May Der Löwe der Blutrache
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1726-4
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Reiseerzählung, Band 26 der Gesammelten Werke
E-Book, Deutsch, Band 26, 557 Seiten
Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke
ISBN: 978-3-7802-1726-4
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
"Im Fieberland von Basra geraten Kara Ben Nemsi und sein treuer Begleiter Halef mit Ausgestoßenen zusammen. Nach schwerer Krankheit soll das geheimnisvolle Tal der Dschamikun den beiden Genesung bringen. Dort erleben sie bei ihrem Gastgeber, dem ""Ustad"", Gebräuche östlicher Religiosität.""Im Reiche des silbernen Löwen"" ist der erste Band von ""Die Schatten des Ahriman"". Fortsetzung: ""Das versteinerte Gebet"" (Band 29)."
Weitere Infos & Material
1;INHALT;4
2;1. Die beiden Snuffles;6
3;2. Ein persischer Mirza;53
4;3. To-kei-chun;92
5;4. Der Austausch;128
6;5. Neue Hindernisse;171
7;6. Am ‚Gelben Berg‘;195
8;7. Bei den Haddedihn;238
9;8. Der Sohn des Zauberers;264
10;9. Der Löwe der Blutrache;289
11;10. Hanneh;318
12;11. Auf dem Tigris;336
13;12. Der ‚Vater der Gewürze‘;354
14;13. In der Schilfhütte;397
15;14. Der Pole und sein Diener;436
16;15. Die Erzählung des Binbaschi;478
17;Zur Geschichte des „Silberlöwen“-Romans;555
Die beiden Snuffles
Ein persischer Mirza
To-kei-chun
Der Austausch
Neue Hindernisse
Am 'Gelben Berg'
Bei den Haddedihn
Der Sohn des Zauberers
Der Löwe der Blutrache
Hanneh
Auf dem Tigris
Der 'Vater der Gewürze'
In der Schilfhütte
Der Pole und sein Diener
Die Erzählung des Binbaschi
12. Der ‚Vater der Gewürze‘ (S. 353-354)
Am anderen Morgen machten wir frühzeitig das Floß wieder flott, um die Fahrt fortzusetzen. Sie verlief ohne alle Gefahr. Die den Haddedihn feindlichen Stämme hatten sich jetzt im Frühjahr in das Innere der Dschesireh zurückgezogen. Das war der Grund, dass wir ganz ohne ein erwähnenswertes Ereignis bis in die Gegend kamen, wo der von Kerkuk herbeifließende Adhem in den Tigris mündet.
Der Hauptstrom hatte der Mündung seines Nebenflusses gegenüber eine lange, immer schmaler werdende Bucht in das Ufer gegraben, deren Ränder dicht mit Gebüsch eingesäumt waren, ein Umstand, welcher uns, obgleich es noch nicht dunkel war, veranlasste, das Floß in diesen Einschnitt zu treiben, um dort zu übernachten. Wir ruderten und stakten das Kellek bis ganz hinter, befestigten es am Ufer und schafften zunächst die Pferde an das Land, dann auch alles andere, was sich auf dem Floß befunden hatte.
Da wir sahen, dass sich kein menschliches Wesen in der Nähe befand, setzten wir uns auf und galoppierten eine tüchtige Strecke in das Land hinein, denn eine solche Bewegung tat den Tieren not. Wieder zum Fluss zurückgekehrt, ließen wir sie grasen und sammelten dürres Holz zu einem Feuer für die Nacht, es war davon mehr als genug vorhanden. Dann hielten wir unsere Abendmahlzeit. Wir hatten vielleicht nur noch eine Viertelstunde bis zum Abend, denn die Sonne war schon untergegangen und die Dämmerung ist in jenen Gegenden von sehr kurzer Dauer, da sahen wir jenseits des Tigris ein Floß erscheinen, das von den Fluten des Adhem in den Hauptstrom getragen wurde. Es befanden sich drei Männer auf diesem Kellek, welches kleiner als das unsrige war. Zwei dieser Männer bewegten die Ruder.
Der dritte saß ohne Beschäftigung in der Mitte des Flosses. Die Lammfellmützen, welche ihre Köpfe bedeckten, ließen vermuten, dass diese Leute Perser seien. „Schau, Sihdi“, sagte Halef, „das sind iranische Schiiten, die über das Gebirge gekommen sind und sich in Tase Khurmatly ein Floß gebaut haben. Wohin mögen sie wollen?“ „Jedenfalls flussabwärts, sonst würden sie anstatt des Kellek Pferde haben.“ „Ja, sie wollen flussab, aber heute nicht mehr. Allah! Siehst du, dass sie zu uns herüberlenken?“
„Leider! Sie sind derselben Ansicht wie wir, nämlich dass sich diese Bucht vortrefflich zum Nachtlager eignet.“ „Wollen wir dulden, dass diese Vögel sich hier bei uns einnisten?“ „Wir können nichts dagegen haben.“ „Ich denke doch!“ „Nein. Ist dieser Ort unser Eigentum?“ „Nein, aber wir sind vor ihnen hier angekommen, und wer zuerst das Zelt betritt, der bekommt zuerst zu essen, sagt das Sprichwort.“




