E-Book, Deutsch, 464 Seiten
Reihe: HarperCollins
Mallery Was lange liebt, wird endlich gut
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95967-449-2
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 464 Seiten
Reihe: HarperCollins
ISBN: 978-3-95967-449-2
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Unter der Sonne in Mischief Bay wird am Ende alles gut.
Für ihre Familie geben diese Frauen alles! Gabby hat ihren Beruf zurückgestellt, bis ihre Zwillinge fünf geworden sind. Hayley hatte schon mehrere Fehlgeburten, ist aber nicht bereit aufzugeben. Und Nicole will ihren Sohn Tyler nach der Scheidung unbedingt vor einer Enttäuschung schützen und kann sich zunächst auf keine neue Beziehung einlassen. Für die drei Freundinnen kommt jedoch alles anders als geplant. Aber auch wenn das Leben mit so manchen Überraschungen aufwartet, halten sie zusammen. Denn gerade darin liegt der Schlüssel zu ihrem Glück ...
Ob unerfüllter Kinderwunsch, den Mut, eine neue Beziehung einzugehen, oder den Wunsch nach Familie und Karriere - drei Freundinnen helfen einander durch dick und dünn.
- »Eine fesselnden Lektüre, die man ganz und gar verschlingt.« Publishers Weekly
- »Ein sehr origineller und faszinierender Pageturner.« Romantic Times Book Reviews
- »Ein Roman über die Beziehungen zwischen Frauen, Freundinnen, Schwestern, Müttern, Töchtern und Stiefkindern mit einem starken romantischen Subplot.« Library Journal
Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Susan Mallery unterhält ein Millionenpublikum mit ihren herzerwärmenden Frauenromanen, die in 28 Sprachen übersetzt sind. Sie ist dafür bekannt, dass sie ihre Figuren in emotional herausfordernde, lebensnahe Situationen geraten lässt und ihre Leserinnen und Leser mit überraschenden Wendungen zum Lachen bringt. Mit ihrem Ehemann, zwei Katzen und einem kleinen Pudel lebt sie in Washington.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Kapitel
War es wirklich falsch, allein auf Toilette gehen zu wollen? Über diese Frage hatte Gabrielle Schaefer bestimmt vierhundertmal innerhalb der letzten Monate nachgedacht. Ja, sie liebte alles an ihrem Leben: ihren Ehemann, ihre fünfjährigen Zwillingstöchter, die Haustiere, ihr Haus. Sie hatte sehr viel Glück gehabt, das alles war ein unglaubliches Geschenk, das wusste sie. Aber ab und zu … okay, mindestens einmal am Tag wollte sie in der Lage sein, allein ins Bad zu gehen, wie jeder normale Mensch. Sich auf die Toilette zu setzen und zu pinkeln.
Und zwar ungestört. Ohne dass jemand die Tür aufstieß und sich beschwerte, dass sie Hunger hatte oder Kenzie ihr die Puppe geklaut hatte. Ohne dass Andrew mit je einem Paar Socken in der Hand hereinkam, um sie zu fragen, welches die bessere Wahl wäre. Ohne dass sich eine rosige Katzenpfote unter der Tür hindurchstreckte oder der Basset leise auf der anderen Seite wimmerte und darum bettelte, hereingelassen zu werden. Allein. Oh, diese dreißig oder vierzig Sekunden allein sein zu können. In aller Ruhe spülen und sich allein die Hände waschen.
Gabby setzte den Blinker, um auf die linke Fahrbahn zu wechseln, dann wartete sie darauf, dass sie abbiegen konnte. Siebenundfünfzig Tage, rief sie sich in Erinnerung. Sie hatte noch siebenundfünfzig Tage, bis die Zwillinge in die Vorschule kamen und sie zur Arbeit zurückkehren würde. Nur in Teilzeit, aber immerhin. Es würde wundervoll werden. Auch deshalb, weil sie dann endlich mal allein pinkeln könnte.
»Was ist so lustig?«, fragte Kenzie vom Rücksitz. »Warum lächelst du?«
»Erzählst du dir einen Witz?«, fragte Kennedy. »Dürfen wir ihn auch hören?«
Ja, sie sind in dem Alter, in dem sie tausend Fragen am Tag stellen, dachte Gabby, den Blick fest auf den entgegenkommenden Verkehr gerichtet. Als sie eine Lücke sah, bog sie auf den Parkplatz ein und fuhr zum Ende der Ladenzeile. Direkt vor Supper’s in the Bag waren noch ein paar Plätze frei. Sie bog auf einen ein und stellte den Motor ab.
»Ich habe nur lustige Gedanken«, erklärte sie ihren Mädchen. »Ich kenne keine Witze.«
Kennedy zog die Nase kraus. »Okay.«
Ihr war die Enttäuschung anzuhören. Beide Mädchen wussten, dass Dinge, die Erwachsene lustig fanden, und wirklich lustige Dinge nicht dasselbe waren.
Gabby nahm ihre Handtasche mit dem langen Schulterriemen, der es ihr erlaubte, sie quer über dem Körper zu tragen, und stieg aus. Dann ging sie zur hinteren Tür und öffnete sie.
»Bereit?«, fragte sie.
Beide Mädchen nickten. Sie waren bereits dabei, ihre Sicherheitsgurte zu lösen.
Sie aus den Kindersitzen herauszukriegen, war nie ein Problem. Sie hineinzubekommen, das war eine ganz andere Frage. Obwohl die Sitze für Kinder bis zu dreißig Kilo gemacht waren, wollten die beiden lieber nur eine Sitzerhöhung statt der Kindersitze. Nur Babys hatten Kindersitze, war Gabrielle schon mehrfach aufgeklärt worden. Die Tatsache, dass Kindersitze sicherer waren, schien in der Diskussion keine große Rolle zu spielen.
Andrew und ich müssen eine bessere Strategie entwickeln, dachte sie, als sie zuerst Kennedy und dann Kenzie half, aus dem Auto zu steigen. Denn so langsam ging ihr das schwer auf die Nerven. Jeden Tag der gleiche Stress. Außerdem wurden die Kindersitz-Diskussionen immer länger, sodass sie jedes Mal fünf bis zehn Minuten mehr einplanen musste, nur um rechtzeitig da zu sein.
Das Problem ist, dass beide Mädchen nach ihrem Vater kommen, dachte sie amüsiert. Er war ein hochtalentierter Verkaufsleiter und verfügte über sehr viel verbalen Charme. Selbst mit ihren fünf Jahren fingen die Zwillinge schon an, sich aus Schwierigkeiten herauszureden.
»Ist Tyler da?«, wollte Kennedy wissen.
Gabby strich ihrer Tochter die Haare aus den Augen. Der verdammte Pony musste mal wieder geschnitten werden. »Ja, ganz bestimmt.«
Die Mädchen jubelten. Tyler, der Sohn ihrer Freundin Nicole, war sechs und würde bald in die erste Klasse kommen. In den Augen der Zwillinge, die bald in die Vorschule gingen, war Tyler ein Mann von Welt. Er wusste vieles, und die beiden beteten ihn förmlich an.
Gabby griff um die verhassten Kindersitze herum nach den leeren Einkaufstaschen, die sie für ihre Mitgliedschaft erhalten hatte. Sie waren hellgrün und mit dem Logo von Supper’s in the Bag bedruckt. Alle zwei Wochen nahm sie mit ihren Freundinnen an einer dreistündigen Session im Supper’s in the Bag teil, und wenn sie ging, hatte sie sechs vollständige Mahlzeiten für ihre Familie dabei. Mahlzeiten, die in den Ofen geschoben oder auf den Grill geworfen werden konnten. Sie waren gewürzt, vorportioniert und mussten nur noch zubereitet werden.
Der Grundsatz von Supper’s in the Bag war einfach: Jeder Termin dauerte ungefähr drei Stunden. In der großen Industrieküche gab es acht verschiedene Stationen, die je einem anderen Hauptgericht gewidmet waren. Man folgte den schriftlichen Erklärungen, wog Fleisch ab, gab Gemüse in wiederverwendbare Schüsseln und würzte gemäß den Anweisungen. Und schon hatte man mehrere Mahlzeiten, die man später nur noch aufzuwärmen brauchte.
Anfangs hatte Gabby sich schuldig gefühlt, weil sie sich für diesen Service entschieden hatte. Sie war Hausfrau und Mutter, da sollte sie sich doch so weit im Griff haben, dass sie für ihre Familie kochen konnte. Und doch, dachte sie und ging mit ihren Töchter in Richtung Ladentür – die Tage rannen ihr nur so durch die Finger. Zum Glück war die Besitzerin von Supper’s in the Bag die Schwester einer engen Freundin. Sich zu sagen, dass sie ein örtliches Unternehmen unterstützte, half, die Schuldgefühle zu mindern.
Und weil Andrew zu den Guten gehörte, ermutigte er sie, den Service zu nutzen. Mindestens einmal pro Woche gingen sie zum Essen aus. Wenn sie also alle vierzehn Tage sechs Mahlzeiten vorbereitete, musste sie nur sechs weitere Mahlzeiten selber zubereiten.
Der Raum war groß und offen, und die Kochstationen verteilten sich an den Wänden. In der Mitte standen Industrieregale, die mit Lebensmitteln gefüllt waren. An der Tür gab es weitere Regale, in denen die Kunden Taschen und Einkaufstüten ablegen konnten. Die Arbeitsflächen waren, genau wie die Spülbecken, aus rostfreiem Edelstahl.
Zur Linken befand sich eine kleine Essecke, in der die Kunden sich aufhalten und miteinander reden konnten. Zur Rechten war ein Bereich abgetrennt und in bunten Farben gestrichen. Hier gab es Stühle und Tische in Kindergröße, ein paar Spielzeuge, Wachsmalkreiden und Unmengen an Malbüchern. Cecelia, die Kinderbetreuerin, war bereits da. Die zierliche College-Studentin mit den lockigen Haaren grinste, als sie die Zwillinge sah.
»Ich hatte gehofft, dass ihr beide heute kommt«, sagte sie und winkte ihnen zu. »Wir werden so viel Spaß haben.«
»Cece!«
Die Zwillinge ließen die Einkaufstaschen fallen und rannten los, um das Mädchen zu begrüßen. Es folgte eine wilde Umarmung.
»Kommt Tyler auch?«, fragte Kenzie angespannt.
»Ja. Bestimmt haben er und seine Mom sich nur mal wieder verspätet.« Cecelia führte die Mädchen zu einem der Tische. »Okay, fangen wir mit einem Bild an, während eure Mom sich um die Mahlzeiten kümmert«, sagte sie.
Gabby nutzte die Ablenkung, um sich am Empfang eine Schürze zu holen. Dann nahm sie den Zettel in die Hand, auf dem stand, welche Stationen sie heute in welcher Reihenfolge benutzen würde.
Supper’s in the Bag war keine einzigartige Idee. Angebote wie diese gab es im Land einige. Auch wenn Gabby nie ein großer Fan von Morgan gewesen war – der Frau, der das Geschäft gehörte –, musste sie doch ihren Hut davor ziehen, wie sie es schaffte, ihren Kunden noch den letzten Dollar aus der Tasche zu luchsen.
Kinder waren für den Preis von fünf Dollar pro Kind und Stunde willkommen. Für Gabby bedeutete das dreißig Dollar extra, aber es war besser, als selbst eine Babysitterin zu finden. Zu jedem Hauptgericht gab es eine Auswahl an passenden Weinen, die man ebenfalls extra kaufen konnte. Gabby schätzte, die Gewinnmarge lag bei gut hundert Prozent. Aperitif- und Dessertweine konnten natürlich auch erstanden werden.
Morgans Schwester, Gabbys Freundin Hayley, kam an mehreren Tagen in der Woche frühmorgens hierher, um die Lebensmittel vorzubereiten. Sie übernahm einen Großteil des Schnippelns und Schneidens, füllte die Gewürzgläser auf und öffnete die benötigten Dosen. Dafür bekam sie nichts weiter als ein paar kostenlose Mahlzeiten, wie Gabby wusste.
Während Hayley behauptete, damit den besseren Teil des Deals erwischt zu haben, hatte Gabby daran so ihre Zweifel. Egal, wie die Situation aussah, Morgan schien immer als Gewinnerin hervorzugehen, und Gabby bezweifelte, dass es bei dem Arrangement mit Hayley anders war.
Inzwischen waren weitere Frauen eingetroffen. An jeder Session konnten zweiunddreißig Leute teilnehmen, wobei es tagsüber meist um die fünfundzwanzig waren. Von Donnerstag bis Sonntag hatte Supper’s in the Bag auch nachmittags von vier Uhr bis abends um halb neun geöffnet.
Gabby erblickte Hayley, Nicole und deren Sohn Tyler. Nicole gab ihn bei Cecelia ab, dann trafen sie sich alle am Spülbecken, wo man sich die Hände waschen konnte.
»Hi«, sagte Gabby und umarmte ihre Freundinnen zur Begrüßung.
Nicole war groß, blond und beneidenswert schlank. Gabby war nicht sicher, inwieweit das genetisch bedingt war und...




