Mofina | Vergiss mich nicht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 02, 432 Seiten

Reihe: Kate Page

Mofina Vergiss mich nicht

Thriller
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7325-9412-2
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, Band 02, 432 Seiten

Reihe: Kate Page

ISBN: 978-3-7325-9412-2
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Tief in den Wäldern im Norden von York geht eine alte Scheune in Flammen auf. Nur eine Frau schafft es, dem Inferno zu entfliehen. Mit ihrem letzten Atemzug weist sie die Polizisten auf »Gefängniskammern« hin - Kammern, die furchtbare Schrecken verbergen.

Kurz darauf erhält die Reporterin Kate Page einen Anruf, der die Schatten ihrer Vergangenheit lebendig werden lässt: Die Polizei hat in diesen Zellen ein Armband gefunden, das offenbar Kates Schwester Vanessa gehörte. Doch Vanessa gilt seit einem Autounfall vor 20 Jahren als verschollen. Kate hat niemals die Suche nach ihr aufgegeben. Nun hat sie eine Chance, sie zu finden - tot oder lebendig ... Denn ihre einzige Spur ist ein wahnsinniger Killer, der seine Opfer jahrelang unbemerkt gefangen hielt!



Rick Mofina war viele Jahre lang als Reporter tätig, ehe er sich hauptberuflich dem Schreiben von Spannungsromanen zuwandte und mehrere Preise für seine Thriller gewann. Seine Bücher erscheinen in 17 Ländern.

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4


Rampart, New York

»Ja, das ist Carls Truck. Was ist damit?«

Robert Vanders Augen zuckten von den Fotos hoch, die Brennan ihm auf seinem Smartphone gezeigt hatte, und er ließ die Kaugummiblase knallen.

»Carl hat sich krankgemeldet. Warum fragen Sie nach ihm?«

Vander warf rasch einen Blick auf seinen Computermonitor, ein Reflex, weil gerade neue Nachrichten eingetroffen waren. Er war der IT-Chef im MRKT DataFlow Call Center, das Millionen von Zugriffen für mehrere Kreditkartengesellschaften abfertigte. Mit fünfhundert Angestellten war es Ramparts größter Arbeitgeber.

Vander war Carl Nelsons Vorgesetzter.

»Worum geht es hier?« Vander sah Brennan an, der vor ihm am Schreibtisch saß, dann Paul Dickson, der neben Brennan saß und sich Notizen machte.

»Wir überprüfen seinen Gesundheitszustand«, erwiderte Brennan.

Vander hielt mit dem Kauen inne und blickte die beiden Männer fragend an.

»Seinen Gesundheitszustand? Er hat sich vor zwei Tagen krankgemeldet, hat gesagt, er habe einen Virusinfekt. Was ist los?«

Brennan ließ einen Augenblick verstreichen, ohne zu antworten.

»Mr Vander, können Sie uns etwas über Mr Nelson sagen? Was er hier tut, seinen Charakter?«

»Seinen Charakter? Sie machen mich nervös.«

»Können Sie uns weiterhelfen?«

»Carl ist seit etwa zehn Jahren bei MRKT. Er ist ein leitender Systemtechniker, ein Genie, was Computer betrifft. Er hat beim Upgrade unseres Sicherheitsprogramms mitgewirkt. Er ist ein ausgezeichneter Angestellter, sehr ruhig, zurückhaltend. Ich kann nur Gutes über ihn berichten. Allmählich mache ich mir ein wenig Sorgen.«

»Hat er in letzter Zeit unter Stress gestanden?«

»Nein, nicht über das übliche Arbeitspensum hinaus.«

»Seine Beziehungen? Verheiratet, geschieden, Freundin, Freund?«

»Er ist nicht verheiratet. Ich glaube nicht, dass er eine Freundin oder einen Partner hat, in keiner Richtung.«

Vander rutschte im Bürostuhl hin und her.

»Wissen Sie, ob er Schulden hat?«

»Nicht, dass ich wüsste.«

»Spielt er? Nimmt er Drogen oder ist er sonst irgendwie süchtig?«

»Nein, ich glaube nicht … Also, allmählich gefällt mir das gar nicht mehr.«

»Würden Sie uns eine Kopie seiner Personalakte zur Verfügung stellen?«

»Erst nach Rücksprache mit unserer Personal- und Rechtsabteilung.« Vanders Maus klickte. »Ich glaube, Sie brauchen einen richterlichen Bescheid.«

»Schon gut. Vielen Dank für Ihre Hilfe.«

Brennan und Dickson standen auf und wandten sich zum Gehen.

»Warten Sie.« Auch Vander erhob sich, ganz weiß im Gesicht. »Hat das etwas mit dieser Geschichte von dem Feuer auf dem alten Friedhof zu tun, bei dem zwei Leute umgekommen sind?«

Brennan ließ einen Augenblick verstreichen.

»Mr Vander, wir können nichts bestätigen, und wir empfehlen Ihnen dringend, unsere Befragung vertraulich zu behandeln.«

Als Brennan später mit Dickson vom Center davonfuhr, war er frustriert darüber, wie wenig weit die Dinge in den sechsunddreißig Stunden seit der Entdeckung des Feuers gediehen waren.

Sie hatten mit Robbie und Chrissie gesprochen, den beiden Jugendlichen, die angerufen hatten, und eine Wiederholung dessen erhalten, was sie bereits wussten.

»Wir wissen nach wie vor nichts über unsere Unbekannte. Nichts weiter über unseren Unbekannten – Schrägstrich, Carl Nelson. Wir haben seinen Abschiedsbrief, seinen Truck. In seiner Wohnung gibt es keinerlei Aktivität, und er ist nicht auf der Arbeit. Wir wissen, dass er es ist. Dies ist eindeutig Mord-Selbstmord, Ed. Wie wär’s, wenn wir uns eine Anordnung besorgen und seine Wohnung nach etwas durchsuchen, das uns dabei hilft, die Frau zu identifizieren und den Fall abzuschließen?«

Brennan überprüfte sein Telefon auf Nachrichten.

»Wir holen uns eine Anordnung, sobald wir seine Identität bestätigt haben. Gehen wir zum Krankenhaus. Morten möchte uns sprechen, vielleicht hat er irgendetwas.«

Morten Compton, Ramparts Gerichtsmediziner, war ein großer Mann mit einem Van Dyke-Bart und einer Vorliebe für Hosenträger und Schleifen.

Bei Brennans und Dicksons Eintreffen zog er sich gerade das Jackett an. Sein Untersuchungsraum im Untergeschoss des Krankenhauses roch nach Antiseptika und Formalin.

»Tut mir leid, Jungs, aber ich muss nach Ogdensburg.« Compton warf Ordner in seine Aktentasche. »Ich unterstütze das County bei der Schießerei in der Bar dort, und ich habe die beiden Toten vom Unfall mit dem Van der Kirche und dem Schwerlaster in Potsdam.«

»Warum hast du uns dann herbestellt, Mort?«, fragte Brennan. »Hast du irgendwelche Fortschritte bei den beiden Opfern in meinem Fall gemacht?«

»Ein paar, aber zunächst müsst ihr hinnehmen, dass die Feststellung einer Identität angesichts des Zustands der Leichen und dem Rückstand, dem sich mein Büro gegenübersieht, so seine Zeit braucht. Mein Assistent ist in Vermont auf einer Beerdigung. Ich sorge für Unterstützung aus Watertown.«

»Wo stehen wir also mit unserem Doppelmord?«

»Wir haben sowohl das Zahnschema der Frau als auch des Mannes an lokale und regionale Zahnärzte sowie Labore geschickt. Die toxikologische Untersuchung ist nach Syracuse gegangen, und wir haben DNA-Proben an die Datenbanken des FBI geschickt.«

»Mehr nicht?«

»Na ja, ich glaube, der Mann ist nicht im Feuer umgekommen.«

»Das ist was Neues. Welche Todesursache liegt bei ihm vor?«

»Wahrscheinlich ein Schuss in den Kopf. Ich habe gerade eine Hülse entdeckt. Sieht aus wie eine 9 Millimeter. Ihr müsst eine Waffe am Tatort suchen, Ed.«

Auf der Fahrt zum Tatort warf Dickson weitere Fragen auf.

»Wie hat ein toter Mann also ein Feuer gelegt, Ed?«

»Vielleicht hat er es nicht gelegt. Oder er hat sie vielleicht gefesselt, es gelegt und sich dann vor ihr erschossen und sie dem Feuertod überlassen.«

»Wenn er die Dinge zu Ende bringen wollte, wie in dem Brief stand, warum hat er dann die Frau nicht zuerst erschossen? Sich vergewissert, dass sie tot ist?«

»Vielleicht hat er’s getan und danebengeschossen, und wir haben die Geschosse noch nicht entdeckt. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir hier gerade erst die Oberfläche angekratzt haben, Paul.«

Während Dickson verwirrt den Kopf schüttelte, kehrte Brennan zu den Worten der Sterbenden zurück.

Da sind andere.

Das leuchtend gelbe Kunststoffband um die geschwärzten Überreste der Scheune flatterte in der mittäglichen Brise. Kriminaltechniker von Abteilung B in weißen Overalls und Gesichtsmasken durchsuchten weiterhin methodisch die Ruinen.

Mitch Komerick, der Leiter der Abteilung, wischte sich Asche von der Wange, als er seine Maske herabzog, um Brennan und Dickson an der südwestlichen Ecke zu begrüßen.

»Habe deine Nachricht über den neuesten Stand der Dinge erhalten, Ed«, sagte Komerick.

»Eine Waffe gefunden?«

Komerick wischte sich die verschwitzten Rußstreifen vom Gesicht und schüttelte dann den Kopf.

»Keine Waffen und keine Patronen oder Hülsen bislang.«

Brennan nickte und sah enttäuscht ins Weite.

»An der Stelle, wo wir den Mann gefunden haben, gibt es tiefe Risse«, sagte Komerick, »groß genug, dass eine Waffe leicht darin verschwinden kann. Mein Bauch sagt mir, dass sie da zu finden ist. Wir werden eine Kanalkamera runterschicken. Wir sind bei weitem noch nicht fertig.«

»Na schön.«

»Meine Leute haben den Tatort in Sektionen eingeteilt, und wir durchsuchen jeden Quadratzentimeter des Grundstücks. Wir haben den Pickup ins Labor in Ray Brook zur Untersuchung geschickt. Die Brandermittler sagen, dass ein Beschleuniger, wahrscheinlich unverbleites Benzin, verwendet wurde, also ist der Brand absichtlich gelegt worden.«

»Okay.«

»Aber wir müssen dir etwas zeigen, etwas Beunruhigendes. Wirf dich in Schale.«

Nachdem Brennan einen Overall übergestreift hatte, folgte er Komerick, und als es in die Verwüstung hineinging, hielt er sich genau an dessen Anweisungen, wo er hintreten durfte. Der Geruch nach angekohltem Holz und verbrannter Erde lag schwer in der Luft. Einige der angesengten Dachbalken hatte man entfernt und ordentlich an einer Seite gestapelt, und es waren bereits bearbeitete Abschnitte zu erkennen. Bei einem weiteren Haufen handelte es sich um kleine Apparate, jetzt allerdings bloß noch angekohltes Metall. Komerick zeigte auf die Überreste. »Das hier waren Viehställe, die jemand in kleine Räume umgebaut hat, in Zellen.«

»Woher kannst du das wissen? In diesem Durcheinander?«

»Wir haben schwere Türen mit Schlössern, metallene Handschellen und in der Mauer und im Fußboden verankerte Eisengeräte gefunden, dazu Überreste von Matratzen. Wenigstens ein halbes Dutzend Zellen bisher. Jemand hat diesen Ort ganz bestimmt genutzt, wahrscheinlich für Pornofilme, für Bondage, für Folterungen. Für Gott weiß was, Ed.«

Brennan spürte, wie sich die Härchen in seinem Nacken aufrichteten.

»Mitch, hier herüber!«

Einer der Techniker war auf den Knien und staubte den Boden mit der Sorgfalt eines Archäologen ab. Ein weiterer nahm den Vorgang auf.

»Seht mal«, sagte der Techniker, während er das kleine Ding säuberte, »das können wir durch die Datenbanken und das ViCAP für Vermisste laufen lassen.«

In dem Grab aus verrußter Erde und...


Mofina, Rick
Rick Mofina war viele Jahre lang als Reporter tätig, ehe er sich hauptberuflich dem Schreiben von Spannungsromanen zuwandte und mehrere Preise für seine Thriller gewann. Seine Bücher erscheinen in 17 Ländern.

Rick Mofina war viele Jahre lang als Reporter tätig, ehe er sich hauptberuflich dem Schreiben von Spannungsromanen zuwandte und mehrere Preise für seine Thriller gewann. Seine Bücher erscheinen in 17 Ländern.



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