Mann | Soulless | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten

Reihe: Soulless

Mann Soulless

Die Tür ins Nichts
2. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7504-5337-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Tür ins Nichts

E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten

Reihe: Soulless

ISBN: 978-3-7504-5337-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



»Gehe hindurch und du wirst finden, was du suchst.« Ich dachte, in das Grimoire zu schreiben wäre der größte Fehler meines Lebens, doch ich bin gerade dabei, einen noch viel schlimmeren zu begehen. Wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich wohl besser auf Luca hören sollen.

Action, aber immer ein Hauch Romantik: Die deutsche Autorin Michaela Annika Mann wird 1995 in Schwäbisch Hall geboren. Der Wunsch, Autorin zu werden, entsteht bereits während der Schulzeit, als sie ihre Leidenschaft für Bücher entdeckt. Mit ihrem Debütroman "Aftermath - Die Zeit danach", der sich im Genre Dystophie bewegt und Dezent an "The Walking Dead" erinnert, erfüllt sie sich ihren Traum, doch sie gibt sich damit nicht zufrieden. Bereits kurze Zeit später arbeitet sie an einem neuen, mehrteiligen Werk und schlägt mit der "Soulless"-Reihe eine völlig neue Richtung im Bereich Fantasy-Romance ein.
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- 1 -


Unruhig drehte ich mich von einer Seite auf die andere. Die ersten Sonnenstrahlen fielen bereits ins Zimmer und kündigten einen weiteren unsagbar langweiligen Tag an. Noch immer lag ich im Krankenhaus, obwohl es mir inzwischen schon deutlich besser ging. Nach einer knappen Woche war das auch mehr als verständlich. Die Kugel hatte mich schließlich nur am Arm erwischt.

Blinzelnd kämpfte ich gegen die Müdigkeit und das Sonnenlicht an, doch etwas ließ mich schlagartig wacher werden.

Er stand am Fenster, kaum zwei Schritte entfernt, und beobachtete mich. Stumm und völlig bewegungslos stand er einfach nur da und starrte mich an. In mir keimte der Wunsch, ihn lauthals anzubrüllen und zu fragen, was zur Hölle er in meinem Zimmer zu suchen hatte, doch auf der anderen Seite konnte ich einfach nicht anders, als in seinen Augen zu versinken. Ich hätte Stunden, wenn nicht sogar Tage damit verbringen können, wenn nicht eine der Krankenschwestern in genau diesem Moment ins Zimmer gekommen wäre.

»Guten Morgen«, grüßte Gabrielle. Die kleine rundliche Frau hatte in den letzten Tagen schon öfter nach mir gesehen. »Wärst du so nett und kippst das Fenster?«, bat sie in Lucas Richtung. »Hier sind deine Tabletten«, wandte sie sich an mich. »Wie geht es dir heute?«

»Besser, wirklich«, entgegnete ich sofort, zog die Decke etwas höher und setzte mich auf. »Das sage ich schon seit Tagen.«

»Dennoch musst du hier bleiben«, sagte sie nur. »Lasst euch nicht weiter stören.« Sie ließ den kleinen Behälter auf meinem Nachttisch stehen und war im nächsten Moment verschwunden.

Noch immer hatte sich Luca keinen Millimeter von der Stelle gerührt und langsam zweifelte ich daran, dass er sich tatsächlich mit mir im selben Raum befand.

»Muss ich dich wirklich fragen oder erklärst du mir, was du hier zu suchen hast?«, fragte ich ihn direkt. Seltsamerweise jagte er mir keine Angst ein, obwohl er ohne Vorwarnung in mein Zimmer gekommen war und mir offensichtlich beim Schlafen zugesehen hatte.

Es war Luca. So sehr ich ihn auch verurteilen wollte, ich konnte es einfach nicht. Seine Anwesenheit beruhigte mich eher, als dass sie mich erschreckte. Etwas in mir sagte, dass es völlig in Ordnung – ja, geradezu normal – war, dass er sich in meiner Nähe befand.

»Ich wollte dich sehen«, gestand Luca ehrlich. Seine raue Stimme war so angenehm und vertraut. Mir war nicht bewusst, wie sehr ich sie vermisst hatte.

sagte ich mir sofort und unterdrückte ein Kopfschütteln. Ich durfte nicht vergessen, dass es noch immer Luca war, der hier vor mir stand. Auch wenn er jetzt ein Mensch war, machte es nicht alles, was er getan hatte, ungeschehen.

»Es ist schon ein paar Tage her, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe«, sagte er und kippte nebenbei das Fenster. »Du siehst besser aus.«

Das war auch nicht allzu schwer, denn das letzte Mal hatte ich blutverschmiert im Schnee gelegen. »Es war nicht ansatzweise so schlimm wie es aussah.« Um es zu beweisen hob ich meinen linken Arm und wackelte mit den Fingern. »Siehst du? Es ist alles noch dran.«

»Du wurdest angeschossen, Cass.«

»Und ich sagte bereits, dass es halb so schlimm war.« Innerlich verabschiedete ich mich allerdings von allen Tops und trägerlosen Kleidern. Die frische Narbe, die auf meinem Arm knapp unterhalb der Schulter prangte, war wirklich unschön. Was hatte ich auch erwartet? Im Moment verdeckte der Verband alles, sodass nur noch ein schmaler Streifen rötlicher Jodfarbe darunter hervor lugte. Sowohl der Verband, als auch die Farbe, würden mich noch die nächsten Tage begleiten.

»Warum bist du hier?«, fragte ich erneut, denn ich ahnte, dass mehr dahinter steckte. Immerhin lag ich schon seit Tagen in diesem Zimmer und bisher hatte er sich nicht die Mühe gemacht, mich zu besuchen.

Luca zögerte noch immer, doch dann sprach er es endlich aus. »Hast du dir schon Gedanken um Camiel gemacht?«

Schon bei seinem Namen stockte mir das Blut in den Adern. Spätestens jetzt war ich endgültig wach. »Nein.« Ein kleiner Teil von mir hatte gehofft, dass ich diesen Namen nie wieder hören würde. Niemand hatte ihn seither erwähnt, auch wenn ich mit Lily und Samuel über den Vorfall an der Universität gesprochen hatte.

Camiel hatten wir penetrant ignoriert.

»Er wird kommen.«

»Und was dann?«, fragte ich ihn brüsk. »Das Grimoire gibt es nicht mehr. Meine Seele gehört wieder mir. Warum sollte Camiel mich also noch immer suchen?«

»Camiel war nie auf der Suche nach dem Buch. Er will dich, Cass.« Eindringlich sah er mich an. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in meinem Magen aus.

»Aber ich habe meine Seele wieder. Ich leuchte doch nicht mehr, oder?«

»Nein, das tust du nicht, doch es wird Camiel nicht aufhalten.«

»Warum will er ausgerechnet meine Seele? Kann er sich nicht einfach eine andere nehmen?« Es war etwas makaber, doch ich wollte wirklich kein weiteres Mal an ein Soulless gebunden werden. Das Grimoire hatte mich beinahe umgebracht. Bei dem Gedanken, alles erneut durchleben zu müssen, wurde mir übel.

»Nein, das kann er nicht.« Luca kam etwas näher und schüttelte mitleidig den Kopf.

»Warum?«

»Spielt das eine Rolle?«, fragte er leise und setzte sich an die Bettkante.

»JA!«

Er musterte mich eindringlich und die Tatsache, dass er so nah bei mir war, erinnerte mich daran, vorsichtiger zu sein. Auch wenn ich nicht verhindern konnte, dass mein Herz augenblicklich schneller schlug.

»Camiel konnte dich so schnell finden, weil du wie ein heller Stern geleuchtet hast. Inzwischen weiß er wo du bist. Komm mit mir«, bat er, »und ich sage dir, warum er dich sucht.«

»Mit dir kommen?! Vergiss es!« Auch wenn ein kleiner Teil von mir vor Freude beinahe aufgesprungen wäre.

»Bitte«, flehte er regelrecht, was mich zutiefst bestürzte. Luca war einfach nicht der Typ, der um etwas bettelte. Jemals.

Wovor hatte er solche Angst?

Ich konnte mich noch genau an den Ausdruck in seinen hellbraunen Augen erinnern. An den Moment, als er verstanden hatte, dass er nicht länger ein dämonisches, unsterbliches Wesen war, sondern ein Mensch.

ein Mensch.

»Was wird Camiel mit mir machen, wenn er denn auftaucht?«, fragte ich ihn, auch wenn ich das dezente Gefühl hatte, dass ich es nicht wissen wollte.

Luca blieb mir eine Antwort schuldig.

»Wenn er doch genau weiß, wo ich bin, warum ist er dann noch nicht aufgetaucht?«

»Er war schon immer«, begann Luca und suchte kurz nach einer passenden Beschreibung, »nachsichtig. Camiel wird zu dir kommen, sobald er merkt, dass es dir besser geht.«

»Etwas präziser geht es nicht?«

»Nein«, entgegnete er nur. »Ich kenne seine Pläne nicht.«

»Warum hast du dann solche Angst vor ihm?«, fragte ich ihn direkt, denn es war offensichtlich und auch etwas verstörend, dass er sich vor ihm fürchtete.

»Wenn er kommt«, sagte er langsam, »und das wird er«, erneut machte er eine kurze Pause, »dann geht er nicht ohne dich. Du hast mir die Hände gebunden, auch wenn es nicht deine Absicht war. Ich kann dich nicht länger vor ihm beschützen.«

»Nicht länger? Soll das heißen, dass er schon länger ein Auge auf mich geworfen hat?«

Wieder schwieg er.

»Luca!«, sagte ich laut. »Entweder redest du mit mir oder du lässt mich damit in Ruhe. Camiel ist nicht hier und wer weiß, ob er jemals kommen wird.«

»Er wird kommen«, sagte Luca mit diesem bedrohlichen Unterton in der Stimme, der mir die Nackenhaare aufstellte.

Ich wagte es nicht, ihm zu widersprechen.

»Ich will doch nur, dass es dir gut geht«, sagte er etwas sanfter.

»Unsere Ansichten sind wohl etwas unterschiedlich, was das angeht.«

Lucas Augen wurden etwas schmaler. Ich war mir nicht sicher, ob er es auch so sah oder ob er sich zusammen reißen musste, um mir nicht zu widersprechen. »Ich weiß, was gut für dich ist, Cass, und Camiel ist es nicht. Egal, was er dir erzählen wird, du darfst ihm kein einziges Wort glauben.«

»Inzwischen habe ich gewisse Erfahrungen mit solchen Dämonen gemacht«, murmelte ich leise vor mich hin, obwohl mir völlig klar war, dass er es hörte.

Lucas Mundwinkel hoben sich. »Gewisse Erfahrungen?«, hakte er nach.

Augenrollend wandte ich mich ab. Er wusste genau was ich meinte.

»Du glaubst mir dennoch jedes Wort«, sagte er überzeugt. »Du solltest wesentlich vorsichtiger sein.«

»Das müsste ich nicht, wenn du nicht ständig irgendwelche Hintergedanken hättest.«

Er...



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