Petri / Eibisch | Innige Gespräche der Seele mit Gott | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 116 Seiten

Petri / Eibisch Innige Gespräche der Seele mit Gott


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7504-4502-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 116 Seiten

ISBN: 978-3-7504-4502-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



"Wer unter uns befindet sich nicht in Dunkelheit, wer unter uns sehnt sich nicht nach Licht, wer sehnt sich nicht danach, diesem unaussprechlichen, nie erlöschenden Licht zu nahen. Aber wo ist der Herr?, sagst du. Er ist dir nahe und du weißt es nicht; das ewige Wort ist es, welches in deinem Mund, in deinem Herzen, vor deinen Sinnen ist, welches in und außer dir, über dir und um dich ist und welches dich begleitet an welchen Ort du gehen magst." - Gerlach Petri.

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Innige
Gespräche der Seele
mit Gott


IM Geist der Demut, mit zerknirschtem und gebeugtem Herzen, wie Staub, der am Boden liegt, erniedrigt unter Himmel und Erde und allem, was darin ist, gänzlich verzichtend auf uns selbst, doch alles in Demut hoffend von dir, nahen wir uns wie arme, verlassene Schäflein, wie ein armes verirrtes Küken flüchten wir uns unter deine Flügel; nimm uns auf, o gnädigster Vater, nach deiner Barmherzigkeit.

1. Kapitel.



BEI allem, was mir begegnet, und auf mich Eindruck macht, will ich immer sorgfältig meinen Blick auf das Ende meines Lebens richten, und mich selbst fragen: welche Gesinnungen würde ich haben, und wie würde ich mich benehmen in dieser Angelegenheit, wenn ich bereit wäre, vor Gott zu erscheinen, und wenn er mich gegenwärtig zu sich rufen würde? Und wenn ich fände, daß diese Angelegenheit mir ein Hindernis meines Heiles sei, und ich selbst eine Mauer und eine Scheidewand zwischen mir und Gott errichtete, dann ist es mir besser, zu mir selbst und zu allem, was sich mir darstellt, und Eindruck auf mich macht, zu sagen: „Weiche von mir, Satan, du bist mir ein Ärgernis vor dem Herrn!“ –Ich will mich auf diese Art innerlich üben, und äußerlich mich so benehmen, daß alle meine Handlungen, alle meine Bewegungen, mein ganzes Betragen ein öffentliches Zeugnis von mir ablegen, daß mein Reich nicht von dieser Welt ist, und daß es nichts auf der Erde gibt, was mich trösten kann.

Ferner will ich mich immer bei allen Ereignissen betrachten als ein gefallenes, zerbrochenes Gefäß, abgestorben der Welt, als Kot und Schmutz der Welt, als einen Menschen ohne Trost, von allen verlassen, unwürdig der geringsten Gnade Gottes, möge dieselbe sich auf den Leib oder die Seele beziehen –, als einen Menschen, der nicht einmal verdient, den Staub zu küssen, welchen die Auserwählten mit Füßen treten. Aber wenn auch verlassen von allen Geschöpfen, und leer von aller sinnlichen Tröstung werde ich nichtsdestoweniger ohne Freude sein. Von meiner Seite will ich gerne denselben entsagen und von Herzen darauf verzichten, ich werde alsdann erfahren, daß diese freiwillige äußere Armut für meine Seele ein Schatz im Innern sein wird, und ich werde eine große Freiheit finden, indem ich alles das nicht achte, was ein Mensch besitzen kann, der etwas sucht außer Gott, oder was nicht Gott ist. 1, hierin einen Trost zu finden. Ich bin entschlossen, in jener Armut zu verharren, alle meine übrigen Lebenstage unbekannt der Welt zu leben unter den Menschen wie ein Fremder, mich zu betrachten wie einen Reisenden, der nichts hat, damit ich in dieser Armut sicher den Tag des Herrn erwarten kann, während ich zugleich sehr reich und sehr arm sein werde; sehr reich, indem ich nichts verlange, sehr arm, indem ich nichts besitze.

Ich will es auch vermeiden, mich auf irgend etwas oder auf irgendeinen zu stützen, ich will alle Kräfte anstrengen, um mich vollkommen mit Gott zu vereinen, denn alles auf Erden vergeht und verschwindet, und wenn ich mich stützte auf einen Menschen, der fällt, so würde ich am Ende mit dem Menschen fallen. Denn alle Kinder der Menschen sind nichts als Eitelkeit, und kaum findet sich einer, auf dessen Tugendtreue man bauen kann, die nicht beinahe ganz erloschen ist.

2. Kapitel.



SO lange ich lebe will ich nie vergessen, daß ich mich hier auf der Erde in dem Land der Verbannung befinde, in einem immerwährenden Kampf, in einem Krieg, der nie enden wird. So wird es mir leicht sein, einen Winkel auf der Erde zu finden, und das Mittel, daselbst auszuharren die kurze Zeit, als meine Verbannung dauern wird. Und wenn ich glücklich genug wäre, um mich immer in der Vergegenwärtigung Gottes zu erhalten, die Dinge des gewöhnlichen Lebens zu gebrauchen, ohne die Reinheit meines Herzens zu verletzen, wenn ich die Gegenstände der Welt, welche meiner Bestimmung fremd sind, zurückweise, und mich von keiner Leidenschaft hinreißen ließe, was könnte ich weiter wünschen? Denn wenn ich alle Güter der Welt besitzen, und von einer unzähligen Menge Menschen gelobt würde, welchen Nutzen würde ich davon haben, wenn ich mit Gott in Zwiespalt wäre?

Mag ein anderer von Sorgen, so viel als er will, sich quälen lassen, mag er seine Hoffnung auf einen anderen setzen, und dieser andere wieder auf einen anderen, was mich betrifft, ich habe mich verlobt und geopfert meinem Gott, ich will nur auf ihn hoffen. Ich will mir keine Sorge machen wegen irgendeines Unglückes oder Ereignisses der Welt. Ich will nur eine Sorge haben, nämlich Gott anzugehören ohne Rückhalt. Denn Gott ist es, der über alle meine Bedürfnisse wacht, er ist es, welcher es auf sich nimmt, Sorge für mich zu tragen. Er ist es, der mir befiehlt, mich allein seinem Dienst zu widmen, mich nicht zu mischen in sein Wirken, ihn allein sorgen zu lassen für alles, was die Bedürfnisse des Lebens betrifft, und kein Hindernis zu setzen seiner Vorsehung durch meine Unruhe und meine eigene Habsucht. Es ist sein Wille, daß ich immer merke auf die Worte, welche er zum Innersten meines Herzens spricht: „Arbeite so viel du kannst, um dich in ein gutes Verhältnis zu mir zu setzen, und in meiner Gegenwart zu wandeln zu jeder Zeit, an allen Orten und bei jeder Gelegenheit, ohne dir eine Sorge daraus zu machen, ob du den Menschen gefällst, oder ob du ihnen mißfällst. Du wirst nichts gewinnen und nichts verlieren, sei es, daß du ihnen angenehm oder unangenehm bist. Bleibe in mir, und du wirst nichts verlieren, wenn du aller Dinge dich freiwillig enthältst, weil du nichts bedürfen wirst. Siehst du nicht, daß nur jene Dinge sich miteinander vereinen, welche einander ähnlich sind? Weißt du nicht, daß der wahre Ruhm keine Lust hat an einem eitlen unfruchtbaren Ruhm?“ Ebenso verwirft die Tugend, welche immer über alles erhaben ist, mit Verachtung die Lobsprüche und vorteilhaften Zeugnisse derjenigen, welche unterhalb derselben sind, weil sie immer sich selbst genügt. So ist auch der Zustand derjenigen, welche dieselbe von ganzem Herzen lieben, und welche ganz eins mit derselben geworden sind.

3. Kapitel.



WENN nicht der Mensch ohne Aufhören in seinem Innern daran arbeitet, in allen Dingen und besonders in den gottesdienstlichen Verrichtungen den Beweggrund zu betrachten, der ihn zum Handeln bestimmt, so wird er bald in eine innere Gleichgültigkeit versinken, ohne daß er es merkt, er wird sich begnügen mit den Blättern, ohne sich um die Frucht zu bekümmern. Sein Geist, auf diese Art versunken, wird nicht mehr fähig sein sich zu erheben zu seinem Ursprung und zu betrachten von neuem so viel als er könnte dieses undurchdringliche Licht, für welches er allein geschaffen ist; denn er hat ja nichts in sich, welches einen Bezug auf jenes hätte und weil die dichten Finsternisse, womit er erfüllt ist ihm jenes verhüllen. Gewöhnen wir uns doch daran in allen Dingen die ewige Wahrheit vor Augen zu haben, und gute Dinge so zu betrachten, wie die ewige Wahrheit selbst dieselben betrachtet. Strengen wir sodann alle unsere Kräfte an, um unser Inneres nach dieser Hinsicht einzurichten, und um mit scharfem Blick dem inneren Zug zu folgen, der uns aufwärts zieht zu dem allgütigen Herrscher.

4. Kapitel.



WIR wissen, mit welchem Übermaß von Liebe Jesus Christus sich mit unserem Fleisch bekleidet, wie er bei uns weilte in diesem traurigen Land der Verbannung, wie er dem geringsten und ärmsten aller Menschenkinder gleichgeworden ist in Drangsalen, in Tränen, in Seufzern, in Arbeiten und Verfolgungen während seines ganzen Lebens, wie er mit Gelassenheit den Zorn seiner Feinde ertrug, wie er sich selbst Leib und Seele aufopferte für unser Heil. Wir wissen, mit welcher Fülle von Liebe er sich seinem Vater am Kreuz, als ein lebendiges, heiliges, unbeflecktes Opfer dargebracht hat, um auf seine Schulter entzückt vor Freude das Schaf zu nehmen, welches verloren war. Derselben Liebe Übermaß ist es, weswegen er sich noch alle Tage für uns auf unseren Altären aufopfert. Und obgleich die vorzeiten erfolgte Aufopferung seiner selbst nur einmal erfolgt ist, so wird sie doch alle Tage in jedem Augenblick erneuert durch den Sohn, der da ist bei dem Vater mit...



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