Mann | Soulless | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 364 Seiten

Reihe: Soulless

Mann Soulless

Der Kuss der Seelen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7526-8244-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Kuss der Seelen

E-Book, Deutsch, 364 Seiten

Reihe: Soulless

ISBN: 978-3-7526-8244-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



»Eine Berührung schenkt Leben, doch der Preis dafür ist hoch.« Es sollte das Ende sein, doch so, wie es aussieht, war es nur der Anfang. Ich sollte mich darüber freuen, dass ich noch lebe - nach allem, was passiert ist - doch das kann ich nicht. Ich bin eine Gefahr für alle, die mir am Herzen liegen.

Action, aber immer ein Hauch Romantik: Die deutsche Autorin Michaela Annika Mann wird 1995 in Schwäbisch Hall geboren. Der Wunsch, Autorin zu werden, entsteht bereits während der Schulzeit, als sie ihre Leidenschaft für Bücher entdeckt. Mit ihrem Debütroman "Aftermath - Die Zeit danach", der dezent an "The Walking Dead" erinnert, erfüllt sie sich ihren Traum, doch sie gibt sich damit nicht zufrieden. Bereits kurze Zeit später arbeitet sie an einem neuen, mehrteiligen Werk und schlägt mit der "Soulless"-Reihe eine völlig neue Richtung im Bereich Fantasy-Romance ein.

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- 1 -
Ich atmete tief ein, sog die kalte Luft direkt in meine Lunge, und entließ die kleine Dunstwolke in einem Zug. Sekundenlang verharrte sie vor meinem Gesicht, ehe sie sich auflöste. Schneeflocken rieselten unentwegt aus grauen Wolken herab und bedeckten alles, was nicht ohnehin schon von Schnee bedeckt war, mit einer weißen, zuckerartigen Schicht. Immer wieder berührte mich eine Schneeflocke im Gesicht, schmolz dort in wenigen Augenblicken und hinterließ nur noch einen kleinen Wassertropfen, der mir auf die Haut gefrieren wollte. Ich hatte meine Hände in meinen Jackentaschen vergraben, doch das schützte sie kaum vor der beißenden Kälte. Meine Fingerspitzen waren bereits taub geworden und freuten sich auf eine heiße Tasse Schokolade, die sie wieder aufwärmten. Dieses taube Gefühl ließ sich vertreiben, doch die beißende Kälte, die sich in mir ausgebreitet hatte, würde dort nie wieder verschwinden. Drei Tage waren vergangen. Drei Tage, in denen mir bewusst wurde, dass ich nie wieder die Nähe einer anderen Person spüren würde, ohne sie zu verletzen. Eine einfache Umarmung? Ein freundlicher Händedruck? Unvorstellbar. Ein Kuss? Geradezu lächerlich. Vor drei Tagen fand ich es fast noch amüsant, dass ich als alte Jungfer enden würde, doch mittlerweile sah ich die Dinge anders. Drei Tage reichten aus, um mich an den Rand der Verzweiflung zu bringen. Mir war nicht bewusst, wie wichtig mir körperliche Nähe war oder was es bedeutete, darauf zu verzichten. Außerdem war es nicht nur der Abstand, der mir zu schaffen machte, sondern auch die Blicke. Allen voran Danyels Blicke. Danyel. Wie jedes Mal, wenn ich an ihn dachte, bohrte sich auch diesmal ein stechender Schmerz in meine Brust. Nichts wollte ich mehr, als ihn zu berühren, mich an ihn zu schmiegen und alles andere zu vergessen. Es war so normal, doch für mich war es unmöglich. Die Freude, die ich empfunden hatte, als ich durch die Tür getreten war und wieder zurück in mein Leben durfte, war inzwischen restlos verschwunden. Ich fiel in mein altes Ich zurück, der stoischen, komischen Cassandra, die ich bis zur Perfektion gemeistert hatte. Niemand sprach mich an. Niemand interessierte sich für mich, dabei stand ich mitten auf dem Hof der Universität. Dutzende Menschen liefen an mir vorbei, doch sie sahen mich noch nicht einmal an. Als wäre ich ein einfaches Hindernis, das ihnen den Weg versperrte, doch keineswegs ein menschliches Wesen, das man grüßte oder auch nur ansah. Der Bettler, der im Park neben einem Baum lehnte, bekam mehr Aufmerksamkeit als ich. Es sollte mich nicht wundern. Ich war schließlich kein menschliches Wesen. Ich war ein Monster. »Sie ist ein Soulless.« »Sie ist ein Soulless.« »SIE IST EIN SOULLESS.« Immer wieder donnerten Mazes Worte durch meine Gedanken, so laut, dass ich kaum noch etwas anderes wahrnehmen konnte. Sie und Camiel waren die einzigen Personen, die mich ohne weitere Folgen berühren konnten. Ob Engel oder Dämon, es schien unmöglich, ihre Seelen in irgendeiner Form zu fangen und gerade das war es, was Luca – alias Lucifer - beinahe körperliche Schmerzen bereitete. Seit ich ihn in einen Menschen verwandelt hatte, galten für ihn auch die menschlichen Regeln. Er war an einen sterblichen Körper gebunden, so, wie ich es noch vor wenigen Tagen gewesen war, und ebenso wie mich sein Grimoire verletzt hatte, so verletzte ihn mein Soulless jetzt. Und mein Soulless war ich. Meine ganze Existenz. Mein Körper. Ich hasste mich dafür. Was zeichnete ein Soulless aus? War ich selbst ein seelenloses Artefakt, so, wie all die anderen Soulless? Bedeutete der Begriff Soulless, dass ich andere Dinge seelenlos machte? Egal, wie die Antwort darauf lautete, es brachte mich zurück zum Ausgangspunkt: Ich war ein Monster. Ich sollte nicht existieren. »Hier steckst du!«, rief Lily hinter mir. Mit schnellen Schritten kam sie näher. Ich unterdrückte das Bedürfnis, mit den Augen zu rollen, und drehte mich mit gespielter Freude zu ihr. Ich hatte nichts gegen Lily – im Gegenteil, ich mochte sie. Das Problem bestand einzig und allein darin, dass diese immerwährende Kälte mich innerlich absterben ließ und eine primitive Empfindung wie Freude gänzlich aus meinem Gefühlsspecktrum löschte. »Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat«, begann sie sofort. »Du bist noch nicht eingefroren, oder? Wenn du willst, dann können wir gleich los. Es ist nicht weit.« Sie zog ihre Hände in die Ärmel ihres weinroten Mantels zurück und lief bereits los. Der salzige Boden knirschte unter ihren Schuhen. Eine kleine, braune Handtasche hing über ihrer Schulter und wippte im Takt ihrer Schritte. »Wo ist Josh?«, fragte ich, wobei ich mich kurz auf dem Gelände umsah und Ausschau nach ihrem Bruder hielt. »Ich dachte, dass er heute mit uns kommt.« »Professor Drake wollte noch etwas von ihm«, erklärte sie schlicht. »Er wird sich schon irgendwie beschäftigen, bis wir fertig sind.« »Was eine Weile dauern kann«, brummte ich niedergeschlagen. »Komm schon. So schlimm ist das wirklich nicht. Wir gehen doch nur shoppen.« »Nur«, brummte ich weiter, während ich ihr über den vereisten, schmalen Pfad folgte. Er führte geradewegs in die Fußgängerzone von Ann Arbor. Es war eine andere Welt, die kaum zehn Meter vom Universitätsgelände entfernt begann. Bereits aus dieser Entfernung konnte ich das erste Geschäft erkennen, das mit Second-Hand-Artikeln warb. »So kauft dir niemand ab, dass du freiwillig hier bist«, bemerkte Lily leise. »Bin ich das denn?« Sie grinste breit. »Ja, das bist du. Und jetzt Kopf hoch. Margot soll uns doch abkaufen, dass wir völlig normal und unbekümmert sind.« »Und du glaubst, dass sie uns das abkauft? Es ist nur ein paar Tage her, seitdem sie mich in der Universität eingesperrt hat und jetzt gehe ich mit dir einfach so einkaufen? Das klingt doch selbst in deinen Ohren absurd.« »Absurd hin oder her, wir gehen jetzt shoppen. Da drüben ist ein wirklich toller Laden.« Sie deutete auf die rechte Straßenseite, an der sich mehrere Geschäfte dicht an dicht aneinander reihten. Auf dem Gehweg wuselte es nur so von Studenten, die ihre letzten Weihnachtseinkäufe erledigten. Es gab einen Comicbuchladen, der meine Aufmerksamkeit erregte, doch ich bezweifelte, dass Lily dafür zu begeistern war. »Wir haben einen Plan«, sagte sie mit fester Stimme, »und daran halten wir uns. In ein paar Tagen haben wir das alles hinter uns und dann kannst du schmollen, so viel du willst.« »Ich schmolle nicht«, sagte ich kleinlaut, doch ich gab mich geschlagen. Lily hatte schließlich recht. Wir hatten einen Plan, auch wenn ich nicht allzu glücklich damit war. Eine Woche würden wir warten, bevor wir der Universität den Rücken kehrten. Somit hatte Camiel genügend Zeit, um sich um Maze und ein paar seiner Engelsangelegenheiten zu kümmern und wir konnten derweil einen Beweis für Margots Machenschaften besorgen. Ohne einen Beweis würde uns schließlich niemand glauben, dass Margot eine eiskalte Mörderin war. Wir nutzten den Vorteil, dass sie unmöglich wissen konnte, was wir wussten, um an weitere Informationen zu gelangen. Glücklicherweise hatte Margot das Interesse an mir verloren, nachdem mich Danyel aus meinem Gefängnis geholt hatte und nichts im Bezug auf Camiel passiert war. So sah es zumindest aus. In der Realität waren nur wenige Minuten vergangen, während wir gefühlt Stunden und Tage in dieser Nebelwelt festgesessen hatten. Luca wahrte zwar noch immer den Anschein, mich vor Camiel beschützen zu wollen, doch ich konnte mich wieder frei in der Universität bewegen. Es fühlte sich fast so an, als wäre ein Stück Normalität zurückgekehrt, von Ayden einmal abgesehen, der mich seitdem auf Schritt und Tritt verfolgte. Ich konnte ihn weder sehen noch hören, doch ich spürte seinen Blick auf mir. Fragte er sich wohl, wohin ich mit Lily wollte oder war es ihm gleichgültig? »Du grübelst zu viel«, sagte Lily plötzlich. Sie sah mich von der Seite aus an, als wir an der Fußgängerampel warteten. Kaum einen Augenblick später leuchtete uns grünes Licht entgegen. Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Mädchen überquerten wir die Straße. »Du willst mit mir einkaufen gehen«, sagte ich, sobald wir uns von den Mädchen abgesetzt hatten, »während mein Leben gerade zerbricht. Was willst du von mir hören? Dass ich mich darüber freue, hier zu sein?« Lily seufzte nur und wandte sich dann dem nächsten Schaufenster zu. Die dort aufgebaute Puppe präsentierte einen eleganten, schwarzen Jumpsuit und dazu passende Sandaletten. Beides sah wirklich schön aus, doch ich würde...



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