E-Book, Deutsch, Band 0252, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
Pade / McAllister / Sandler Bianca Exklusiv Band 252
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-3014-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0252, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-3014-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WENN DU NUR GLÜCKLICH BIST von SANDLER, KAREN
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CINDERELLA KEHRT ZURÜCK von PADE, VICTORIA
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Victoria Pade ist Autorin zahlreicher zeitgenössischer Romane aber auch historische und Krimi-Geschichten entflossen ihrer Feder. Dabei lief ihre Karriere zunächst gar nicht so gut an. Als sie das College verließ und ihre erste Tochter bekam, machte sie auch die ersten schriftstellerischen Gehversuche, doch es sollte sieben Jahre dauern, bis ihr historischer Debütroman veröffentlicht wurde. Um die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten und aktuelle Themen aufzugreifen, wechselte sie schließlich zu modernen Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen. Victoria lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngsten Tochter, die Psychologie studiert, in Colorado. Ihre älteste Tochter studiert in Michigan Medizin.
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1. KAPITEL
Nina Russo setzte sich auf den Stuhl hinter dem Tresen ihres Cafés. Die Gäste, die bei ihr regelmäßig den Mittagstisch einnahmen, waren gerade wieder verschwunden. Ninas Café in Hart Valley war ein beliebter Treffpunkt in der kleinen Stadt, aber um drei Uhr nachmittags war es fast immer leer. Erst gegen fünf würden die ersten Gäste zum Abendessen eintreffen. Dann würde der Abendkoch die Bestellungen für Hackbraten, Kartoffelpüree und Chilibohnen bearbeiten.
Das heißt, wenn mein Koch rechtzeitig zur Arbeit kommt, dachte sie spontan. Immer eine spannende Frage, ob er pünktlich ist oder nicht, denn Dale hatte gewiss keinen Orden für Pünktlichkeit verdient. Mit ihren Abendköchen hatte Nina noch nie Glück gehabt, aber Dale war der unzuverlässigste Koch von allen.
Wenn man von Jameson O’Connell absieht, fügte sie im Stillen hinzu.
Ein unangenehmes Gefühl kroch ihr den Rücken hinauf. Wie um alles in der Welt hatte es passieren können, dass Jameson plötzlich in ihren Gedanken auftauchte?
Damals, vor knapp fünf Jahren, hatte er ihr fast den Verstand geraubt, sowohl vor als auch nach der Nacht, die ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt hatte. Aber kurze Zeit später hatte Nina ihn mit aller Macht aus ihren Gedanken verbannt, besonders nachdem er Pauline und Vincent Russo im Stich gelassen und das Weite gesucht hatte.
Ich bin müde, das ist alles, dachte sie. In den vergangenen sieben Nächten war Dale drei Mal nicht zur Arbeit erschienen, und Nina hatte ihn in der Küche ersetzen müssen. Der Teenager, der als Tellerwäscher bei ihr engagiert war, hatte sich die schwere Erkältung eingefangen, die gerade in Hart Valley grassierte. Noch ein weiteres Paar helfende Hände, auf das sie verzichten musste.
Erschöpft rieb Nina sich die Augen und lehnte sich seufzend auf dem Drehstuhl zurück. Sie war in diesem Café aufgewachsen. Ihre Hausaufgaben hatte sie in der Sitzbucht vorn in der Ecke erledigt, und auf dem Linoleumfußboden hatte sie mit Murmeln gespielt, während ihre Eltern kurz vor Ladenschluss damit beschäftigt gewesen waren, das Lokal aufzuräumen. Sie hatte den Betrieb von der Pike auf kennengelernt. Jeder Handgriff war ihr vertraut, gleichgültig, ob es sich um den allabendlichen Kassenabschluss oder um die Auswahl des besten Rindfleisches handelte. Und als Kleinunternehmerin war genau das ihr Schlüssel zum Erfolg: jeden Mitarbeiter ersetzen zu können, wenn er nicht auftauchen sollte.
Das galt besonders für Jameson. Er war von seinem Wochenendtrip nach Sacramento nie zurückgekehrt.
Es reicht, ermahnte sie sich, lass endlich die Vergangenheit ruhen. Du hast heute Nachmittag etwas Besseres zu tun, als dich mit Erinnerungen an alte Zeiten herumzuplagen.
Nina lächelte, als Lacey Mills aus der Küche kam. Sie war dankbar für jede Ablenkung.
„Ich kann gern noch länger bleiben, wenn Dale nicht kommt“, bot die neunzehnjährige Studentin an, warf ihre blonde Mähne mit einer schwungvollen Kopfbewegung über die Schultern und setzte sich auf den Stuhl neben Nina.
Nina schüttelte den Kopf und spürte die langen dunklen Haare wie ein Gewicht auf ihrem Rücken. Schluss für heute, dachte sie. „Du bist seit heute Früh um sechs Uhr hier“, lehnte sie ab. „Hast du heute Nachmittag gar keine Vorlesung?“
Lacey zuckte die Schultern. „Doch. Aber ich könnte direkt von hier aus nach Marbleville fahren.“
Die Türglocke ging, was hieß, dass ein Gast das Café betreten hatte. Nina erhob sich und drehte sich zum Eingang hin. Die spätherbstliche Sonne schien dem Mann in den Rücken, sodass sein Gesicht im Schatten lag. Wieder kroch ihr ein ungutes Gefühl in den Nacken. Ganz so, als würden unsichtbare Fingerspitzen die Haut um ihre Schultern herum betasten. Nervös versuchte Nina, die Erinnerungen aus ihrem Gedächtnis zu verbannen, aber es wollte ihr nicht gelingen.
Der Mann trat aus der Sonne und drehte sich so zur Seite, dass das Licht jetzt sein Gesicht erhellte. Die strengen Konturen seiner Wangen und seines Kiefers, die mit den Jahren noch härter, ja fast hager geworden waren, standen plötzlich als Bild vor ihrem inneren Auge. Ein Bild, das spöttisch umhertanzte. Sein dunkles Haar war extrem kurz geschnitten, aber sie hatte nicht vergessen, wie seidig es sich früher angefühlt hatte. Und die Kraft, die von seinen breiten Schultern ausging, ließ unwillkürlich eine unbestimmte Hitze in ihr aufsteigen.
Plötzlich sah er sie mit seinen blauen Augen direkt an und hielt ihren Blick gefangen. Sie entdeckte einen Schmerz in diesen Augen, der vor fünf Jahren nicht darin gelegen hatte, und die abgrundtiefe Hoffnungslosigkeit, die aus ihnen sprach, versetzte ihrem Herzen einen heftigen Stich. Der verbitterte Zug um seine Lippen war ebenfalls neu, und mit einem Schlag wurde ihr bewusst, wer gerade ihr Café betreten hatte. Entsetzt rang Nina nach Luft.
Lacey trat zu ihr hin und legte ihr freundschaftlich die Hand auf die Schulter. „Nina? Was ist los?“
Nina schüttelte fassungslos den Kopf und versuchte krampfhaft, sich einzureden, es könne nicht sein. Aber er war da und stand nur wenige Meter vor ihr.
Jameson O’Connell. Er war aus der Haft entlassen worden.
Hatte Jameson etwa erwartet, dass sie ihn mit offenen Armen und einem bezaubernden Lächeln empfangen würde? Er war überzeugt gewesen, dass die gewaltigen grauen Gefängnismauern jede Hoffnung auf sie zunichtegemacht hatten. Doch offensichtlich hatte tief in seinem Herzen ein winziges Samenkorn überlebt, und jetzt, beim ersten Wiedersehen mit Nina, war es aufgesprungen.
Eigentlich hätte der Anblick ihres entsetzten Gesichtsausdrucks die aufkeimende Hoffnung sofort ersticken müssen, aber irgendwie lebte und atmete sie weiter. Und diese Erkenntnis brachte ihn beinahe um den Verstand, weil er sich bewiesen hatte, dass er noch nicht mal in der Lage war, diese kleine Gefühlsregung unter Kontrolle zu bringen.
Er machte ein paar Schritte auf Nina zu und blieb auf Armeslänge vor ihr stehen. Die Gegenwart prallte heftig mit den jahrelang unterdrückten Erinnerungen an sie zusammen. Natürlich wusste er, dass er sie in seiner Fantasie idealisiert hatte. Ihr Gesicht hatte dem Antlitz eines Goldengels geglichen, und ihr Körper war zu üppig und zu sinnlich gewesen, um wahr zu sein. Aber der seidige Schimmer, den das Sonnenlicht jetzt auf ihre Wangen zauberte, das dichte schwarze Haar, das ihr über die Schultern fiel, und ihr süßes Kinn – ihm stockte schier der Atem.
Jameson erlaubte sich einen hastigen Blick auf ihre Brüste. Sie waren noch üppiger, als er sie in Erinnerung hatte, ihre schmale Taille war noch weiblicher, und ihre Hüften schienen danach zu verlangen, gestreichelt zu werden. Den Bruchteil einer Sekunde lang dachte er daran, wie herrlich ihr Körper sich unter seinen Händen angefühlt, wie er ihre verborgenen Kurven erkundet hatte …
Mit aller Macht zügelte er seine Fantasie, weil ihm schlagartig klar wurde, dass es fatal enden würde, wenn er der Versuchung nachgab. Unablässig fixierte er dennoch ihre großen braunen Augen. Dann betrachtete er kurz ihren Mund und ihre leicht geöffneten Lippen. Unwillkürlich formte sich in seiner Vorstellung die Erinnerung an einen lange zurückliegenden Kuss, und angestrengt lenkte er seine Gedanken auf etwas, was ihm weniger gefährlich vorkam. Plötzlich allerdings drang eine Stimme an sein Ohr.
„Was kann ich für Sie tun? Möchten Sie einen Tisch?“
Jameson begriff nicht auf Anhieb. Verwirrt wandte er sich der schlanken blonden Frau zu, die neben Nina saß. „Wie bitte?“
„Möchten Sie einen T…“
Nina legte der Blonden eine Hand auf die Schulter. „Schon gut, Lacey. Ich kümmere mich darum.“
Ich kümmere mich darum, wiederholte er den Satz grimmig in Gedanken. Sie tut so, als ob ich für sie nichts anderes sei als eine lästige Pflicht, dachte er ärgerlich. Und genau das war er auch. Niemand wusste besser als er, dass er sich auf der Liste von Leuten, die Nina in ihrem Leben nie wieder unter die Augen treten sollten, einen Platz ganz weit oben erobert hatte. Nur änderte das leider nichts an dem brennenden Verlangen, das sich zwischen seinen Schenkeln ausbreitete.
Die dünne Blonde stand auf und stellte sich neben ihre Chefin. „Soll ich nicht besser …“
„Nicht nötig“, unterbrach Nina. „Geh ruhig nach Hause, ich komme schon zurecht.“
Die junge Frau schaute unschlüssig in die Runde, ging dann hinter den Tresen und griff nach der Dose mit den Trinkgeldern. Sie ließ Jameson nicht aus den Augen, während sie sich die Münzen und Scheine in die Taschen ihrer Schürze stopfte. „Wenn du willst, dann …“
„Geh endlich“, unterbrach Nina ungeduldig. „Bis morgen.“
Lacey stellte die leere Dose wieder an ihren Platz zurück und eilte zu den hinteren Räumen. Das Schweigen im Café nahm jetzt bedrohliche Ausmaße an.
Nina verschränkte die Arme vor dem Oberkörper. Es sah aus, als wollte sie in Verteidigungsstellung gehen, und die Haltung betonte die üppigen Brüste unter ihrem weißen Hemd. Nina strahlte immer noch dieselbe weiche Sinnlichkeit aus, die ihn damals schon fasziniert hatte. Plötzlich merkte er, in welche Richtung seine Gedanken drifteten, und er trat unwillkürlich ein paar Schritte zurück.
Entschlossen streckte sie ihm das Kinn entgegen. „Was willst du?“
Das klang mehr nach einer Herausforderung als nach einer Frage. Er steckte die Hände in die Hosentaschen und antwortete im selben Ton, in dem sie ihre Frage gestellt hatte. „Wo sind deine Eltern?“
Sie musterte ihn...




