Michalik | Eltern werden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 156 Seiten

Michalik Eltern werden

Überraschende Erfahrungen von 150 Müttern und Vätern
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7562-6491-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Überraschende Erfahrungen von 150 Müttern und Vätern

E-Book, Deutsch, 156 Seiten

ISBN: 978-3-7562-6491-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was, wenn das Baby den Partner aus dem Bett verdrängt? Was, wenn man nur noch über die Kinder spricht? Was, wenn man wie die eigenen Eltern reagiert? In diesem Buch finden Sie Antworten von über 150 Elternpaaren, die folgende drei Fragen beantwortet haben: 1. Was hat sich durch Ihre Kinder in Ihrem Leben / Partnerschaft verändert? 2. Was haben Sie so nicht erwartet? 3. Was sollten werdende Eltern Ihrer Meinung nach unbedingt wissen? Die Eltern berichten, worüber kaum gesprochen wird: die einschneidenden Veränderungen und die Probleme, mit denen sich frischgebackene Eltern auseinandersetzen und gemeinsam lösen müssen. Die Elternpaare verraten ihre Alltagsstrategien für eine erfolgreiche Partnerschaft.

Lic. phil. Sara Michalik-Imfeld ist Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, spezialisiert auf Kinder, Jugendliche und Familien. Sie unterstützt als Fachrichterin ein Familiengericht, doziert an verschiedenen Institutionen und ist Präsidentin des Verbandes Aargauer Psychologinnen und Psychologen.

Michalik Eltern werden jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1
DIE ERSTE ZEIT
Die Zeit der Schwangerschaft ist mit vielen Veränderungen verbunden. Die körperlichen Veränderungen sind ein sehr wichtiger Aspekt in dieser Phase, aber nicht der einzige, der erwähnt wurde. Für den Mann ist die Zeit der Schwangerschaft genauso eine Zeit der Veränderungen. Diese sind meistens nicht körperlicher Natur, zumindest was den eigenen Körper anbelangt, wobei man doch hin und wieder Männer sieht, die sich während der Schwangerschaft der Frau auch körperlich verändern (sozusagen mit ihrer Partnerin schwanger werden; in Fachkreisen auch als »Couvade-Syndrom« bezeichnet). Die Wochen nach der Geburt sind oft anders als geplant oder gedacht. Als frischgebackene Eltern wird man fast vollständig von diesem neuen Wesen und dem Hormoncocktail, der durch das erlebte, unfassbare Ereignis, in unserem Körper ausgeschüttet wird, beeinflusst und absorbiert. Darum braucht es besonders viel Zeit für den Austausch als Paar über die neue Situation, die neuen Herausforderungen und der täglichen Frage »Wie geht es uns?«, wobei diese Frage auch mehrmals am Tag ihre Berechtigung haben kann. Genauso wichtig wie der Austausch in der Partnerschaft, ist der Austausch mit anderen Eltern. Allerdings sollte dieser Austausch über die üblichen Höflichkeitsfloskeln hinausgehen; hier sind eher offene Gespräche mit vertrauensvollen Freunden gefragt. Was Eltern erleben »Die Zeit nach der Geburt des ersten Kindes war die schwierigste«. In wohl kaum einem Lebensabschnitt verändert sich so viel auf einmal wie durch die Geburt des ersten Kindes. Neben äußeren Veränderungen laufen viele Prozesse im Inneren der beiden Elternpaare ab. Ist das Kind gesund? Wie schaffe ich es als Mutter alleine mit dem Kind zu Hause? Wie kann ich meine Frau am besten unterstützten? Was ist meine Rolle als Mann? Was für ein Vater oder Mutter möchte ich sein? Dazu kommen Schlafmangel, die körperliche Verarbeitung der Geburt, das Gewöhnen an diesen neuen Menschen und einige weitere »unvorhergesehene Überraschungen«, wie Befragte erwähnten. Man ist gerade in den ersten Lebensmonaten häufig gestresster und hat aufgrund des Schlafmangels auch eine geringere Frustrationstoleranz. »Ich hätte nicht erwartet, dass es zu großen Spannungen kommen kann, wenn alle zu wenig schlafen«. Oder: »Schlaflose Nächte bringen einen an den Rand des Wahnsinns«. Andere hätten nicht erwartet, »dass Schlafmangel zermürben kann und Menschen verändert!« und »dass Schlafmangel aggressiv macht und dass man dann Dinge sagt, die nicht so gemeint sind«. Es ist klar: »Schlaf wird zu Lebensqualität«. Man sollte daher »Schlaf unbedingt dann einfordern, wenn es machbar ist – auch mitten am Tag«. Ein weiterer Hinweis für die Partner findet sich hier: »Der Partner sollte nach einer weiteren schlaflosen Nacht der Mama viel Verständnis aufbringen«. Wichtig ist, von Beginn an gut auf die eigenen Ressourcen und Bedürfnisse zu achten und zu prüfen, was für einen selbst stimmt. »Viele werden euch nach der Geburt besuchen wollen und ganz viele Ratschläge geben wollen. Mein Tipp: Empfangt so lange, wie ihr wollt, keinen Besuch, nehmt keine Rücksicht auf die anderen. Es ist euer Baby, eure neue Familie und euer Leben, für das ihr verantwortlich seid und all eure Kraft und Aufmerksamkeit braucht. Das Baby und ihr beide seid momentan das Einzige, was zählt!« Frappant erleben einige Frauen die körperlichen Veränderungen und die Ansprüche des Kindes: »Mein Körper gehörte auf einmal nicht mehr mir allein«. Bereits während der Schwangerschaft sorge ich nicht mehr nur für mich selber, sondern immer auch für das ungeborene Kind. Soll ich mit dem Rauchen aufhören? Hochschwanger Auto fahren? Viele Entscheidungen müssen gefällt werden und zum ersten Mal nicht nur für sich selber, sondern für das Kind, dessen Gesundheit sich plötzlich über meine Bedürfnisse stellt (vgl. auch ›Kapitel 14: Verantwortung und Sicherheit werden wichtiger‹). Einige Frauen beschreiben aber gerade auch die innige körperliche Bindung nach der Geburt als einschneidendes Erlebnis. Manche Frauen genießen das Stillen, andere leiden darunter, dass sie nicht stillen können. Wieder andere merken, dass es sie stark belastet, unter anderem, weil sie sich unter Druck stellten: »Ich wünschte mir so sehr, dass das mit dem Stillen klappt, aber dies war die erste Erfahrung, die mich lehrte, dass mit einem Kind oft einiges anders kommt, als man sich wünscht und hofft«. Durch das Stillen des Babys bekommt die weibliche Brust eine andere, neue Funktion. Dies erleben auch Männer als einschneidende Veränderung. Nicht nur die Frau entscheidet über ihren Körper, auch das Baby meldet Bedürfnisse an. »Ich habe die körperlichen Veränderungen nach der Geburt und Schwangerschaft so nicht erwartet, die natürlich auch Auswirkungen auf die leibliche Dimension der Partnerschaft, also die Sexualität, haben«. Die erlebten Veränderungen in Bezug auf die Sexualität werden im nachfolgenden Kapitel beschrieben. Ein Mann hat auf einen weiteren Aspekt hingewiesen, den er und evtl. auch andere Männer bzw. Paare einschneidend erlebte: Wie viel Geburt verträgt der Mann? »In der heutigen Zeit scheint es fast sowas wie die Pflicht eines ›richtigen Vaters‹, dass er bei der Geburt die ganze Zeit dabei ist und die Frau in allen Belangen unterstützt. Doch ich fühlte mich eher hilflos als unterstützend. Bei der Geburt des zweiten Kindes haben wir im Vorfeld offener und intensiv darüber gesprochen, ob ich überhaupt dabei sein soll, was mir gut tut, was sich meine Frau wünscht und wie wir als Paar uns das vorstellen und weniger, was von mir als Mann erwartet wird«. Auch ein anderer Mann berichtet offen: »Meine Frau hat die Geburt wunderbar gemeistert, für mich war es aber recht belastend und das hat mich länger beschäftigt – auch später, als wir wieder Sex miteinander hatten«. Es ist sicherlich nicht einfach vorwegzunehmen, wie man sich bei einer Geburt fühlen könnte, und ob die positiven oder negativen Erfahrungen überwiegen werden. Aber es zeigt sich bereits hier, dass es wichtig ist als Paar offen über mögliche Befürchtungen und Wünsche zu sprechen. Nicht nur als Frau! Und Vorsicht mit möglichen gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen: Die Qualität als Partner oder Elternteil hängt sicherlich nicht davon ab, was andere von uns erwarten oder über uns denken. Auch beim folgenden Thema zeigt sich, dass man ohne eigene Kinder, ohne die eigene Erfahrung, die Situation wohl anders bewerten würde: »Ich hätte nie erwartet, dass die Frau tatsächlich vier Monate braucht, um sich von der Geburt zu erholen und einen gewissen Rhythmus zu finden«. Weil man sich das alles nicht richtig vorstellen kann, besteht eine gewisse Gefahr, dass man die Situation im Voraus unterschätzt und sich Außenstehende teilweise wenig in die jungen Eltern einfühlen können. Wenn man es selber nicht erlebt, hält man es oft für einen Mythos oder eine Übertreibung. So gesteht beispielsweise eine Mutter, dass sie nicht erwartet hätte, »dass es ›Schreikinder‹ wirklich gibt und dass man daran fast zerbrechen kann«. »Die ersten Monate als Mutter gingen rasend schnell vorbei, und ich habe anfangs das Wochenbett gar nicht genossen, weil ich froh war, wieder so fit zu sein. Dass mir das irgendwann nachhängt, weil ich diese Zeit einfach körperlich und seelisch gebraucht hätte – damit hätte ich nicht gerechnet«. Darüber, wie schnell diese Zeit vergeht, obwohl oder gerade weil sie so intensiv ist, staunen einige Eltern. Manchmal kann man all das, was man erlebt, gar nicht richtig verarbeiten. Interessant ist, dass man sehr schnell auch einiges wieder vergisst und die dazugewonnene Erfahrung Menschen dazu bringen, Situationen wieder anders einzuschätzen als in der früheren Situation. Darum ist es besonders wichtig, mit anderen Eltern zu sprechen, die gerade in der gleichen oder einer ähnlichen Lebenssituation stecken. Natürlich kann es hilfreich sein, zu hören, dass alles vorbeigehen wird, besser und einfacher wird: »Werdende Eltern sollten wissen, dass die erste Zeit mit Kind nicht die Zeit ist, sich selbst als Person oder die Partnerschaft in den Vordergrund zu stellen. Es ist o.k., dass jetzt erst einmal das Kind und das Elternsein dran sind. Man muss sich nicht noch unter Druck setzen, weil die Partnerschaft nicht so gepflegt wird« und »es wird auch besser mit dem Alter des Kindes«. Manchmal ist es auch einfach sehr »nervend, Ratschläge zu hören«, man möchte vielleicht auch einfach gehört und verstanden werden. Und eine gewisse Gelassenheit, es so hinzunehmen, wie es...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.