Miller | Über alle Grenzen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Miller Über alle Grenzen


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86278-434-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-86278-434-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Austin McKettricks wildes Leben als Rodeoreiter ist nach einem schweren Unfall jäh vorbei. Verletzt muss er nach Hause zurückkehren, zu seinen Brüdern, die sofort eine Krankenschwester für ihn engagieren. Paige macht Austin verrückt mit ihrer überbordenden Fürsorge - und erst recht mit ihrem schönen Gesicht, ihrem seidigen schwarzen Haar und ihren verführerischen Kurven!
Paige Remington hat es aufgegeben zu zählen, wie oft Austin sie schon feuern wollte. Aber sie ist fest entschlossen, nirgendwohin zu gehen, ehe sie ihn nicht gesund gepflegt hat! Diesen widerspenstigen, faszinierenden Mann, nach dem ihr Herz sich immer mehr verzehrt...



Nach ihren ersten Erfolgen als Schriftstellerin unternahm Linda Lael Miller längere Reisen nach Russland, Hongkong und Israel und lebte einige Zeit in London und Italien. Inzwischen ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt - in den weiten 'Wilden Westen', an den bevorzugten Schauplatz ihrer Romane.

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PROLOG


San Antonio, Texas

Oktober

Acht Sekunden.

Außerhalb der Welt des Rodeos war das nicht viel Zeit.

Aber auf einem zweitausend Pfund schweren und wütenden Stier – mit dem passenden Namen Buzzsaw, was so viel hieß wie Kreissäge – konnten einem acht Sekunden wie eine Ewigkeit vorkommen.

Austin McKettrick stand an der Bar einer kleinen Spelunke, die jeder klügere Mann gemieden hätte, und fragte sich, warum ihm nach dem Ritt vor wenigen Stunden nicht nach Feiern zumute war.

Seit Monaten, seit seinem ersten Versuch auf diesem Bullen, bei dem er beinah ums Leben gekommen war, wollte Austin Buzzsaw unbedingt reiten. Er hatte kaum noch an etwas anderes denken können.

Und jetzt, wo er es endlich geschafft und diesen Fluch überwunden hatte, fehlten ihm neue Ziele.

Eine Bewegung im Spiegel hinter dem Tresen weckte seine Aufmerksamkeit. Er schob seinen Hut nach oben und suchte die weite dunkle Glasfläche genauer ab.

Mist, dachte er, als er seine Brüder Tate und Garrett näher kommen sah.

Sie waren beide Cowboys, groß und schlank, mit breiten Schultern und einem Auftreten, das an Clint Eastwood erinnerte. Die Gäste machten ihnen instinktiv Platz.

Ohne sich umzudrehen hob Austin sein Glas und trank einen großen Schluck Bier.

Tate, der älteste der drei, stellte sich rechts von Austin an den Tresen, während Garrett die linke Seite einnahm. Sie drängelten sich förmlich an ihn, als hätte er sie nicht wahrgenommen. Er grinste und schob seinen Hut noch etwas höher.

Die Barkeeperin Pinky, eine Frau Mitte siebzig mit langem grauem Zopf und einer trotz der vielen Falten gesunden Gesichtshaut, erschien umgehend.

„Was darf’s sein?“, erkundigte sie sich und sah dabei Tate und Garrett an. Austin überging sie, als wäre er gar nicht anwesend.

Da sie früher mit einem der Cowboys von der Silver Spur Ranch verheiratet gewesen war, gehörte Pinky immer noch zu den Freunden der Familie. Der Cowboy dagegen war längst fort.

Tate, der schon immer ein Händchen für Frauen gehabt hatte, tippte gentlemanlike an seine Hutkrempe und schenkte Pinky ein charmantes Lächeln. „Für mich nichts, danke“, sagte er. „Wie geht es dir, Pinky?“

„Ganz gut so weit“, entgegnete sie und wandte sich lächelnd an Garrett. „Ich habe gehört, es gibt Silvester eine Doppelhochzeit auf der Silver Spur. Stimmt das?“

„Klar doch“, bestätigte Garrett gelassen. „Deine Einladung kommt mit der Post.“

„Dann heiratet ihr beide?“ Angesichts dieses Wunders schnalzte Pinky mit der Zunge.

„Allerdings“, sagte Tate. „Ich heirate Libby Remington, und Garrett schließt den Bund fürs Leben mit ihrer Schwester Julie.“

Die alte Lady pfiff anerkennend durch die Zähne. „Da brat mir doch einer einen Storch: Brüder heiraten Schwestern. Eure Kinder werden also Doppelcousins?“

„Jep“, erwiderte Garrett.

Pinky richtete den Blick auf Austin. „Tate nimmt sich eine Frau. Und Garrett auch. Warum bleibst du Single, Hübscher?“

„Ich bin zu jung zum Heiraten“, antwortete er und setzte ein gewinnendes Lächeln auf.

„Unsinn“, fuhr Pinky ihn an. „Die Ehe würde dir helfen, zur Ruhe zu kommen. Das könnte dir nämlich nicht schaden, wenn du mich fragst.“

Austin verkniff sich, sie darauf aufmerksam zu machen, dass er sie nicht gefragt hatte.

Im nächsten Moment fühlte er einen eigenartigen Druck am Rücken, und sein linkes Bein wurde bis zum Knie taub. Er verlagerte das Gewicht auf den rechten Fuß, in der Hoffnung, den Druck ein wenig zu lindern. Aber es half nicht viel.

„Tate und ich sind ganz deiner Meinung“, kam Garrett Pinky zu Hilfe. „Austin sollte unbedingt zur Ruhe kommen. Er sollte sich aus dem Rodeozirkus zurückziehen, eine Familie gründen und etwas Konstruktives mit seinem Leben anstellen.“

Garrett hat vielleicht Nerven, dachte Austin. Bis vor wenigen Monaten, als Julie Remington ihn eingefangen und an die Kette gelegt hatte, hatte Bruder Nummer zwei nämlich für einen US-Senator gearbeitet und sich gern mit klugen, schönen und willigen Frauen umgeben.

Auch Tate hatte in den wilden Zeiten nach seiner Scheidung von Cheryl nicht unbedingt wie ein Mönch gelebt, bevor er sich erneut in Libby verliebt hatte – seine Highschool-Liebe und Julies ältere Schwester.

Wenn man die beiden jetzt reden hörte, konnte man den Eindruck gewinnen, sie hätten stets wie Heilige gelebt.

Austin trank einen weiteren Schluck Bier und wartete darauf, dass das Gefühl in sein Bein zurückkehrte.

„Weißt du, was er heute Abend gemacht hat?“, wandte Tate sich an Pinky und lehnte sich mit dem Ellbogen auf den Tresen. Er war jetzt in Fahrt und wollte einfach nicht aufhören.

„Keine Ahnung“, erwiderte sie kopfschüttelnd.

„Er hat Buzzsaw geritten“, erklärte Garrett ihr, als stünde Austin nicht eingeklemmt zwischen seinen beiden Brüdern direkt neben ihm. „Er hat es geschafft, den Bullen zu bezwingen, der ihn letztes Jahr auseinandergenommen hat. Damals war ein ganzes Chirurgenteam nötig, um ihn wieder zusammenzuflicken. Und was macht dieser Idiot?“

Pinkys blaue Augen weiteten sich, dann starrte sie Austin an, als hätte sie noch nie einen solchen Trottel gesehen. „Ich will verdammt sein!“, rief sie. „Ich habe schon immer gesagt, dass dein Aussehen mehr taugt als dein Verstand. Tja, da haben wir den Beweis.“

Dem jüngsten McKettrick-Bruder fiel keine passende Antwort ein. Aber sie hätte ihm auch gar nichts genützt, denn plötzlich schwankte der Boden unter ihm, sodass er sich am Tresen festklammern musste. Austin wartete, bis der Raum sich nicht mehr drehte.

Allerdings passierte das etwas zu schnell, weshalb Austins Knie nachgaben. Hätten Tate und Garrett nicht seine Ellbogen festgehalten, wäre er gestürzt.

„Ich schwöre euch, das ist erst sein zweites Bier“, erklärte Pinky besorgt.

Garrett winkte ab. „Der wird schon wieder.“

„Kannst du gehen?“, fragte Tate, dessen Stimme jetzt leise und ernst klang.

Wenn wütende Entschlossenheit ausgereicht hätte, wäre Austin zu seinem Pick-up-Truck marschiert und hätte seinen Brüdern gesagt, sie sollten zur Hölle fahren. Anschließend wäre er in sein mieses Motelzimmer abgezogen, das er vor ein paar Tagen gemietet hatte. Eine heiße Dusche und zwölf Stunden Schlaf, danach würde es ihm wesentlich besser gehen.

Dummerweise genügte wütende Entschlossenheit diesmal nicht. Austin schaffte es, auf den Beinen zu bleiben. Allerdings verdankte er das Tate und Garrett, die ihn aufrecht hielten.

„Verdammt, ja. Ich kann gehen“, log er.

„Du Idiot“, murmelte Tate auf dem Weg über den Parkplatz. Seine Brüder hoben ihn auf den Rücksitz von Tates Wagen.

Er hätte sich gewehrt, wenn seine Beine sich nicht in weiche Spaghetti verwandelt hätten. Außerdem fühlte er sich benommen, und ihm wurde übel.

„Mein Pick-up“, protestierte er. „Den kann ich nicht einfach hierlassen. Das ist nicht gerade die beste Gegend von San Antonio …“

Garrett schnitt ihm das Wort ab. „Deinen Pick-up holen wir später.“

„Er ist ein Oldtimer“, erklärte Austin.

„Jaja.“ Garrett hörte sich grimmig an. „Was auch immer.“

Alles begann sich erneut um ihn herum zu drehen, und plötzlich fiel Austin etwas ein. „Da ist noch der Hund. Im Motel, meine ich. Ich habe ihn gefüttert und …“

Tate setzte sich hinters Steuer, und Garrett nahm auf dem Beifahrersitz Platz.

Die Taubheit in Austins Bein setzte sich bis in den Rücken hinauf fort und verwandelte sich in Schmerz. Er fluchte und murmelte: „Ich kann … den Hund … nicht allein lassen …“

„Wir kümmern uns um den Hund und auch um den Truck“, versicherte Garrett ihm. „Also gib endlich Ruhe.“

Austin verlor kurz das Bewusstsein und kam wieder zu sich. Er fragte sich, ob ihm in der Bar jemand etwas ins Bier geschüttet hatte.

In den nächsten Minuten schien Zeit jede Bedeutung zu verlieren. Mal saß er auf dem Rücksitz in Tates Pick-up, und dann nicht mehr. Mal saß er aufrecht, dann lag er flach auf dem Rücken. Lichter wirbelten um ihn herum, ein eigenartiger Mix aus Neonlicht, Mondschein und fluoreszierenden Glühbirnen, die ihn blendeten.

Eine hübsche Krankenschwester schaute lächelnd auf ihn herunter. Rote Locken umrahmten ihr Gesicht.

Austins Herz schlug schneller. Paige Remington?

Nein, das konnte nicht sein. So viel Glück oder Pech hatte er nicht. Außerdem war Paige dunkelhaarig.

„Was …“, begann er.

Er merkte, dass er auf einer Trage lag und, flankiert von seinen Brüdern, durch einen Krankenhausgang geschoben wurde. Das kam ihm alles sehr bekannt vor. Aber Moment mal. Buzzsaw hatte ihn damals erwischt. Ein Rettungshubschrauber hatte ihn nach Houston geflogen, wo er mehrere Operationen über sich hatte ergehen lassen müssen. Damals hatte er mit dem Tod gerungen – und sich schließlich erholt.

Heute Abend hatte er Buzzsaw bezwungen und das Preisgeld für den ersten Platz eingestrichen. Obwohl es ihm nicht ums Geld gegangen war. Diesmal nicht.

Nach dem Rodeo hatte er die Arena verlassen, war in seinen Wagen gestiegen und zu Pinky’s gefahren, um seinen Sieg zu feiern.

Danach war seine Erinnerung lückenhaft.

Aber was zur Hölle machte er in einem Krankenhaus?

Wenn die Schmerzen nicht gewesen wären, hätte...


Miller, Linda Lael
Linda Lael Miller wuchs in Washington, dem nordwestlichsten Bundesstaat der USA, auf. Ihre Karriere als Autorin, die 1983 begann, ermöglichte ihr, in England und Italien zu leben, bevor sie wieder in den weiten Westen zurückkehrte, dem bevorzugten Schauplatz ihrer Romane. Linda Lael Miller engagiert sich für den Tierschutz und ist Gründerin einer Stiftung zur Förderung von Frauenbildung.



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