McKiernan | Zwergenzorn | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Die Zwergen-Saga

McKiernan Zwergenzorn

Roman
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-08106-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Die Zwergen-Saga

ISBN: 978-3-641-08106-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Zwerge schlagen zurück!
Dennis L. McKiernans packendes Zwergenepos um das Moira von Mithgar ist ein Muss für alle Fans von J. R. R. Tolkien.
Was wäre, wenn viele Jahre nach dem gewaltigen Ringkrieg das Volk der Zwerge seine unterirdischen Hallen zurückerobern würde? – 200 Jahre nach dem Sieg über den Dunklen Lord liegt erneut ein Schatten über dem Land Mithgar: Angeführt von König Durek begibt sich eine Armee von Zwergen auf den vergessenen Weg nach Kraggen-Cor, der legendären Stadt unter dem Berg, einst das Herz des Zwergenreichs und nun letzte Zuflucht des Bösen.
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2


Willkommen in der Wurzel


»Zwerge, Zwirn? Hier in den Sieben Tälern? Zwerge, die mich sprechen wollen?«

»Und ein Mensch, Herr Perry, zwei Zwerge und ein Mensch.«

Du meine Güte!, dachte Perry benommen. Welch eine Nachricht! Ein Mensch und zwei Zwerge. Und sie sind wegen mir gekommen! Er machte auf dem Absatz kehrt und lief in seinen Bau, dicht gefolgt von Zwirn.

Das war tatsächlich eine Neuigkeit, denn Menschen und Zwerge besuchen die Sieben Täler nur selten. Nur ein einziges Mal waren viele Menschen diesseits des Spindeldorns gewesen, und zwar vor langer Zeit während des Winterkrieges – nachdem der schändliche Modru einen großen Trupp Ghule geschickt hatte, um die Täler zu überrennen. Diese bösartigen Kreaturen hatten sogar beinah Erfolg gehabt. Sie waren sengend, plündernd und mordend durch das Land gezogen und hatten die Sieben Täler dabei fast vollständig zerstört.

Aber dann waren Patrel Binsenhaar und Danner Brombeerdorn gekommen, zwei der größten Helden des Wurrlingvolks – noch größer als Arbagon »Rukhtöter« aus dem Weitimholz. Die Hauptleute Patrel und Danner waren während des Großen Rückzugs in die Sieben Täler zurückgekehrt. Und dann fingen sie an, die Wurrlinge zu organisieren, Modrus Soldaten aus dem Land zu jagen und die Sieben Täler von den Eindringlingen zu befreien.

Die Schlachten waren gewaltig gewesen, und ihr Ausgang hatte auf Messers Schneide gestanden, bis schließlich die Menschen gekommen waren – Vidrons Legion – und dann waren die Ghule versprengt worden … nur um durch eine von Modrus Horden ersetzt zu werden. Doch die Menschen hatten bis zum Ende des Winterkriegs mit ihren Verbündeten gekämpft.

Nach dem Krieg waren wieder andere Menschen gekommen, um beim Wiederaufbau der Sieben Täler zu helfen. Aber danach hatte man nur noch selten große Leute innerhalb des Dornenrings gesehen, denn König Galen in Pellar hatte die Sieben Täler zu einem freien Reich unter dem Schutz seines Zepters erklärt. Sein Edikt lautete, dass kein Mensch im Land des Kleinen Volks wohnen solle. Daher sah man seit dem Winterkrieg innerhalb der Barriere gewöhnlich nur Menschen, die auf der Durchreise waren. Ganz selten kamen Boten in die Täler und brachten Nachricht vom Wirken des Königs. Hin und wieder kamen Kaufleute, um Tabakblätter aus Untertal, Melonen und Flechtwerk aus Großmarschen und auch andere Handelswaren des Kleinen Volks zu erwerben. Aber infolge von Galens Edikt blieb kein Mensch länger bei den Wurrlingen. Auch als König Galens Sohn Gareth Monarch wurde, bestätigte er das Edikt. So kam es, und so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben, dass die Sieben Täler ein freies Land sind, in dem keine Menschen wohnen, ein Reich unter dem Schutz des Königs im weit entfernten Pellar.

Doch so selten Menschen in die Täler kamen, Zwerge waren noch seltener. Obschon ihnen das Betreten der Sieben Täler nicht verboten war, hatte zu Lebzeiten Perrys noch kein Wurrling einen Zwerg gesehen. Tatsächlich war schon so lange keiner mehr gesichtet worden, dass Zwerge zur Legende geworden waren. Gewiss, wenn ein Wurrling einmal den Dornenring verließ und nach Steinhöhen reiste, kam es vor, dass er manchmal glaubte, einen Zwerg erspäht zu haben, aber immer aus so großer Entfernung, dass der Wurrling hinterher nie mit absoluter Sicherheit behaupten konnte, tatsächlich einen gesehen zu haben. Historisch gesprochen, waren zuletzt unzweifelhaft Zwerge in den sieben Tälern gewesen, als mehrere von ihnen mit einem Karren voller Waffen und Rüstungen durch das Land gezogen waren, die bei ihren bitteren Zusammenstößen mit den Rukhs Verwendung gefunden hatten. Das hatte sich vor langer Zeit ereignet, fast zweihundertzwanzig Jahre vor dem Winterkrieg und vor dem Drachenstern – was bedeutete, dass seit fast 450 Jahren keine Zwerge mehr in den Sieben Tälern gesichtet worden waren. Doch wenn Zwirn Recht hatte, waren nun sowohl Menschen als auch Zwerge zurückgekehrt.

Perry lief durch den Flur und ins Arbeitszimmer. Ins Arbeitszimmer! Denn in dieser Beziehung war die Wurzel eigentümlich, weil sie eine der ganz wenigen Wurrlingsbehausungen war, in der es so einen Raum gab.

Anstelle von Büchern ziehen Wurrlinge im Allgemeinen ihre Gärten und Felder, ihr Marschland und ihre Wälder vor. Was nicht heißen soll, die meisten Wurrlinge könnten weder lesen noch schreiben oder rechnen – o nein, weit gefehlt. Viele aus dem Kleinen Volk lernen diese Dinge noch vor dem zweiten Altersnamenswechsel – und sie sind ebenso stolz über einen Sieg in einem Buchstabierwettbewerb wie darauf, dass sie die Namen aller ortsansässigen Helden aufsagen können. Doch wenngleich viele Wurrlinge gebildet sind, sitzen die meisten doch lieber in ihrem Gemüsegarten oder mit einer Pfeife und einem Krug Dunkelbier in der Einäugigen Krähe oder dem Blauen Ochsen oder sonst einer Taverne in den Sieben Tälern statt in irgendeinem Zimmer mit staubigen Wälzern. Jedenfalls fand man Bücher hauptsächlich an den richtigen Stellen – wie zum Beispiel in den Bibliotheken in den Klippen oder im Großen Baumhaus oder im Festsaal von Ostend – und nicht in einer privaten Behausung.

Daher war das Arbeitszimmer in der Wurzel eine Kuriosität in den Tälern.

Es war ein großes geräumiges Zimmer mit runden Fenstern nach Westen. Der Boden war aus Eichenholz, aber Wände und Decke waren mit Walnussholz vertäfelt. Es gab viele bequeme Sitzgelegenheiten, und an drei Wänden standen ein Schreibtisch und zwei Pulte. In der Mitte des Zimmers stand außerdem ein niedriger Tisch mit einem Sofa und großen Sesseln. Es gab mehrere vom Boden bis zur Decke reichende Bücherregale, in denen Manuskripte, Folianten, Bücher und Schriftrollen zuhauf gestapelt waren. Doch am auffälligsten waren mehrere große und kleine Glasvitrinen, in denen Waffen und Rüstungen, Flaggen und Banner sowie andere Gegenstände ähnlicher Natur ausgestellt waren – alle in einer für Wurrlinge geeigneten Größe.

In diesem Arbeitszimmer hatten Tucks Schreiber den größten Teil des Buchs des Raben aufgezeichnet. Dieses Buch war das von Tuck Sunderbank im ersten Jahr des Winterkriegs begonnene Tagebuch. Tuck war einer der berühmtesten Wurrlinge in der Geschichte – sogar noch berühmter als Danner und Patrel – und tatsächlich Gegenstand elfischer Lieder. Tuck hatte den Roten Pfeil abgeschossen und damit den Myrkenstein zerstört und mit ihm Modrus Macht und die Bedrohung durch Gyphon. Sein Tagebuch, Das Buch des Raben – oder, wie es offiziell heißt, Herrn Tuck Sunderbanks unvollendetes Tagebuch und sein Bericht vom Winterkrieg – enthielt seine Geschichte und die Geschichte des Dusterschlunds.

Perry trat flink in diesen Raum voller historischer Andenken ein und legte das silberne Horn – das immer noch mit dem Poliertuch umwickelt war – in eine der Glasvitrinen. Dann wandte er sich an den anderen Wurrling. »Zwirn, während ich das Buch des Raben auspacke, suchst du Holli und sagst ihr, dass wir heute Abend wahrscheinlich Gäste in der Wurzel haben: drei – vielleicht vier, wenn der Vorsteher bleibt – zusätzliche Gedecke am Tisch, wenn du so nett wärst … und auch Betten. Und, Zwirn, lass für dich auch einen Platz herrichten. Du bist mittlerweile ziemlich versiert in den Geschichten des Buchs, und du hast diese Fremden bereits kennen gelernt … und, na ja, bleib bei mir. Ich würde mich einfach besser fühlen, wenn ich dich an meiner Seite hätte.«

Aufgeregt und erfreut darüber, dass sein Herr ihn bei sich haben wollte, wenn diese Außeren in die Wurzel kamen, eilte Zwirn davon, um die junge Holli Nordfüllen zu suchen, die jüngste Tochter von Jayar und Dot Nordfüllen.

Jayar, ein ehemaliger Postmeister und nun Gutsbesitzer, war wohl bekannt dafür, dass die Kaltquelle auf seinem Land geeignet für das Kühlen von Buttermilch und Melonen war. Gutsherr Nordfüllen, ein nüchterner Bokker mit festen Ansichten, hatte die Buchgelehrten schon immer sehr bewundert. Er war äußerst bestürzt, als er erfuhr, dass der neue Kurator der Wurzel – ein Herr Peregrin Schönberg – nicht nur gelehrten Tätigkeiten nachging, sondern sich außerdem mühte, mit dem Reinigen, Abstauben und der Herstellung von Essen nachzukommen, und dabei zweifellos an seinen eigenen Kochkünsten verhungerte. So setzte sich Jayar über Dots tränenreiche Einwände hinweg und schickte die junge Holli in einem zweirädrigen Ponykarren die einundfünfzig Meilen von Fingerhut nach Waldsenken, um »sich des Wohlergehens dieses Gelehrten anzunehmen«.

So kam es, dass es eines Tages an Perrys Tür klopfte und, als er sie öffnete, die hübsche Holli mit einem Koffer in der Hand vor ihm stand, während ihr geschecktes Pony in aller Ruhe auf dem Rasen graste. »Ich bin gekommen, um diesen Haushalt zu führen«, hatte die goldäugige Mamme kategorisch verkündet. Wenngleich Perry sich nicht erinnern konnte, eine Suchanzeige für eine Haushälterin aufgegeben zu haben – denn das hatte er nicht –, hatte er sie mit froher Erleichterung willkommen geheißen, denn praktisch verhungerte er tatsächlich an seinen eigenen Kochkünsten, wenigstens kam es ihm so vor.

Hollis zeitlich günstiges Erscheinen vergrößerte Perrys »Familie« auf zwei Personen. Nachdem sie Gelegenheit gehabt hatte, sich ein Bild von der Situation zu machen, wuchs der Haushalt durch ihre Beharrlichkeit auf drei, als noch ein Gehilfe angestellt wurde: Zwirn. Nun wurden auch Dinge repariert und der Rasen gemäht, und Zwirn hatte überdies immer ein offenes Ohr für Herrn Perrys gelehrte...


McKiernan, Dennis L.
Dennis L. McKiernan wurde am 4. April 1932 in Missouri geboren. Im Alter von 18 Jahren trat er in die Air Force ein und kämpfte vier Jahre als Soldat im Korea-Krieg. Nach seiner Militärzeit studierte McKiernan Elektrotechnik. 31 Jahre lang arbeitete er als Ingenieur im Rüstungsbereich, bevor er sich entschloss, das Schreiben zum Beruf zu machen. Sein erstes Buch schrieb er 1977, während er sich von einem Autounfall erholte. Seitdem hat Dennis L. McKiernan über zwanzig Fantasy-Romane verfasst. Er lebt mit seiner Frau in Tuscon, Arizona und ist ein leidenschaftlicher Taucher und Motorradfahrer.



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