May Die Kinder des Herzogs
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1777-6
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Roman, Band 77 der Gesammelten Werke
E-Book, Deutsch, Band 77, 457 Seiten
Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke
ISBN: 978-3-7802-1777-6
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
"Die spannende Erzählung berichtet vom Beginn der gnadenlosen Fehde der Brüder Cortejo gegen die Grafen von Rodriganda. Im Mittelpunkt der Abenteuer steht der beliebte Held Karl Sternau, über dessen wahre Herkunft erstaunliche Enthüllungen gemacht werden. Orte der Handlung sind Spanien, Frankreich und Deutschland. Bearbeitung aus dem Kolportageroman ""Das Waldröschen"". ""Die Kinder des Herzogs"" gehört zu einer sechsteiligen Romanreihe. Weitere Bände: ""Schloss Rodriganda"" (Band 51), ""Die Pyramide des Sonnengottes"" (Band 52), ""Benito Juarez"" (Band 53), ""Trapper Geierschnabel"" (Band 54) und ""Der sterbende Kaiser"" (Band 55)."
Weitere Infos & Material
1;INHALT;4
2;1. Zwei deutsche Erzieher;6
3;2. Eine ,Eroberung‘;27
4;3. Die neue Gouvernante;41
5;4. Der ,Zaubertrank‘;85
6;5. Anita Valdez;110
7;6. Rivalen;130
8;7. Begegnung in Madrid;161
9;8. Eine Tragödie;174
10;9. Das Mädchen aus der Seine;183
11;10. Der falsche Graf;199
12;11. Zugunglück am Rhein;255
13;12. Jagdabenteuer;277
14;13. Doktor Karl Sternau;315
15;14. Späte Reue;366
16;15. Offenbarungen;390
17;16. Versöhnung;433
18;17. Ausgespielt!;449
19;Nachbemerkung;456
Zwei deutsche Erzieher
Eine 'Eroberung'
Die neue Gouvernante
Der 'Zaubertrank'
Anita Valdez
Rivalen
Begegnung in Madrid
Eine Tragödie
Das Mädchen aus der Seine
Der falsche Graf
Zugunglück am Rhein
Jagdabenteuer
Doktor Karl Sternau
Späte Reue
Offenbarungen
Versöhnung
Ausgespielt!
13. Doktor Karl Sternau (S. 314-315)
Unterdessen saßen in Schloss Rheinswalden der Oberförster Rodenstein, Doktor Sternau mit seiner Gattin Rosa, deren Vater Don Manuel sowie Sternaus Mutter und Schwester im vertrauten Gespräch beisammen. Es war schon dunkel ge- worden, da galoppierte ein Reiter in den Hof. „Wer mag das sein?“, fragte Sternau. „Ah, den Schritt dieses Pferdes und die Art und Weise des Reiters kenne ich gut“, lächelte der alte Rodenstein. „Es ist mein Ludwig.“
Es dauerte gar nicht lange, so trat der wackere Forstgehilfe tatsächlich ein. „Eingetroffen, Herr Hauptmann!“, meldete er. „Du warst länger fort, als ich dachte!“, sagte der Ober- förster. „Der Herr Oberforstdirektor war gar nicht in Darmstadt dahier“, entschuldigte sich der Bursche, „sondern in Kra- nichstein.“ „Ah, deshalb! Nun, wie ging es?“ Ludwig trat mit stolzen Schritten an den Tisch und zählte das Geld vor. „Dahier!“, sagte er. „Das ist für das Luchsfell.“ „Zwanzig Taler? Ah, das ist viel. Das hätte ich dem Oberforstdirektor nicht zugetraut“, sagte der Oberförster. „Es ist auch gar nicht von ihm, vielmehr von der Hoheit selbst.“
„Von der Hoheit? Du meinst doch nicht etwa vom Groß- herzog?“ „Ja, gerade den meine ich dahier!“ „Bist du toll?“ „Nein, aber reich.“ Er lachte über das ganze Gesicht, griff in die Tasche und klimperte mit seinem Geld. „Mensch, das klingt ja nach lauter harten Talern!“, rief der Hauptmann. „Von wem sind die?“
„Ich hätte noch zwei Taler mehr, aber die habe ich dem großherzoglichen Stallknecht als Trinkgeld gegeben, weil er mir den Braunen versorgt hat.“ „Zwei Taler?“, fragte Rodenstein. „Du bist wohl überge- schnappt!“ „Nein. Ich gab sie, weil der Kerl mich erst über die Achsel ansah dahier, und geben konnte ich sie, weil ich fünfzehn Taler Trinkgeld erhalten habe.“ „Fünfzehn...? Aha, Halunke, du hast einen Rausch!“ „Das wäre gar kein Wunder“, lächelte Ludwig, „wenn man vor lauter Freude einmal besoffen würde.“ „Wer gab dir denn das Trinkgeld?“ „Ich will es erzählen, Herr Hauptmann. Vom Großherzog fünf Taler...“
„Wirklich mit dem Großherzog sprachst du?“, fragte der Hauptmann überrascht. „Ja, mit ihm habe ich gesprochen, und zwar geradeso wie mit mir selbst. Er hat mich sogar ,und unseren guten Ludwig Straubenberger‘ genannt dahier! Also von ihm fünf Taler, von dem Herrn Oberforstdirektor fünf Taler, macht zehn.“ „Mir bleibt der Verstand stillstehen!“, sagte der Haupt- mann. Ludwig fuhr fort: „Von der Frau Großherzogin drei, macht...“
„Alle Teufel!“, fuhr Rodenstein auf. „Auch mit der hast du gesprochen?“ „Ja. Von ihr drei, macht dreizehn, und von der Frau Oberforstdirektorin zwei, macht fünfzehn dahier!“ „Aber Mensch, wie kommst du denn zu dem Glück, mit dem Großherzog selbst zu sprechen?“ „Oh, dazu kann mancher kommen, Herr Hauptmann. Zum Beispiel Sie, und schon morgen.“ „Morgen?“ Rodenstein sprang auf. „Was willst du damit sagen, Kerl?“ „Morgen kommen der Großherzog, der Oberforstdirektor




