McKiernan | Elfenjäger | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 464 Seiten

Reihe: Die Elfen-Saga

McKiernan Elfenjäger

Roman
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-08095-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 5, 464 Seiten

Reihe: Die Elfen-Saga

ISBN: 978-3-641-08095-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Elfen sind zurück – das große Finale der Mithgar-Saga

Vor langer Zeit, als Elfen, Zwerge und Menschen noch friedlich miteinander lebten, kreuzte ein mächtiges Schiff die Meere von Mithgar. Unter dem Banner des Elfenfürsten Aravan ist die Mannschaft auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt aus Jade. Auf die Abenteurer warten jedoch nicht nur unermessliche Reichtümer, sondern auch tödliche Gefahren…

Dennis L. McKiernan wurde am 4. April 1932 in Missouri geboren. Im Alter von 18 Jahren trat er in die Air Force ein und kämpfte vier Jahre als Soldat im Korea-Krieg. Nach seiner Militärzeit studierte McKiernan Elektrotechnik. 31 Jahre lang arbeitete er als Ingenieur im Rüstungsbereich, bevor er sich entschloss, das Schreiben zum Beruf zu machen. Sein erstes Buch schrieb er 1977, während er sich von einem Autounfall erholte. Seitdem hat Dennis L. McKiernan über zwanzig Fantasy-Romane verfasst. Er lebt mit seiner Frau in Tuscon, Arizona und ist ein leidenschaftlicher Taucher und Motorradfahrer.
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4. Kapitel


WOLF UND FALKE


Nexus

(Spätherbst und Frühwinter, 5E1010)

Der Draega, der ponygroße Silberwolf, rannte durch das herbstlich gelbe Gras und durch kleine Wälder mit braunblättrigen Bäumen über die Hügel Adonars. Hoch über ihm flog unter dem azurblauen Himmel ein schwarzer Falke. Um den Hals des Wolfs baumelte an einer Kette ein steinerner Ring, in dem ein schwarzer Stein schimmerte. Auch am Hals des Falken hoch oben in der Luft glitzerte etwas, das sich von seinem nachtschwarzen Gefieder wie Silber abhob, obwohl es stattdessen ein Kristall war. Ein kleiner blauer Stein an einem Lederband ruhte neben dem Kristall. Und wo immer der Draega auch hinlief, der Falke folgte ihm, denn, so schien es jedenfalls, sie reisten zusammen.

Der Wolf bahnte sich den Weg durch die Wälder, zwischen riesigen, bemoosten Bäumen hindurch, lief platschend durch murmelnde Rinnsale, während der Falke über ihm auf dem kühlen Wind ritt, der über das Land fegte. Sie verlangsamten ihre Geschwindigkeit nicht, Werst um Werst um Werst, bis der Abend in die Nacht überging. Dann kreischte der Falke einmal schrill auf und schwenkte nach links ab. Der Draega am Boden blieb stehen und beobachtete den dunklen Vogel.

Der Falke schwebte über einem Waldrand, schwenkte scharf nach rechts ab, segelte hinab und landete schließlich hoch oben in einer Eiche, deren braune, trockene Blätter in dem Wind raschelten, der den Winter ankündigte. Der Silberwolf trottete zu dem mächtigen Baum, auf den sich der Vogel niedergelassen hatte, und als der Draega ihn erreichte, erhob sich der Falke erneut in die Luft.

Nachdem der Wolf seinen Durst an einem kleinen murmelnden Bach gestillt hatte, legte er sich hechelnd und mit aufmerksam aufgerichteten Lauschern unter die Eiche und sah zu, wie der Vogel über dem hohen Gras auf dem Feld hin und her flog. Im nächsten Moment stürzte sich der Falke herab, die Flügel angelegt, allein mit den Spitzen steuernd. Unmittelbar über dem Grund breitete er die Flügel wieder aus, streckte die krallenbewehrten Füße aus und verschwand im Gras.

Der Draega sprang auf und eilte zu der Stelle, wo der Falke ein fettes Kaninchen erlegt hatte. Der Wolf bellte leise, doch der Falke rührte sich nicht. Seine wilden Augen glühten. Beim zweiten Bellen jedoch ließ der Vogel seine Beute los und erhob sich erneut in die Luft.

Der Draega packte das Kaninchen und lief zur Eiche am Fluss zurück. Er kam dort an, als der Falke gerade zur Landung ansetzte. Der Wolf ließ das Kaninchen fallen, und aus einem platinfarbenen Lichtblitz und einer dunklen Wolke tauchten Aravan und Bair auf: Aravan aus dem Licht, Bair aus dem Dunkel.

Erst ein Jahr zuvor hatte Aravan mit dem gestaltwandelnden Bair und einem geflügelten Phael namens Ala, einem der Verborgenen, und einem mächtigen Wesen, das die Phael den Wächter nannten, gelernt, die dem Kristall innewohnende Macht zu beschwören, die Macht des Kristalls mit dem Falken darin, der jetzt an der Kette hing, die Aravan um den Hals trug.

Vor mehr als vierundzwanzig Jahren hatte Riatha Faeril diesen Kristall geschenkt und der Damman die seherische Kraft des Steins erklärt. Als Faeril ihn bekam, war noch kein Falke darin gewesen. Die Damman hatte sich im Sehen versucht, ebendiesen Kristall dafür benutzend, und als sie schließlich Erfolg hatte, wäre es fast ihr Untergang gewesen. Viel später traf sie innerhalb eines Kreises aus Kandraholz auf das Orakel Dodona, und dieser nahm ihren Geist mit in den durchsichtigen Stein. Dodona zeigte ihr viele Dinge und erklärte ihr auch, dass es ihr möglich war, in dem Kristall alle Formen anzunehmen. Damals sagte Faeril, dass sie schon immer hatte so fliegen wollen wie ein Falke, und sich unvermittelt in einen solchen Vogel verwandelt, was sie ebenfalls beinahe das Leben gekostet hätte. Doch Dodona hatte sie davor bewahrt, auf immer ein wildes Tier zu bleiben. Als Faeril schließlich in sich selbst zurückkehrte, war die Gestalt eines Falken in ihrem Kristall zurückgeblieben.

Nach ihrer Rückkehr nach Ardental befestigte Faeril den Kristall an einer Platinkette und schenkte ihn Bair zum Geburtstag.

Auf seiner Expedition mit Aravan, bei der sie den gelbäugigen Mörder Ydral suchten, hatte Bair den Kristall mit in das Jangdi-Gebirge genommen, wo der Wächter, die Phael und Bair zusammen mit Aravan daran gearbeitet hatten, den Elf zu lehren, die Kraft dieses Artefakts der Macht zu meistern, die es ihm erlaubte, die Gestalt eines schwarzen Falken anzunehmen.

Und als schwarzer Falke und Draega war es ihnen gelungen, Ydral schließlich zur Strecke zu bringen, der sich in einer von der Brut verseuchten schwarzen Feste in Neddra verkrochen hatte, einer Bastion, die an einem Nexus von vier Übergängen des Dazwischen lag. Genauer gesagt verbanden drei dieser Übergänge Neddra mit Mithgar, Adonar und Vadaria; wohin der vierte Übergang führte, wussten sie nicht. Vielleicht zu der Welt der Verborgenen, nach Feyer, oder zur Drachenwelt Kelgor, oder irgendwo ganz anders hin. Aber damals waren nur die Blutwege offen, und Bair konnte trotz seines steinernen Ringes den Übergang nicht bewerkstelligen, denn er hatte nicht das Blut in den Adern, das es ihm erlaubt hätte.

Ungeachtet dessen, wohin dieser vierte Übergang führte, war die Schwarze Feste das Ziel von Bairs und Aravans neuester Mission, denn sie kontrollierte die wichtigen Übergänge des Dazwischen, die der Brut erlaubte, in die Ebenen der Freien Völker einzudringen.

Bair und Aravan waren nach Adonar zurückgekehrt, um sich zu überzeugen, dass alles bereit war, um die letzte Phase von Bairs Plan einzuleiten. Die Heerschar der Elfen hatte sich bereits erwartungsvoll versammelt, und so wurde der Befehl gegeben, ins Dazwischen zu marschieren. Und jetzt reisten die beiden der Armee voraus, um sich zu überzeugen, dass noch mächtigere Bundesgenossen sich ebenfalls bereit gemacht hatten.

Aravan hatte das Kaninchen mit wenigen geschickten Schnitten ausgenommen und war dabei, es auf einem kleinen Feuer zu rösten.

»Kelan«, fragte ihn Bair, »wie weit ist es noch bis zum Übergang ins Dazwischen, was denkst du?«

»Dreißig Werst, nehme ich an«, antwortete Aravan.

»Dann dürften wir morgen gegen Mittag dort ankommen, richtig?«

»Aye, elar. Würdest du so schnell laufen, wie ich fliege, wäre es schon am Vormittag.«

»Ah«, meinte Bair grinsend. »Du hast es nur eilig, zu Aylis zu kommen, deucht mich.«

Aravan lachte. »Da hast du ganz recht.«

Sie saßen eine Weile schweigend da und sahen zu, wie das Kaninchen über dem Feuer briet. Bair erinnerte sich an seine letzte Begegnung mit Aylis und an die Strategie, die sie vorgeschlagen hatte. Alamar hatte sie bereitwillig akzeptiert, aber er wollte, dass ein anderer Seher den Plan durchführte. Davon jedoch wollte Aylis nichts wissen. Sie sagte, es wäre ihr Plan, also wäre sie auch diejenige, die ihn umsetzte. »Ich bin froh und traurig zugleich«, meinte Bair schließlich, »dass sie sich entschieden hat, mit uns in die Schlacht zu ziehen.«

»Ich ebenfalls«, antwortete Aravan. Dann fuhr er seufzend fort: »Nicht dass einer von uns es hätte verhindern können. Sie ist manchmal ziemlich leichtsinnig, weißt du? Das ist eines der Dinge, die ich an ihr liebe und gleichzeitig am meisten fürchte.«

Das Fett des Kaninchens tropfte zischend in die Flammen, deshalb drehte Bair den Spieß langsam um. Dann warf er einen Blick zu Aravan hinüber. »Ihr Plan hat mich überrascht. «

»Aye«, meinte Aravan. »Aber so werden wir in Erfahrung bringen, mit wem wir es zu tun bekommen, und außerdem finden wir vielleicht auch heraus, wann die beste Zeit für einen Angriff ist.«

Bair nickte und drehte weiter an dem Spieß. »Bevor Aylis ihren Vorschlag gemacht hat, habe ich immer geglaubt, dass ein Seher dadurch hilfreich wäre, dass er in die Vergangenheit blickt, herausfindet, wann Wachwechsel sind oder Wachposten am wahrscheinlichsten unachtsam werden, oder in die Zukunft sehen und uns sagen könnte, wann wir am besten angriffen.«

Aravan nickte. »Man hat mir gesagt, dass die Kunst der Sicht sehr schwierig ist und viele Gabelungen bereithält, die man sondieren muss.«

»Gabelungen?«

»Punkte der Entscheidung«, erwiderte Aravan. »Wenn wir uns für einen Weg entscheiden, bewirken wir dieses, und die Entscheidung für einen anderen Weg verursacht jenes. Mit jeder Person, die in die Angelegenheit verwickelt ist, wächst auch die Zahl der Möglichkeiten. Bei dem Abenteuer, das vor uns liegt, und an dem Hunderte und Aberhunderte beteiligt sind, ist die Zahl der Möglichkeiten unabsehbar, jedenfalls glaube ich das.«

»Ah, ich verstehe«, meinte Bair.

Kurz nach Mittag, während es in Adonar schneite, überquerte Bair das Dazwischen mit Valké auf der Schulter, Aravans Falkengestalt. Bair trug den Elf in dieser Gestalt, um dessen Weg nach Neddra zu vereinfachen; denn die beste Zeit für den Übergang in diese Welt war Mitternacht, so wie die beste Zeit, diese Ebene zu verlassen, die Mittagszeit war. Musste Aravan den Übergang zu einer anderen Zeit versuchen, wäre es schwierig für ihn geworden; aber der Steinring um Bairs Hals schien dem Jungen den Weg irgendwie zu vereinfachen, ganz gleich, ob es Tag oder Nacht war. Deshalb hatte sich Aravan in den Falken verwandelt und umhüllt von Bairs Aura, sein Feuer in dem Kristall versiegelt. Der Jüngling trug den Falken und das Artefakt der Macht scheinbar mühelos von der Hohen Ebene zur Unteren.

Neddras blutrote Sonne spendete nur wenig Licht, verdeckt von den ockerfarbenen Wolken....


McKiernan, Dennis L.
Dennis L. McKiernan wurde am 4. April 1932 in Missouri geboren. Im Alter von 18 Jahren trat er in die Air Force ein und kämpfte vier Jahre als Soldat im Korea-Krieg. Nach seiner Militärzeit studierte McKiernan Elektrotechnik. 31 Jahre lang arbeitete er als Ingenieur im Rüstungsbereich, bevor er sich entschloss, das Schreiben zum Beruf zu machen. Sein erstes Buch schrieb er 1977, während er sich von einem Autounfall erholte. Seitdem hat Dennis L. McKiernan über zwanzig Fantasy-Romane verfasst. Er lebt mit seiner Frau in Tuscon, Arizona und ist ein leidenschaftlicher Taucher und Motorradfahrer.

Thon, Wolfgang
Wolfgang Thon wurde 1954 in Mönchengladbach geboren. Nach dem Abitur studierte er Sprachwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Berlin und Hamburg. Heute ist er als Übersetzer und Autor für verschiedene Verlage tätig. Er ist Vater von drei mittlerweile erwachsenen Kindern und lebt, schreibt, übersetzt, reitet und tanzt (argentinischen Tango) in Hamburg.



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