, und an der Regierungsspitze stand eine Frau: seine Mutter, Königin Brunichild, die zusammen mit dux Gogo, dem ehemaligen Hausmeier Sigiberts, die Regentschaft für Childebert übernommen hatte.

Wittiges nahm es Brunichild und Gogo übel, dass sie ihm ausgerechnet Venantius Fortunatus als eine Art Berater – oder besser Aufpasser – an die Seite gestellt hatten, als wäre er nicht in der Lage, die Verhandlungen ohne diesen windigen Dichter, Schmeichler und Höfling zu führen.

In Gedanken verglich er das solide, einige Annehmlichkeiten wie fließendes Wasser bietende Kastell von Passau mit der awarischen Wächtersiedlung, in der das Treffen stattfand. Da sie hauptsächlich der Beobachtung der Grenze diente, beschränkte sich die Siedlung auf das Allernotwendigste, das hieß im Wesentlichen grauenhafte Unterkünfte, die die Menschen mit dem Vieh teilten und anscheinend höchst selten ausmisteten, und die ersichtlich rasch zusammengezimmerte Versammlungshalle. Baian schien völlig unempfindlich gegenüber Schmutz und dem Mangel jeglichen Komforts.

Die Siedlung lag nicht weit vom Ufer der Donau an einem Pass zum Hinterland Pannoniens, einen Zwei-Tagesritt von Passau entfernt.

Hier begann das Grenzgebiet, wo sich die Awaren seit dem Jahr 568 zunehmend festsetzten.

Niemand wusste viel über sie, und nach der ersten Verhandlungswoche hatte Wittiges auch nicht den Wunsch, mehr über sie zu erfahren, außer dass sie zweifellos auf neue Eroberungen aus waren. Es war seine Aufgabe, sie so weit vom Kurs abzubringen, dass sie die fränkischen Gebiete oberhalb und unterhalb der Donau verschonten: die südlichen Gebiete Thüringens und jenen Teil Pannoniens, in dem sich die Sueben angesiedelt hatten. Wäre es nach Wittiges gegangen, hätte er den Awaren dieses Land geschenkt. Er hatte genug davon gesehen, um zu wissen, dass die fränkische Herrschaft hier eher eine Idee denn Wirklichkeit war. Die Sueben, ein Haufen mehrerer halbwilder kleiner Völker, hatten auf ihn kaum einen zivilisierteren Eindruck gemacht als die Awaren.

Anscheinend waren die Awaren gerade erst dabei, hier und da sesshaft zu werden, vorzugsweise in durch blutige Kriege eroberten Gebieten.

Wittiges stammte aus Spanien, wo sein Vater ein kleines, aber sehr ertragreiches und gepflegtes Landgut bewirtschaftet hatte. Obwohl nur der zweitgeborene Sohn eines Landadligen, hatte Wittiges eine gründliche Ausbildung erhalten, zu der die Kenntnis der lateinischen und griechischen Sprache und Dichtung gehörte, und natürlich war er den Lesens und Schreibens mächtig.

Großfürst Baian sicher nicht.

Der Khagan hatte seine Mahlzeit beendet, spähte über das Feuer zu Wittiges herüber und sagte etwas.

Kursich, der Übersetzer, hockte an Wittiges linker Seite. Er hatte einige Zeit an Sigiberts Hof zugebracht und die Franken von Metz hierher begleitet. Er war so alt wie Wittiges, das hieß Ende Zwanzig, ein untersetzter, wenig einnehmender Mann mit verschlagenem Blick, der zur weitläufigen Verwandtschaft des Khagans gehörte.

»Er will wissen, wie viele Söhne du hast«, kam Venantius Kursichs Übersetzung zuvor. Venantius bildete sich eine Menge darauf ein, dass er ein wenig die awarische Sprache beherrschte. Er war ein Gelehrter, an der berühmten Schule von Ravenna in allen Künsten der zivilisierten Welt ausgebildet, außer in Kampfkunst und vornehmer, der Situation angemessener Bescheidenheit. Auf der Suche nach Ruhm, Ehre, Ansehen oder Geld war er vor Jahren von seinem Heimatland Italien aus zu Sigibert gereist, der gerade an der Donau seinen ersten Feldzug gegen die Awaren geführt hatte. Seitdem hielt er sich gern als Gast an dem einen oder anderen fränkischen Königshof auf.

Der Teufel mochte wissen, wie es ihm gelungen war, während der vielen Kriege der letzten Jahre mit heiler Haut davon zu kommen. Wittiges misstraute ihm von Grund auf, gab sich aber Mühe, sich nichts anmerken zu lassen. Gut möglich, dass Venantius nebenbei für Chilperich spionierte, den König von Westfranken.

»Warum will er das wissen?«, fragte Wittiges grantig zurück und gab Kursich mit einem raschen Druck auf den Arm zu verstehen, dass er seine Übersetzung nicht brauchte.

»Weil du hier nur als Mann zählst, wenn du viele Söhne hast«, antwortete Venantius mit einem neugierigen Seitenblick. Offensichtlich war er gespannt, mit welcher Antwort sich Wittiges herausreden würde.

Ein Sklave schenkte den fränkischen Gäste nach. Es war ein schwerer, überlauter Wein, der mit jedem Schluck mehr im Schädel dröhnte. Wittiges hatte längst die Übersicht über die von ihm geleerten Becher verloren.

»Ich könnte für dich die Antwort so diplomatisch gestalten, dass sie dir nicht allzu sehr schadet«, bot Venantius ebenso geschmeidig wie boshaft an. Über Wittiges’...


Maaser, Eva
Eva Maaser, geboren 1948 in Reken (Westfalen), studierte Germanistik, Pädagogik, Theologie und Kunstgeschichte in Münster. Sie hat mehrere erfolgreiche Krimis, historische Romane und Kinderbücher veröffentlicht.

Bei dotbooks erschienen bereits Eva Maasers Kriminalromane „Der Clan der Giovese“, „Das Puppenkind“, „Tango Finale“ und „Kleine Schwäne“.

Eva Maaser veröffentlichte bei dotbooks außerdem ihre historischen Romane „Der Geliebte der Königsbraut“ und „Der Hüter der Königin“.

Zudem erschienen bei dotbooks Eva Maasers Kinderbuchserien um Leon und Kim: „Leon und der falsche Abt“, „Leon und die Geisel“, „Leon und die Teufelsschmiede“ und „Leon und der Schatz der Ranen“, „Kim und die Verschwörung am Königshof“, „Kim und die Seefahrt ins Ungewisse“ und „Kim und das Rätsel der fünften Tulpe“.



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