E-Book, Deutsch, 198 Seiten
Müller College Football
3. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7504-8928-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Band 1 - The Regular Season
E-Book, Deutsch, 198 Seiten
ISBN: 978-3-7504-8928-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Autor ist Redakteur des Touchdown24 American Football Magazin für den Bereich College Football. Andreas Müller lebte und arbeitete längere Zeit in New York City. Während dieser Zeit und weiterer Aufenthalte in den Vereinigten Staaten, nutzte er jede sich bietende Gelegenheit um College Football- und NFL-Spiele live im Stadion zu verfolgen. Bereits seit Mitte der neunziger Jahre ist der Autor ein großer Anhänger dieses Sports. Heute lebt der Autor mit seiner Familie in Recklinghausen.
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Kapitel 2:
Die Non-Conference Games
Warum ich hier an dieser Stelle mit den Non-Conference Games beginne? Nun, am Anfang der Regular Season steht für gewöhnlich der September und im September werden Euch zu einem überwiegenden Teil die Non-Conference Games in den Schedules begegnen. Dieses Buch soll für euch ein Begleiter, durch Eure nächste College Football Regular Season sein und deswegen versuche ich weitesgehend chronologisch vorzugehen. Die Non-Conference Games werden teils schon Jahre im vorraus durch die Sportabteilungen (Athletic Departments) und deren Sportdirektoren (Athletic Directors) vereinbart. Die Athletic Directors zweier Universitäten treffen dabei untereinander meist eine vertragliche Vereinbarung über ein, zwei oder manchmal sogar eine Serie von drei oder sogar mehr Spielen. Die Spiele finden nicht in der gleichen Saison, sondern oftmals in aufeianderfolgenden Jahren statt. Doch auch die Non-Conference Games unterscheiden sich in ihrer Art. So gibt es die „FBS vs. FCS Games“, die „Home-and-Home Series“, die „Home-Road-Home Series“, die „Neutral Site Games“ bzw. „Kickoff Games“ oder einfach nur ein einzelnes Spiel.
Kickoff Games
Zu Saisonbeginn finden - im Gegnsatz zur NFL - eine ganze Reihe von Kickoff-Spielen in der FBS statt. Während in der NFL für gewöhnlich der Super-Bowl-Champion die neue Saison eröffnet, werden einige Top-Colleges der Power 5 Conferences (oder hochgehandelte Group of 5 Teams) auf neutralem Boden aufeinander treffen (meist in NFL-Stadien), und ihre Saison eröffnen. Die Veranstalter dieser Kickoff-Spiele laden die Footballteams der Universitäten ein und die Spiele werden für gewöhnlich landesweit übertragen. Große Sponsoren geben den Kickoff Spielen ihren Namen und mit Hilfe der Fernsehgelder gibt es ein erstes Kräftemessen und Weichenstellen der möglichen Titelanwärter in der noch jungen Saison. Die Spiele finden dabei keineswegs alle in der ersten Woche (Week 1) statt, sondern können sogar noch in der dritten Woche (Week 3) im Schedule auftauchen. Als Beispiel hier mal die Kickoff Games der Regular Season 2019:
| Week | Kickoff Game | Stadium | Game |
| Zero | Camping World Kickoff | Camping World Stadium Orlando, Florida | #8 Florida Gators (SEC) – Miami Hurricanes (ACC) 24:20 |
| 1 | Belk College Kickoff Game | Bank of America Stadium Charlotte, North Carolina (Carolina Panthers) | North Carolina Tar Heels (ACC) – South Carolina Gamecocks (SEC) 24:20 |
| 1 | Advocare Classic | AT&T Stadium Arlington, Texas (Dallas Cowboys) | #16 Auburn Tigers (SEC) – #11Oregon Ducks (PAC12) 27:21 |
| 1 | Chick-fil-A Kickoff Game | Mercedes-Benz Stadium Atlanta, Georgia (Atlanta Falcons) | #2 Alabama Crimson Tide (SEC) – Duke Blue Devils (ACC) 42:3 |
| 3 | Texas Kickoff | NRG Stadium Houston, Texas (Houston Texans) | #20 Washington State Cougars (PAC12) – Houston Cougars (AAC) 31:24 |
FBS vs. FCS Games
Im College Football finden vor dem Beginn der Regular Season keine Testspiele (Preseason Games) statt. Lediglich im Frühjahr - meist im April – veranstalten die Universitäten die sogenannten Spring Games, bei denen die Teams ein Trainingsspiel gegen ihre eigenen Mannschaftsteile absolvieren. Hier dürfen die Spieler der zweiten und dritten Reihe gegen die Stammspieler zeigen was sie drauf haben. Aus diesem Grund vertreten einige Athletic Directors die Philosophie, in Week 1 mit einem „leichten“ (Aufbau-) Gegner zu starten, damit das eigene Team sich einspielen kann. Oftmals laden die Top-Teams (Powerhouses) der FBS dazu Programme aus der unterklassigen FCS ein. Wobei „einladen“ dabei eine falsche Vorstellung vermittelt. Die großen Universitäts-Footballprogramme schließen einen Vertrag mit einer kleineren FCS-Uni und zahlen dem Gast oftmals mehrere hundertausend Dollar oder sogar einen Millionenbetrag. In der Regel gewinnt das übermächtige Powerhouse hoch und das FCS-Team fährt gedemütigt nach Hause. Diese Spielpaarungen sind jedes Jahr im September Anlass für Diskussionen. Die Gegner dieser Partien sagen, dass diese nicht attraktiv wären, zu einseitig verlaufen und den Schedule verzerren, da der Sieg „zu leicht“ erspielt würde. Außerdem würden die FCS-Teams stets gedemütigt und deren Spieler verlieren dadurch an Selbstvertrauen.
Hardliner und Traditionen
Diverse Hardliner möchten die FBS vs. FCS Games gar gänzlich abschaffen. Stand jetzt gibt es nur noch drei FBS-Programme, die bisher kein einziges Spiel in ihrer sportlichen Geschichte gegen ein FCS-Programm absolviert haben. Dies sind die Footballprogramme der Notre Dame Fighting Irish, der UCLA Bruins und der USC Trojans. Die Trojans sollten eigentlich am 04.September 2021, erstmalig auf ein FCS-Team treffen. Das Homegame gegen die UC Davis Aggies wurde allerdings vom Ahtletic Director, Mike Bohn, gecanceled, nachdem der Druck seitens der Fans und Geldgeber der Universität aus Los Angeles zu hoch wurde. Die Aggies wurden anschließend im Schedule durch die San Jose Spartans „ersetzt“. Mike Bohn erklärte dies mit den Worten: „(…) wir sind uns der langen Tradition bewusst, dass USC bisher immer gegen FBS-Programme gespielt hat. Unsere Fans haben uns dies leidenschaftlich mitgeteilt. (…) als ich hier anfing, versprach ich zuzuhören und zu lernen, und das Feedback unserer Förderer und Fans war unmissverständlich. Die Bewahrung unserer Geschichte (Tradition) ist von immenser Bedeutung (…)“. Dieses Beispiel zeigt, die Tradition im College Football kann also auch den Schedule maßgeblich beeinflussen.
Die Kehrseite der Medaille
Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille. Die kleinen FCS-Footballprogramme benötigen dringend Geld und sind teilweise auf diese Partien angewiesen, um ihren Spielbetrieb zu gewährleisten. Einige FBS-Athletic Directors fahren daher einen diplomatischen Ansatz, indem sie nur FBS vs. FCS Games mit Footballprogrammen aus dem eigenen Bundesstaat vereinbaren. So bleibt das Geld der großen Universität in der „Nachbarschaft“ und hilft dem „kleineren Bruder“. Diese Variante findet sogar oftmals Zuspruch in der eigenen Fanbase und Studentenschaft.
Darüber hinaus ist es für viele FCS-Spieler das Spiel ihres Lebens! Sie spielen zum ersten und einzigen Mal vor siebzig-, achtzig- oder gar hunderttausend Zuschauern und das gegen ein Powerhouse im College Football. Vielleicht stammen sie sogar aus dem gleichen Bundesstaat und die große Universität hat ihnen seinerzeit kein Sportstipendium angeboten, und nun können sie es dem „großen Bruder“ und vielleicht sogar einigen NFL-Scouts auf der Tribüne zeigen, was alles in ihnen steckt. In den letzten Jahren gab es auch aus diesen Gründen (und weil das FBS-Team das FCS-Team vielleicht unterschätzt hat) einige Überraschungen, in denen ein kleines FCS-Programm sogar ein FBS-Programm schlagen konnte. Diese sogenannten „Upsets“ sind zwar selten, aber dennoch möglich und daher das Salz in der Suppe der FBS vs. FCS Games.
Die größten FCS vs. FBS „Upsets“ der letzten Jahre:
| Date | FBS Team | FCS Team | Score | Stadium |
| 01.Sep 2007 | Michigan Wolverines | Appalachian State Mountaineers | 32:34 | Ann Arbor, Michigan Stadium |
| 17.Sep 2016 | Iowa Hawkeyes | North Dakota State Bison | 21:23 | Iowa City, Kinnick Stadium |
| 23.Nov 2013 | Florida Gators | Georgia Southern | 20:26 | Gainsville, Ben Hill Griffin Stadium |
| 04.Sep 2010 | Ole Miss Rebels | Jacksonville State | 48:49 (2OT) | Oxford, Vaught-Hemingway Stadium |
| 03.Sep 2016 | Washington State Cougars | Eastern Washington Eagles | 42:45 | Pullman, Martin Stadium |
Home-and-Home Football Series
Der Klassiker unter den Non-Conference Games ist die Home-and-Home Football Series. Hierbei vereinbaren zwei Athletic Directors eine Serie von 2 Spielen, bei denen jede Universität je einmal bei der anderen zu Gast ist. Allerdings für gewöhnlich in zwei aufeinander folgenden Spielzeiten.
Beispiel:
| 03.09.2022 | Notre Dame Fighting Irish @Ohio State Buckeyes |
| 23.09.2023 | Ohio State Buckeyes @Notre Dame Fighting Irish |
Home-and-Road-and-Home (three Game) Football Series
Dies ist eine Variante der klassischen Home-and-Home Football Series und wird wenn überhaupt, zwischen einem Power 5 Conference Team und einem...




