E-Book, Deutsch, 295 Seiten
Pass SOKO Steiermark
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7427-3419-8
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Teil 3
E-Book, Deutsch, 295 Seiten
ISBN: 978-3-7427-3419-8
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Österreich ist meine zweite Heimat geworden, ich verehre das Land und die alten Traditionen, die Natur, Berge und Seen. Inspiriert durch meine Erlebnisse war es nur eine Frage der Zeit dem Wunsch nachzukommen diese 'zweite Heimat' zum Schauspiel mehrerer Krimis werden zu lassen.
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Die Jagd
Nach der Entführung des Sohnes von Bauunternehmer Hagelberger waren die Mitglieder der SOKO nur bei kleineren Fällen eingebunden gewesen. Begner bekam kurz darauf Urlaub, den er mit Veronika in der Südsteiermark verbrachte. Oberleutnant Maier war es sehr unangenehm, aber er musste auch Müller und Helga Urlaub geben. Die beiden waren gemeinsam nach Sylt in Deutschland gefahren. Zurückgeblieben waren nur Planner und der junge Kollege Rainer. Natürlich auch Kathi, die während der Abwesenheit von Helga bei Maier untergebracht war und dessen Haushalt aufmischte.
Planner und Rainer bearbeiteten kleinere Fälle und unterstützten Kollegen anderer Abteilungen bei Beschattungen.
Jagdaufseher Zirkowitsch war nach einem Kaffee in der Ochsenalm zu seinem Gang durch das Revier aufgebrochen. Wie gewöhnlich war er mit seinem Wagen bis zur Alm gefahren, um seine stundenlang und in aller Ruhe durch sein Revier zu streifen. Er genoss die Ruhe, fernab von jedem Stress. Viele Einwohner Mandlings beneideten ihn um seinen Beruf, den er mehr als Berufung sah. Oft saß er stundenlang auf einem Hochsitz und beobachtete das Wild. Nur wenn eine Jagdgesellschaft angesagt war, dann kam er aus der Ruhe, vor allem, weil diese Jagdgesellschaften die prächtigsten Tiere aus seinem Revier schießen durften. Er höre einen plötzlichen Knall, spürte einen kurzen Schmerz, den Fall zu Boden bekam er nicht mehr mit. In unmittelbarer Nähe steig ein Mann von einem Hochsitz, warf einen kurzen Blick in die Richtung, in die er geschossen hatte und verschwand im Unterholz.
Oberleutnant Maier rief die beiden Kollegen Planner und Rainer zu sich. Er schnaufte tief durch, bevor er begann. „Kollegen, wir haben einen Mord in der Nähe von Mandling. Allerdings scheint es so, als wäre es bereits der Zweite, denn auf der Salzburger Seite hat sich schon vor einer Woche eine solche Tragödie abgespielt.“ Planner hob die Hand. „Ja, Planner“, gab ihm der Oberleutnant das Wort. „Besteht die Vermutung, dass die beiden Morde zusammenhängen können?“ „Genau das ist der Knackpunkt, denn beide Ermordeten waren Jäger und die Vergleiche der Projektile ergaben, dass die Mordwaffe in beiden Fällen die gleiche war. Die Salzburger Kollegen haben vorgeschlagen, dass wir zusammenarbeiten. Sie haben für Euch in der Pension Meyer in Filzmoos ein Appartement angemietet, dass für Euch und den Kollegen, im Zuge der Ermittlungen, zugleich ein Ausgangspunkt sein wird. Der Salzburger Kollege Inspektor Kramer erwartet Euch dort heute Nachmittag. Am besten Ihr fahrt nach Hause, holt Euch Kleidung für ein paar Tage und fahrt direkt dort hin.“ Planner und Rainer standen auf, um den Raum zu verlassen, aber Maier hatte noch ein paar Worte, die er loswerden wollte. „Wartet, gebt mir täglich einen Bericht, ich kann leider nicht mit, obwohl es eine schöne Gegend ist.“ Planner schmunzelte, denn er wusste genau, dass Maier mit Kathi ein klein wenig überfordert war. „Werden wir machen Herr Oberinspektor, täglich und viel Spaß mit Kathi.“ „Planner“, sagte Maier und drohte mit dem Kugelschreiber. Die beiden verließen das Büro und machten sich auf den Weg zu ihren Wohnungen.
Bis zum Eintreffen seiner Kollegen aus Graz hatte Inspektor Kramer nicht nur das Appartement mit Computern und Druckern ausgestattet, er hatte danach auch die Geschäfte und Gasthäuser in Mandling besucht. Der Ermordete war ein angesehener Mann, nicht auffällig und hatte mit niemandem Streit. Auch der erste Ermordete, Eberhard Egger, war in keinster Weise auffällig gewesen, hat mit niemandem gestritten und wohnte mit seiner Frau in einem kleinen Haus, am Rande von Filzmoos. Während Egger schon am Abend seiner Ermordung vermisst worden war, wurde Zirkowitsch erst nach vier Tagen vermisst. Sein Bruder, der gerne mit ihm durch die Wälder streifte, meldete ihn als vermisst, da Zirkowitsch nicht wie verabredet zu Hause war. Zunächst war die Suche ohne Erfolg geblieben. Erst ein Anruf der Ochsenalm, wo Zirkowitsch sein Auto abgestellt hatte, brachte die Polizei, die mit Spürhunden den Vermissten suchte, auf die Spur und letztendlich zur Leiche des Mannes.
Dies erzählte er Planner und Rainer, die gegen Mittag im angemieteten Appartement angekommen waren. „Der Abgleich der Projektile über die Datenbank, brachte diese beiden Fälle in Zusammenhang“, ergänzte er seine Aussagen. „Wo wurde der erste Tote gefunden?“ Kramer zeigte auf die Karte, welche auf dem Tisch ausgebreitet war. „Hier, unterhalb vom Rötelstein. Dort ist offenes Gelände und der Hubschrauber entdeckte ihn sehr schnell.“ „Gibt es schon den Ansatz eines Motivs?“, fragte Planner weiter. „Nein, hier schweben wir nach wie vor im Dunkeln. Kollegen unseres ersten Toten wurden befragt, aber niemand hatte ein Motiv. Wir dachten zuerst auch, dass ein anderer Jäger eventuell die Jagd gerne gehabt hätte, aber diese Spuren verliefen alle ins Nichts. Wie bei Zirkowitsch handelt es sich bei unserem ersten Toten um einen angesehenen Mann, ohne Feinde. Niemand hätte einen Grund gehabt, ihn zu töten.“ Planner schaute Rainer an. „Na das kann ja heiter werden. Sehen wir uns zuerst den Schauplatz des ersten Mordes an.“ Kramer stimmte zu. „Am besten wir nehmen meinen Wagen, ein SUV, mit Eurem werden wir da oben nicht weit kommen.“
Kathi war, wie in den letzten Tagen auch, nach der Schule ins Büro gegangen. Zum einen um dort ihre Hausaufgaben zu mach und zum anderen um Helgas Job zu übernehmen. Maier war froh nicht alleine sein zu müssen. Er saß an seinem Schreibtisch und dachte nach. Kathi sah, dass ihr Opa Ernst in Gedanken war, und ließ ihn alleine. Sie hatte zu ihrem Geburtstag vom ganzen Team und Veronika ein Handy bekommen. Die Telefonrechnung teilte sich ihre „Familie“, aber die Kosten hielten sich in Grenzen. Das alles ging Maier durch den Kopf. Er ging zu Kathi, die, wie es zu Helgas Aufgaben gehörte, Kaffee gemacht hatte. Pflichtbewusst fragte sie Maier nach Planner und Rainer. „Die beiden sind nach Filzmoos gefahren. Wir haben dort einen Toten. Im Grunde genommen der Zweite, denn die Salzburger Kollegen haben auch einen und die beiden Projektile verweisen auf einen Zusammenhang.“ „Opa Ernst, Du hast die beiden alleine dorthin geschickt? Ohne Gertschi und Opa Hubert?“, fragte Kathi erstaunt. „Natürlich, es sind beide gute Polizisten und sie werden auch einmal ohne Deinen Gertschi und Opa Hubert auskommen müssen“, lachte Maier. „Ist es dort schön, wo die beiden jetzt sind?“, fragte das Mädchen. „Oh ja, wunderschöne Gegend. Weißt Du was, ich zeige Dir Bilder auf dem Computer.“ Freudig machte Kathi ihm Platz, holte einen zweiten Stuhl und setzte sich mit ihrem Kaffee neben Maier.
Die Drei waren mit Kramers SUV so weit gefahren, wie es gegangen war. Kramer hatte recht behalten. Mit ihrem Skoda hätten sie schon früher aufgeben müssen. Planner kam auf dem letzten Stück des Anstiegs ziemlich ins Schnaufen und Rainer brachte dies zum Lachen. „Hör auf mich auszulachen. Ich bin es nicht mehr gewohnt.“ „Das sehe ich, vielleicht sollten wir Sport wieder einmal auf den Dienstplan setzen?“ „Lass das Maier nicht hören, der macht das am Ende noch.“ Kramer, der sich auf den Weg konzentriert hatte, hob die Hand. „Noch etwa 500 Meter, dann hast Du es hinter Dir Herr Kollege.“ Kurz danach blieb er erneut stehen. „Hier lag der Tote. Wir haben in den beiden darauffolgenden Tagen die Gegend abgesucht, aber nichts gefunden. Keine Hülse, keine Spuren, nichts. Der Schuss müsste von dort gekommen sein.“ Er verwies auf einen Baum, der etwa 300 Meter entfernt war. „Zielfernrohr?“ Planner schaute Rainer und beantwortete dessen Frage. „Vermutlich das oder ein verdammt guter Schütze.“ „Wir haben auch ein Zielfernrohr vermutet und daraufhin die gesamten Fachgeschäfte in Salzburg und Umgebung abgefragt. Aber keinen Erfolg gehabt. Nicht nur das, wir haben auch die Sportschützen- und die Jagdvereine unter die Lupe genommen, aber wie schon gesagt, alles führte uns ins Nichts.“ „Dann lasst uns zum zweiten Tatort fahren. Die Kollegen sind noch vor Ort und suchen ebenfalls nach Spuren. Vielleicht finden die etwas.“ Der Abstieg war für Planner ein Segen und er hoffte, dass Rainer Maier nicht auf den Blödsinn mit dem Sport bringen würde.
Er war vom Dienst gekommen und hatte sich ein wenig hingelegt. Nach einer Stunde stand er auf, ging zum Waffenschrank, entnahm das Gewehr und Reinigungssachen, setzte sich an den Tisch und begann die Waffe zu säubern. Ab und zu dachte er nach, wie es dazu gekommen war, dass er die beiden Jäger erschossen hatte. Es war ein Drang, ein Drang nach Neuem, etwas, dass er so noch nie erlebt hatte. Als er fertig war, verstaute er alles wieder im Waffenschrank und machte sich etwas zu essen.
Veronika und Gerhard genossen die freien Tage. Um den Büromief und ihre Arbeit zu vergessen, wanderten die beiden jeden Tag durch die Weinberge. Heute hatten sie sich vorgenommen, den Grenzlandwanderweg von Leutschach in Richtung Eibiswald, und zurück nach Oberhaag zu gehen. Sie machten gerade Rast in einer Buschenschank, direkt an der Grenze, als Begners Handy klingelte. “Kathi ruft an.“, sagte er zu Veronika und nahm das Gespräch an. „Hallo Gertschi“, hörte sogar Veronika, die Begner gegenübersaß. „Hallo Kathi, na, wie geht es Dir?“ „Gut Gertschi, Opa Maier und ich halten hier die Stellung und bei Euch? Was macht die Familienplanung?“ Gerhard lachte laut auf: „Kathi es ist alles am Laufen. Aber wieso halten Maier und Du die Stellung? Was treiben Planner und Rainer?“ „Och...




