E-Book, Deutsch, 124 Seiten
Matz / Bodanowitz / Schmidt Werner Perrey
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7519-3848-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Kieler Kasper
E-Book, Deutsch, 124 Seiten
ISBN: 978-3-7519-3848-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Historikerin und freie Autorin. Lebt in Flensburg.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1 KINDHEIT, JUGEND, KRIEG UND STUDIUM
Antje Bodanowitz:
Bis zu seinem fünften Lebensjahr lebt Werner Perrey bei einer Familie Krumreich in Danzig und besucht die Vorschule des Gymnasiums in Langfuhr, einem Danziger Vorort. 1901 siedelt er zu den Großeltern Kegenbein nach Königsberg um, wo er weiter eine Vorschule und später eine Realschule besucht.1
Werner Perrey selbst schreibt über seine Kindheit 1957 in einem Brief an den Bruder seiner Mutter, Richard Kegenbein:
Nach dem Umzug zu den Eltern besucht er in Kiel, wie später auch sein Bruder, ein Reformrealgymnasium, entweder die jetzige Humboldtschule oder die Max-Planck-Schule. Er verlässt die Schule Ostern 1913 mit siebzehn Jahren mit der sog. Primareife, vergleichbar mit der heutigen Fachhochschulreife.
Antje B.:
Werner Perrey hoch zu Ross, aufgenommen zwischen 1913 und 16 auf Gut Lensahn oder Gut Güldenstein
Werner Perrey selbst berichtet, er habe von Ostern 1913 bis Januar 1915 eine Landwirtschaftslehre auf dem großherzoglichen Gut Lensahn in Ostholstein absolviert, als Vorbereitung auf die Auswanderung in die Kolonien auf Besitzungen eines Onkels. Erst von Januar 1915 bis Mai 1916 war er dann Gutsverwalter auf dem benachbarten Gut Güldenstein anstelle des zum Kriegsdienst eingezogenen Verwalters.3
Antje B.:
Im Mai 1916, mit 19 Jahren, wird auch Werner Perrey Soldat. Er berichtet – 1938, in einem Lebenslauf – er habe als Schütze an der Westfront gedient, bis er im Oktober 1918 erkrankte und ins Lazarett überwiesen wurde, von wo am 1. Januar 1919 die Entlassung erfolgte.4
In der Familie hat sich eine andere Sicht der Dinge erhalten:
Antje B.: Krieg zu
In einem Brief aus dem Jahr 1921 schreibt Werner Perrey: Dann erzählt er von seinem Begleiter Kasper, den er bei der Rückkehr aus dem Urlaub mit in den Schützengraben genommen habe. In diesem Zusammenhang berichtet er auch, er sei in Verdun gewesen, wo er unglücklicherweise seine Aufzeichnungen mit Kaspergeschichten verloren habe.5
In einem nach dem Krieg verfassten Kriegstagebuch, in Teilen vermutlich erst 1920 oder Anfang 1921 entstanden, den berichtet Werner Perrey über diese Zeit. Überschwänglich zieht er nicht in den Krieg. Der Abschied von Güldenstein und der Familie fällt ihm schwer. In Berlin, wo er noch einige Tage bei Großmutter und Tante verbringt, trifft er Anfang Mai auf einen Trupp neu eingezogener Soldaten:
Noch wenige Monate zuvor, Anfang 1916, hatte es in einem Brief schwärmerisch geklungen:
Nach der Einberufung im Mai 1916 führt ihn sein Weg zuerst nach Meiningen in Thüringen, dann kurz nach Rendsburg, dann für ebenfalls kurze Zeit nach Heide in Holstein und Flensburg und anschließend zur Ausbildung nach Munster-Lager und danach erneut nach Flensburg. Von dort geht es im Oktober 1916 nach Döberitz bei Berlin. Anfang November rücken die Kameraden aus an die Front, während Werner Perrey krank, mit einer Blutvergiftung, zurückbleibt. Über den folgenden Winter schreibt er:
Weihnachten 1916 und einen kann er bei der Verwandtschaft in Berlin verbringen. Die Wochen danach ist (was immer das bedeutet, vielleicht ist auch gemeint) und Dann:
(Lesefehler?!)
Werner Perrey gelangt nach Lothringen, in die Vogesen, wird zunächst als Schreiber eingesetzt. Zum ersten Mal sieht er die direkten Auswirkungen des Krieges in Form zerschossener Häuser. Probleme bekommt er dort mit Vorgesetzten, nach eigener Aussage wegen seiner Seine erlebt er im Wald bei Chambrey, ebenfalls in Lothringen, gut 100 Kilometer entfernt von Verdun. Im Folgenden wird er in der gleichen Gegend als also als militärischer Postbote, eingesetzt. Ein halbes Jahr verbleibt er in dieser Stellung und berichtet über eine relativ ruhige Zeit, in der die Kompanie einen Toten und einen Schwerverletzten zu beklagen hat. Auf seinen Posttouren ist es ihm möglich, Obst und Pilze für sich und die Kameraden zu sammeln. Im Dezember 1917 gibt es Heimaturlaub, und damit endet das Kriegstagebuch. Über das letzte Kriegsjahr, seine Aufenthaltsorte, Tätigkeit, Krankheit oder mögliche Desertion erfahren wir nichts.
Thema ist hingegen das schlechte Benehmen von Offizieren und Unteroffizieren:




