Meyer | Von der Vision zur Reform | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 213 Seiten

Meyer Von der Vision zur Reform

Der Staat der Gesetze: Ciceros Programm einer Neuordnung der Römischen Republik: 56–51 v. Chr.
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-8316-0602-3
Verlag: Herbert Utz Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Der Staat der Gesetze: Ciceros Programm einer Neuordnung der Römischen Republik: 56–51 v. Chr.

E-Book, Deutsch, 213 Seiten

ISBN: 978-3-8316-0602-3
Verlag: Herbert Utz Verlag
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Der Übergang von der Republik zur Kaiserzeit hat in der althistorischen Forschungsdiskussion stets breiten Raum gefunden. Die Gründe für den Verfall der Nobilitätsherrschaft sowie mögliche Lösungsstrategien standen dabei im Rahmen der Frage nach der »historischen Notwendigkeit« dieser Entwicklung stets im Mittelpunkt des Interesses.

In der vorliegenden Arbeit wird die Entwicklung und Ausformung eines möglichen, systemimmanenten Lösungsansatzes der Krisenphänomene durch Marcus Tullius Cicero, eine der bedeutendsten Persönlichkeit dieser Zeit, verfolgt und analysiert. Dafür werden seine Reden, Werke und Briefe aus den Jahren 56 bis 51 v. Chr. auf Aussagen zur damals aktuellen politischen Situation hin untersucht und schließlich seine Antwort detailliert dargestellt: das in »De re publica«/»De legibus« formulierte Reformprogramm, das auf einer generellen Analyse der gesamten politischen Landschaft basierte und den Erhalt der republikanischen Strukturen zum Ziel hatte.

Die Autorin

Inga Meyer, Jahrgang 1975, studierte in Göttingen und Leuven die Fächer Geschichte, Latein und Pädagogik und legte 2001 ihr Erstes Staatsexamen ab. Bis zu ihrer Promotion im Jahr 2005 war sie als wissenschaftliche Hilfskraft und Lehrbeauftragte, danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Althistorischen Seminar in Göttingen tätig. Seit Mai 2006 ist sie Referendarin in Hannover.

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1;VORWORT;6
2;INHALTSVERZEICHNIS;8
3;I Einleitung;12
3.1;I.1 Forschungsüberblick;12
3.2;I.2 Vorbemerkungen;17
4;II Der Restaurationsversuch – die „Sestiana“;23
4.1;II.1 Inhaltsangabe;23
4.2;II.2 Historischer Hintergrund;26
4.3;II. 3 Der Staatsaufbau in der Sestiana;29
4.3.1;II 3.1 optimus quisque;30
4.3.2;II.3.2 populares;35
4.3.3;II.3.3 nocentes;36
4.3.4;II.3.4 quod volunt;39
4.3.5;II.3.5 quo modo efficiunt – fundamenta otiosae dignitatis;41
4.4;II.4 Integration der potentes?;52
5;III Politische Praxis und die Suche nach dem Kompromiß;57
5.1;III.I De provinciis consularibus;57
5.2;III.2 De haruspicum responso;59
5.2.1;III.2.1 Exkurs: Die Datierung der Rede;59
5.2.2;III.2.2 Die Intention der Rede;66
5.3;III.3 Pro Balbo;69
6;IV Neuorientierung und Zusammenarbeit mit den potentes;73
6.1;IV.1 De oratore;73
6.2;IV.2 In Pisonem;78
6.3;IV.3 Pro Plancio;82
6.4;IV.4 Pro Rabirio Postumo;85
6.5;IV. 5 Die Invektive gegen Cicero;88
6.6;IV.6 Die erneute Rechtfertigung im Sendschreiben;93
6.6.1;IV.6.1 Der Brief an Lentulus Spinther - fam. 1,10;93
6.6.2;IV.6.2 rei publicae rationibus conducere;99
6.7;IV.7 Das Reformconsulat des Pompeius;102
6.7.1;IV.7.1 Der Tod des Clodius und die Folgen;103
6.7.2;IV.7.2 Der Prozeß gegen T.Annius Milo;108
6.7.3;IV.7.3 Die Miloniana;112
7;V Das Reformprogramm - der „alte Rahmen“;116
7.1;V.1 Das Doppelwerk – De re publica / De legibus;116
7.2;V.2 Die Funktion von De re publica;120
7.3;V. 3 Der theoretische Rahmen;124
7.3.1;V.3.1 Die beste Verfassungsform;124
7.3.2;V. 3.2 Der beste Bürger;128
7.3.2.1;V. 3.2.1 rector civitatis – optimus civis;128
7.3.2.2;V. 3.2.2 rector – princeps, dictator oder privatus?;131
7.3.3;V. 3.3 Die Gerechtigkeit;136
8;VI Das Reformprogramm – der „neue Inhalt“;140
8.1;VI.1 Die Funktion von De legibus I;140
8.2;VI.2 Der Inhalt von De legibus II;146
8.2.1;VI.2.1 Das Proömium zu den Sakralgesetzen;147
8.2.2;VI.2.2 religio;148
8.2.2.1;VI.2.2.1 religio – innerhalb der Bürgerschaft;148
8.2.2.2;VI.2.2.2 religio - innerhalb der Nobilität;152
8.2.3;VI.2.3 sacerdotes;153
8.2.3.1;VI.2.3.1 augures;154
8.2.3.2;VI.2.3.2 haruspices;156
8.2.3.3;VI.2.3.3 fetiales;157
8.3;VI.3 Der Inhalt von De legibus III - potestas magistratuum;158
8.3.1;VI.3.1 Das Proömium zur Magistratsordnung;159
8.3.2;VI.3.2 magistratus minores;159
8.3.2.1;VI.3.2.1 Die niederen Magistrate im Bereich domi;161
8.3.2.2;VI.3.2.2 Die niederen Magistrate im Bereich militiae;164
8.3.3;VI.3.3 magistratus maiores;166
8.3.3.1;3.3.1 Die Ädilität;166
8.3.3.2;VI.3.3.2 Das Tribunat;168
8.3.3.3;VI.3.3.3 Die Prätur;169
8.3.3.4;VI.3.3.4 Das Consulat;170
8.3.3.5;VI.3.3.5 Die Zensur;171
8.3.4;VI.3.4 magistratus extraordinarii;174
8.3.4.1;VI.3.4.1 Der interrex;174
8.3.4.2;VI.3.4.2 Der magister populi;174
8.3.4.3;VI.3.4.3 Die cura-Ämter;175
8.4;VI.4 Die „übrigen“ fundamenta rei publicae;176
8.4.1;VI.4.1 res militaris et laus imperi;176
8.4.2;VI.4.2 provinciae;178
8.4.3;VI.4.3 socii;178
8.4.4;VI.4.4 leges;179
8.4.5;VI.4.5 iuris dictio et iudicia;180
8.5;VI.5 Bilanz - eine „neuer“ Senat;181
9;VII Resümee;184
10;BIBLIOGRAPHIE;188
11;REGISTER;204
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II Der Restaurationsversuch – die „Sestiana" (S. 20)

II.1 Inhaltsangabe

Die Einleitung umfasst die §§ 1-5, in den beiden ersten Paragraphen stellt Cicero das derzeitige Paradoxon der politischen Situation in Rom fest: Bürger, die sich für den Erhalt des Staates eingesetzt haben, sitzen auf der Anklagebank, die Staatsgegner dagegen treten als Ankläger auf und können in aller Ruhe abwarten, wie sich eigentlich Verbündete – Politiker, die sich für den Erhalt der res publica einsetzen wollen – als Gegner gegenüberstehen .

In den folgenden Paragraphen legt Cicero den Plan seines Plädoyers dar, sich zuerst mit der Amtsführung des angeklagten Tribuns P.Sestius zu befassen und kündigt schon hier seine zu erwartende Emotionalität bezüglich der zu behandelnden Umstände an.

In den §§ 5-13 stellt Cicero Sestius als einen summus vir et conservator rei publicae vor, indem er „beweist", daß dieser Mann alle Kriterien eines vir optimus erfüllt, die er später im systematischen Teil noch aufzählen wird: Sestius entstamme einer achtbaren Familie ( §§ 6-7 ) und auch sein Sohn lasse schon die guten Erbanlagen erahnen.

Durch sein Mitwirken an der Niederschlagung des Catiliniarischen Aufstandes habe sich Sestius in den Augen seiner Mitbürger als „bester Bürger" erwiesen und alles in seiner Macht Stehende getan, um die Grundfesten des Staates zu schützen.

Die §§ 14-92 sind zwar primär dem Tribunatsjahr des Sestius und seinen Leistungen gewidmet, aber Cicero nutzt hier ebenfalls die Gelegenheit, sich selber und seine eigene Bedeutung ins rechte Licht zu rücken.

Der vorausgegangene „Schiffbruch" des Staates ( § 15 ) wird der Zuhörerschaft noch einmal vor Augen gestellt, indem Cicero beispielhaft aufzählt, wie die Basiselemente des Staates nacheinander außer Kraft gesetzt wurden: Er beginnt mit einer Invektive gegen seinen Todfeind C.Clodius Pulcher ( § 16 ), um dann die Consuln des Jahres 58 v.Chr. umso heftiger zu attackieren ( §§ 17-35 ), die durch ihren Abfall von den Traditionen den römischen Staat am meisten geschädigt hätten.

Besonders wichtig ist ihm dabei, in den §§ 25-27 wieder die Einheit der optimates zu seinen Gunsten aufzuzeigen, die im Gegensatz zur vorangegangenen Entmachtung des Senates ( §§ 28-35 ) steht, weil eben der Senat für Cicero die Existenz des Staates symbolisiert.

Daran schließt er eine ausführliche Schilderung der Umstände an, die zu seinem Exil geführt hatten ( §§ 36-54 ), wobei er besonderen Wert auf die Tatsache legt, daß er ohne rechtliche Grundlage in die Verbannung getrieben worden sei, bevor dann auch andere Gegebenheiten aufgezählt werden, an denen in Ciceros Augen der Staatsruin im Jahre 58 v.Chr. sichtbar gewesen wäre:

die Abschaffung der Zensur, der Ruin der Staatskasse ( § 55 ), die Aufhebung der Auspizien, der Amtskompetenzen und der Regeln des Rechtsstaates ( § 56 ), der Verrat an der fides den Verbündeten gegenüber ( §§ 57-59, 64), das Außerkraftsetzen der Gesetze ( § 65 ), kurz, der Staat hätte am Boden gelegen und eben diese besondere Umstände hätten die besonderen Maßnahmen des Tribuns Sestius im folgenden Jahr erfordert.

Nun folgt in Ciceros Aufzählung eine Beschreibung der Zeit, in der sich der Staat wieder durchzusetzen schien und seine Rückberufung – als Symbol für den Staat – in greifbare Nähe rückte ( §§ 67-74 ).



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