Michaels | Der Mond über Georgetown | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 297 Seiten

Michaels Der Mond über Georgetown

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96655-175-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 297 Seiten

ISBN: 978-3-96655-175-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Für Fans von Agatha Christie: Der fesselnde Mystery-Roman »Der Mond über Georgetown« von Barbara Michaels jetzt als eBook bei dotbooks. Eine alte Südstaaten-Villa - ein dunkles Geheimnis! Um ihre Gäste bei einem feierlichen Dinner zu unterhalten, schlägt Ruth Bennet aus Spaß eine Séance vor - doch sie hat nicht damit gerechnet, tatsächlich eine Antwort aus dem Jenseits zu erhalten ... Die Botschaft ist ebenso verstörend wie rätselhaft: Erlaubt sich etwa jemand einen schlechten Scherz mit Ruth - oder steckt etwas ganz anderes, viel Dunkleres dahinter? Mit einem Mal ist die alte Villa kein Ort des Friedens mehr, sondern ein Gefängnis, aus dem es kein Entkommen mehr zu geben scheint ... »Barbara Michaels ist eine unübertreffliche Erzählerin.« Bestseller-Autorin Mary Higgins Clark Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der fesselnde Spannungsroman »Der Mond über Georgetown« von Bestseller-Autorin Barbara Michaels - in Tradition der englischen Landhauskrimis von Agatha Christie. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Hinter der US-amerikanischen Bestsellerautorin Barbara Michaels steht Barbara Louise Gross Mertz (1927-2013), die auch unter dem Pseudonym Elizabeth Peters erfolgreich Kriminalromane schrieb. Die Autorin promovierte an der University of Chicago in Ägyptologie. So haben auch ihre Romane, für die sie zahlreiche Preise gewann, meist einen historischen Hintergrund. Barbara Michaels veröffentlichte bei dotbooks ihre Romane: »Der Mond über Georgetown« »Das Geheimnis von Marshall Manor« »Die Villa der Schatten« »Das Geheimnis der Juwelenvilla« »Die Frauen von Maidenwood« »Das dunkle Herz der Villa« »Das Haus des Schweigens« »Das Geheimnis von Tregella Castle« »Die Töchter von King's Island« Diese Romane sind auch in den Sammelbänden »Das Haus der Dämmerung« und »Das Haus der dunklen Schatten« enthalten. Außerdem erschienen bei dotboooks ihre historischen Liebesromane: »Abbey Manor - Gefangene der Liebe« »Wilde Manor - Im Sturm der Zeit« »Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft« »Grayhaven Manor - Das Leuchten der Sehnsucht« Unter Elizabeth Peters erschienen bei dotbooks ihre Kriminalromane: »Der siebte Sünder - Der erste Fall für Jacqueline Kirby« »Der letzte Maskenball - Der zweite Fall für Jacqueline Kirby« »Ein preisgekrönter Mord - Der dritte Fall für Jacqueline Kirby« »Ein todsicherer Bestseller - Der vierte Fall für Jacqueline Kirby« »Vicky Bliss und der geheimnisvolle Schrein« »Vicky Bliss und die Straße der fünf Monde« »Vicky Bliss und der blutrote Schatten« »Vicky Bliss und der versunkene Schatz« »Vicky Bliss und die Hand des Pharaos«
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Kapitel 2


Ruth war Mitte Vierzig. Sie war immer sehr schlank gewesen und hatte sich ihre Figur über die Jahre bewahrt. Allerdings lehnte sie es ab, etwas gegen ihr grau werdendes Haar zu tun, und wandte auch all die anderen Tricks für Frauen ihres Alters nicht an, für die jugendliches Aussehen häufig zum Götzenbild erhoben wird. Ihre mit der Mode gehenden Freundinnen sagten daher in einem etwas mitleidigen Ton über sie, sie habe sich ›gut gehalten‹. Ihre Kleidung kaufte Ruth schon seit fünfzehn Jahren in derselben eleganten kleinen Boutique in Georgetown, und seitdem hatte sich auch ihre Kleidergröße nicht geändert. Das Kostüm, das sie heute trug, hatte sie erst seit kurzem; es war aus weichem Tweedmaterial in Rosa und Blau, dazu gehörte ein hochgeschlossener blaßrosa Pullover. Als berufstätige Frau in gehobener Position hielt sich Ruth an die Konvention, Kostüme zu tragen. Sie bevorzugte jedoch die mehr femininen Pastellfarben, die das Blau ihrer Augen betonten und mit ihrem goldenen Haar harmonierten, dessen Farbe jetzt langsam von Gold in Silber überging.

Ruth fröstelte trotz der warmen Kostümjacke. Dieser Teil des Zimmers war immer zu kalt; sogar die schweren, in Falten herabfallenden Vorhänge schienen nicht zu verhindern, daß kühle Luft durch die großen Fenster hereindrangen. Das Zimmer war einfach zu langgezogen für den einzigen Kamin, der sich in der Mitte seiner Längsseite befand. Ruth ging der Gedanke durch den Kopf, wie ihre Vorfahren wohl die Kälte ertragen hatten, als es noch keine Zentralheizung gab. Aber in der guten alten Zeit war man wahrscheinlich noch nicht so verweichlicht, dachte sie, die Menschen waren sicher auch weniger sentimental und realistischer. Bestimmt wäre keiner von ihnen auf die Idee gekommen, sich wegen eines jungen Mädchens, das sich ein paar Minuten verspätete, gleich Sorgen zu machen. Allerdings hätte sich in jenen Tagen eine wohlerzogene junge Frau auch nicht nach Anbruch der Dunkelheit ohne Begleitung außerhalb des Hauses aufgehalten.

Gerade wollte Ruth ihren Wachposten verlassen, da sah sie, wie vor dem Haus ein Auto seine Fahrt verlangsamte. Kurze Zeit verharrte es unschlüssig in der zweiten Spur, um sich dann wie ein großes Insekt, dem es tatsächlich ähnelte, mit einem plötzlichen Satz in eine enge Parklücke neben einem Hydranten zu stürzen. Ruth ging ganz nah ans Fenster heran, wobei sie völlig vergaß, daß man sie durch das so dicht an der Straße liegende erleuchtete Fenster von draußen deutlich sehen konnte. Da kaum etwas sie so wenig interessierte wie Autos, konnte sie nicht genau erkennen, um welche Marke es sich handelte, war aber der festen Überzeugung, daß es ein ausländisches Fabrikat sein mußte.

Eine Wagentür öffnete sich, und das daraus auftauchende Gewirr von Armen und Beinen entpuppte sich nach einem kurzen Moment als die hochgewachsene, schlanke Gestalt ihrer Nichte. Ruth lächelte, einerseits vor Erleichterung und andererseits, weil es sie jedesmal amüsierte, wenn Sara versuchte, ihre langen, von einem Minirock nur spärlich bekleideten Beine mit Anstand aus einem kleinen Auto herauszumanövrieren. Ihr Lächeln vertiefte sich beim Anblick von Saras Kleidung. Normalerweise war ihre Nichte morgens noch im Bett, wenn Ruth das Haus verließ, um zur Arbeit zu gehen. Sara war im dritten Studienjahr und hatte längst die Kunst erlernt, ihre Kurse so zu legen, daß ihre sozialen Aktivitäten oder ihr Schlaf davon nicht übermäßig beeinträchtigt wurden. So erwartete Ruth jeden Abend aufs neue das Erscheinen ihrer Nichte mit einem Gemisch aus Spannung und leiser Besorgnis. Jede neue Aufmachung erschien ihr als das Äußerste, das Extrem, über das man unmöglich noch hinausgehen konnte. Und jedesmal mußte sie feststellen, daß sie sich geirrt hatte.

Im linken Arm hielt Sara einen Stapel Bücher. Mit der rechten Hand strich sie sich das lange schwarze Haar aus dem Gesicht, eine Geste, die sich als das größte, wenn nicht einzige Ärgernis für ihre darunter leidende, aber stillschweigende Tante herausgestellt hatte. Saras Haar war vollkommen glatt. Wie sie das anstellte, wußte Ruth nicht, aber es machte ihr oft Kopfzerbrechen. Wenigstens bedeckten die Haare Ohren, Hals und Schulter des Mädchens und erfüllten so einige der Funktionen von Hut und Schal, die Sara sich weigerte zu tragen. Zeitweise wurden sogar Nase und Kinn davon eingehüllt.

Vielleicht sollte die wallende Haarfülle ja den Ausgleich dafür bilden, daß Saras untere Extremitäten im allgemeinen nur spärlich bedeckt waren. Heute abend trug sie die langen schwarzen Stiefel, die sie erst vor kurzem gekauft hatte, aber zwischen deren oberen Ende und dem Rocksaum klaffte eine Lücke von etwa zwanzig Zentimetern. Schwarze Netzstrümpfe bedeckten sie nur spärlich, denn sie waren so großmaschig, daß man ein gutes Stück von Saras nacktem Oberschenkel zu sehen bekam.

Besonders amüsant war Saras momentane Aufmachung, wenn Ruth sich in Erinnerung rief, wie sie das Mädchen an einem Vormittag Anfang September zum ersten Mal gesehen hatte. Als Sara aus dem Taxi stieg, trug sie ein ordentliches Leinenkostüm, Nylonstrümpfe, dezente Pumps und – Ruth konnte es heute kaum noch glauben – einen Hut und Handschuhe. Seitdem hatte Ruth weder das Kostüm noch den Hut oder die Handschuhe wiedergesehen. Rückblickend fühlte sie sich sogar fast geschmeichelt, nicht, weil Sara sich Mühe gegeben hatte, für sie konventionell auszusehen – ohnehin hegte Ruth den Verdacht, daß dafür eher Saras Mutter die Verantwortung trug –, sondern weil sie offenbar der Meinung war, daß sie diese Form der Angepaßtheit bei ihrer Tante nicht aufrechtzuerhalten brauchte.

Sara beugte sich zum Wagenfenster hinunter, um mit dem Fahrer zu sprechen. Wieder fiel ihr das Haar ins Gesicht. Vor Neugier bemerkte Ruth nicht einmal den Reflex in Saras Fingern, der – wie immer – dadurch ausgelöst wurde. Der Mann im Auto war keiner von Saras üblichen Begleitern. Offensichtlich hatte sie ihn aufgefordert, mit ins Haus zu kommen, denn die Wagentür öffnete sich, und er trat auf die Straße. Dabei entging er nur knapp dem Schicksal, überfahren zu werden, so dicht raste eine Volkswagen an ihm vorbei. Er schien jedoch daran gewöhnt zu sein, so wie es in der Tat die meisten Washingtoner sind.

Ruths erste Eindruck war neutral. Er war groß und breitschultrig, aber das Auffälligste an ihm war sein sogar in dem schwachen Straßenlicht weithin sichtbares Haar, dessen leuchtendes Orangerot noch kein Grau zu enthalten schien. Trotzdem wußte Ruth, daß er nicht mehr jung war; etwas in der Art, wie er stand und sich bewegte, wies darauf hin.

Mit einer abrupten Bewegung drehte er sich um und sah zu dem Haus herüber. Erschrocken ließ Ruth die Gardine los und trat zurück. Sie hatte die plötzliche Wendung seines Kopfes wie eine direkte Berührung empfunden. Wie dumm von ihr, hier zu stehen und wie eine klatschsüchtige Hausfrau oder eine viktorianische Gouvernante, die ihren Schützling kontrolliert, auf die Straße zu starren. Während Ruth zur Tür ging, um zu öffnen, errötete sie vor Scham, eine liebenswerte Eigenheit, die selbst fünfzehn Jahre im Staatsdienst nicht hatten auslöschen können. Die Farbe verlieh ihrem feingeschnittenen Gesicht mit dem zarten Teint eine lebhafte Ausstrahlung, und Ruth war oft gesagt worden, daß sie bezaubernd aussah, wenn sie rot wurde. Daher war sie etwas verärgert, als der Blick des Mannes, der vor der Tür stand, sofort über sie hinwegging und im Raum hinter ihr haften blieb.

»Allmächtiger Gott«, waren seine ersten Worte.

Ruth warf einen Blick über ihre Schulter.

»Es freut mich sehr, daß es Ihnen gefällt«, kommentierte sie frostig. »Wollen Sie nicht hereinkommen, um sich alles in Ruhe anzusehen? Der Wind ist etwas kühl heute.«

»Dies ist Professor MacDougal, Ruth«, sagte Sara, während sie mit der vertrauten Geste schwungvoll die Haare aus dem Gesicht beförderte. »Er war so nett, mich nach Hause zu fahren. Meine Tante, Mrs. Bennett, Professor.«

»Und wie immer tritt er sofort ins Fettnäpfchen«, grinste Professor MacDougal und entblößte ein raubtierhaft aussehendes Gebiß. Als er ihr jetzt seine ganze Aufmerksamkeit zuwandte, war Ruth sich nicht sicher, ob ihr das gefiel. Er schien viel größer, als sie gedacht hatte, weit über ein Meter achtzig und von mächtiger Statur. Seine Abstammung stand ihm ins Gesicht geschrieben, aber es war nicht die irische Stereotype, die im allgemeinen eher Karikatur als Wirklichkeit ist. Er hatte ein Gesicht, wie man es auf alten irischen Porträts findet, das eines Träumers und Soldaten zugleich. Von nahem sah man, daß sein Haar doch nicht mehr nur rot, sondern mit viel Grau durchmischt war, dessen Schimmer eher an Eisen als an Silber erinnerte. An Wangen und Kinn war seine Haut nicht mehr ganz straff. Er muß um die fünfzig sein, dachte Ruth, und er hat ein sehr nettes Lächeln.

»Es tut mir leid, Mrs. Bennett«, fuhr er fort, »das war verdammt noch mal keine feine Art, eine fremde Dame zu begrüßen, nicht wahr? Vor allem, wenn man gerade deren Nichte nach Hause gebracht hat. Aber ich liebe gute Architektur, und das ist eine bemerkenswerte Treppe. Kleiner als die im Octagon-Haus, aber genauso schön.«

»Kommen Sie herein«, forderte Ruth ihn auf.

»Ich bin schon drin. Wollen Sie, daß ich wieder hinausgehe und noch einmal von vorn anfange?«

Für einen Moment verschlug es Ruth die Sprache. Sie fühlte sich, als ob sie bei schlechtem Wetter auf einem Schiff stünde und das Deck unter ihren Füßen wegrutschte. Doch dann rettete sie ihr stark ausgeprägter Sinn für Humor. »Nein, bleiben Sie drin, nun ist es ja schon passiert. Was in aller Welt lehren Sie,...



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